ungebremst ins Chaos

26.09.2013 um 14:52 Uhr

Was man in einem Statistik-Seminar über Normalität lernen kann...

Das Statistik-Seminar das ich kürzlich besucht habe, war eine hoch interessante Veranstaltung. Jedoch nicht unbedingt wegen der Statistik, obwohl ich dadurch gelernt habe, dass ich keine Angst vor Formeln haben muss, die aus Buchstaben bestehen und ich ganz bestimmt in Statistik nicht durchfallen werde weil das im Grunde genommen total einfach ist.

Etwas sehr weises (weil wahres) hat unsere Seminarleiterin von sich gegeben, so zwischendurch in einem Redeschwall  (und sie hat echt viel und schnell und über alles mögliche geredet).

Nämlich: "Normal definiert man im Vergleich mit anderen."

Das Leben kann manchmal so einfach sein. Vielleicht sollte man sich öfter mal an diesen Satz erinnern wenn man sich mal wieder mit anderen vergleicht und dann gegebenenfalls die "Vergleichsobjekte" austauschen. Das könnte einem zu größerer Zufriedenheit und weniger Selbstzweifeln verhelfen.

26.09.2013 um 00:08 Uhr

Eislaufen

von: blacksheep   Kategorie: Männer

????

Spinnt die jetzt total? Wie kann man im Spätsommer was übers Eislaufen schreiben?

Genau genommen ist das auch eher im übertragenden Sinne gemeint. Ich hätte den Post auch mit "die mit dem Feuer spielt" betiteln können, wobei ich das im Nachhinein für eine sehr gelungene Überschrift halte... Ich schweife ab.

Kennt ihr das: jemand macht eine Bemerkung die lustig gemeint ist und die du auch genauso verstanden hast und trotzdem setzt sich in einem Kopf ein Film in Gang der dich neugierig darauf macht was wäre wenn...?

Geht mir grad so.

Ich war mit den Mädels beim Training und danach trafen wir draußen noch Jan und einen nicht weiter nennenswerten Kumpel. Wir kamen ins Gespräch, redeten eine Menge Blödsinn und kamen dann aufs Thema Rohre verlegen. Wasserleitungen um genau zu sein, wobei das eigentlich gar nicht wichtig ist, denn der eigentlich fatale Satz war "XY ist nicht so gut im Rohre verlegen". Jaa, total flach und albern, aber mit den richtigen Leuten trotzdem irgendwie zum Brüllen komisch. Und so ging es dann weiter. Jemand meinte dann "So lange du mal weißt wie's geht" und als Antwort kam "klar, ich hab da ja Übung drin". Und so weiter bis wir dann beim "Wie groß ist deins denn?" landeten, wobei wir inzwischen bei einem völlig anderen Thema waren und Jan (natürlich Themenbezogen) meinte "500 Kubikmeter", worauf eine der Mädels grinsend bemerkte "das gibt'n Durchstoß". Während alle anderen Spaß hatten, erhob sich dieses kleine hinterhältige Männchen, das in meinem Kopf wohnt und legte einen alles andere als jugendfreien Film ein, den ich gerade nicht wieder aus kriege.

Okay, zugegeben, dieser Film liegt schon eine Weile in einer meiner diversen Hirnschubladen herum, wird aber in letzter Zeit so häufig ausgekramt, dass ich tatsächlich ernsthaft in Erwägung gezogen habe mal anzutesten, ob er nur eine Phantasie ist oder ob er das Potential zu einer Dokumentation hat.

Nachdem ich am Wochenende unterwegs war, mit den Mädels in der Großstadt, Shoppen, Essen gehen, Cocktails trinken, ist irgendwie meine wilde Seite wieder auferstanden und fragt mich seit dem, welchen Blödsinn wir denn als nächstes anstellen. Meine Standardantwort darauf ist: rumflirten und Marktwert testen, inklusive nicht jugendfreier Dummheiten.

Das ist zwar offensichtlich keine gute Idee wenn man verheiratet ist, aber es juckt mich wirklich manchmal und ich will Dinge tun, die eigentlich verboten sind. Der Nachteil am Eheleben ist ja, dass so ziemlich alles verboten ist womit man seine verrückte Seite für eine Weile ruhig bekommt. Also, falls von euch jemand demnächst heiraten will: lieber noch mal drüber nachdenken. Seit ich verheiratet bin kommt mir immer wieder der Gedanke, dass das keine so gute Idee war. Tatsächlich bezahle ich sogar mehr Steuern als vorher - aber das nur am Rand.

Ich rede ein bisschen wirr, oder kommt mir das nur so vor?

