ungebremst ins Chaos

31.03.2012 um 00:34 Uhr

Sexchats

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung wie ich heute Nachmittag auf die Idee kam, mal im Internet herumzuforsten um mich über Cybersex zu informieren. ich glaube, ich hab das Wort im Fernsehen aufgeschnappt. Und da ich gerade mit "Magen-Darm" flach liege und nicht den ganzen Tag diese Verblödungssendungen im Fernsehen ansehen kann, kann ich mich genausogut woanders verblöden lassen.

Wie auch immer, ich hab also ein bisschen gegoogelt und bin dann irgendwann auf so einer kostenlosen Chatseite gelandet. Ja, ich weiß, ich schüchternes Landei hab auf so einer SEite eigentlich gar nichts verloren, aber allein die NIcknames haben ein großes humoriges Potential. Mal ehrlich, was geht in meinem Hirn vor sich wenn ich mir Namen wie "Long John" "Will ficken" oder "Dödel38" aussuche?

Ja gut, mein Nickname war auch nicht sonderlich einfallsreich (ich werde ihn hier nicht nennen, wer weiß in welchen Weiten des WWW man sich mal wieder sieht), aber wenigstens hieß ich nicht "geilesLuderhoch10" oder "Schlampewillsvonhinten". Ein Buch voll mit Nicknames von Sexchats und ich hätte den ganzen Tag was zu lachen.

Aber zurück zum Thema. Man findet dort nämlich tatsächlich auch Männer, die einen tendenziell harmlosen Nick angeben und dazu nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Die humorvoll sind, sensibel, gebildet und von denen man (frau) sich fragt, was die da eigentlich zu suchen haben.

So ein anonymer Raum bietet eine Menge Schutz, man muss allerdings aufpassen was man von sich Preis gibt. Sicherheitshalber habe ich meine Webcam zugeklebt (vielleicht ein bisschen paranoid aber sicher ist sicher) und ich schäme mich auch nicht dafür, mich 8 Jahre jünger und 20 Kilo schlanker gemacht zu haben. Wichtig ist auch, dass man nicht mehr als zwei chats führt, weil man sonst die Übersicht verliert (es sei denn, einer der Gesprächspartner ist sexueller Alleinunterhalter und es reicht ihm, wenn man ihm ab und an ein paar Schweinereien an den Kopf knallt).

Ich schweife schon wieder ab.

Ist Cybersex Betrug? Ich meine, wenn ich da mitmache schlafe ich ja nicht wirklich mit einem von denen und verliebt bin ich ja schonmal gar nicht.

Und was tue ich, wenn ich an einen der netten Ausgaben der Männerwelt gerate (also, zumindest laut dem, was ich lese - nicht, dass das alles so stimmen muss, was da steht), das Gespräch sich immer weiter entwickelt und ich irgendwann feststelle, dass da sowas wie sympathie entsteht bzw. dass sich die anfängliche Sympathie (denn sonst hätte ich den hirnlosen Idioten ja wohl weggeklickt) weiterentwickelt? Wenn ich Single bin ist das ja alles egal, da kann ich eh tun und lassen was ich will. Aber wie ist das in einer Beziehung? Darf man da mit sympathischen Männern chatten die nicht so auf den Mund gefallen sind wie das Exemplar, das man zu Hause sitzen hat? 

Fragen über Fragen, aber ich bin jetzt zu müde, sie zu beantworten. Vielleicht hat jemand von euch da draußen ein paar Ideen oder Anmerkungen? War von euch schonmal jemand in Sexchats?

30.03.2012 um 17:36 Uhr

irgendwie faszinierend...

von: blacksheep   Kategorie: Gedanken

Da das Erdgeschoss unseres Hauses inzwischen fertig ist, bin ich zur Zeit dabei, das untere Büro einzurichten bevor ich meine eigene Kreativzone im Dachgeschoss bekomme. Und ich dachte mir, wenn ich schonmal dabei bin, kann ich gleich mal ein wenig ausmisten. Wobei das "wenig" durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn ich bin nicht besonders gut darin, mich von Dingen zu trennen. Es artet zwar (Gott sei Dank) noch nicht im Messietum aus, aber ich habe schon einiges in Kartons und Schubladen, von dem ich mich irgendwie noch nicht trennen konnte.

