ungebremst ins Chaos

18.02.2017 um 21:01 Uhr

Die Rennschnecke ist auf dem richtigen Weg

von: blacksheep   Kategorie: überraschend positiv

Am Donnerstag war meine  Erkältung so weit verschwunden, dass ich mich wieder sportelnd nach draußen wagen konnte. Ein paar Sonnenstrahlen ließen sich auch blicken, also in die 3/4-Laufhose und los. Der Wind war kalt und blöd (weil von Osten), die Strecke war nicht so lang wie gehofft (6,5km) aber okay. Ich war laufen.

Gestern habe ich dann mein Wochenende (1 Tag frei) äußerst beschäftigt hinter mich gebracht, aber ein Frühstück mit ner Freundin war auch noch drin. Abends hatten wir dann den vorletzten Wettkampf im Freihandschießen. Auf den hatte ich mich total gefreut, weil ich am Montag beim Training ja mein Rekordergebnis geschossen hatte. Natürlich habe ich beim Wettkampf mal wieder total in den Sack gehauen. Schlechtestes Ergebnis ever. Sad

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, juckte es mir schon wieder in den Füßen. Die wollten Laufen. Der Rest von mir eher weniger. Grauer Himmel, kein bisschen Sonne zu sehen. Von den Temperaturen her okay, aber dieses Grau... Eher deprimierend als motivierend. Dummerweise war da dieses 10km Wochenziel...
Mein Verstand kämpfte gegen meinen äußerst hartnäckigen inneren Schweinehund. Auch noch als ich schon in Laufklamotten vor der Tür stand. Da war es plötzlich kälter als ich dachte und die Aussicht auf kalten Wind am Deich ließ meine Motivationskurve steil nach unten fallen. Ich zog einen Kompromiss mit meinem inneren Schweinehund in Erwägung 8km, wenn es mit dem Wind zu schlimm ist 6km. Zufrieden mit dieser Idee, lief (schlich) ich los. Auf dem Weg zum Deich pfiff mir der kalte Wind um die Ohren, aber am Deich selbst war es windstill und beinahe ideal zum Laufen. Und nach etwa 3 Kilometern kam plötzlich meine Motivation um die Ecke. Nix Kompromiss 5km - nix 8km. Ich hatte die 10 im Kopf.
Und als ich zu Hause ankam, hatte ich sage und schreibe 11,8 km auf der Uhr stehen. Ein km-Sprung von 5 Kilometern und sogar die Geschwindigkeit war besser als die letzten Male. Ich bin jetzt noch fassungslos vor Begeisterung. HappyNachdem ich vorgestern noch skeptisch war, ob es wirklich realistisch ist, jetzt noch über den Halbmarathon in Hannover nachzudenken, bin ich mir spätestens jetzt sicher, dass es klappen kann. Ich hab noch fast 7 Wochen um mich auf 18 raufzuarbeiten - der Rest geht dann von selbst. Hat letztes Mal auch funktioniert. Ich weiß, dass ich das schaffen kann. Vorausgesetzt, meine Gesundheit macht mit.

Daumen drücken. Läuft bei mir.

14.02.2017 um 19:30 Uhr

Liebe Viren...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... sucht euch verdammt nochmal jemand anderen, den ihr nerven könnt!!!

So, das musste jetzt mal gesagt werden. Denn nachdem ich ja nun gerade zwei Wochen gesund war, hat es mich nun wieder erwischt. Nebenhöhlen dicht, Kopfschmerzen, leichte Schniefnase, trockener Hals. Ich kann so nicht arbeiten  trainieren. Und dabei wollen meine Beine gerade nichts anderes als Laufen. Ein Gefühl, dass ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr hatte - sonst wollte immer nur ein Teil meines Kopfes aber der Körper hat gestreikt. Aber wenn es wirklich "nur" eine Erkältung ist, kann ich wohl Ende der Woche mal einen 10km Lauf in Angriff nehmen. Den Winterlauf letzten Samstag habe ich ausfallen lassen, weil da das mit der Erkältung anfing - also keine Urkunde für mich dieses Jahr :(

Genug gejammert. Es ist ja nicht so, dass alles immer nur doof ist.
Als fleißiges Mitglied unseres 2-Mann-Frau-Festkommittee habe ich schonmal die ersten Preise für die Tombola in unserem Gästezimmer gebunkert. Unser Kassenwart-Gentleman hat vorhin extra für mich den Karton von seinem Haus zu unserem getragen (weil ich keine Lust hatte, mit dem Auto die 20 Meter zu ihm zu fahren)... und am Freitag gehts dann zum Preise-Shopping.