Ich versuche es jetzt einfach mal ohne drumherum, einfach mal die schlichten Fakten:

1. Ich habe mich in einen wesentlich jüngeren Mann verguckt. Er sieht zwar nur durchschnittlich aus und ist optisch auch nicht so mein Typ aber er hat irgendwas, das mich anzieht und ich habe den Eindruck, dass es umgekehrt genauso ist 

2. Mein Mann ist lieb, nett und bemüht - aber langweilig.

3. Ich fühle mich irgendwie... keine Ahnung, ich glaube "ausgebremst" ist ein gutes Wort dafür. Zu wenig Action, zu wenig Aufregung, Null Risiko. Das kann auf Dauer nicht gut sein

4. Ich habe zunehmend den Drang, etwas "Verbotenes" zu tun, womit wir wieder bei Punkt 1 wären, denn im Moment steht ganz oben auf dieser "Verboten"-Liste herausfinden, was das zwischen Jan und mir ist (dazu muss ich anmerken, dass ich neuerdings "zufällig" mal dort aufgekreuzt bin wo ich ihn auch vermutet habe - dummerweise habe ich erstens: nicht lange genug gewartet und war zweitens: im Moment unseres aufeinandertreffens plötzlich einigermaßen sprachlos geworden). Dicht gefolgt von der Idee, eine Art "Julius-Revival" zu veranstalten.

Bin ich eigentlich normal? Oder werde ich verrückt? Und falls letzteres zutrifft: Was kann ich dagegen tun?

16.09.2013 um 15:40 Uhr

Der Nerv nervt

Nach einem Besuch beim Doc und der Physiotherapie gehts mir immer noch nicht so richtig besser, aber dafür habe ich die ganze Woche frei. Krankgeschrieben bis einschließlich Sonntag. Ich könnte mich fast darüber freuen wenn diese nervigen Schmerzen nicht wären. Wenn ich nichts tue, tuts weh und wenn ich was tue tuts noch mehr weh. Man kann sich gar nicht vorstellen wie mir das auf den Keks geht. Mein Mann tut mir jetzt schon leid, denn nach drei Tagen mit Schmerzen werde ich so langsam unleidlich.

Früher habe ich mich bei sowas dann immer mit ner Tüte Chips, Cola und Nutellabrot getröstet, doch jetzt habe ich so mühevoll 16kg abgenommen, die kann ich mir ja nicht sofort wieder drauffuttern. Ich laufe auch gerne mal bei schlechter Laune, aber Sport ist diese Woche auch nicht so wirklich drin, jedenfalls nicht, so lange ich mich nicht schmerzfrei bewegen kann. Voll doof. 

Ich habe also beschlossen, ich werde heute noch ein wenig leiden und morgen werde ich mich zusammenreißen und die freie Zeit, die ich nun zusätzlich habe, in mein Studium investieren um zu lernen. Damit es nicht ganz so schlimm wird, werde ich mir vorher noch einen kleinen Wunsch erfüllen und mir eine Nähmaschine kaufen. Das will ich schon seit nem halben Jahr und ich dachte mir, das extra-Geld von meinem Zweitjob wäre da ganz gut investiert (natürlich nur ein Teil davon, ich stell mir ja keine 500 Euro - Nähmaschine dahin, man muss ja klein anfangen).

Der Vorteil der Krankschreibung ist auch, ich kann am Freitag einen Zug eher nach Hamburg aufbrechen (oder sogar zwei?), dann werfen mich eventuell verpasste Anschlusszüge auch nicht so aus der Bahn. HaHaHa. Welche Ironie. Und ich könnte, falls ich keinen Anschluss verpasse, eventuell mal durch HH-City spazieren und ein wenig Geld unter die Leute bringen, dazu komme ich  ja sonst nicht.

Ja, wenn ich so darüber nachdenke ist der Tag schon nicht mehr ganz so schlimm wie er angefangen hat.

15.09.2013 um 01:43 Uhr

Kleine Komplimente

und seien sie noch so lässig in kumpelhaftem Geplänkel dahingesagt, können einem den Tag retten.

Ich hab die letzte Woche extrem viel rumgejammert. Zum einen, weil ich mir zum Geburtstag einen Personal Trainer geschenkt habe und der mich so dermaßen quält, dass ich aus dem Muskelkater gar nicht mehr rauskomme. Zum anderen weil meine Wochenende bis Mitte Oktober keinen freien Tag beinhalten und außerdem hab ich mir am Freitag einen Nerv eingeklemmt. ÄTZEND.

Heute Abend war dann Vereinsgrillen angesagt und ich MUSSTE da hin weil ich dran war mit organisieren. Ich hätte viel lieber auf dem Sofa gesessen und in Ruhe Sportschau geguckt. Zum einen wegen des eingeklemmten Nervs, zum anderen wegen Johannes (kurz Jan).

