ungebremst ins Chaos

21.08.2016 um 18:47 Uhr

War nicht gerade noch Freitag???

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Das erste freie Wochenende seit langem, dass so schnell vorbei gegangen ist, dass ich mich jetzt frage, wo die Zeit eigentlich hin ist. Was an sich ja eine gute Sache ist, denn es bedeutet, dass ich gut beschäftigt war und keine Zeit zum Nachdenken hatte.

Nachdem ich Freitag beim alljährlichen Laufevent unseres Vereins fleißig geholfen habe (genau genommen habe ich in der Waffelbude gestanden und mich gelangweilt, aber so konnte ich wenigstens ungestört Leute beobachten), ging es am Samstag in die alte Heimat. Ich hatte mich nämlich überreden lassen, einer Freundin beim Tapeten abreißen zu helfen (blöde Idee, ich HASSE diese Art von Arbeit - aber egal, was tut man nicht alles für Freunde) habe ich abends meinen Vater mit zum Feuerwerk geschleift (einer musste mich ja hinfahren, ich wusste ja nicht, wie man da hinkommt). Schon war der erste Tag rum.

Heute gings dann auf den Flohmarkt. Ich bin gerade die ersten Meter gegangen als eine männliche Stimme ein "Was machst du denn hier?" von sich gibt. Juli. War ja klar, dass er mir dann unerwartet über den Weg läuft wenn ich gerade einen riesigen Stresspickel im Gesicht habe. Also, nicht dass das irgendwas an unserem Verhältnis zueinander ändern würde, aber man hat ja manchmal so komische Gedanken. Wir quatschten also unter den wachsamen Augen seiner Freundin über Jan (ganz ehrlich, ich liebe Juli allein dafür, dass ich mit ihm über sowas reden kann und dann seine "männliche" Sicht der Dinge zu hören bekomme), über mein Leben im allgemeinen und natürlich mein neues Auto (musste sein nachdem das alte sich so langsam in seine Bestandteile auflöste).
Dann bummelte ich weiter und traf auf der anderen Seite (schräg gegenüber von Julis Stand) eine befreundete Familie - also nochmal quatschen. Eine weitere Freundin gesellte sich dazu (noch mehr quatschen) und mit der bin ich dann noch zum "Wollefest" gefahren - also quasi eine Art Markt wo man Wolle oder selbst gemachtes kaufen konnte (böse Falle, ich hab natürlich was mitgenommen...). 
Auf dem Heimweg hab ich dann noch bei meiner ehemaligen Arbeitskollegin halt gemacht und mir einen Kaffee abgeholt. Ich sah den Kopf ihres Mannes rauchen als ich mit meinem Auto auf den Hof fuhr - sehr lustig - bis ich dann ausstieg und von ihm ein "ach du bist das" kam.

Aber ich glaube, am meisten Spaß hatte ich dabei, mit meinem neuen Auto durch die Gegend zu fahren. Faszinierend, wie schnell man sich an eine Rückfahrkamera und einen Regensensor gewöhnt... Allerdings darf in nächster Zeit auf meinen Strecken kein Blitzer stehen, die 136 PS machen sich schon bemerkbar...

07.08.2016 um 23:46 Uhr

Lobhudelei

von: blacksheep   Kategorie: überraschend positiv

"Hi, schön dass du da bist!"
"Ich freue mich SO, dich zu sehen."
"Du rettest mir den Abend."
"Danke dass du da warst."
"Du bist die Beste."
"Du bist ein Schatz."

Klingt nach einer Party mit Freunden. Die man lange nicht gesehen hat und denen man nach der Party noch beim Aufräumen hilft. Ist aber nicht so.

Das sind ausnahmslos Sätze, die ich von meinen Kollegen im Restaurant zu hören bekomme. Ich war ja ein wenig skeptisch als ich dort Anfing, man hört ja immer so viel darüber, wie stressig der Job ist, wie nervig manche Kunden sein können, über Zickereien unter Kollegen und komische Chefs. Ja, der Job ist manchmal stressig - man darf sich halt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Vor allem nicht von dem komischen Chef, der selbst hektisch wird wenn der Laden voll ist und dann alle durcheinander bringt statt sie in Ruhe alles abarbeiten zu lassen. Meine Kollegen sind toll und der Chef, naja, den nehmen wir alle mit Humor. Da lässt man sich dann auch schonmal Samstagsabends zur Tanke schicken um Eiswürfel zu besorgen.

Ich mag den Job mehr als ich erwartet hatte. Sehr viel mehr. Vor allem wenn ich mit Niko hinter der Theke stehe und er mir nach und nach alles beibringt was ich dort so können muss. Bier zapfen (hatte ich schnell raus), Hefeweizen richtig einschenken (ist auch total einfach wenn man weiß wie), Kaffee und Espresso machen (total einfach, aber dort steht ein Ferrari von Kaffeemaschine mit diversen Knöpfen...), Cocktails (ich glaube, bevor ich die lerne, lerne ich Cappucino machen) und natürlich Wein und so weiter.

Auch in meinem "Hauptjob" scheint mein Chef recht zufrieden mit mir zu sein - auch er freut sich, mich zu haben, endlich kann er am Wochenende mal ausschlafen oder einen Tag mit der Familie wegfahren ohne sich ständig Gedanken machen zu müssen ob auf dem Hof alles in Ordnung ist. Auch hier gibt es mal sowas wie ein Lob oder ein Dankeschön.

Wundert es da jemanden, dass ich lieber arbeiten gehe als zu Hause zu sein und dort etwas zu tun, wo alles als selbstverständlich hingenommen wird und dann auch noch rumgenölt wird, wenn mal was nicht gemacht wrude (obwohl man es ganz leicht eben schnell selbst machen könnte)?