ungebremst ins Chaos

29.04.2017 um 00:41 Uhr

"Nein, du gehst noch nicht nach Hause"

Und weil ich ja so schlecht nein sagen kann, sitze ich nach ein paar Flaschen Bier (deutlich mehr als ich wollte) hier auf dem Sofa. Ich muss mich noch ein wenig runterfahren, weil es echt wahnsinnig anstrengend ist, mit Leuten zusammen zu sitzen, denen man gar nicht über den Weg laufen will und trotzdem so tut als wäre alles in bester Ordnung.

Ja, ich bin bescheuert.
Ja, ich bin womöglich ein wenig sehr masochistisch veranlagt weil ich diese Situationen nicht meide, aber...
Ich kann mich ja schlecht vom Leben ausschließen, nur weil ER dort auftauchen könnte wo das Dorfleben tobt.

Jan.

Ich solllte in meinem angetrunkenen Zustand auch nicht als erstes zum PC greifen, aber so ist es nunmal. Das wahre Leben. In dem man sich bei niemandem auskotzen kann wenn es um bestimmte Dinge /Personen geht. Wer es hier nicht lesen will, der kann meine wiederkehrenden Selbstbemitleidungen ja wegklicken.

Ähm....

Eigentlich bin ich eher... ich weiß nicht... Ich rede mir ja so gerne ein, dass das alles leichter wäre, wenn Jan sich so benehmen würde, wie vor dem Tag X. Als er noch unbefangen mit mir geflirtet hat ohne darüber nachzudenken ob irgendwer hinterher denken würde, dass mehr dahinter steckt. Aber wäre es dann wirklich leichter oder würde ich mich dann fragen ob es nicht eigentlich anders hätte sein sollen/können/müssen.

Ich bin gerade im Kopf etwas durcheinander vom Alkohol. Also lest am besten nicht wie ich versuche meine vernebelten Gedanken in irgendeine annähernd logisch klingende Reihenfolge zu sortieren. Trotzdem danke fürs Durchhalten. Ich wollte seit etwas weniger als 3 Stunden von der Versammlung nach Hause. Nur nebenbei zur Info. Aber meine Freundin war dagegen und - wie gesagt - ich kann so schlecht "Nein" sagen.

Mir fehlt Jan irgendwie. Das ist schräg, oder? Ich meine, er benimmt sich seit dem Tag X wie ein... keine Ahnung wie ich das nennen soll... und ich habe mich so oft darüber aufgeregt, dass ich einfach mal einen Haken hinter die Sache machen sollte, weil er es womöglich nie wieder schaffen wird, halbwegs unbefangen mit mir umzugehen. Seufz. Er fehlt mir trotzdem. Und er hat mich heute schon wieder so angesehen. Als ob ich ihm auch irgendwie fehlen würde. Oder als ob er sich fragen würde ob... keine Ahnung. Eine Mischung aus allem Möglichen.

Und Sonntag ist Maibaumparty die 1. - So als neue Dorftradition. Er wird bestimmt dasein. Ich werde meine masochistische Seite rauslassen und hoffentlich einigermaßen unbeschadet aus der Nummer rauskommen...

Ich sollte keinen Alkohol trinken...

28.04.2017 um 12:05 Uhr

"Wunderheilung"

