03.04.2005 um 22:16 Uhr
Man hat sich ja damit
schwergetan, daß der nunmehr verstorbene Papst nicht ein Minimum von
der alten Kirchendoktrin abgewichen war.
Ging ja auch nicht: Die Katholische Kirche ist nicht reformierbar, da
sie sich sonst aufgeben müßte. Wie nahezu alle verfehlten Lehren baut
sie auf männlichen Allmachtsfantasien. Man denke nur an die groteske
Geschichte mit der Rippe. Macht die Kirche also Zugeständnisse in
Richtung Rechte der Frau, erschüttert sie ihr eigenes
Lehrgebäude. Also gibt es da nur eins: Sieg oder Untergang.
Und ich tippe auf Untergang. Und wage zudem die Prognose, daß der
nächste Papst einer der letzten drei sein wird, vielleicht sogar
endgültig der letzte.
P.s.: Ein Gutes hat ja der Tod des Papstes: Hierdurch ist nämlich
nahezu komplett untergegangen, daß dieses Walroß aus Oggersheim 75
Jahre alt geworden ist. Die Tsunamiwelle tat uns ja leider nicht den
Gefallen und beförderte ihn mit in die Tiefen der Meeresgründe.
Ich will aber nicht hoffen, daß zu jedem seiner runden Geburtstage ein
tragisches Ereignis passieren muß, damit wir von dummen Lobeshymnen auf
diese Person verschont werden. Vielleicht gibt er mal netterweise
endlich den Löffel ab.
29.03.2005 um 22:47 Uhr
Leute zieht Euch warm an!
Überall steht es auf Plakaten zu lesen:
"Der Kanzler kommt!"
Alles in Alarmbereitschaft: Bringt alle Eure Besitztümer an einem
sicheren Ort, wo keine Staatsschnüffler fündig werden können.
Verbarrikadiert die Türen und ladet die Gewehre!
Bei einer solchen Ankündigung müssen alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden.
Einen Augeblick...oh, ich habe mich getäuscht, es ist nur eine Fernsehserie...
Ja genau, man läßt wirklich nichts unversucht, uns zu verarschen. Da
unsere Volkspropagandisten wohl gemerkt haben, daß man den Leuten nicht
mehr weismachen kann, daß das Zeigen von Sabine Christiansens schönen
Beinen hohe Politik sein soll, muß flugs ein anderes Produkt her. Man
hat ja schließlich was von Onkel Heiner gelernt.
Und was liegt da näher, als das Kanzleramt als triviale Seifenoper
darzustellen! Zugegeben, die Symbolik, die darin liegt, hat etwas
Bestechendes. Denn was ist der Unterschied zwischen dem Kanzleramt und
GZSZ?
Eben. Es gibt keinen. Beide verwenden die Blödheit der Leute als Geschäftsgrundlage.
Ich bin gespannt, was wir da als brisante Themen in der Serie erleben dürfen:
Zum Beispiel, wie der US-Botschafter den Kanzler mit einem dunklen
Fleck seiner Vergangenheit erpreßt, um ihn zur militärischen
Unterstützung gegen den Iran zu bewegen?
Nicht? Zu heiß?
Aber dann doch wenigstens eine Folge, in der das Bundesinnenministerium
ehemalige STASI-Mitarbeiter im Kampf gegen den Terror umschult und als
Blockwarte und GEZ-Eintreiber einsetzen will?
Ach so...verstehe...der Staatssekretär, der das publik machte, wurde vom BND erschossen...Kann ja mal passieren.
Wahrscheinlich werden wir also doch nur so trviale Nichtigkeiten
serviert bekommen wie die hübsche Praktikantin, die dem Kanzler einen
bläst.
Oder Doris Schröder-Kropf, wie sie beim Bundespresseball ein paar zuviel bechert und dabei ihre Bluse aufknöpft...
Schön und gut, man kann ja nicht alles haben...aber dann will ich
wenigstens keine Doubles aufgetischt bekommen! Schließlich ist das doch
eine Doku-Soap, oder etwa nicht?
28.03.2005 um 21:36 Uhr
Passend zur Veröffentlichung
Ihres neuen Brechmittelpräparats trällerte Sarah Connor an die Presse:
"Ich sollte mein Kind für meine Karriere abtreiben"
Sarahherzchen, Du mußt da etwas falsch verstanden haben: Man hat Dir
nicht gesagt, daß Du dein Kind für Deine Karriere abtreiben solltest.
Vielmehr wurde Dir zu verstehen gegeben, daß Du Deine Karriere für Dein Kind abtreiben solltest!
Und übrigens: Noch ist es dafür nicht zu spät...
27.02.2005 um 22:33 Uhr
*
Jetzt
ist Schroeder also auch Schuld an all den Sexualmördern. Erst war er
Schuld an den Erfolgen der NPD, demnächst trägt er auch die Schuld
dafür, daß Ihre Durchlaucht Edmund als Kind die Masern hatte und erst
recht dafür, daß Stoiberchen seiner Ehefrau den Kosenamen "Muschi" gibt.
Dieses dümmliche, ausgeleierte Parteienritual der gegenseitigen Schuldzuweisungen ödet einfach nur noch an.
*
Habe ein Photo von Heidschnuckelchen Simonis gesehen, wie sie sich nach der Wahl jubelnd im Konfettiregen feiern läßt.
Ein entlarvendes Bild: Ist von einem farblosen Provinzler fast
abgewählt worden und gebärdet sich in einer Jubelpose, als hätte sie
gerade den Golfkrieg gewonnen. Mehr Ignoranz und Verblendung ist kaum
noch vorstellbar. Von solchen Leuten braucht man wirklich nichts Großes
zu erwarten.
