ungebremst ins Chaos

20.05.2015 um 20:04 Uhr

Es ist mal wieder alles doof

von: blacksheep   Kategorie: Gedanken

Kennt ihr das? Das Gefühl, dass etwas passieren wird, das man nicht aufhalten kann, egal wie sehr man sich das wünscht?

Ich hab mal erwähnt, dass ich im Winter eine leicht depressive Phase hatte und ich weiß noch, wie ich damals bei meinem Arzt saß und ihm sagte es würde sich anfühlen, als würde jemand auf meinen Schultern stehen und mich zu Boden drücken.

Dieser jemand war gestern wieder da und ehrlich gesagt macht mir das irgendwie Angst. Ich bin seit dem Winter ständig damit beschäftigt, irgendwie wieder auf ein "normales" Level zu kommen was mein Leben angeht, aber es funktioniert einfach nicht. Sport? Fehlanzeige. Gerade als ich in der Lage war, wieder richtig Gas zu geben, bekam ich wegen der Kinderwunschgeschichte und die durch Hormonspritzen vergrößerten Eierstöcke ein Sportverbot. Dann wurde ich natürlich NICHT schwanger, sondern frustriert und letzte Woche zeigte mir die Waage wieder eine Zahl an, die der 90 beträchtlich nahe kam.  Es ist einfach nur noch ätzend. Mein Kopf weiß ganz genau was falsch läuft, aber mein Körper macht einfach nicht mit.

Ich gehe tatsächlich wieder zu einer Psychologin damit ich mal über das ganze Chaos reden kann, aber die Frau ist mir keine große Hilfe. Klar, es tut gut mal reden zu können, aber Ratschläge? Fehlanzeige. Vielleicht könnte sie was tun, wenn ich richtig gestört wäre und nicht nur so ein bisschen durcheinander. Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit ihren Berufskollegen nicht besonders überzeugt von Psychologen bin. Aber wohin soll man denn bitte gehen wenn man nicht mehr weiter weiß?

Ich will nicht wieder heulend bei meinem Arzt sitzen und mir danach monatelang "Gute-Laune-Pillen" reinschmeißen. Ich will meine Ruhe. Ich will ein normales Leben mit Hochs und Tiefs, aber nicht diese ständige Scheiße. Das ist anstrengend und es nervt und.. Ich will das nicht. Basta.

17.05.2015 um 19:54 Uhr

Mit dem Alter wird man vernünftig, oder?

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Als Antwort auf diese Frage gibt es von mir heute ein glasklares NEIN.

Ich bin das beste Beispiel. Statt nach dem alljährlichen Traditionsfestbesäufnis besoffen nach Hause zu torkeln, ins Bett zu fallen und mich am nächsten Tag darüber zu ärgern wie viel ich getrunken habe und zu schwören, dass ich nie wieder einen Tropfen Alkohol anrühre, verlasse ich das Fest mit einem jungen Mann und sitze eine halbe Stunde später mit selbigem knutschend in einer Bushaltestelle.

Halloooo - Vernunft, wo bist du?

Weggesoffen?
Ignoriert?
Noch  nie vorhanden gewesen?

Egal, einfach mal nicht nachdenken. Wenn du schonmal die Gelegenheit hast, den ganzen Alltagsstress für eine WEile zu vergessen und nicht darüber nachzugrübeln was Morgen sein wird, solltest du das nutzen.

Klack, klack, Klack. Schritte auf der Straße die direkt an der Bushaltestelle entlangführt und wir sitzen mitten auf dem Präsentierteller. Still sein, leise Atmen und hoffen, dass niemand zur Seite guckt. Diese Hoffnung ist natürlich idiotisch, denn wenn ich dort vorbeigehe, gucke ich IMMER in das Wartehäuschen, obwohl ich weiß, dass dort eigentlich nie jemand sitzt. Wenigstens irgendwie das Gesicht verstecken, damit man nicht erkannt wird. Im Prinzip eine gute Idee, dumm jedoch, wenn man auf der Party die einzige war, deren Fingernägel knallpink lackiert sind... Hoffentlich sieht man das im Dunkeln nicht.