Mein Outfit für den Winterball steht auch schon - jedenfalls die Schuhe. Und ich hab den Postboten nicht mal taub gekreischt als er am Samstag das Zalando-Paket brachte :D

Und nicht zuletzt gestern Abend. Ich hatte mal so viel inneren Frieden in mir, dass ich mein bestes Freihand-Schießen ever abgeliefert habe. Wenn das so weitergeht bin ich im nächsten Jahr nicht im Verliererteam (das traditionell das Saisonabschluss-Grillen ausrichten muss). Hauptsache das funktioniert am Freitag nochmal - da ist nämlich Wettkampf. Aber ich geh morgen nochmal trainieren - bin ja jetzt voll mit positiver Energie, zumindest was das Schießen angeht.

13.02.2017 um 15:32 Uhr

So siehts aus.

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Gestern hatte ich ein ernstes Gespräch mit meinem Mann. Wobei es natürlich so war wie immer, nämlich dass ich meistens geredet habe und er nicht wusste, was er dazu sagen soll. Ich habe mal wieder einen Versuch unternommen ihm klar zu machen, dass die Situation, in der wir uns befinden (auf deutsch gesagt) scheiße ist und dass ich keine Lust darauf habe, die nächsten 40 Jahre so weiter  zu machen. Beziehungsweise dass ich das nicht kann. Dass ich hier keine Luft kriege, mich eingeengt und allein fühle und dass ich mich selbst nicht mehr leiden kann, so nörgelig und zickig wie ich geworden bin.

Klar hat ihn das getroffen und irgendwo tut es mir ja auch weh, dass alles so ist wie es ist, aber es ist ja nunmal so.

Und ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nachdenke, auszuziehen.

Ich komme mir wirklich vor, wie das letzte Arschloch. Ich hasse es, andere Menschen unglücklich zu machen, Aber auf Dauer selber unglücklich zu sein ist auch scheiße. Und ich meine, er kann doch nicht ernsthaft wollen, dass wir so weitermachen bis an unser Ende. Mit getrennten Schlafzimmern, ohne Sex, abends in getrennten Zimmern zu sitzen und sich sonntags mal zum Frühstück zu treffen. Das ist doch kein Leben.

Irgendwie ist das alles echt kompliziert. Ich meine, objektiv nach Faktenlage könnte man sagen: So und so ist es, also muss man dies und jenes tun um die Lage zu verbessern. Wenn aber alles, was ich weiß ist, dass ich so nicht weiter machen kann aber keine Ahnung habe, wie es weiter gehen soll.

In Filmen kommt dann immer der gutaussehende Mann mit dem man ein neues Leben anfangen kann. Wenn ich an diesem Punkt ankomme, freut sich mein Unterbewusstsein tierisch, denn dann kann es mir wieder mit unnützen Gedankenströmen bombardieren in denen Jan die Hauptrolle spielt. Ich will gar nicht daran denken, weil es ja eh zu nichts führt, aber je mehr ich nicht daran denken will umso hartnäckiger passiert das Gegenteil. Das ist wie wenn man sich verbietet, Schokolade zu essen. Dann will man plötzlich nichts anderes. Womöglich werde ich irgendwann doch noch verrückt. Dafür werde ich aber eine schlanke, sportliche Verrückte mit einem ordentlichen Haushalt. Super, oder?

Mein Humor funktioniert noch, darauf lässt sich aufbauen. Aber jetzt muss ich erstmal den heutigen Abend überleben. Ich muss nötig an meiner Treffsicherheit auf dem Schießstand arbeiten, da am Freitag mal wieder ein Wettkampf ansteht und ich wenigstens einmal besser sein will als Tick. Und für den Fall, dass Jan auch dort auftaucht, kann ich auch gleich noch an meinem inneren Frieden arbeiten...

08.02.2017 um 15:15 Uhr

Frühjahrsputz

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

In Anbetracht der Tatsache, dass schon den ganzen Tag vereinzelte Schneeflocken vom Himmel rieseln, scheint die Sache mit dem Frühjahrsputz etwas "früh". Aber es gibt genau zwei Dinge, die mein hyperaktives Hirn zum Stillhalten bringen.

Sport und Putzen.

Aber es es, erstens, draußen a....kalt ist und ich, zweitens, ja nicht stundenlang Sport machen kann, ist Putzen das Mittel der Wahl. Außerdem hat das den unbestrittenen Vorteil, dass ich meinen chaotischen Haushalt dadurch hoffentlich so langsam mal wieder in einen halbwegs adäquaten Zustand versetze.