Vorhin fiel mir der Ausdruck einiger Blogeinträge aus dem Jahr 2007 in die Hände und, so verrückt das auch klingt, ich hatte das Gefühl, mein Leben sei damals um einiges spannender gewesen wenn ich es mit dem heutigen Ist-Zustand vergleiche. Komplizierte Männergeschichten, Jobwechsel, Umzüge und so weiter scheinen das Leben mehr zu bereichern als eine gut laufende Beziehung, ein Haus und immer dieselben Jobs. Und das, obwohl es genau das war, was ich immer wollte. Okay, dass es nun so langweilig wird, hätte ich nicht für möglich gehalten, aber es ist im Leben ja doch oft so, dass man immer gerade das will, was man eben zur Zeit nicht hat.

Manchmal erinnert mich das mit meinem "wunschgemäßen Lebensabschnitt" an ein Hamsterrad. Man läuft und läuft und trotzdem bleibt um einen herum so vieles, wie es war. Okay, auf der anderen Seite hat man hingegen auch die Zeit, sich manche Dinge näher anzusehen/besser kennenzulernen, wobei ich das nicht immer sehr erstrebenswert finde (auch wenn es manchmal ungemein beruhigt).

Letztens sagte noch meine bessere Hälfte zu mir: "Bist du dieses Wochenende eigentlich mal zu Hause?"

Was soll ich sagen, ich brauche das eben. Unterwegs sein. Ich hab ihm von vornherein gesagt wenn er mich in diesem winzigen Dorf mit dem Deich drumherum ankettet, dann werde ich zuerst trübsinnig und dann wahnsinnig. Die Welt ist eben größer als zwei Quadratkilometer und ich möchte in meinem Leben noch ein bisschen was davon sehen.

Im Moment vermisse ich ein wenig die an die Wand gepinnten Konzerttickets, die mich daran erinnern, wann es wieder auf Tour geht, nur leider gibt es momentan kein einziges. In den letzten zwei Jahren waren es immerhin sechs (und das ist eine Zahl, die manche Menschen innerhalb von zwei Wochen verbrauchen wenn sie ihrer Lieblingsband nachtingeln - die Kohle hätte ich auch gerne).

Aber dafür ist ja nun der Frühling da und man kann öfter mal in der Sonne sitzen, mit dem Rad zur Eisdiele oder zum Fluss, oder sich im Gemüsegarten verausgaben.

Wie sagte doch schonmal ein amerikanischer Präsident (oder wars ein englischer Premier? egal): 

"There can't be a crisis next week. My schedule is already full."

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

29.03.2012 um 16:46 Uhr

Ich habe jetzt Telefon

Ja gut, das ist jetzt nicht so faszinierend, dass es diese Nachricht bis in die Tagesschau schafft, nichtsdestotrotz ist es ein weiterer Schritt in Richtung Tür zu und "Schwiegereltern müssen draußen bleiben".

Das Erdgeschoss unseres Hauses ist fertig und bis auf ein paar Möbel eingerichtet, so dass wir eigentlich nur noch zum Schlafen rüber gehen, wobei ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, ein paar Wochen auf der Couch zu nächtigen nur, um meine Ruhe zu haben.  Gut, im Büro bekomme ich noch kalte Füße, weil die Fußbodenheizung noch nicht angeklemmt ist, aber im Moment spielt das Wetter ja einigermaßen mit.

Naja, jedenfalls war gestern der Telefonfachmann da und hat uns erstmal die Nummern programmiert. Telefon, Fax, interne Nummer und was man sonst so braucht - oder auch nicht braucht aber trotzdem haben will. Jetzt kann also jeder, der was von mir will, auch direkt die richtige Nummer wählen und geht nicht das Risiko ein, dass meine Schwiegermutter auflegt weil sie nicht kapiert hat, wer dran ist (wird echt Zeit, dass sie mal ein Hörgerät bekommt, aber sie will ja nicht zugeben, dass sie schlecht hört).

Ich jedenfalls freu mich schon derbst auf den Tag, an dem ich feierlich den Schlüssel zum Zwischenbau herumdrehen, ihn abziehen und verstecken werde um mögliche Überraschungsbesuche zu verhindern. Das wird ja nun nicht mehr so lange dauern.