Galing Ga Ga Ling
*räusper* Naja. Wie schon erwähnt; das mit dem Singen sollte ich mal lassen. *grins*
14.11.2006
Als wäre sie nie weg gewesen... die Hexe Baba Jaga. Wann war ich das letzte mal? Ich glaube, zur letzten Vorstellung im Februar. Himmel... schon wieder so lange her?!
18.000 Zuschauer - 38 (oder 40- nichts genaues weiss man nicht) ausverkaufte Abende in der Komoedie seit der Uraufführung des Märchens aus dem Russischen Wald auf den Dresdner Bühnen Brettern.
Mit in den Wald zum Publikum verzaubern durften wie schon am ersten Abend;
Dresdens wohl ausdrucksstärkster Pantomime - MIT Stimme - RAINER KOENIG als die HEXE BABA JAGA (oder doch Bibi Blogsberg?)
Angelika Mann in die Schneeflocke Snegurotschka, die Babuschka und die Bäuerin Mascha.
Jürgen Zartmann in Väterchen Frost und den Bauern Mitja.
Uwe Karpa in die Küchenschabe Kolja.
Mirjam Köfer in die schöne Anjuscha.
& Falko Maiwald in Iwanuschka, der von der gemeinen Hexe in einen Bären verzaubert wird.
Ja. Auch ich war mal wieder dabei. Nein, ich sage nicht wie oft. Zum Hauptsponsor der Dresdner Komoedie reicht es wohl noch nicht ganz. Ich bin froh, das ich auch an diesem Abend 3 neue Gesichter in die Komoedie "geschleppt" habe. Noch mehr freut es mich, das es den neu gewonnenen Theater Freunden auch noch gefallen hat. Puh. Wäre ja noch schöner! Baba Jaga wickelt sie halt alle um den Finger. Sie war an diesem Abend so "Spritzig" (Stand das so im Text? *lach* - Aber, was wäre Theater ohne IMPROVISATION?) Witzig war auch das einzige Kind (nicht ich) hinter mir im Publikum. Fäterchen Frost hat sich gut aus der Affaire ziehen können.
Väterchen Frost ins Publikum: Wisst ihr wo meine Snegurotschka ist?
Der Lütte Gast hinter mir ganz aufgeregt. JAAAAA
Väterchen Frost schaut fragend ins Publikum: JA? Wo denn?
Der Kleine: Im Haus von BABA JAGA.
Väterchen Frost zupft sich nachdenklich am Bart. "Das darf ich doch eigentlich nicht wissen!"
Applaus. Lachen.
Ich liebe Theater!
Von solchen Momenten lebt es doch. Wird es einfach "greifbarer". Rückt näher auf die Plätze im Publikum. LEBT. Ist echt!
Was war es noch bei der Premiere? Ach, ja.
Es gab 3 Vorstellungen an diesem Tag. Generalprobe (ich glaube, es ging um 11uhr los), Vorpremiere (gegen 15:30 Uhr - wenn ich mich recht erinnere) und am Abend (19:30 Uhr) die Premiere. Hut ab vor den Darstellern. Wirklich irre, solch eine Leistung innerhalb von ...wenigen Stunden.
Ich habe an diesem Tag 2 mal einen Parkplatz vor dem WTC (nein, das ist nicht das WC welches Boris Becker damals gewonnen hat.) gesucht. Um 11 war wirklich recht voll. Viele Kinder und auch viele Rentner (hm... ob es am Kartenpreis lag?) Die ersten Kinder mussten bei der Generalprobe weinend von ihren Eltern aus dem Zuschauerraum geleitet werden, als das Licht zum ersten mal auf Baba Jaga fiel. Meine Hochachtung vor den Bühnenbildnern und den Kostümbildnern schwebte im Himmel! Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich vom Rang aus einen guten "Überblick". Wenngleich ich mich dann umsetzten musste, da ich ja nicht die größte bin und nicht so recht über die Lehnen schauen konnte. *lach*
19:30 Uhr dann Premiere. Karte hatte ich diesmal fuer Reihe 5 oder so, im Parket. Also, eine ganz andere Sicht als noch Stunden zuvor. Die Vorstellung lief super und innerhalb der beiden Vorstellungen konnte ich Veränderungen feststellen. Sowohl am Kostüm -dem Prinz rutschte sein Hütchen, am Abend hatte er nen Gummizug - am Hut - also auch am Text. Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja....
Alles lief ja Reibungslos bis Baba Jaga improvisieren musste.
"Hä? Bis eben hatte ich doch noch eine Nase?"
Kurzes Gelächter auf der Bühne und im Publikum. Dann gab es einen herzlichen Applaus und es wurde weiter gespielt als wäre nichts gewesen.
Genau das ist es wohl, was das Theater von allen "Darstellenden Medien" (wenn man es mal so sagen will) ausmacht. Die Reaktion auf die Aktion durch Improvisation. Das Spiel mit dem Spiel. Mittendrin statt nur dabei, oder so was in der Art. Jedenfalls ist das etwas, was man nur sehr selten (LEIDER- fuer das Publikum, GUT - fuer die Darsteller) sieht. Aber, wenn man das Glück hat, wenn man im Theater mit offenen Augen und Ohren auf seinem Platz sitzt (egal, wie oft man das Stück gesehen hat) dann bekommt man auch den einen oder anderen Schnitzer mit. Was zu dem Beweis führt, das nicht immer alles PERFEKT sein muss um auch PERFEKT zu sein! Ich bin schon froh, wenn ich mir den Text von "Oh Tannebaum" merken kann. Geschweige denn den Text fuer 90min Theaterstück. (ÜBUNG MACHT DEN MEISTER)
Was ich eigentlich sagen will...
HOERT NICHT AUF, ins THEATER zu gehen!
EGAL, wo ihr wohnt! Auch in Eurer Nähe gibt es ein Theater, das nur auf Euch wartet!
Lasst diese Art der Kunst nicht aussterben! Dazu ist es viel zu schoen!
Bild©Komödie Dresden/ta-f - Programmheft Cover