ungebremst ins Chaos

17.01.2018 um 14:24 Uhr

Hausbesichtigung

Heute durfte ich ENDLICH mal das Nachbarhaus besichtigen. Und zwar vollständig, nicht nur das Wohnzimmer, wie ich es in den vergangenen Jahren immer zum Geburtstagskuchen der Nachbarin getan habe.

Mein Mann verkündete gestern, die zuständige Dame habe bei ihm angerufen und er hätte ihr gesagt, er wäre zwar nicht zu Hause aber ich würde mir das Haus gerne mal ansehen. Mann, warten ist ja echt nicht meine große Stärke, aber so langsam bin ich doch etwas hibbelig geworden.

Naja, jedenfalls war es dann heute Mittag so weit. Bezeichnenderweise gerade dann, als ich mir etwas zum Mittagessen machen wollte (was zur Folge hatte, dass ich mit meinem leeren Magen natürlich die Hälfte von dem vergessen habe, was ich fragen/ansehen wollte). Jedenfalls klingelte ein Herr im Anzug, der aussah wie Dietmar Bär (Kommissar Schenk im Kölner Tatort) und sagte mir bescheid, wenig später kam dann seine junge Kollegin mit dem Schlüssel und es ging los.

Da ich ja schon mal im Haus drin war, war ich nicht ganz unvorbereitet. Aber es war dann doch anders als erwartet. Ich fange einfach mal mit dem "Schlimmsten" an. Das Badezimmer. Also, nicht, dass das Badezimmer jetzt so schlimm aussah, aber es ist quasi ausgelagert. Im Haus selbst gibt es kein Bad. Man geht durch die Küche (aus dem eigentlichen Wohnhaus raus) einen kalten Gang entlang (wo auch Heizung und Therme stehen) in ein recht winziges Bad. Die Fliesen sind mintgrün, was ich persönlich gar nicht so schlimm finde. Aber es passt keine Wanne rein (wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Vielleicht kann man es irgendwie vergrößern. Keine Ahnung.

Und das zweitschlimmste: Das Hauptschlafzimmer grenzt direkt an die Küche. Also, der Schnitt des Erdgeschosses ist nicht so wirklich durchdacht. Mir scheint, dass das mit den ausgelagerten Badezimmern Ende der 70er voll in Mode war. Denn als mein Vater unser Haus gekauft hat (1978) gab es da drin nämlich auch kein Bad. Aber ich war ja beim Schlafzimmer. Ich hoffe, es ist möglich, in die Wand zum Wohnzimmer eine Tür zum Schlafzimmer zu machen und die andere zu schließen. Fände ich zwar immer noch nicht optimal, aber besser als direkten Zugang zur Küche. Wobei der natürlich praktischer ist, wenn man nachts mal zur Toilette muss.

Zum Rest des Wohnhauses. Es gibt ein kleines Fernsehzimmer/Kinderzimmer. Ich würde jetzt grob schätzen so 10m² wenn es hoch kommt. Das hat einen relativ modernen Bodenbelag (sah aus wie Laminat, könnte aber auch PVC sein) und das kleine Sofa hat mir auch ganz gut gefallen. Ach ja, die Möbel bleiben größtenteils drin (aber so viele sind es ja nicht). Daneben befindet sich ein noch viel kleineres Zimmer (vielleicht 6m²) in dem momentan zwei Schränke und ein Tisch stehen, so dass man sich dort kaum umdrehen kann. Das Wohnzimmer ist - im Verhältnis zu den anderen Räumen - recht groß. Ich würde es vorsichtig auf 20m² schätzen. Da kann man es also schon gemütlich haben.
Die Küche. Hm. Ich bin ja ein großer Küchenfreund und eigentlich ist sie ja groß genug und ein großes Fenster ist auch da, aber... wo soll der Esstisch hin??? Die Tür zum Schlafzimmer muss also doch zu. geht nicht anders.

Als ich später den Energieausweis in der Hand hielt, war ich (obwohl ich es mir hätte denken können) doch etwas geschockt. Die Bandbreite reicht von A (sehr gut) bis H (wirklich richtig schlecht) und das Haus steht bei... H+
Puh. Aber gut, neue Heizung rein, neue Fenster und Außenwände isolieren, dann ist schon eine Menge gut gemacht und man käme irgendwie in einen mittleren Bereich. Allerdings hat man dafür auch einen Haufen Geld in die Hand  zu nehmen.

