ungebremst ins Chaos

28.12.2016 um 21:18 Uhr

Das war 2016

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Scheiße. Das war 2016.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge. 2016 war, im Vergleich zu den Jahren davor, ein wirklich beschissenes Jahr. 2015 war auch nicht sehr berauschend aber das ging alles irgendwie noch, aber dieses Jahr ist wirklich für die Tonne. Zum Glück habe ich es in ein paar Tagen überstanden. Es kann nur besser werden.

Zugegeben, 2016 hatte auch seine guten Momente. Keine Phasen. Momente. Durchgemachte Nächte, Treffen mit Freunden, intensive Gespräche, tolle Kollegen. Meine Neffen und Patenkinder natürlich - Zeit mit denen zu verbringen ist jedes Mal ein Highlight. Stundenlang auf dem Boden herumkrabbeln, mit einem "Tut Tuuut" die Holzeisenbahn im Kreis herumschieben oder Kunstwerke aus Lego Duplo bauen (was ich übrigens megagut kann). Leuchtende Kinderaugen wenn man mit dem Kuchenkunstwerk um die Ecke kommt und Geschenke in Vergessenheit geraten (brave Kinder...). Jan. Juli. Und ein gewisser jemand, der hin und wieder in meinem Seelenleben herumstochert.

Aber ansonsten? Latent depressive Phasen, null Motivation, monatelang Rückenschmerzen und dadurch nicht ausreichend Schlaf. Nicht mal der vorweihnachtliche Dezember und Weihnachten selbst haben mir dieses Jahr Spaß gemacht - allein das sagt ja schon alles. Frustfuttern und NoSports.

So, einmal ausgekotzt. Haken dran.
Kopf hoch.
Bauch rein (haha), Brust raus (haha).
Weiter gehts.
Immer voran, am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende.

24.12.2016 um 18:49 Uhr

Die Klasse von '99 und der Tag danach

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Es ist schon eine verrückte Sache mit Klassentreffen. Wenn sich meine Realschulklasse trifft, ist es jedes Mal als würde ich mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und mich wieder in dieselbe schüchterne, introvertierte, zurückgezogene Person verwandeln, die ich damals war. Klar gibt es dort auch Leute, bei denen ich das zum Teil ablege weil sie auf mich zukommen (was selbige früher nicht getan haben) und ich merke, wie wir uns doch weiter entwickelt haben. Und trotzdem sind diese Treffen nie etwas, auf die ich mich monatelang von Herzen freue. Ein bisschen Vorfreude ist da, klar, man will ja sehen was aus den anderen so geworden ist (in der Hoffnung, das man selbst es weiter gebracht hat).

Und dann gibt es da die Abi-Treffen. Okay, korrekterweise bezeichnen wir es als "Jahrgangsstufentreffen" weil auch die Teilnehmen dürfen, die irgendwann mal in dem Jahrgang waren und später (oder nie) Abi gemacht haben. Auf die freue ich mich immer wahnsinnig. Und dort ist dann wirklich berufsmäßig alles vertreten. Lehrer, Piloten, Steuerberater, Optiker, Informatiker, Ärzte, Bänke und ich Landwirtschaftsmeisterin. Während ich deren Berufe für wahnsinnig interessant halte (okay, manche vielleicht weniger, es ist mehr der wow-Effekt wenn man die Mitschüler von damals mit den Berufstätigen von heute vergleicht) höre ich tatsächlich jedes Mal, wie interessant sie meinen Beruf finden. Verdrehte Welt. Und auf einmal verstehen sich auch die, die früher nichts bzw. kaum etwas miteinander zu tun hatten. Fotoalben werden rausgekramt, die alten Geschichten kommen auf den Tisch und trotzdem sind wir irgendwie kein bisschen älter geworden.
Wir hatten einen wahnsinnig tollen Abend. M. der inzwischen Steuerberater ist (unfassbar) liefert sich mit Dr. R. Gefechte in Schlagfertigkeit und verliert hauchdünn aber mit viel Spaß. D. meine beste Freundin von früher (die damals dachte sie würde nie einen Mann kennenlernen) ist inzwischen allein erziehend - das war zwar nicht der Plan, aber was läuft im Leben schon nach Plan? In jedem Fall ist sie deutlich selbstbewusster und offener geworden und Rohkost-Veganerin. Verrückt. J. damals eher unauffällig hat vier Kinder und ist heute nahezu unverschämt attraktiv. Mit D,die früher eher ein wenig zickig war habe ich schon länger über facebook Kontakt und wir haben uns richtig gut unterhalten. Es wurden wieder ein paar Fotos gemacht und ich bin natürlich nicht gegangen ohne mir die Kontaktdaten meiner damals besten Freundin geben zu lassen damit wir uns nicht wieder aus den Augen verlieren.

