ungebremst ins Chaos

16.01.2017 um 19:15 Uhr

Auferstanden von den (Halb)toten

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Endlich. Ich bin durch. Kein Husten, kein Schniefen, kein Schlafmangel - alles weg.

Also heute wieder zur Arbeit. Da bekam ich dann nach drei Stunden auch schon wieder frei. Chef sagt, ich soll langsam anfangen, und viel Arbeit ist gerade auch nicht. Da will ich mich mal nicht beschweren.

Am Donnerstag habe ich es tatsächlich zum Ikea geschafft. Und ein Bücherregal gekauft. Aber nur ein kleines. Ist leider schon wieder voll.
Am Freitag habe ich mich erstmal gemütlich durchkneten lassen (hach, so ne Massage ist schon was feines) und war danach bei "meiner" Christina, die mir die Haare schön gemacht hat. Sieht jetzt wieder nach Frisur aus :)

Am Samstag habe ich mir dann beim Mongolen so richtig den Bauch vollgeschlagen und gestern mit weight watchers angefangen. Nicht weil ich ein schlechtes Gewissen hatte wegen der Fressorgie am Samstag, sondern weil ich das mit dem Abnehmen irgendwie nicht hinbekomme wenn nicht irgendwer da ist, der mir ein wenig in den Hintern tritt bzw. mit mir mit "leidet" - und sei es nur virtuell.
Jaa, so weit ist es nun mit mir gekommen. Ich hab früher immer gesagt, ich würde nie, NIEMALS, weight watchers machen, weil die einem sooo viel Geld aus der Tasche ziehen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass es damals noch keine online-Variante gab. Jetzt zähle ich also Punkte, keine Kalorien (was die Dokumentation etwas mühsam macht) und auf meinem Instagram-Account wird es die nächsten Tage wohl foodspam geben.

Und "Sportfoto"-Spam. Endlich wieder meine Turnschuhe auf Fotos, direkt neben der GPS-Uhr und ein paar schönen Landschaftsbildern. Nach den letzten zwei Wochen juckte es mich nämlich dermaßen in den Füßen, dass ich direkt wieder laufen war. Also, so schnell man als Schildkröte eben läuft. Aber egal. Der Anfang ist gemacht. Und mit einem Hörbuch komme ich auch nicht in die Verlegenheit, schneller zu laufen als ich sollte. Wieder was gelernt.

Ich bin zufrieden. So kann's weitergehen.

09.01.2017 um 19:11 Uhr

Woche 2

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Letzte Nacht habe ich 6 Stunden geschlafen. Yay.
Ja, ich weiß, ihr denkt jetzt "ist doch nichts besonderes". DOCH. Das war immerhin so viel wie in den fünf Nächten davor zusammen.

Das Antibiotikum hat irgendwann am Samstag beschlossen, jetzt mal langsam seine Wirkung zu entfalten und seit dem geht es mit mir bergauf. Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich das letzte mal sooo krank war. Trotzdem habe ich mir heute freiwillig (!!!) noch eine Woche "gelben Schein" abgeholt, weil ich nämlich keine Lust habe, jetzt ein paar Tage zu arbeiten und dann mit dem ganzen Mist von vorne anzufangen. Mein Arzt hat anstandslos unterschrieben. Weil er mich nun schon ein paar Jahre kennt und weiß, dass es wohl ernst ist wenn ich mich freiwillig krank schreiben lasse. Ist ja auch so. Denn jetzt, wo es mir wieder einigermaßen gut geht (okay, Bäume ausreißen könnte ich jetzt noch nicht) wird mir zu Hause schon langweilig. Dabei gibt es hier echt genug zu tun. Aber Hausarbeit ist eben nicht so mein Fall.

Was also fange ich mit dieser Woche an?
Heute habe ich mich erstmal erholt. Denn nachdem ich eine halbe Stunde durch den Supermarkt gelaufen bin, war ich ziemlich kaputt. Eine Woche rumliegen ist halt nicht gut für die Fitness...

