ungebremst ins Chaos

09.06.2016 um 21:57 Uhr

So kann's gehen...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Als klar war, dass ich meinen Sommerjob auf dem Campingplatz in diesem Jahr nicht machen würde, fühlte ich mich einerseits großartig - denn wer will schon die Zeit, in der andere am See in der Sonne liegen, damit verbringen, Toiletten zu putzen oder die Kinderzimmer der unordentlichsten Kinder der Welt aufzuräumen - und auf der anderen Seite dachte ich etwas wehmütig an die dort verdienten Euronen, die ich in jedem Herbst großzügigst in neue Elektronikartikel sowie low budget Urlaube investierte. Aber ich beschloss, den Sommer zu nutzen und ihn gemütlich mit diversen Büchern zu verbringen. Dann folgte die (ohnehin schon erwartete) Kündigung meiner Hauptarbeit. Ich dachte "Mist, gar kein Geld mehr" und dann "okay, SOMMERFERIEN!!!"
Jetzt ist Juni, ich bin gerade mal eine Woche arbeitslos da fange ich schon den ersten Aushilfsjob an um wenigstens ein  bisschen Taschengeld zu haben und jetzt stehen die Chancen ziemlich gut, dass ich ab nächster Woche wieder einen "richtigen" Job habe. Soviel also zum Thema Freizeit diesen Sommer. Die wird dann nämlich noch knapper als jetzt ausfallen, denn dann wären Wochenenddienste angesagt. Plus Nebenjob ergibt das zwar eine Menge (im Vergleich zu jetzt) Geld, aber Null Freizeit (gefühlt).

Seltsam, dass mich der Gedanke an weniger Freizeit so beschäftigt, wo ich doch jetzt meine Freizeit mit einer Menge Dinge verbringe, ohne die ich früher auch sehr gut leben konnte. Drei Stunden Mittagsschlaf zum Beispiel.
Wobei mir jetzt einfällt, dass ein Vollzeitjob den unschlagbaren Vorteil hat, dass ich den größten Teil des Tages nicht zu Hause verbringe und mir somit meine heißgeliebte Schwiegermutter nicht die ganze Zeit auf den Nerven herumtrampeln kann. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Der Job an sich wäre schon ziemlich cool. Nicht nur so Sklavenarbeiten wie jetzt, sondern richtig was mit Verantwortung und selber denken. Aber was mich so ein bisschen abschreckt, ist das dauerhafte. Ich meine, ich hab nichts gegen dauerhaftes Arbeiten und einen sicheren Job. Aber im Moment bin ich ja in dieser unglückseligen Situation, in der ich mir mal so langsam darüber klar werden muss, was genau ich eigentlich will. Bleiben, gehen, Kinder, keine Kinder und so weiter. Und manchmal denke ich, es wäre einfach nicht fair einen Job anzufangen wenn man im Hinterkopf den Gedanken hat, dass man möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft dort wieder verschwindet, aus welchen Gründen auch immer.

Chaos im Kopf. Nichts neues also. Und ich dachte, das hört irgendwann mal auf...
Naja, so kann's gehen.

01.06.2016 um 11:28 Uhr

Hoch die Nase...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... und schon bist du qualifiziert für die Arbeit beim Verarschungs... ähm... Arbeitsamt.

Da ich im Februar erfahren habe, dass ich ab Juni arbeitslos sein werde, haben es die computergläubigen Mitarbeiter des Arbeitsamtes mir natürlich schon vor drei Wochen eine Einladung geschickt, so dass ich meinen ersten Tag in Freiheit im miefiegen, lauten (weil Baustelle nebenan und Fenster auf) Arbeitsamt verbringen musste.

Allein schon der Gedanke, mich dort stundenlang im Wartezimmer langweilen zu müssen damit man von Frau A nach Frau B zu Herrn C geschickt wird, sorgt dafür, dass mein Stresspegel erheblich ansteigt. Und was mich ganz besonders stört ist die Art mit der die dort "arbeitenden" Mitarbeiter ihre Kunden (oder wie auch immer sie bedauernswerte Menschen wie mich nennen) behandeln. So richtig schön von oben herab, denn dieser kleine dumme Arbeitslose wird es schon verdient haben in meinem Büro gelandet zu sein. Ehrlich, viel hat nicht gefehlt und ich hätte der solariumgebräunten Blondine mit der Blümchenhose und den nudefarbenen Lackpumps mal erzählt was ich von ihrer Sorte halte. Ich könnte jetzt noch kotzen. Muss ich mir denn jeden Scheiß gefallen lassen? Nein, denn ich bin der Meinung, dass ich mindestens genausoviel Respekt verdiene wie ich ihr entgegenbringe (und das ist äußerlich verhältnismäßig viel, auch Arbeitsamtmitarbeiter haben eine faire Chance verdient) - aber das sehen die offenbar anders. Komischerweise fällt mir dieses Phänomen überwiegend bei Frauen auf. Bei männlichen Arbeitsamtsmitarbeitern hatte ich dieses Problem noch nie. Die waren tatsächlich alle recht umgänglich und höflich.

Mir war klar, dass der Aushilfsjob, den ich mir auf den letzten Drücker an Land gezogen habe, kein Grund dafür ist, dass Frau Arbeitsamt vor Freude von ihrem STuhl springt und sich für mich freut (weil ja die Option auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gegeben ist und die Chancen für mich gut stehen), aber es ist doch immer noch besser als wenn ich einfach zu Hause sitze und die Füße hoch lege. Außerdem behauptete sie steif und fest, ich hätte 4 Jobvorschläge bekommen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass es nur drei waren, aber es steht ja in ihrem Computer also habe ich es auch auf jeden Fall bekommen, denn es ist ja absolut unmöglich, dass bei der Post mal was verloren geht...

Naja, was soll's ein Blick hatte ja schon gereicht um zu sehen was für eine arrogante Funzel die Tante ist.
Ich versuch dann mal, mich abzuregen und die Tante von der Zeitarbeitsfirma davon zu überzeugen, dass ich nicht die richtige für den Job bin...