Heute morgen bin ich um kurz nach 5 aufgestanden, weil meine Tante (die mich freundlicherweise hat bei sich wohnen lassen) Frühdienst hatte und ich mich von ihr verabschieden wollte bevor ich fahre - mal abgesehen davon wartete ja zu Hause noch ein Haufen Arbeit auf mich. Putzen, Tannenbaum schmücken, Geschenke verpacken.
Eben saß ich, wie jedes Jahr Weihnachten, in der Kirche und tat, was ich dort jedes Jahr tue. Bei der Geschichte, die unsere Hilfspastorin erzählte, heule ich. Komischerweise heule ich jedes Mal wenn ich in der Kirche sitze. Liegt wohl daran, dass ich dort gezwungen bin, mich der Ruhe zu stellen und Zeit zum Nachdenken haben. Nach dem Gottesdienst habe ich dann - wie jedes Jahr - kleine Schokoladenweihnachtsmänner verteilt. Alle waren überrascht, aber erfreut. Geben ist seliger denn nehmen...

Gleich muss ich dann noch etwa 3 Stunden bei den Schwiegereltern über mich ergehen lassen, aber das kriege ich schon irgendwie hin.

18.12.2016 um 21:31 Uhr

Was beschissen anfängt, endet ebenso...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Der Tag startete - wie sollte es anders sein - beschissen.
Nachdem ich die Nacht davor noch erholsame 9 Stunden wie ein Stein geschlafen hatte, gab es letzte Nacht wieder Hustenanfälle bis zum abwinken und kurz vorm abnippeln, so dass ich die Nacht ab 3 Uhr wieder auf dem Sofa verbrachte und natürlich nicht so wirklich geschlafen habe.

Um 7.15 Uhr wurde ich dann abgeholt und saß eine 3/4-Stunde später im Bus Richtung Niederlande. Der Tag an sich war ganz schön. Es gab dort ein "Charles Dickins Festival" wo diverse Menschen in Verkleidungen durch die Straßen tingelten und die Leute unterhielten. War leider ziemlich voll, so dass man nirgendwo richtig gucken konnte und fotografieren war auch schwierig. Aber da es nicht so überfüllt war wie ich es von Oldenburg oder Köln kenne, war es okay. Nach stundenlangem Rumgerenne habe ich mal wieder Geld für Bücher ausgegeben (ja, das kann ich sogar in den Niederlanden...) und war froh als es endlich nach Hause ging.

Leider hat der Rückweg länger gedauert als ich erwartet hatte, so dass ich mein online-Date mit Luis verpasst habe :( Aber wenn ich mal ehrlich bin, hätte ich auch keine 3/4 Stunde gewartet. Gut, dass er mir letztes Mal eine eMailadresse gegeben hat, so dass ich ihm wenigstens schreiben konnte. Was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass mein Abend nun im Eimer ist *hust*

Also hocke ich nun auf dem Sofa, in der Hoffnung, dass mein Lieblingsfinne noch etwas retten kann und sein Team den Sieger von "The Voice of Germany" stellen wird. Nebenbei arbeitet mein Kopf an der Fortsetzung einer Geschichte, was nicht einfach ist, aber an Herausforderungen wächst man ja bekanntlichermaßen.