Nichtsdestotrotz mag ich das Haus irgendwie. Natürlich vor allem auch, weil es einen Garten hat und ich hätte echt gerne einen Garten. Apropos, es gibt dort auch ein Gewächshaus. Das hat die besten Tage allerdings hinter sich und ein Haufen Glaselemente müssten erneuert werden. Wobei ich gerade darüber nachdenke, ob es nicht auch ein Kunststoffdach gäbe... Ideen hätte ich jedenfalls eine Menge. Aber der Preis...

Der Preis. Ja, das Grundstück ist riesig (aber wer will das heute noch?), die Scheune hat dringend ein paar Reparaturen nötig (am besten bevor das Dach einstürzt), die Zimmer sind winzig (für heutige Verhältnisse) und man muss noch viel Geld in die Hand nehmen um es fertigzumachen.
Ich bin wirklich froh, dass ich das Haus nicht kaufen muss. Ich hätte nämlich ein viel zu schlechtes Gewissen dabei, den Preis runterzuhandeln. Das ist halt das Problem, wenn man die Leute kennt, denen es gehört. Mal sehen was mein Mann nun so vor hat.

Drückt mir die Daumen, ich hab echt Bock auf dieses Heimwerkerprojekt.

13.01.2018 um 10:07 Uhr

Tapferkeitsmedaille :)

Die habe ich mir gestern verliehen. Denn leider bekommt man die beim Zahnarzt ab einem gewissen Alter nicht mehr - egal was für ein Schisshase man ist.

Mir war ein Stück vom Zahn abgebrochen und gestern hatte ich dann (nach fast einer Woche) einen Termin. Okay, den hätte ich wahrscheinlich schneller bekommen, wenn ich Schmerzen gehabt und somit ein Notfall gewesen wäre, aber die hatte ich nicht und auch sonst war ich durch das fehlende Stück nicht sondernlich beeinträchtigt.

Das erste Mal seit etwa zwei Jahren hatte ich wieder Chefbehandlung. Reiner Zufall, eigentlich sollte das der neue Assistent machen, aber der Doktor war eher fertig mit seinem letzten Patienten. Ich hab nichts gegen Assistenzärzte. Der letzte zum Beispiel war jung, gutaussehend und kompetent (das hat mich in dem Jahr 200 Euro inklusive elektrischer Zahnbürste gekostet, aber was tut man nicht alles für die Zahngesundheit). Es ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, wenn da jemand in meinem Mund herumfuhrwerkt, der jünger ist als ich. Liegt wohl daran, dass ich mich wie höchstens Mitte 20 fühle und wer möchte sich denn von einem Zahnarzt Anfang 20 behandeln lassen? *lol*

Nach ein bisschen Smalltalk begutachtete der Zahnarzt das Malheur und beschloss, dass das geflickt werden sollte/musste und schon lag alles bereit.

"Sollen wir das mal ohne Betäubung versuchen?"

WAAAAAAAAAS?

Allein die Frage impliziert doch, dass es weh tun KÖNNTE, und auch, wenn ich Zahnarztspritzen ebenfalls nicht besonders gut leiden kann, würde ich sie jedem Behandlungsschmerz sofort vorziehen. Komischerweise hörte ich mich plötzlich ganz todesmutig "Ja" sagen.

Fünf Minuten später war alles wie neu.

Ich.
Bin.
So.
Mutig.

Das musste mal gesagt werden.

05.01.2018 um 11:47 Uhr

Kaum zu glauben...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

...aber wahr.

Ich war am Mittwoch zum allerersten Mal auf einem Weight Watchers Treffen. Nachdem ich im letzten Jahr erst 7kg ab- und dann 13kg zugenommen habe (erschreckend oder?) war für mich klar, dass DRINGEND was passieren muss. Ich habe also zwei Tage Kalorien gezählt und dabei festgestellt, dass mir das immer noch viel zu mühselig ist und dann zwischen der "nur"-online Variante und der online+Treffen Variante von Weight Watchers geschwankt. Im letzten Jahr ging es online eigentlich ganz gut, aber letztendlich dachte ich, dass vielleicht ein außenstehender Beobachter, mir etwas mehr das "Tritt in den A***"-Gefühl vermittelt und ich so besser auf Spur komme. Also saß ich Mittwoch morgen in einem Raum, der zur Hälfte aussah wie ein Supermarkt (wo man diverse überteuerte WW-Produkte kaufen kann) und zur anderen Hälfte wie ein Vortragsraum. Das erste was mir auffiel war, dass die meisten Leute am Essen waren. Und zwar die überteuerten, winzig kleinen WW-Süßigkeiten bzw. Chips. Als hätten sie die ganze Woche nur darauf gewartet endlich wieder zu naschen.