Morgen gehe ich in die Bücherei. Ein bisschen was für die Ohren ausleihen und stöbern. Außerdem muss ich eh in die Stadt, zur Krankenkasse, Arztpraxen müssen ja sparen und wie spart man besser als wenn man die Patienten selbst ihre Krankmeldung zur Krankenkasse schaffen lässt?

Dann muss ich wohl oder übel mal die restliche Weihnachtsdeko beseitigen. Und putzen. Und bügeln.... Ich hab jetzt schon keine Lust mehr.

Aber wenn es mir am Ende der Woche besser geht, mache ich zur Aufmunterung einen Shopping Ausflug zum Ikea. Und zum Friseur muss ich auch ganz nötig.

07.01.2017 um 15:54 Uhr

Unkraut vergeht nicht...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

... das sage ich seit Tagen als Mantra vor mich hin, wenn ich nach einer weiteren, überwiegend schlaflosen, Nacht wieder auf dem Sofa hänge und bei "Medical Detectives" döse bis ich mich um 7 Uhr zum Frühstücken zwinge weil die Mördertabletten, die mir mein Arzt verschrieben hat, mit Essen eingenommen werden sollen. Dabei hab ich nichtmal Hunger. Dazu kommen Hustenanfälle bei denen mein Mann immer aussieht als müsste er mir beim Sterben zugucken - zugegeben, das Gefühl hatte ich bis gestern auch noch, aber das könnte dem da oben so passen. Echt jetzt, meine Probleme löse ich schon selbst irgendwie, aber nicht in dem ich mich von einer Erkältungs-Bronchitis-beinahe-Lungenentzündung, oder was auch immer ich genau habe, dahinraffen lasse. Basta. Ach ja, übergeben musste ich mich auch. Nicht, dass das jetzt irgendwen interessieren würde, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es erwähnt haben.

Aber ich bin ja selbst Schuld. Als das vor drei Wochen angefangen hat, dachte ich, es würde reichen, drei Tage auf dem Sofa zu liegen und dann wieder zur Arbeit zu gehen. Falsch gedacht. Ich wurde es nicht so richtig los und als mein Mann kurz nach Weihnachten damit anfing, hat es mich gleich noch mal wieder richtig erwischt. Und in meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich "wird schon" und ging munter weiter arbeiten.
Dafür werde ich dann wohl Montag wieder beim Arzt sitzen und meine Krankmeldung verlängern lassen. Ich geh nicht wieder zur Arbeit bevor das jetzt nicht richtig weg ist. Vielleicht überlegt mein Chef sich ja dann, mir dieses Jahr vielleicht Weihnachtsgeld zu zahlen...

So, danke. Jetzt hab ich genug gejammert. Gleich lege ich mich auf die Couch und versuche ein bisschen zu schlafen. Habe mittlerweile ein Defizit von 18 Stunden wenn man davon ausgeht, dass ich in gesundem Zustand 7 Stunden pro Nacht schlafe. Und nachher muss ich nötig den WEihnachtsbaum von seinen Qualen erlösen, der lässt nämlich auch schon ziemlich traurig die Zweige hängen - wahrscheinlich fühlt er mit mir, sehr nett von ihm.

Über Nacht hat es geschneit, das hob meine Stimmung ein wenig als mein Mann heute morgen die Vorhänge mit einem "Guck mal" aufzog. Und später habe ich mich todesmutig in Jacke und Schal gehüllt und bin einmal durchs Dorf gelaufen - bevor ich vom ganzen auf der Couch sitzen und langweilige Sachen im TV sehen noch richtig durchdrehe. Ich bin für's pure faulenzen einfach nicht geschaffen. Aber mein Gehirn fängt so langsam wieder an zu arbeiten - ich hatte schon Angst, dass die Antibiotika (Elefantendosierung) mir die Birne matschig machen. Andererseits sollen Kreative ja erst im Wahn richtig gut arbeiten.... Hm, Interessenkonflikt.

Wie auch immer, euch ein schönes und krankheitsfreies Wochenende.