17.12.2016 um 22:30 Uhr

Terminstress... :)

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Was für ein Tag. Meine Verabredungen von heute hätten locker für mindestens zwei Tage gereicht, aber so ist das, wenn man nur einen Tag Zeit hat...

Nachdem ich gestern bei meinem Vater ankam als der gerade schlafen gegangen war, machte er sich heute morgen schon aus dem Staub als ich gerade mal gefrühstückt hatte, so dass wir nicht richtig Zeit hatten, miteinander zu reden (da wusste ich aber auch noch nicht, dass er nachmittags mit zum Weihnachtsmarkt kommen würde...)

Aber okay, ich mich ein wenig aufgehübscht (hatte spontan noch ein Kurz-Date mit Juli klargemacht) was schwierig war ohne Föhn und Haarbürste, dann Klamotten ins Auto, Anhänger ab, Auto drehen, Anhänger wieder dran (wie bin ich eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen, Tannenbäume auszuliefern???). Baum für Papa in die Garage, rein ins Auto und los zu meiner Freundin.

Tannenbaum abladen und mitten in den Weg vor der Haustür abstellen - fällt in dem ganzen Chaos eh nicht auf wenn noch was im Weg rumsteht. Also falls jemand meiner Freunde noch denken sollte, ich sei chaotisch - der sollte mal mitfahren...
Erster Satz meiner Freundin nachdem ich meine Jacke ausgezogen habe: "Hast du abgenommen?"
Ich ??? "Ähm, nö?"
Sie: "Doch."
Ich: ??? Hm, kann nicht sein. Ich seh nix.
Als erstes mal nen Cappucino trinken und sich wappnen für das was unweigerlich kommt. "Tante Nina, können wir spielen????" und zwei große braune Kulleraugen gucken mich mit einem Hundeblick an. Also verliere ich zweimal beim Affenspiel und einmal bei UNO-extrem und das noch nicht mal mit Absicht... Nachdem ich bei "Looping Louis" dann aber gewonnen hatte, war das Kind maulig und wollte nicht mehr. So blieb Zeit für noch einen Cappucino bevor mein  Handy piepste und Juli mir mitteilte, dass er in 20 Minuten in der Firma sei.

Eine halbe Stunde später kam ich in der Firma an und wer war nicht da? Juli. Aber er kam nur eine Minute nach mir an und versorgte mich dann erstmal mit Kaffee und Brötchen. Während er also Kaffee kochte, zog ich meine Jacke aus.
Er, guckt mich an, "Bist du weniger geworden?"
Ich : ????? bin jetzt vollends verwirrt. "Ähm, nö, ich glaub nicht."
Er: "Ich glaub schon."
Ich gebe mich geschlagen. Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen, außerdem ist er katholisch und ich hab ja nix dagegen schlanker auszusehen.
Wir sprachen also erstmal über Tannenbäume (ich hatte ihm erzählt dass wir welche haben und ich gerade zwei ausliefere) und über das Pärchen, dass gestern so laut streitend zwischen unseren Tannen stand, dass es meinem Mann schon peinlich war und kamen von da irgendwie auf den Preis von Nordmanntannen, was Juli zu dem Satz brachte: "Ich würde ja nie für einen Weihnachtsbaum so viel Geld ausgeben" (Anmerkung: unsere Kosten 25 Euro egal wie groß, direkt von der Tannenplantage kosten die guten 17€ pro Meter und die billigen aus dem Baumarkt gibts ab 10 Euro) woraufhin ich mich auf meinem Stuhl zurücklehnte und meinte: "Also wenn du mit mir verheiratet wärst, dann würdest du eine Menge Geld für einen Weihnachtsbaum ausgeben, da kannst du sicher sein."
Er (trocken, wie immer): "Aber ich bin ja nicht mit dir verheiratet."
Ich (ebenso trocken): "Sei froh."
Damit war der Seitenhieb für mich eigentlich durch. Aber Juli wäre nicht Juli, wenn er nicht noch etwas hinterher schieben würde.
Er: "Schade eigentlich."
Ich (völlig unvorbereitet getroffen): "Schade???"
Er (in sachlich nüchternem Ton): "Ja, manchmal denke ich: schade."
Ich: "Tatsächlich?"
Er: "Ja."
Ich: sprachlos. Da fiel mir mal wieder kein weiterer blöder Spruch ein um diese aufkommende Ernsthaftigkeit aufzulösen. Ich weiß, irgendwie ist es ja merkwürdig, dass ich selbst hin und wieder darüber nachdenke, was wäre, wenn... aber ihm diese Spinnereien niemals zugetraut hätte, obwohl ich es besser wissen sollte.