Da ich ja erstmal nur "schnuppern" wollte, brauchte ich mich nicht wiegen lassen und konnte in Ruhe die Leute beobachten. Überwiegend Frauen, aber ich habe auch 2 Männer gesehen. Nahezu alle gingen vom Wiegen zur Supermarktabteilung und deckten sich mit Süßkram ein. Also entweder haben die alle so viel Geld, dass sie sich neben dem Monatsbeitrag auch noch einen großen Vorrat ww-Schokolade leisten können oder so viel Disziplin, dass sie mit einem Paket Schokoriegeln zwei Wochen auskommen.
Hm. Ich für meinen Teil werde weiterhin Originalsüßkram kaufen. Ich kann mir das ganz gut einteilen (falls mein Mann mir das nicht vorher wegfuttert).

Nachdem alle mit dem Wiegen durch waren, gab es dann einen halbstündigen Vortrag über das neue Programm (wenn sämtliche Infos über das Programm ihren Weg ins Internet gefunden haben, wird einfach wieder dran geschraubt - so zieht man die Leute in die Abhängigkeit) und ein bisschen Motivation für die nächste Woche und dann war es das auch schon.

Ein bisschen wie Gruppentherapie, man muss nur nicht so viel über sich selbst erzählen. Eigentlich muss man selbst gar nicht reden wenn man nicht will...

Und auch wenn ich es für Geldschneiderei halte, habe ich mich für 4 Monate angemeldet. Wie gesagt, ich brauche den Tritt in den Allerwertesten und da mein Mann nicht mehr schafft als ein halbherziges "du schaffst das schon", blieb mir da ja nicht viel übrig. Und egal wie sehr man Weight Watchers verteufelt - es funktioniert ja auch noch.

Ich werd dann mal schlank...

02.01.2018 um 16:51 Uhr

Schon wieder ein neues Jahr...

Im Januar denke ich immer, dass es ewig dauert, bis das neue Jahr anfängt, doch dann wird es langsam Sommer und schwupps, schon steht man mit beiden Beinen im neuen Jahr und ist trotzdem keinen Schritt weiter. Okay, vielleicht bin ich im letzten Jahr ein klitzekleines bisschen weiser geworden, aber... nein. Vielleicht auch nicht.

Was fange ich nun mit den Erkenntnissen des letzten Jahres an? Hm. Gute Frage.

Am Freitag in der Gruppentherapie, leuchtete plötzlich eine Glühbirne über meinem Kopf auf. So ähnlich wie bei Comicfiguren, wenn sie eine Idee haben. Ich saß da und hörte, nachdem ich selbst gefühlt ewig geredet hatte, den anderen zu und erwischte mich bei dem Gedanken "warum machst du das überhaupt noch mit? warum gehst du nicht einfach?". Schon verrückt sowas zu denken, wenn man selbst nicht in der Lage ist, sein verqueres Leben auf die Reihe zu kriegen. Aber den anderen scheint es ähnlich zu gehen, wenn ich bedenke, dass sie meinen  halbstündigen fast-Monolog unisono mit einem "warum bist du dann noch mit deinem Mann zusammen?" kommentierten.

Soviel dazu.