02.01.2017 um 14:56 Uhr

Erste Schritte in 2017

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Meine ersten Schritte führten mich, nach einem Frühstück bei meinem Vater und einer ausgiebigen Massage von einem guten Freund (ich war lange nicht so entspannt), auf den Fußballplatz.

Ja, genau. Auf DEN Fußballplatz. Wo ich vor gefühlten hundert Jahren jedes zweite Wochenende am Spielfeldrand stand und meinen Jungs zugejubelt habe. Die Jungs sind, ebenso wie ich ein wenig älter geworden, aber obwohl ich nun schon seit einer Weile weg bin, ist es dort fast noch so als würde ich regelmäßig dort vorbeischauen. Da bekommt man halt einen liebevollen Rüffel weil man so eine treulose Tomate ist, flachst mit den Jungs rum und steht am Spielfeldrand bis einem die Füße beinahe abfrieren. Aber Traditionen soll man ja pflegen.
Es ist schon irre, was aus dem Verein geworden ist. Früher haben meine Jungs sich mühsam zu 11 zusammengefunden um ein Spiel zu bestreiten, heute gibt es 2 Herrenmannschaften und diverse Mädchenmannschaften (alles durch das Engagement der Jungs). Die Hütte war voll, es gab Glühwein, Punsch und Kakao, Bratwurst und Waffeln - und natürlich Kaltgetränke, aber wer will die schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Richtig ernstzunehmender Fußball wurde natürlich nicht gespielt, Spaß gemacht hat's trotzdem.
Ich vermisse die Jungs. Manchmal.

Heute war ich dann bei meiner Freundin, um ihr einen "Neujahrsbesuch" abzustatten. Bei ihr wurde im letzten Jahr Fibromyalgie festgestellt, das ist eine Krankheit bei der man Muskel- und Gelenkschmerzen an mehreren Stellen im Körper hat, die mal mehr und mal weniger stark sind. Es war echt ein Schock das zu hören (für sie war es natürlich noch viel schlimmer, wobei sie sagt, dass sie jetzt wenigstens eine Erklärung dafür hat, was mit ihr los ist), gerade weil sie immer so voll Energie und Tatendrang war - und es eigentlich noch ist, aber halt nicht mehr so kann wie sie will. Schmerzen werden durch Stress ausgelöst und dabei ist es egal ob der Stress positiv oder negativ ist. Zu viele Menschen auf einem Haufen zum Beispiel mit höherem Lärmpegel und Durcheinandergequatsche. Also nix mehr mit Partys - oder zumindest nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Naja, jedenfalls wollte ich einfach mal mit ihr reden und vor allen Dingen auch wissen, wie ich denn nun damit umgehen soll. Mich machen so extreme Krankheiten ja immer unsicher und da ich sie schon so lange kenne (und vor allem eine gute Freundin sein will) habe ich einfach mal gefragt. Sie wünscht sich, wie vermutlich die meisten die krank sind, dass sich alle anderen möglichst "normal" benehmen und mit einer kranken Freundin klarkommen ohne ständig mitleidig "Wie gehts dir?" zu fragen. Ich glaube, das kriege ich hin, ich meine, ansonsten ist sie ja noch genauso bescheuert wie vorher - also, im positiven Sinne natürlich.
Das Verrückte war, als sie mir erzählte dass sie lernen muss mit der Krankheit zu leben und zu sehen, wie sie damit glücklich wird, kamen mir die Tränen weil ich das alles natürlich irgendwie ganz schön schrecklich finde und mich gleichzeitig geschämt habe weil meine Probleme im Vergleich zu ihren ja echt winzig sind. Das ist doof, ich weiß, denn für jeden Menschen sind ja seine eigenen Probleme die schlimmsten und man sollte sie nicht vergleichen (selbst wenn es einem manchmal ein wenig hilft sich besser zu fühlen). Und da sagte sie zu mir, ich müsse auch lernen wie ich glücklich werde. Da kann man mal sehen, was ich für eine coole beste Freundin habe.