ungebremst ins Chaos

16.03.2010 um 18:01 Uhr

Eingesperrt - mal wieder

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Seit gestern habe ich mal wieder einen Anflug von Depressionen. In unregelmäßigen Abständen kommen diese Phasen in denen mir mein Leben eingefahren, langweilig und unspektakulär vorkommt. Vorzugsweise treten diese Anfälle nach Urlauben über 200km, Konzertbesuchen und ähnlich "spektakulären" Ereignissen auf. Heute morgen habe ich mich gefragt, warum ich das denn nicht einfach lasse, aber mal ehrlich, mein Leben ist langweilig genug, da bin ich lieber ein paar Tage im Jahr depressiv als dass ich mir das letzte bisschen Abenteuer auch noch verbiete.

Ich hasse diese Phasen. Glücklicherweise bin ich mir bewusst, was mit mir los ist und weiß, dass es im Schnitt zwei bis drei Tage dauert bis ich vom heimlich heulenden Elend wieder auf einen normalen Stand komme. Es ist so ätzend wenn man sich die ganze Zeit bedauert weil man nicht so ein aufregendes Leben hat obwohl man eigentlich zufrieden sein könnte mit dem, was man hat. Ein Dach über dem Kopf, was zu beißen und jemanden, der einen liebt.

Ich glaube, was mich am meisten ärgert ist, dass ich einfach nicht in der Lage bin meine "wilde Seite" rauszulassen. Eigentlich liebe ich es, verrückte Sachen zu machen, rumzualbern und einfach das zu tun, wonach einem der Sinn steht, das Dumme ist nur, ich brauche immer einen, der mich mitreißt. Ich wollte immer einen Freund, der so ist, aber mein Freund ist das krasse Gegenteil davon. Der ist sogar noch ruhiger als ich. Möglicherweise wäre ich gar nicht mit ihm zusammen wenn ich nicht so verzweifelt auf der Suche nach einem Mann gewesen wäre, mit dem ich eine Familie gründen kann. Wobei ich mich im Moment frage, ob das wirklich das ist, was ich will. Bis zum Ende meines Lebens in diesem spießigen Kaff mitten im Nirgendwo festhängen und verpassten Möglichkeiten nachtrauern.

Scheiß-Depressionen. Gibt es nicht vielleicht irgendeinen Schalter, den man umlegen kann und man ist den Rest seines Lebens annähernd zufrieden mit dem, was man hat? Das wäre was für mich. Ich würde auch gerne mal mit jemandem darüber reden, aber irgendwie weiß ich nicht, mit wem, also bleibt mir nichts übrig, als allein damit fertig zu werden. Was bedeutet, dass ich einfach weiter heule und warte bis diese Phase vorbei ist.

15.03.2010 um 18:35 Uhr

Konzert...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Am Freitag war ich das erste Mal seit 15 Jahren mal wieder auf einem Konzert. Sunrise Avenue. In Recklinghausen, also etwa 200km von meinem Wohnort entfernt.

Ich googel mir also eine Wegbeschreibung und vergesse sie auf dem Schreibtisch...

Ich fahre um 11 Uhr los damit ich mich nicht ärgern muss falls ich in einen Stau komme. Es gibt keinen Stau und ich bin um 14.oo Uhr in der 3. Reihe vor dem Eisentor, wo die ganz harten schon seit einer Stunde sitzen (ausgerüstet mit Schlafsack, Plane, Jägermeister, Fotoapparat und Internetfähigem Handy).

Es folgen die längsten fünf Stunden meines Lebens. Es ist kalt, windig und stinklangweilig. Dazu dann die "Fans" die von Konzert zu Konzert eiern und deren wichtigster Satz ist "Wah, Samu(Raul, Sami...) hat schon wieder seinen Status auf Facebook geändert!" 

Wie sind wir eigentlich so problemlos aufgewachsen ohne Handy und Internet?

Um 19 Uhr kommt ein Security-Mann (wohlgemerkt EINER) und öffnet das Tor. Die sittsam wartende Schlange verwandelt sich in eine Art Monsterwelle und wer keinen sicheren Stand hat oder schnell genug zum Eingang rennt, wird gnadenlos plattgewalzt.

Ich überlebe und stehe in der 4. Reihe. Und muss noch eine Stunde bis zum Konzertbeginn warten.

Meine Füße sind Eisklumpen und tun weh von der Steherei. Mein Rücken meldet sich ebenfalls. Aber ich bin nicht gewillt, meinen nahezu optimalen Standort zu verlassen.

Samu (der Frontmann/Sänger/Gitarrist) betritt die Bühne und hunderte Mädels kreischen, so dass es mir in den Ohren Klingelt. Ich gehöre von  Natur aus eher nicht zur Kreischfraktion, aber wenn man mitkreischt, tut es in den Ohren nicht so weh.

Das Konzert an sich ist super, mal abgesehen davon, dass die meisten meiner Fotos nichts werden und ich auf der falschen Seite stehe. Ich schwärme ja so ein bisschen für den Live-Keyboarder Osmo Ikonen, der eine hammermäßige Stimme hat und dazu noch fantastisch aussieht, aber das nur am Rand.

Nach dem Konzert sichere ich mir erstmal einen der spärlich gesäten Barhocker und entlaste meine Füße. Bevor ich am Fanshop mein vorletztes Geld für ein T-Shirt und eine CD ausgebe. Dann setze ich mich noch mal hin bis die Schlange an der Garderobe nur noch 5 Meter lang ist.

Draußen angekommen überlege ich einen kurzen Moment, ob ich noch stehen bleibe und warte, bis die Band rauskommt, aber die Hardcorefans hatten schon mittags was von zwei Stunden Wartezeit nach dem Konzert erzählt und das wollte ich mir dann irgendwie doch nicht antun.

Es folgte eine Irrfahrt durch NRW, mit einem Stop bei MCD in Dortmund, wo ich mir erstmal einen großen Kaffee organisierte. Und nach drei Stunden Fahrt mit Sunrise Avenue in voller Lautstärke lag ich endlich im Bett und konnte nich schlafen weil ich zu viel Kaffee getrunken hatte.

Ich glaube, ich bin zu alt für sowas