Wir redeten über Jan, über Luis (Er: "Was ist denn, wenn du bei eurem Date verschütt gehst?" Noch einer, der sich Sorgen macht, dass ich an einen "bösen Fremden" gerade. Irgendwie süß von ihm.), über seine Freundin, übers heiraten und im selben Atemzug stellte er die Frage in den Raum, ob wir (also nicht wir beide im speziellen) eigentlich für die Monogamie geschaffen seien. Wir redeten über Sex, über Treue  und wie jedes Mal fragte ich mich, warum ausgerechnet wir darüber reden - wo ich mir doch sonst lieber einen Knoten in die Zunge mache. Zumindest wenn mein Gesprächspartner mir gegenüber sitzt. Wenn er sich am anderen Ende des Kabels befindet, ist das was anderes.
Naja, nach netten, interessanten, verwirrenden, nachdenklich machenden und informativen zwei Stunden verabschiedeten wir uns voneinander.

Es folgte ein Weihnachtsmarktbesuch mit meiner Schwester, meinen beiden Lieblingsneffen und meinem Vater. Dort traf ich noch allerhand Bekannte und musste so zweimal meine Truppe suchen, die ich schließlich beim Stockbrot machen fand. Bis dahin hatte ich aber auch schon allerhand Geld ausgegeben und mir unter anderem eine neue Tasche (ich habs ja nicht so mit Schuhen...) aus LKW-Plane gekauft. Nebenbei bekam ich dann noch Aufträge für eine "Bauzeichnung" bezüglich eines weiteren Kinderzimmers (meine "ich will auf gar keinen Fall Kinder haben"-Schwester denkt über ein drittes Kind nach... irgendwas läuft in meinem Leben schief...) und Wintermützen für die Jungs, sowie Adventskalender (da habe ich zum Glück bis nächstes Jahr Zeit...). An Langeweile werde ich in nächster Zeit jedenfalls nicht zu leiden haben.

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch mal zu meiner Freundin ("Du musst nachher wiederkommen, dein Bruder wollte für dich kochen") zum Abendessen. Ich hatte dort meinen Anhänger geparkt, damit ich mit dem Ding nicht den ganzen Tag von A nach B fahren muss. Da traf ich dann noch eine weitere Freundin und hatte Mühe, dort wieder wegzukommen.

Und jetzt sitze ich wieder zu Hause auf dem Sofa und denke über den Tag nach. Und darüber, wie ich meine Halsschmerzen am schnellsten wieder loswerde. Morgen gehts in die Niederlande zum Weihnachtsmarkt :)