Seit gestern weiß ich, wie eine Fliege sich fühlt, wenn man ihr ein Bein ausreißt. Also, nicht, dass ich sowas jemals gemacht hätte (mal abgesehen davon, dass ich Fliegen nicht quäle sondern gleich anständig vernichte, hatte ich auch nie dererlei "Forschungsambitionen"). Jedenfalls habe ich ja schon seit einer Weile mit Rückenschmerzen zu kämpfen, die in den letzten Wochen so  zugenommen haben, dass ich nicht mal mehr wusste, wie ich ins Auto steigen, gesechweige denn da wieder rauskommen sollte. Ich konnte mich nicht mal mehr umdrehen ohne dass es weh tat und überhaupt wollte ich mich am liebsten gar nicht mehr bewegen.
Wie auch immer, nachdem vorgestern mein Orthopäde schon offen Ratlosigkeit geäußert hat, war ich gestern zur Physiotherapie und dort ausnahmsweise mal bei einem anderen Therapeuten. Der stellte mir dann ein paar Fragen und hatte eine Idee. Um herauszufinden ob er damit richtig lag, sollte ich mich dann erst gerade hinstellen und mich dann nach vorne beugen bis die Finger den Boden berühren. Haha. Ich kam gerade mal zwei Zentimeter weit - ohne Schmerzen.
"Aha", sagte er, "das dachte ich mir. Aber das kriegen wir wieder hin."
Ja, klar, dachte ich, in fünf Minuten oder was? Aber okay, ab einem gewissen Schmerzgrad wächst die Verzweiflung und man probiert ja alles mögliche aus in der Hoffnung, dass es hilft. Also legte ich mich auf die Liege, hielt mich - wie angesagt - mit beiden Händen fest. Er zog mit einem ordentlichen Ruck an meinem Bein, es knackste, ich fühlte mich wie eine mishandelte Barbiepuppe und schrie vor Schmerz laut genug, dass man mich sogar im Wartezimmer hörte...
Aber... Trommelwirbel....
Ich kann mich wieder normal bewegen. Es tut zwar noch weh, aber das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass der Nerv, der eingeklemmt war, sich ordentlich entzündet hat. Also nehme ich jetzt noch ein paar Tage Ibuprofen und freue mich wie ein Schnitzel, dass es besser ist :)

20.04.2017 um 21:07 Uhr

Osterurlauber

Nach drei Tagen "full house" (mein Vater und meine Schwester samt ihrer 2 Jungs waren da) ist es nun wieder still hier. Zu still, wie ich finde. Schon seltsam wie schnell man sich daran gewöhnt viele Menschen um sich zu haben. Okay, Ostermontag hätte ich alles drum gegeben, mich mal zwei Stunden hinlegen und schlafen zu können weil ich so k.o. von der Arbeit und den ganzen Vorbereitungen (einkaufen, kochen, backen, putzen) war und mir 10 Leute auf einmal zu Besuch im ersten Moment doch etwas zu voll war, aber auf der anderen Seite habe ich es auch sehr genossen.

Patenkind Nummer 2 und 3 haben sich (nach 5 Minuten beschnuppern) super verstanden und die ganze Zeit zusammen gespielt und mir  brach fast das Herz als Patenkind Nr. 3 geweint hat als er nach Hause musste. Ja, gegen die braunen Kulleraugen in Kombination mit Krokodilstränen bin ich machtlos...
Abends haben wir dann den Tisch leergeräumt und den Neffe Nr.1 (=Patenkind Nr.2) vor den PC gesetzt (Feuerwehrmann Sam Filme auf youtube vor dem Schlafen gehen) damit wir Erwachsenen (also 3 Erwachsene und ich, da meine Schwester so treffend bemerkte, dass ich ja wohl nie richtig erwachsen geworden sei *sehrrichtig!*) in Ruhe "Die Siedler von Catan" spielen konnten. Immer wenn ich kurz vorm Gewinnen war, war jemand anders vorher fertig *grrrrr*

Dienstag hatte ich frei und wir haben einen Familienausflug in den Tierpark gemacht. Beste Idee ever. Okay, die Tante musste wirklich ÜBERALL raufklettern,  weil Neffe Nr.2 ja immer seinem großen Bruder hinterher musste "ich kann das schon" und er ja vor NIX Angst hat.  Okay, die Ziegen im Streichelzoo waren ihm nicht ganz geheuer, aber im Gegensatz zu seinem großen Bruder hat er sich immerhin mit reingetraut und hat auch nicht geheult - er guckte nur etwas skeptisch. Ich hingegen hätte noch Stunden die Babyziegen füttern können (die Familie war dagegen...). Aber die Jungs mussten auf den Spielplatz (also die Tante auch...). Auf dem Rückweg wollten die Jungs dann, dass ich bei ihnen hintensitze. Unbedingt. Und was machen die Zwerge dann? Richtig. Die schlafen einfach :D
Zu Hause haben wir die dann in die Badewanne gesteckt. Und während Mutti halbentspannt auf dem Badezimmerfußboden saß, war die Tante damit beschäftigt, Kinder zu bespaßen, zu waschen, abzutrocknen und ihnen beim Zähne putzen zu helfen. Was bei einem 2jährigen, der die ganze Zeit lacht und erzählt nicht gerade einfach ist.
Neffe Nr.2 ins Bett und Neffe Nr. 1 durfte wieder Feuerwehrmann Sam gucken und für den Rest wieder "Spieleabend". War genau mein Tag, ich hab alle 3 Runden gewonnen :D Davon muss ich die nächsten Jahre zehren, wer weiß, wann ich das nächste Mal gewinne...