Schon komisch, auf der einen Seite wollte ich ihn unbedingt wiedersehen und war froh, dass er kommt, weil... keine Ahnung, vielleicht um rauszufinden ob meine Hormone wieder "normal" sind. Auf der anderen Seite hatte ich so tierisch Angst davor, ihm den ganzen Abend gegenüber zu sitzen, mit einer Mauer des peinlichen Schweigens zwischen uns. Ist das nicht verrückt? Ich meine, es ist ja eigentlich gar nichts passiert  (oder rede ich mir das nur ein und mein Unterbewusstsein hat die "Ausrede Alkohol" dankbar angenommen um meine Gedächtnislücken nicht füllen zu müssen?). Vielleicht ist es auch einfach so, dass wir jedes Mal, wenn wir aufeinander treffen, daran erinnert werden, dass etwas hätte passieren können (wobei der Mann meiner besten Freundin hartnäckig behauptet, Jo wäre "vernünftig" genug rechtzeitig die Notbremse zu ziehen - ich meine allerdings, dass das ab einem gewissen Pegel nur noch bedingt möglich ist). Oder bin nur ich so blöd mir über sowas Gedanken zu machen?

Dagegen spricht, dass mein Mann mir vorhin erzählte, Jan würde ihn seit dem Dorffest nur noch sehr zurückhaltend grüßen und es vermeiden, direkt mit ihm sprechen zu müssen.

Der Abend begann genau so. Nach einem noch fröhlichen, von einem Lächeln begleiteten Begrüßungs-"Hi", stand sie plötzlich da. Unsere persönliche Peinlichkeits-Schweigemauer. Während ich nicht wusste, wie ich ein möglichst unverfängliches Gespräch anfange ohne dass jemand merkt, dass Jans und meine "Verhältnis" ein wenig gestört ist (oder rede ich mir das doch ein?), hatte ich den Eindruck, dass Jan es mit aller Macht vermeiden wollte, mich anzusehen. Die Tatsache, dass er gefühlte 80% der Zeit nicht im Raum war, machte es leichter. Wobei ich mich im nachhinein frage, ob er tatsächlich so viel geraucht hat oder ob er einfach nur mir aus dem Weg gegangen ist. Ich hab keine Ahnung, aber ich will auch nicht wieder in meine alten Gewohnheiten verfallen und alles Mögliche in solche Situationen hineininterpretieren. Immerhin bin ich verheiratet - da sollten mich andere Männer herzlich wenig und schon gar nicht so interessieren wie Jan es derzeit tut.

Wie auch immer. Gegen 23 Uhr wollte ich dann nach Hause, wegen des Nervs  und so. Vor der Tür traf ich dann auf Jan, der mit einem Besucher der Parallelveranstaltung (18. Geburtstag) dort stand und quatschte.

Jan sah mich erstaunt an. "Wo willst du denn schon hin?"

Ich lässig: "Ach, du weißt doch, alte Frauen müssen früh ins Bett."

Jan: "Jetzt hör aber auf. Alte Frauen. Tss. Komm du erstmal in unser Alter." (Der Scherzkeks. Zehn Jahre jünger als ich und dann sowas...)

Der andere Typ (täusche ich mich oder klang er etwas abschätzig?): "Das wäre sie wohl gerne."

Ich cool: "Gefühlt bin ich das."

Jan: "Ja, ist sie." (Klang fast so als wolle er mich ein wenig in Schutz nehmen)

Ich, leicht theatralisch: "Jan, du bist soooo süß. Wenn ich 15 Jahre jünger wäre..."

Jan, lachend: "15 Jahre jünger? Dann wärst du meine Tochter."

Das erste, was mir da in den Kopf schoss war -Schleimer- aber es klang viel zu sehr nach Kompliment als dass ich sowas hätte sagen können. Deshalb hab ich das Kompliment mit einem "Hach, Danke" angenommen.

Der Typ ging wieder rein und Jan und ich quatschten noch eine Weile. Über den Mond, Winterreifen und Urlaub. Es tat gut mal nicht der Alleinunterhalter zu sein. Und es tat gut mit ihm zu reden und dabei das Gefühl zu haben es geht auch wenn wir nicht sturzbetrunken sind. Zwischendrin liefen noch ein paar der "Kiddies" von der Geburtstagsparty an uns vorbei. Ich bilde mir ein dass der eine oder andere etwas komisch geguckt hat und ich würde zu gerne wissen ob Jan sich noch irgenwas deswegen anhören muss dass er mit so einer "alten Schachtel" wie mir, so lange vor der Tür steht zum Quatschen.

Egal. Ich denke darüber jetzt nicht nach.

Ich genieße die Komplimente.

Die gesagten, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmen sind weil sie den Rahmen eines kumpelhaften Geplänkels bildeten.

Und das nicht gesagte, was mir aber jetzt erst wie eins vorkommt. Die Tatsache, dass ein junger Mann mit einer "alten" Frau eine gefühlte Ewigkeit vor der Tür steht und quatscht ohne dass es ihm peinlich ist wenn seine jüngeren Freunde dabei zusehen. Heute Abend haben wir die Schweigemauer mal wieder eingerissen. Das tut gut.