Ich bin ein Hamster. Ich habe eine Menge Ramsch, den ich eigentlich nicht brauche, aber trotzdem angeschafft habe, und ich bin furchtbar schlecht darin. dieses Zeug wieder loszuwerden. Allerdings hab ich so Phasen, in denen ich das Gefühl habe, das dieses ganze Zeug mich erdrückt und dann kann ich ganz prima überall riesige Müllsäcke aufstellen und sie füllen. Ich bin gerade in dieser Phase. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass diese Phasen sich in letzter Zeit häufen und das ein untrügliches Zeichen meines Unterbewusstseins ist, dass sich etwas ändern muss.

Lady_bright hat unter meinem Montagspost kommentiert, ich soll meinen Frieden machen mit der Art und Weise, wie Jan versucht mit der Situation klarzukommen und wahrscheinlich hat sie damit Recht. Wahrscheinlich putze ich hauptsächlich deshalb. Weil es keinen Knopf gibt, den man drücken muss um diesen Zustand zu erreichen. Die Buddhisten würden sagen, dass Meditation hilft, aber ich kann nicht meditieren. Still sitzen, um mich herum Stille - da werde ich höchstens verrückt.
Würde es mir leichter fallen wenn... Nein, wahrscheinlich gibt es nichts was es mir leichter machen würde. Ich meine, ich kann ja auch immer noch nicht so ganz glauben, dass er sich tatsächlich irgendwie in mich verguckt hat.

Manchmal denke ich, dass ich mitten in einem dieser verrückten Träume stecke.
Aufwachen wäre nicht verkehrt.
Kann jemand mal den Wecker stellen?

07.02.2017 um 14:38 Uhr

Schweinehund besiegt :)

Als ich heute morgen aufwachte, war ich fest entschlossen, heute Abend zur Laufgruppe zu gehen und das erste Mal seit einer Ewigkeit mal wieder in der Gruppe zu laufen. Und dann kam ich nach draußen...

BRRRRRR.

Ich fuhr zur Arbeit und dachte, naja, wenn die Sonne rauskommt kann man es schon irgendwie aushalten. Ich hatte die Vormittagsarbeit fertig, fuhr nach Hause und keinen Sonne in Sicht. Draußen waren gefühlte minus 15 Grad.

Gefühl: Bäh, viel zu kalt. Ich mache es mir einfach auf der Couch bequem im Wohnzimmer ist es noch so schön warm. Und heute Abend ist es bestimmt noch viel kälter. Ich kann ja auch Donnerstag noch Laufen gehen.

Kopf: Hör auf rumzujammern. Bei minus 5 Grad biste letztens auch noch gelaufen. Und überhaupt, wie willste denn den Halbmarathon schaffen, wenn du nicht fleißig trainierst, hä?

Hm. Schwere Entscheidung. Rein in die Laufklamotten. Funktionsunterwäsche, Langarmshirt, Weste, übergroßes T-Shirt drüber. Halstuch, Mütze. Hose, Schuhe. mp3-Player. Handschuhe. GPS-Uhr. Raus vor die Tür.

BRRRRRRRRRRR.

Ich. will. wieder. rein.

NEIN.

Uhr an, losgerannt. Okay, gekrochen. Aber egal.

Es war soooooo kalt.

Und ich war nach 6 Kilometern wieder zu Hause.

Ich bin dann mal eben stolz auf mich Fröhlich

06.02.2017 um 22:36 Uhr

Mimimi - Montagsjammerer

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Nachdem der Tag heute trotz Beerdigung eigentlich ganz okay war und meine Gemütslage eigentlich auch, machte ich mich pünktlich auf den Weg zum Schießstand um dort für meinen Mann die Standaufsicht zu übernehmen. Der hat es nämlich vorgezogen, zu einer Versammlung inklusive Schnitzel zu gehen. Also, nicht dass ich neidisch wäre wegen der langweiligen Versammlung oder der Schnitzel - ich hätte den Abend einfach gerne mit einem Buch auf der Couch verbracht. Aber ich kann ja so schlecht "nein" sagen...

Mit Buch, Handy und Schreibkram ausgestattet, saß ich in der zugigen Bude und sagte mir, dass ich die zwei Stunden wohl irgendwie überstehen würde und begann zu lesen. Die erste Stunde war relativ ruhig, doch dann kamen Tick, Trick und Track (drei Brüder, deshalb die Namen), es wurde unruhig, wir flachsten ein bisschen rum, die Jungs lästerten ein wenig und dann kam es, wie es kommen musste.

Jan.

Ich riskierte einen kurzen Blick und fand, dass er ein wenig... lädiert aussah. So wie ich wenn ich gerade einen schlechten Tag hinter mir habe. Oder mehrere. Und  er sah schlanker aus als ich ihn in Erinnerung hatte. Nicht, dass das wichtig wäre, es ging mir in dem Moment nur durch den Kopf.