Für die Zeit zwischen den Jahren hatte ich mich mit Lars (dem jungen Mann, von dem ich Ende November erzählt habe - der aus dem Internet) auf einen Kaffee verabredet. Zwar  hatte er inzwischen eine Freundin, aber wir waren nun beide doch neugierig auf die Person hinter dem geschriebenen. Jedenfalls dachte ich, wir wären es beide - zumal ich es ihm gesagt habe und er es erwidert hatte. Und er hatte mir versichert, dass die Tatsache, dass er nun vergeben war, ihn nicht davon abhalten würde.
Tja, und dann bekam ich am zweiten Weihnachtstag eine Nachricht, in der er mir mitteilte, er würde nun doch am nächsten Tag schon nach Köln zurückfahren (er war auf Heimaturlaub in der nähe meines Wohnortes), weil seine alten Schulfreunde keine Zeit hätten und er sich bei seinen Eltern sonst langweilen würde. Ja, könnte man soweit wohl noch nachvollziehen und ich schlug dann vor, wir könnten ja morgens zusammen Kaffee trinken bevor er sich in den Zug setzen würde. Das war ihm dann aber irgendwie zu stressig - wobei ich nicht verstehe was genau daran stressig ist, wenn man aus dem Haus zum nächsten Café geht - und überhaupt ich müsse doch verstehen, dass er "Sehnsucht nach seiner Frau" (Originalzitat) hätte.
Ich bin ja ein von Grund auf friedliches Exemplar von Mensch, aber da ist mir dann sowas von die Hutschnur gerissen. Also habe ich ihm - wie ich fand noch recht sachlich - geschrieben, dass ich das schon irgendwie verstehe, aber er auch verstehen müsste, dass ich darüber ein wenig sauer bzw. traurig bin. Ich meine, da hätte er ja gleich sagen können, dass er es sich anders überlegt hat, anstatt da noch so rumzueiern. Ich hab ja nicht verlangt, dass er alles stehen und liegen lässt, nur um unsere Verabredung einzuhalten, aber ich kenne niemanden, der freudestrahlend "ist doch alles super" sagt, wenn eine Verabredung gecancelt wird auf die man sich schon irgendwie gefreut hat. Konnte er irgendwie nicht nachvollziehen. Statt dessen warf er mir mangelndes Verständnis vor - da konnte der junge Mann wirklich froh sein, dass er mich weder hören konnte noch mir gegenüber stand. Mir sind da nämlich massenweise "Nettigkeiten" eingefallen, die ich ihm dann an den Kopf geworfen hätte.
Statt dessen habe ich in meiner neu gewonnenen Gelassenheit bezüglich mancher Dinge das Handy beiseite gelegt und  beschlossen, dass dieser Typ mich mal kann. Kreuzweise. Und dass ich allerhöchstens nochmal mit ihm rede, wenn er sich vorher reuemütig entschuldigt. So. Basta.
Abends habe ich mir dann erlaubt, fünf Minuten darüber in Trauer auszubrechen, dass die heutige Jugend offensichtlich keinen Arsch mehr in der Hose hat. Und das, wo ich doch nach dieser ganzen Sache mit Jan gerade gedacht hatte, dass... Es mag sich bescheuert anhören, aber ich hatte irgendwie wieder Hoffnung, dass ich nicht im Elend versauern muss. Nicht, dass ich jetzt vom Prinzen auf einem weißen Pferd träume, aber... Jemand der einem mal die Hand reicht und sagt, dass alles gut wird, das wäre schon schön gewesen.

Egal, jetzt ist das neue Jahr da und glücklicherweise ist tief in mir drin immer noch das Gefühl, dass alles gut wird. Wann auch immer. Ich wundere mich, dass ich dieses Gefühl immer noch habe, nachdem mir das Leben doch oft genug eins übergebraten hat.

Ich versuche gerade, neben der Umsetzung diverser guter Vorsätze, mein Leben etwas aufzuräumen. Dabei fange ich mit meinen "Besitztümern" an. Ich habe so viel Krempel und nachdem ich in den letzten Monaten viel Zeit zum Nachdenken hatte und in der Reha gemerkt habe, dass ich mit wirklich wenig klarkomme, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mein Geld oft für Dinge ausgebe, die ich nicht brauche, weil ich mich dann gut fühle. So nach dem Motto, wenn mir sonst schon keiner das Leben versüßt, mache ich das halt selber. In diesem Punkt kann ich schon ein wenige nachvollziehen warum andere kaufsüchtig werden.
Und ich habe diverse Pläne und Listen geschrieben, die a) mir dabei helfen sollen ein bisschen strukturierter zu werden, b)mich auf kostengünstige Art für eine Weile aus dem grauen Alltag verschwinden lassen und c)meine zunehmende Vergesslichkeit hoffentlich auf ein Minimum reduzieren (Ich nenne das übrigens Depressions-Demenz, weil ich neulich gelesen habe, dass Depressive ganz viele Sachen vergessen).

Ansonsten bin ich wieder voll ins "Sportprogramm" eingestiegen. Ernsthaft, fast 5 Monate zu Hause ohne Lauftraining und sonstiges an Bewegung hat nicht gerade zu einer Figur geführt, dich ich zurückhaben wollte. Vor allem nicht nachdem ich Anfang letzten Jahres so einen guten Start hatte, was die "Fettschmelze" angeht. Ich glaube, ich investiere mein Weihnachtsgeld tatsächlich mal in einen Monat weight watchers mit realen Treffen. Damit ich die ganzen Infos mal schriftlich habe und mir nicht alles verloren geht wenn ich das Programm beende.