12.12.2016 um 14:22 Uhr

Blind Dates

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Nachdem ich eine "wahnsinnig erholsame" (Achtung: Ironie) Nacht hatte, in der ich mich zunächst stundenlang hustend von einer Seite auf die andere gedreht habe - erst im Bett und dann auf dem Boden weil ich dachte, mir würde auf hartem Untergrund der Rücken beim Husten nicht so weh tun (natürlich falsch gedacht) - bin ich also um halb 4 in der früh frustriert und heulend ins Wohnzimmer umgezogen und habe es mir mit zwei großen Kissen auf dem Sofa bequem gemacht, wo ich quasi sitzend immer mal wieder fünf Minuten gedöst habe. Dann um 7 Uhr mit einem megaschlechten Gewissen den Chef angerufen und mich für heute krank gemeldet - ich hasse es wirklich an Tagen, an denen es viel Arbeit gibt, krank zu werden. Klar, ich kann nichts dafür, aber so bin ich eben.

Vor gefühlten hundert Jahren, als ich jung und verzweifelt auf der Suche nach einem Mann war, habe ich mich öfter mal (okay, so oft nun auch nicht) mit Männern getroffen, die ich übers Internet kennengelernt habe. Ich bin heute noch überrascht, dass ich so mutig war mich darauf einzulassen, wo ich doch damals null Erfahrung mit Dates im allgemeinen und Männern im Besonderen hatte. Zugegeben, ich war dabei auch mal etwas unvernünftig, aber als halbwegs intellligenter Mensch ist man ja in der Lage, aus seinen Fehlern zu lernen und ich würde mal behaupten, dass das bei mir der Fall ist. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht.

Kommen wir also nochmal auf Luis und unser geplantes "Date", oder wie auch immer man das nennen will, zurück. Wir "kennen" uns jetzt schon fast ein Jahr und haben in der Zeit viel miteinander geredet (also, eigentlich haben wir ja geschrieben, aber das nur so am Rand). Natürlich bin ich dabei sehr ich selbst, denn ich glaube, dass man sich auf Dauer auch in einem Chat nicht völlig verstellen kann, habe jedoch wesentliche Fakten nicht erwähnt sondern großzügig umschrieben. Ich kann ja schlecht das winzige Kaff, in dem ich wohne, nennen wenn ich nicht will dass mich jemand in zwei Sekunden per megaschnellem Internet ausfindig machen kann. Ja, das ist jetzt etwas überzogen, aber ihr wisst schon, was ich meine. Genauso ist es mit meinem richtigen Namen. Dank meiner Eltern bin ich mit einem eher seltenen Vornamen ausgestattet und der, in Kombination mit ein paar wahrheitsgemäßen Fakten, führt bei google unweigerlich zu nutzbaren Treffern.
Also wie gesagt, wir kennen uns fast ein Jahr und haben in dieser Zeit ausschließlich im Chatroom miteinander geredet. Was allein deshalb schon faszinierend ist, weil es für unsere virtuellen Dates keine Möglichkeit gab, sie abzusagen. Wir haben uns eine Zeit lang mehr oder weniger regelmäßig getroffen - bis er jemanden kennengelernt hat. Eine Frau bei der es so aussah, als würde es zwischen ihnen was werden und wegen der er dann aus Gründen der Fairness, nicht weiter quasi-Dates im Internet haben wollte, was ich gut verstehen kann. Also wünschte ich ihm von Herzen alles Gute und drückte ihm die Daumen. Und da man in diesem Chatroom nur selten jemanden findet, mit dem man sich gut unterhalten kann, war ich eine ganze Weile nicht dort. Bis ich eines Tages so große Langeweile bekam, dass ich mich mal wieder dort einloggte. An dem Abend wurde ich dann (nachdem ich eine Menge Idioten kommentarlos weggeklickt hatte) von einem Unbekannten recht neutral-höflich angesprochen, der sich mich irgendwann fragte, ob die Schriftfarbe, ich ich im Chat benutze, früher mal blau gewesen sei. Das fand ich zwar eine merkwürdige (wenn auch berechtigte) Frage, die ich bejahte. Woraufhin er dann erklärte, dass er sich in dem Fall freuen würde, mich wiederzusehen. Ich stand aber sowas von auf dem Schlauch, bis er mich irgendwann mit meinem Tarnvornamen ansprach und dann seinen nannte. Kein Wunder, dass ich verwirrt war - er hatte sich einen anderen Chatnamen zugelegt... Da haben wir uns also nach über 5 Monaten wiedergetroffen.

Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass man in einem anonymen Chatroom jemanden wiederfindet, nach dem man nicht sucht?
Ich habe defintiv nicht gesucht, denn ich war ja davon ausgegangen, dass er inzwischen in einer mehr oder weniger glücklichen Beziehung steckt (bin halt eine Romantikerin).

Naja, jedenfalls treffen wir uns seit Anfang November hin und wieder und sind nun der Meinung, dass wir uns mal in "der Wirklichkeit" sehen wollen - wenn uns das Schicksal schon wieder zusammengeführt hat. Oder der Zufall. Whatever. Dafür haben wir uns einen neutralen Ort ausgesucht, einen sehr neutralen. Nicht nur einen öffentlichen Platz in seiner Stadt sondern einen öffentlichen Ort in einer Stadt, in die wir extra dafür fahren müssen. Und mit einem Plan B. Wenn er in der Realität doof ist, werde ich mich halt auf dem Weihnachtsmarkt vergnügen, das kann ich nämlich auch gut alleine. Aber vielleicht platzt das Treffen ja auch. Wir werden sehen.

Also keine Sorge, ich bin vorsichtig.

11.12.2016 um 22:02 Uhr

Einmal kurz in die Ecke stellen...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... und schämen.

Ich bin in letzter Zeit ein wenig in der Versenkung verschwunden - was hier auf dem Blog im Lauf der Jahre ja immer mal wieder passiert ist und wohl auch passieren wird, was aber auch dazu führt, dass sich Menschen, mit denen ich in engerem Kontakt stehe, Sorgen um mich machen. Und das will ich natürlich nicht. Ich werde versuchen mich zu bessern.

Was hab ich so gemacht?
Neben den üblichen Weihnachtsvorbereitungen wie Haus dekorieren, Plätzchen backen mit meinem 4jährigen Patenkind, Weihnachtskarten schreiben, Geschenke shoppen oder bei deren Auswahl verzweifeln und so weiter, habe ich mir ein paar Nächte mit einem jungen Mann namens Luis. Das ist, wie alle Namen hier, natürlich nicht sein richtiger und selbst wenn ich hier Originalnamen verwenden würde, könnte ich nicht sicher sein, dass er tatsächlich so heißt. Denn wir haben uns in einem Chatroom kennengelernt und jetzt verbringen wir viel Zeit mit quatschen oder damit, mit Worten zu spielen. Wir könnten echt gute Pornos schreiben, glaube ich. Und als wäre das nicht schon schräg genug denken wir gerade darüber nach, uns treffen. Einfach weil wir so neugierig darauf sind, wer auf der anderen Seite des Kabels sitzt. (Ja, ich weiß, wir haben alle W-Lan, aber dadurch geht in diesen Zeiten der Witz irgendwie verloren).

Seine Eltern wohnen (die Welt ist so klein manchmal) in einem ähnlich langweiligen (aber größeren) Kaff als ich, gar nicht weit von mir entfernt, während er sich in einer WG im Rheinland herumtobt. Er ist intelligent, kann sich gut ausdrücken, wir haben denselben Humor und er ist (Überraschung) deutlich jünger als ich. Wenn das so weiter geht werde ich irgendwann mal als "Cougar" bezeichnet (was immer noch besser ist als MILF - Wem das alles nichts sagt, bitte googeln) , auch wenn ich gar nicht auf der Jagd nach Frischfleisch bin - ich kann ja nichts davor dass ich die unerklärlicherweise anziehe.

Aber jetzt geh ich erstmal ins Bett, meine Erkältung lässt mich hoffentlich schlafen und verpisst sich dann heimlich...