ungebremst ins Chaos

20.01.2016 um 23:25 Uhr

Hatschi - verdammt nochmal...

Was für ein Scheiß. Jetzt ist endlich mal Winter - so richtig mit vernünftigem Schnee mit dem man Schneemänner bauen kann, Eiszapfen die von den Dächern hängen und Straßen auf denen man nur herumschlittert (die Hauptstraßen sind natürlich frei) - ich bin hoch motiviert und will raus und laufen und überhaupt so einiges anstellen, da streckt es mich nieder. Nase läuft, Nebenhöhlen dicht, Kopf dröhnt. Ganz großes Kino.

Also habe ich mich den Nachmittag auf dem Sofa herumgelümmelt, erst gefroren, dann geschwitzt, dann wieder gefroren... und als ich mich dann einigermaßen wie ein Mensch fühlte, dachte ich mir, ich könnte mal das Schnittmuster für das T-Shirt zusammenschnippeln und kleben. Echt jetzt, habt ihr eine Vorstellung davon wie anstrengend es ist, eine Schere und ein Blatt Papier festzuhalten und sich darauf zu konzentrieren, nur auf der Linie entlangzuschneiden? Und dann kriegt man vom Ehemann (der kurz vorm abnippeln wäre, wenn er dieselben Symptome hätte wie ich) auch noch kluge Ratschläge aufgedrückt.

Naja, gegen eine Erkältung/Grippe kann man nicht viel machen. Die kommt und geht wie sie lustig ist. Aber wieso kommt sowas immer dann, wenn man ein langes Wochenende vor sich hat? Ich hoffe, ich kann morgen früh wenigstens  arbeiten, ich habe nämlich keine Lust, einen halben Tag beim Arzt zu verbringen. So wie letzte Woche, als ich innerhalb von fünf Minuten die Praxis betreten, den Arzt gesprochen, meine Rezepte bekommen und die Praxis wieder verlassen habe geht das nämlich nicht jedes Mal.

Und wo wir jetzt gerade mal beim Thema Ärzte und Krankheiten sind...

Mein Arzt hat jetzt erstmal einen Antrag gestellt, damit er für mich eine Reha beantraten kann. Ja genau. Man muss einen Antrag stellen um einen Antrag stellen zu dürfen... Wie auch immer, ich soll also mal zur Reha weil ich gestört bin. Nicht ernsthaft, nur ein bisschen, aber ich finde trotzdem, dass ich eine Reha mal verdient hätte.
Neugierig wie ich bin, habe ich also aus lauter Langweile mal die Rehakliniken gegoogelt, die mein Arzt genannt hatte. Naja. Aber man darf da wohl nicht so anspruchsvoll sein. Bin ich ja  auch nicht. Alles was ich brauche ist ein Bett, ein Fernseher, W-Lan und Flachland zum Joggen. Gruppentherapie allerdings... Ja, ich weiß, Depressionen sind eine Krankheit, aber erstens habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Psychologen (nachdem ich drei durch habe, kann ich mir wohl mal eine Meinung erlauben) und zweitens kann ich es auf den Tod nicht leiden, wenn andere wegen ihrer Probleme rumjammern. Bei meinen Freunden ist das was anderes, aber ich habe mit meinen eigenen Problemen genug zu tun, ich weiß nicht, ob es mir tatsächlich weiter hilft, mir die Probleme von Fremden anzuhören.
Wie auch immer. Mein Onkel war mal zur Reha und der meinte, man müsse sich erstmal darauf einlassen, auch wenn es einem komisch vorkommt. Und wer weiß, möglicherweise hilft es mir ja doch. Und erstmal muss der Antrag durch sein. Davor soll ich noch zu einem  Psycho-Fachdoktor. Macht sich ganz gut beim Reha-Antrag habe ich mir sagen lassen.

Und jetzt leg ich mich mit meiner Erkältung mal ins Bett in der Hoffnung, dass es morgen besser wird anstatt schlechter. Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

07.01.2016 um 01:06 Uhr

Frohes neues Jahr, oder so...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Für mich begann das neue Jahr zwar alles andere als froh (wie ich ja schon erzählt hatte), aber so ist das Leben nun mal. Immer wenn du nicht damit rechnest, brät es dir eins über. An Silvester ist meine Mutter gestorben und obwohl ich in den letzten Jahren keinen Kontakt zu ihr hatte und obwohl ich von ihrer Krankheit und dem stetig schlechter werdenden Gesundheitszustand wusste,  befinde ich mich deswegen gerade ein wenig im Ausnahmezustand. Bestes Beispiel dafür ist die Tatsache, dass ich gestern von Köln aus ins Siebengebirge gefahren bin anstatt Richtung Nordsee...