Mein activity tracker sagt, ich muss mich bewegen...

23.12.2017 um 16:10 Uhr

Ich bin nicht in Stimmung...

... für Weihnachten.

Also, theoretisch bin ich schon in Stimmung, aber eben nur theoretisch. Praktisch sitz-liege ich nämlich seit Dienstag auf dem Sofa und huste mir die Seele aus dem Leib. Und eigentlich will ich nichts anderes als schlafen (was nicht geht weil ich ständig husten muss). Okay, bis gestern waren so 45-minütige Nickerchen mal drin, aber viel mehr auch nicht.
Gut, nachdem ich mich fünf Tage von Cola ernährt habe, habe ich dann mal drüber nachgedacht, dass das womöglich auch am Koffeinoverkill liegen könnte, aber... nö. Auch ohne Cola ist richtig schlafen gerade noch nicht drin.

Gestern saß ich dann mit megaschlechtem Gewissen - und mehr oder weniger ohne Stimme -beim Arzt (Donnerstag war ich noch der Meinung, es würde langsam besser - haha), der mich mit einer hammerdröhnung Antibiotika und dem Ratschlag "viel trinken" in die Feiertage schickte. Dann musste mein Mann für mich beim Therapeuten aufs Band sprechen (weil ich ja nicht sprechen konnte) um den Termin für die Gruppentherapie abends abzusagen. Der Therapeut rief dann mittags zurück und erklärte mir allen ernstes, dass ich ja trotzdem kommen und einfach nur zuhören könnte - sonst müsste er mir leider eine Rechnung für den Verdienstausfall schicken. Ehrlich, ich dachte ich höre nicht richtig. Ich meine, okay, dass ich zahlen soll, wenn ich mich wegen Lapalien nicht fristgerecht abmelde, das sehe ich ja noch ein - aber wenn ich unverschuldet halbtot in der Ecke liege? Ist das überhaupt rechtmäßig? (Ich werde mich schlau machen sobald ich Zeit und vor allem Stimme dafür habe).
Naja, während mein Körper munter mit mir das heiß-kalt-Hustenanfall bis zur Atemnot-Spiel weiterspielte, ärgerte sich mein Kopf darüber, dass ich (sollte ich etwas für meine Gesundheit tun und zu Hause bleiben) dem Therapeuten 40 Euro hinterherschmeißen sollte. Und mein Kopf ärgerte sich maßlos.

Ahnt jemand, was das bedeutet?

Korrekt, ich, die wandelnde stimmlose Bazillenschleuder, saß abends brav in einem überhitzten Wartezimmer und war eine vorbildliche Patientin. Jedenfalls eine gute halbe Stunde lang. Dann  bekam ich nämlich einen monströsen Hustenfall der nicht mehr aufhören wollte und hätte meinem Sitznachbarn beinahe aufs Jackett gekotzt. Glücklicherweise schaffte ich es noch so ziemlich auf den Flur bis zur Patiententoilette und erledigte es dann da. Megapeinlich, aber lieber einmal kotzen als 40 Euro bezahlen. Das hat er nun davon.
Mal ehrlich, dafür dass er (zumindest sagt er das immer) mal als "richtiger" Arzt gearbeitet hat,  finde ich das nicht nur mir sondern auch meinen Mitpatienten gegenüber mehr als unverschämt. Und dann (nachdem er mir großzügig gestattet hat, nun doch nach Hause zu fahren) lobte er mich noch explizit dafür, dass ich mich hergeschleppt hatte. Was soll man dazu noch sagen?

Wenigstens konnte ich letzte Nacht dank des Antibiotikums immer wieder mal so anderthalb Stunden schlafen, was mich meiner Genesung ein ordentliches Stück näher gebracht hat, zumindest fühle ich mich heute nicht mehr ganz so matschig wie die letzten Tage.
Wenn ich Glück habe, schaffe ich es heute noch, das Wohnzimmer aufzuräumen, damit ich morgen früh nur noch einmal durchsaugen/wischen muss bevor der Baum reinkommt. Meine Stimme darf morgen gerne noch wegbleiben - das erspart mir die nervige Weihnachtsliedersingerei mit den Schwiegereltern...

Na dann, frohes Fest.