*
Schlagzeile in der BILD: "Ist der Papst für immer stumm?"
Na, das wäre doch wenigstens einer, der in Zukunft den Mund hält (auch
wenn der Papst zumindest hin und wieder lichte Momente hatte).
Dringender Appell an all die Nervenärsche vom Fernsehen und Dummschwätzer in den Parlamenten: Nachmachen!
Oder soll ich Euch allen Kehlkopfkrebs an den Hals wünschen?
Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt...
*
Im
Hamburger Schauspielhaus hat es diese Woche einen sogenannten
Werbecontest gegeben, wo Werbeagenturen ihre "beliebtesten" Werbespots
auf der Bühne nachspielen ließen.
Hallo, Gesundheitsamt: Das wäre doch die Gelegenheit gewesen!
Sobald alle zur Vorstellung versammelt waren, von außen alles
abriegeln, die Räume mit Betäubungsmitteln füllen und dann alle
Teilnehmer ab in die Anstalt!
Oder muß der Staat mittlerweile sogar an psychiatrischen Einrichtungen sparen?
*
Paris
Hilton wurde das Handy geklaut. Im Handy gespeichert allerlei Nummern
von Prominenten. Die gerieten natürlich in heller Aufregung, da nun
rauskam, daß sie mit dieser hohlen Nuß bekannt waren. Das ist ohne
Frage ein absoluter Karrierekiller. Vor allem Eminem dürfte es
massenhaft Street Credibility kosten, wenn man weiß, daß er ein solch
dummes Huhn persönlich kennt.
Aber halt: Ich vergaß, daß es da natürlich eine gute Ausrede für ein
solches Verbrechen gibt, mit der man fein raus ist: Dumm fickt gut.
*
25.02.2005 um 22:43 Uhr
Vorbemerkung:
Der Besuch des amerikanischen Präsidenten in Mainz konnte natürlich
nicht unkommentiert bleiben. Aus diesem Grund hatte ich einen Artikel
verfaßt in der Hoffnung, daß dieser im SPIEGEL veröffentlicht wird. Die
Redaktion zeigte auch ernsthaftes Interesse an einer Veröffentlichung.
Doch der Mitarbeiter Henryk M. Broder bedrohte mich mit einer Klage
wegen Diebstahls geistigen Eigentums, so daß die Redaktion im letzten
Moment leider einknickte.
Da mir die Angelegenheit aber einfach zu wichtig war, entschloß ich
mich, trotz der Gefahr einer möglichen Urheberrechtsklage den Artikel
in meinem Blog zu veröffentlichen.
Ich gebe diesen Artikel daher im Auszug wieder:
"An jenem heiligen Morgen des 23.02.2005 brach eine neue historische Epoche der Demokratie und Freiheit an.
Der weise Herrscher George Bush, unser geliebter Führer, landete mit
seiner ruhmgestählten Air Force One aus goldenen Himmelshöhen hinab auf
dem blumenbekränzten Boden unserer Heimaterde, um zu einer einer neuen,
kühnen Mission anzutreten.
In großer Erwartung und im Bewußtsein der besonderen Bedeutung dieser
Begegnung empfing ihn unser tief verehrter Bundeskanzler mit warmen
Worten und strahlendem Blick.
In eindrucksvoller Manier schritten die beiden gottgewollten Führer
einher begleitet von einer kraftvollen, entschlossen wirkenden
Ehrengarde.
Diese glanzvolle Zeremonie war begleitet von feierlichem Ernst. Allen
Teilnehmern war die elementare Bedeutung dieses großen Ereignisses
bewußt. Jeder der Anwesenden war tief bewegt und erfüllt von der neuen
historischen Aufgabe, die jeden in seinem Herzen ergriff. Es sollte der
Beginn einer neuen Heiligen Allianz werden. In göttlicher Mission
vereint, den Blick vorwärtsgewandt in eine goldene Zukunft, kündeten
die beiden sonnengekrönten Herrscher von einem neuen Zeitalter des
Heldentums. Der Beginn der Neuen Weltordnung war an jenem historischen
Tag in Mainz eingeläutet worden.
Begleitet von jubelnden Massen fuhren Seine Heiligkeit George Bush und
sein treuer, ergebener Freund Gerhard Schröder durch die Innenstadt.
Ihre siegreiche Reinheit, ihr strahlender Glanz leuchtete über der
ganzen Stadt und erfüllte die Bevölkerung mit tiefer Ergriffenheit.
Allen Teilnehmern war nun gewahr, daß sie dem Beginn eines Goldenen
Zeitalters beiwohnten. Ein Zeitalter, daß für alle Bewohner auf der
Erde Frieden und Wohlstand bringen sollte.
Eingedenk dieser unvergeßlichen Stunden an jenem glanzvollen Tage
schauen nunmehr auf´s Sternenbanner voll Hoffnung schon Millionen. Und
jeden Tag wächst die große Armee aller Freiheitsliebenden, vereint im
Kampf gegen den Terror und für das kommende Himmelreich."
Ich glaube, jeder, der am Mittwoch in Mainz diesem denkwürdigen
Ereignis beigewohnt hat, kann diesen Bericht bestätigen. Leider geben
meine Worte das tiefgreifende Erlebnis, das ich bei meinem Besuch in
Mainz hatte, nur unzureichend wieder. Aber seit diesem Tage ist mir
bewußt, daß George Bush der bedeutendste Staatsmann aller Zeiten ist,
der uns allen eine neue, glänzende Zukunft geben wird.