Was mich jedoch an dieser Sache am meisten fertig macht, ist, dass ich wieder anfange über mein eigenes Leben nachzudenken. Es ist ja im Grunde genommen nicht verkehrt hin und wieder mal darüber nachzudenken wie es bei einem selbst so läuft, aber bei mir artet das immer in Krisen aus, deshalb schaltet mein Hirn erstmal eine ganze  Zeit lang in den Abwehrmodus wenn es um sowas geht. Ich kann noch nichtmal heulen wenn mir einer dabei zusieht und sogar wenn ich allein bin verkneife ich mir das noch - wenn ich mir erstmal erlaube darüber nachzudenken wie schrecklich ich mein Leben im Grunde genommen manchmal finde, macht es das Ganze ja nicht besser.

Es gibt eine Menge Dinge, die man über die eigenen Eltern nicht weiß. Dazu gehören auch Dinge, die man über seine Eltern gar nicht wissen will - wie  zum Beispiel so ziemlich alles, was mit Sex zu tun hat. Da kriegt man Bilder im Kopf die man da ganz bestimmt nicht haben will. Natürlich weiß ich, dass meine Eltern irgendwann in grauer Vorzeit mal Sex gehabt haben müssen (sonst gäbe es weder mich noch meine Schwester), aber so lange das in einem vagen Nebel verschwindet ist das einfach nur eine nebensächliche Tatsache. Leider konnte ich meine Tante nicht davon abhalten, dass sie mir etwas über das Sexualleben meiner Mutter in ihrer ü50-Phase erzählte... Manche Dinge will man WIRKLICH NICHT wissen!

Überhaupt haben meine versammelten Tanten viel zu viele Dinge erzählt, die ich lieber nicht gehört hätte, weil es mir vorher wesentlich besser ging. Dann würde ich jetzt nämlich nicht hier sitzen und feststellen, dass ich so ziemlich alles falsch gemacht habe, was meine Mutter schon falsch gemacht hat obwohl ich immer gedacht habe, ich hätte aus ihren Fehlern gelernt. Pustekuchen.

Es gibt so Tage, da möchte man einfach mal auf den Rückspulknopf drücken...

Und über allem schwebt Juli. Ich habe keine Ahnung was bei mir nicht stimmt, dass ich diesen Mann einfach nicht aus meinem Kopf kriege. Ich meine, selbst wenn ich monatelang keinen Kontakt  zu ihm habe und ich mich so durch mein Leben wurstel, dass ich nichtmal an ihn denke... Irgendetwas passiert und BÄMM sitzt da dieses Nervmännchen in meinem Kopf, das mir zuflüstert "Mit Juli wäre es so und so".  So wäre es im wahren Leben wahrscheinlich nicht, aber ich würde sicher eine halbe Ewigkeit lang jeden Morgen mit einem Lächeln aufwachen.

Hm, irgendwie komme ich vom Thema ab.
Wir hatten ein paar Fotoalben meiner Mutter gefunden und als wir diese durchblätterten, bemerkte eine meiner Tanten, dass meine Mutter auf den Fotos, die in der Zeit aufgenommen wurden als sie mit meinem Vater zusammen war, eigentlich immer gelächelt hat. Ich habe darüber nie so genau nachgedacht, aber in dem Moment ist mir erschreckend bewusst geworden, dass sie Recht hat. Ich weiß nicht wann ich (oder ob ich überhaupt jemals) gesehen habe wie sie wirklich ehrlich lacht. Und mein nächster Gedanke war, dass ich mich noch nichtmal daran erinnern kann, wann ich das letzte Mal ehrlich gelacht habe. Traurig, oder? Ich entwickle mich immer mehr zu dem Menschen, der ich nicht sein will und merke es nichtmal. Ich bin launisch, dauergenervt und wurstel mich auf einem Nulllevel durch. Und was ganz fatal ist, ich wüsste ja theoretisch wie ich daran zumindest ein bisschen ändern kann, kriege es nur einfach nicht hin. Ich bin ein Feigling.

01.01.2016 um 04:41 Uhr

Scheiße, scheißer, 2015

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Stimmung: hellwach
Musik: Best of 2015

Okay, wenn man es mal vom germanistischen Standpunkt her betrachtet, entspricht der Titel dieses Posts nicht so ganz den Vorschriften, aber es trifft den Kern der Sache ziemlich gut. 2015 war so ziemlich das beschissenste Jahr seit... keine Ahnung, ich hab gerade das Gefühl, dass ich bislang jedem Jahr am Ende eine positive Bilanz abgewinnen konnte.
Diesem nicht.
Ich hab's versucht, ehrlich. Ich hab meinen Instagram-Account durchwühlt, meinen Kalender durchgeblättert, meine Erinnerungen durchforstet und kam am Ende immer wieder zum selben Ergebnis. 2015 war ein Scheißjahr. Ich sollte den Tatsachen ins Auge blicken. Angeblich soll es ja Phasen geben, in denen es nicht so gut läuft. Wie das mit dem Plagen in der Bibel.