Die Jungs schossen, dann gab es Bier. Es hätte ganz nett sein können. Es war ganz nett. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Jan immer noch nicht in der Lage ist, mich anzugucken geschweige denn mit mir zu reden wenn jemand anderes im Raum ist. Also, ich meine, nicht dass ich ständig von ihm angesehen oder unterhalten werden möchte. Aber wie Luft behandelt zu werden ist... ich würde jetzt gerne "scheiße" sagen und wütend sein, aber die Wahrheit ist, dass es einfach nur weh tut.

Ich weiß, es ist ein miserabler Vergleich und wahrscheinlich habe ich mich früher über Juli ähnlich aufgeregt oder mich verletzt gefühlt, aber Juli hat wenigstens mit mir geredet. Auch wenn mir das, was er gesagt hat, nicht immer gepasst hat. Bei Jan habe ich den Eindruck, er rennt vor mir weg. Er gibt mir das Gefühl, ein echt schrecklicher Mensch zu sein mit dem man es kaum in einem Raum aushält.

Glücklicherweise hatte mein Laufkumpel Jens ein bisschen langeweile und wir haben uns lustige Emoji-Whatsapp-Nachrichten geschickt. Manchmal kommen Lichtstrahlen aus Ecken, in denen man sie nicht vermutet :)

04.02.2017 um 22:02 Uhr

Es geht aufwärts

von: blacksheep   Kategorie: überraschend positiv

oder abwärts, je nachdem welches Thema behandelt wird. Aber in beiden Fällen kann ich dem durchaus Positives abgewinnen.

Fangen wir also mit "abwärts" an. Dahin geht nämlich mein Gewicht. Jaaa, ich weiß. Abnehmen ist wahrscheinlich das am meisten breitgetretenste (?) Thema der Welt, aber was soll ich machen. Ich bin halt zu schwer (zu dick würde ich nicht sagen, denn ich finde nicht, dass ich dick aussehe - aber das finden manche Dicke auch nicht. Und jetzt schäme ich mich mal kurz falls ich jemanden diskriminiert haben sollte...) und finde, das meine Waage mal freundlichere Zahlen anzeigen sollte. Und obwohl ich nur semi-diszipliniert bin schaffe ich dieses weight watchers Ding irgendwie ganz gut.
Die Kilos purzeln jedenfalls. Auch wenn es keinen interessiert.

Aufwärts gehts auch. Mit meiner Stimmung zum Beispiel. Auch wenn es insgesamt gesehen nur ein MÜ oder so ist. Depressionen kriegt man halt nicht unter Kontrolle in dem man sagt "Ey, Depression, ich hab gerade keinen Bock auf dich, also verhalt dich ruhig". Glücklicherweise bin ich ja nur ein bisschen gestört, damit kann ich mich arrangieren. Wenn mein Geist nicht gerade voll aktiv ist während mein depressiv-bleischwerer Körper nicht vom Sofa hochkommt obwohl das "doch echt nicht so schwer ist mal eben aufzustehen und die Spülmaschine auszuräumen" komme ich damit natürlich nicht so klar - verständlicherweise. Aber diesen Winter habe ich dann mal eben ohne Gute-Laune-Pillen überstanden, auch wenn Weihnachten deshalb etwas gelitten hat und die Ordnung im Haus sowieso und meine persönliche innere Ordnung auch und mein Sport und... naja, wie das halt so ist. Egal. Keine Pillen ist super. Dann heule ich halt mal grundlos vor mich hin. Sieht ja meistens keiner.

Aber jetzt geht's auch sportlich bergauf. Noch ein paar selbst-in-den-Hintern-Tritte und ich werde wieder zur Rennschnecke - jedes Wochenende auf einer anderen Piste. Verdammt nochmal, ich will doch nach Hannover, da wird's Zeit dass ich mich unter Kontrolle kriege.

Ich lese fleißig Bücher, mein Kopf ist voller kreativer Dinge aber irgendwie hat der Tag gefühlt nur 8 Stunden von denen ich 3 arbeite, 4 schlafe und in der übrigen alles andere versuche.

Wie sagte Juli neulich noch? Er hätte gerne mal die Möglichkeit auf einen Pause-Knopf zu drücken und sein Leben anzuhalten. Einfach nur um mal in Ruhe das zu tun, worauf er wirklich Bock hat und dabei nicht das Gefühl haben zu müssen, dass er was verpasst. Wenn er ihn findet, kann er mein Leben gleich mal mit anhalten.