Drei Minuten später. Der kleine Schockmoment hat mich für einen kurzen Moment vernünftig gemacht und ich ziehe meine Klamotten in Position.

"Wir müssen damit aufhören."

"Ich weiß."

"Uns kann hier jeder sehen" (Vor allen Dingen die Fmilie im Haus gegenüber, die von ihren Fenstern direkt ins Wartehäuschen gucken können)

"Gartenhäuschen?"

"Kein Sex" Frage-Aussage

"Kein Sex."

Deal.

Oh Mann, verfluchter Alkohol, denke ich, als ich keine zwei Minuten später auf dem Boden der Partyhütte liege. Halb an- halb ausgezogen. Was mache ich hier eigentlich?
Verstand aus.

Draußen wird es hell. Okay, eigentlich dämmerte es schon eine Weile aber nun ist es bald sechs Uhr früh. Wir schaffen es irgendwie vom Boden wieder hoch, doch zur Tür komme ich nicht. Er drückt mich fest gegen die Wand, hebt meine Hände über den Kopf und drückt sie dort mit einer Hand gegen die Wand. Es wäre für mich kein Problem sie dort wegzuziehen, aber irgendwie... Irgendwie fühlt es sich gut an, dass da mal ein Kerl ist, der kein Problem damit hat, die Richtung vorzugeben. Bei dem alles was ich tun muss ist, zu entscheiden was ich will und was nicht. Er fordert und ich ergebe mich in mein Schicksal. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt.

Kein Sex. Ich gebe zu, ich habe darüber nachgedacht. Wahrscheinlich hätte ich es sogar getan wenn er nicht er gewesen wäre, sondern ein (bestimmter) anderer (und damit meine ich nicht zwangläufig Juli).

Um sechs stehen wir wieder auf der Straße und unterhalten uns öffentlich, als wären die letzten zwei Stunden nicht passiert. Wir verabschieden uns und gehen unserer Wege.

Keine 48 Stunden später sitze ich jetzt hier und lasse die ganze Aktion Revue passieren.

Wieso ist das passiert? - Keine Ahnung, so besoffen war ich nicht.
Wieso mit ihm? - Davon habe ich noch viel weniger Ahnung, denn er ist nichmal mein Typ

Wieso sind die Dinge, die mich beschäftigen a)die Frage ob wir im Bushäuschen erkannt wurden und b)die Erkenntnis sexueller Vorlieben von denen ich bislang nichts wusste?

Am stärksten ist die Erinnerung an dieses Gefühl. Ich fange jetzt nicht an über Liebe bzw. Verliebtsein oder ähnliches zu reden, denn es war irgendwie klar, dass es damit rein gar nichts zu tun hat (höchstens mit Sympathie, denn ich lass ja nicht jeden Vollhorst an mir rumfummeln). Nein, ich meine diesen winzigen Moment in dem ich das Gefühl hatte "ja, das ist genau das, was ich brauche" - einen Mann, der mal "richtig" Mann ist und bestimmt wo's lang geht und in logischer Konsequenz die Freiheit, mal Schwäche zu zeigen. Im Sinne von "sich verführen/fallen lassen".
Das hat sich eingebrannt. Ähnlich wie damals, als mich ein Arbeitskollege von oben bis unten musterte und ich an seinem Blick erkennen konnte dass er gerade dabei ist, sich die Klamotten wegzudenken - und zwar mit dem Gedanken, eine begehrenswerte Frau vor sich zu haben. So hat mich weder davor noch danach ein Mann angesehen.  Okay, ja, Juli, aber der ist ja ne Geschichte für sich.

Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt davon halten soll, aber komischerweise sprühe ich gerade vor Energie - um es Mal etwas bildlich auszudrücken. Ich bin motiviert bis in die Zehenspitzen für alles was ich in nächster Zeit vor habe. Auch wenn es vielleicht moralisch nicht ganz korrekt ist - aber ich sollte öfter "Spaß" haben.