Wenn ich ganz spontan erzählen sollte, was im letzten Jahr so los war bei mir fallen mir folgende Dinge ein:

- ich bin beim Schützenfest mal wieder derbe abgestürzt (alkoholtechnisch gesehen), mit einem Typen nach Hause gegangen der nicht mein Mann war und hatte aber glücklicherweise noch einen Rest-Verstand konserviert der mich davon abgehalten hat, in dem Zustand Sex zu haben *Puh*

- mein Kopf war voll mit Bockmist, so dass ich 1. nicht in der Lage war mehr als einen Kilometer ohne Asthmaanfall zu laufen und ich 2. eine ordentliche Dröhnung "Gute Laune Pillen" von meinem Arzt brauchte, so dass ich gefühlt 9 Monate des Jahres schlafend auf dem Sofa verbracht habe

- 4 erfolglose künstliche Befruchtungen - voll nervig, dieses ganze Blutabnehmen, Kontrolluntersuchung, wieder Blutabnehmen usw. und erst das ganze Geld, das man zum Fenster rausfliegen sieht. Ehrlich, der Apotheker kriegt schon leuchtende Augen wenn ich zur Tür reinkomme...

- und die Krönung: meine Mutter ist gestorben. Okay, ich hatte die letzten Jahre keinen Kontakt zu ihr, aber sie ist immer noch meine Mutter. Ich hab sie vor ein paar Monaten noch gesehen, damit meine Tanten und meine Schwester besser schlafen können (weil der Krebs damals schon so weit war, dass ein Ende absehbar war) und danach ne Woche selbst schlecht geschlafen. Am 30. rief dann mein Vater an und erzählte mir, es würde jetzt wohl höchstens noch Tage dauern und als ich gestern die Nummer meiner Schwester auf dem Display sah wusste ich worum es geht noch bevor ich mit ihr gesprochen habe. Jetzt gibts natürlich allerhand zu regeln, Beerdigung und Erbe und Geld und dieser ganze Zirkus und darauf habe ich mal ganz ehrlich auch so gar keinen Bock. Aber manche Dinge muss man eben tun obwohl man gerade keinen Bock drauf hat. Ich bin auch nicht so richtig traurig darüber, dass sie tot ist. Das mag jetzt gefühllos klingen, aber wenn ein Mensch über so viele Jahre keinen Anteil mehr an deinem Leben hat, ist er irgendwann auch emotional weg. Was mich wahrscheinlich nicht daran hindern wird, auf der Beerdigung zu heulen. Wie gesagt, sie ist/war immer noch meine Mutter.

- ach ja, und dass ich mir 10 Frustkilos draufgefressen habe wegen dem ganzen Scheiß wundert jetzt wahrscheinlich auch keinen mehr.

So Schluss mit dem Gejammer. Ich bin ja dafür, immer ein positives Ende zu finden, deshalb das "Best of" am Schluss und das ist keineswegs ironisch gemeint.

- Ich bin zum 2. Mal Tante geworden und der Kleine ist so ein fröhliches Kind, wenn man mit ihm zusammen ist, kann man gar keine schlechte Laune kriegen. Und wenn man schon welche hat, verschwindet die ganz schnell wieder.

- Ich hatte mal wieder so ein legendäres Gespräch mit Juli. 5 Stunden lang, es war sooo schön. Ich sollte es nicht schön finden. Juli und seine Freundin Fräulein Rottenmeier (nein, sie heißt nicht wirklich so, aber sie guckt genauso wie die strenge Erzieherin aus den Heidi-Filmen...) sollten mir neutral sein. Ja, neutral, nicht egal (okay, sie vielleicht, aber so lange sie mit Juli zusammen ist, kann ich sie ohnehin aus Prinzip nicht mögen obwohl sie ganz nett sein kann wenn sie einen guten Tag hat), denn Juli mag ich als Mensch ja viel zu gerne als dass er mir in nächster Zeit egal sein könnte... Fatale Sache...

Ich behaupte jetzt also mal, dass ich froh darüber bin, dass das Jahr vorbei ist und 2016 ja nur besser werden kann (okay, das ist jetzt etwas schräg wenn man bedenkt, dass ich sofort mit ner Beerdigung befassen werde, aber danach bleiben immerhin noch über 300+x Tage in deinen ein Haufen positiver Dinge passieren kann.

In diesem Sinne: Was mich nicht umbringt, bringt mich weiter :)
Frohes neues Jahr.