Während ich dann Mittwochvormittag gearbeitet haben, hat sich meine Familie im Schwimmbad vergnügt und war pünktlich zum Mittagessen zu Hause. Für die Jungs und meine Schwester gab es Nudeln mit Tomatensoße und für meinen Vater und mich Kartoffeln, Frikadellen und Gemüse. Okay, für den Kleinen gab es alles. Der will nämlich grundsätzlich alles, was die anderen auch haben. Ich bin ja echt froh, dass die beiden so unkompliziert sind, wenn es ums Essen geht.

Jetzt habe ich also wieder ein leeres Haus und keinen zum Spielen... Doof. Zu zweit macht "Siedeln" nämlich gar keinen Spaß. Aber die nächsten Tage bin ich ja sowieso damit beschäftigt, hier aufzuräumen und drei Tonnen Wäsche zu waschen. Mal sehen wie lange ich es dieses Mal schaffe, so viel Ordnung zu halten.

10.04.2017 um 14:48 Uhr

Halbmarathon Finisher!

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Während Tausende den Hannover Marathon vor dem Fernseher oder live in den Straßen von Hannover verfolgt haben, gehörte ich zu den über 9000 Läufern, die über die Halbmarathondistanz an ihnen vorbei liefen. Schon nach weniger als einem Kilometer habe ich mich gefragt, wieso ich diesen Sch.... eigentlich mache. Die Sonne brannte gnadenlos auf uns herunter, mein Knie zwickte und ich musste ständig an die Blase denken, die ich mir am Vortag an den Fuß spaziert hatte. Aber es half ja nichts, aufgeben war keine Option. Jedenfalls nicht kurz vorm Kollaps.
Also schob ich mich Läufer um Läufer nach vorne - ich hab ja nichts gegen Walker aber ich finde, wenn der  Halbmarathon nur für Läufer ausgeschrieben ist, dann sollte er auch überwiegend gelaufen werden, egal wie langsam - und hangelte mich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Ich hab ja von meinem ersten (und bis gestern einzigen) Halbmarathon gelernt und nicht erst nach 10 Kilometern angefangen zu trinken.
Nahezu überall gab es Zuschauer, was auf der einen Seite zwar schön war, auf der anderen Seite hätte ich aber auch gerne für 1-12 Kilometer meine Ruhe gehabt. Die ganze Zeit mehr oder weniger zu Lächeln war echt anstrengend, aber es sollte ja nicht so aussehen als würde ich mich quälen *lol*
Letztendlich bin ich mit einer neuen persönlichen Bestzeit über die Ziellinie gekommen (6 Minuten!) und es wäre wohl noch besser gewesen wenn es nicht so warm gewesen wäre und ich nicht ständig nahezu gekrochen wäre um sämtliche Kinder abzuklatschen, die den Läufern ihre Hände entgegen streckten. Die sind ja fast so unermüdlich wie die Läufer und ich finde, dass sollte belohnt werden.
Die Massage danach war allererste Sahne, ich hab fast keinen Muskelkater :) Dafür aber einen amtlichen Sonnenbrand (sieht etwas schräg aus mit dem weißen Streifen auf der Stirn, wo das Schweißband war...) und eine weitere Blase am Fuß.

Wie auch immer. Ich hab's geschafft.
Zeit die Füße hochzulegen, die Medaille zu bewundern und sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.



Ääähm. Halt.
Geht ja nicht.
Irgendsoein verrückter Instagram-Verfolger hat mich zu meiner nächsten Schandtat verpflichtet...

Nennt sich "die 7 Rheinbrücken Challenge" - heißt man überquert laufend 7 Rheinbrücken und läuft dabei stattliche 27 Kilometer.

Und dann ist da noch mein Lieblingsläuferkollege, der gerade dabei ist, mir einen Marathon für nächstes Jahr aufzuschwatzen - mal sehen wie lange ich mich dagegen noch wehren kann...

Aber heute lege ich jetzt echt nur noch die Füße hoch :)