Ich hatte es ja versprochen.. irgendwie... :)
Zuerst einmal eine Kurze zusammenfassung, ohne vielleicht zu viel zu verraten:
Zusammen mit ihren Freunden aus dem Heim, in dem sie seit 7 Jahren ist, macht sich die 18/19jährige (huch, schon wieder 19? ich glaub, ich muss mal kramen, was mich in meinem Leben mit 19 so bewegt hat, das ich dort ständig meine Charaktere "aussetze") Sasha vor lauter langer weile und dummheit auf dem Weg um eine Tankstelle zu überfallen. Es dauert nicht lange, das sie von der Polizei erwischt werden. Besonders Holger, den Heimleiter, nimmt es sehr mit, das seine Zöglinge auf die schiefe Bahn geraten sind.
Nach der Verurteilung zu soundsoviel Stunden Sozialen Dienst begleitet Holger Sasha zu ihrem Bewährungshelfer. Dort bekommt sie ihre Aufgaben zugeteilt. (und nein, ich habe keine Erfahrung mit "so etwas".)
Wenig begeistert von der Idee, in einem Pflegeheim für Senioren zu arbeiten lässt sich Sasha widerwillig zu ihrem neuen "Arbeitsplatz" fahren. Zu ihrer Überraschung ist es kein Seniorenheim.
Der Sozialarbeiter hat sie in einem Hospiz für schwer kranke Kinder untergebracht. Sasha ist entsetzt. Doch gleichzeitig wird sie so herzlich von der Leiterin empfangen, das sie zwischen Willkommen und Abschied hin und her schwankt als gäbe es hierfür keinerlei Gleichgewicht.
Jetzt kommt LENA ins Spiel. Lena ist ein 22 jähriges Mädchen, das in dem Hospiz lebt. Sie liegt nach einem Autounfall (oder Motorad, ich überlege noch) im Koma. Nach drei Jahren wachte sie auf - liegt jedoch seitdem in einem Wach-Koma.
Sasha soll sich in ihrem Sozialdienst, zu dem sie verurteilt wurde, also um Lena kümmern.
Hier nun ein kurzer Auszug.
Es ist die Stelle, nachdem Dr. Bellmann, die Heimleiterin des Hospitz, Sasha erklärt hat, was mit Lena passiert ist.
Ich
schaue zu Lena. Aufwachen sieht verflucht noch einmal anders aus! Sie vegetiert
vor sich hin und alle schauen zu. Warum erlöst sie niemand? Was hat sie noch
von ihrem Leben? Sie kann nichts nehmen. Sie kann nichts geben.
„Über
was denkst du nach?“
Ich erschrecke.
Dr. Bellmanns Stimme schneidet die entstandene Stille wie ein scharfes Messer.
Mit großen fragenden Augen sehe ich zu ihr. Geduldig wiederholt sie ihre Frage.
„Warum
zieht nicht einfach jemand den Stecker? Das ist doch kein Leben!“
Ich habe keine
Lust, länger hier zu bleiben. Will nicht weiter nur rum sitzen. Ich laufe
Ziellos durch das Zimmer. Zum Abhauen reicht mein Mut nicht.
Keine
Ahnung, ob Lena hört, was ich sage. Mir doch egal. Sie sabbert. Sie ist mir
nicht wichtig. Wer ist sie schon? Dr. Bellmann rückt näher zu Lena. Wischt ihr
die Sabber vom Mund. Angewidert schaue ich zu ihr hinunter. Schaue hinab. Ohne
mich dabei zu schämen. Jeder ist sich selbst der Nahste. Ich muss zusehen, dass
ich mit dem Dicken rede. Der soll sich darum kümmern, dass ich etwas anderes
bekomme. Das hier ist der Hass. Was soll ich hier? Was soll es mir bringen? So
cool wie ich, muss Lena erst einmal werden.
Wenigsten
kann sie meine Gedanken nicht hören. Selbst wenn, es kümmert mich nicht.
„Den
Stecker ziehen?“
Zum ersten Mal
verschwindet die Freundlichkeit aus Dr. Bellmanns Gesicht. Ihre feinen Züge
verhärten sich. Sie schaut nicht zu mir. Sanft streichelt sie Lenas Hand. Ich
wünschte es wäre meine. Lena merkt doch eh nichts.
Ich erschrecke über meine Gedanken. Warum? Erst jetzt? In dem Moment, wo
ich sehe, das Lena genau das bekommt, was ich gern hätte. Es macht mich wütend
– und traurig zu gleich
.