ungebremst ins Chaos

23.05.2017 um 23:05 Uhr

Ikea deprimiert mich...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

WAAAS?
Aber IKEA ist doch der inspirierendste Laden, den Frauen im allgemeinen und ich im Speziellen immer wieder gerne aufsuche (und leerkaufen würde).

Ja, aber im Ikea wird gerade ordentlich umgebaut - für neue Wohninspirationen - es gab also fast gar nix zu sehen. Das ist schonmal der Anfang.
Mann ey - so eine Scheiße.

Aber gut, denke ich, genieße ich also das, was ich noch zu sehen bekomme...
... Esszimmer mit gedecktem Tisch für 6 Personen - hm, ein Abendessen mit Freunden die ich bekoche... schöne Idee irgendwie
... Badezimmer ohne Badewanne - für eine Weile könnte ich damit notfalls leben... wenn ich dafür Jan kriege (Alter, VERSCHWINDE AUS MEINEM KOPF!!!!)
... Baby-/Kinderzimmer - Knacks, plötzlicher Fall ins eiskalte Wasser... mühselig das Heulen verkniffen
... oh, eine HÄngematte - ich liebe Hängematten... reingelegt, Rückenschmerzen rufen laut "hallo, wir leben noch"

Naja, wenigstens habe ich die künstlichen Orchideen und die Boxendeckel vom "Bestellzettel" meiner Schwester organisiert und damit meinen Schuldenstand ein wenig verringert.
Und Hotdog und Köttbullar hilft immer.

Ehrlich, ich fand einen Ikea-Besuch noch nie so doof wie heute. Beim Schlendern durch die Baustelle habe ich mich gefragt, ob es mit Ikea so ist wie mit Weihnachten - je älter man wird umso mehr verliert es seinen Zauber. Aber so ist es nicht. Jedenfalls nicht mit Ikea. Da hatte es wohl eher etwas mit meiner momentanen Situation zu tun. Diesem Festgefahren-sein ohne die Kraft, daran sofort etwas zu ändern. Das macht das Träumen von einer konkreten Zukunft etwas schwierig.
Komischerweise ist es überhaupt nicht schwierig, ständig an Jan zu denken und mir vorzustellen, wie es wäre, wenn... Aber ich war ja schon immer gut darin, mir mit dieser Art Traum vor Augen zu führen, was für ein erbärmlicher Feigling ich bin. Oder was für ein riesiger Masochist.

Worüber ich jedoch in letzter Zeit verschärft nachdenke, ist das Thema Selbst-/Fremdwahrnehmung.

Juli hat früher immer schon angedeutet oder auch gesagt wie er mich sieht und ich hab das immer mit einem Lächeln und einem gedachten "ja, der Junge spinnt sich da einen zusammen" abgetan, weil es so gar nicht mit dem übereinstimmte, was ich über mich dachte. Denke. Dass ich ein kleines, verschreckes Häschen bin. Schüchtern, unauffällig, unsichtbar, aber im Grunde genommen schon irgendwie okay. Ne graue Maus die gerne mal übersehen wird. Außer von hässlichen Vollpfosten. Keinesfalls sexy oder sowas in der Art.
So sieht's aus.
Allerdings.... da Jan ja nun in eine ähnliche Kerbe schlägt, fange ich so langsam an zu glauben, dass da womöglich was dran ist obwohl ich seine Andeutung, ich hätte schon mehreren den Kopf verdreht, nicht so recht ernst nehmen kann. Oder will? Ich glaub, ich hab einfach nur ne Heidenangst vor dem, was sich so alles hinter meinem Panzer versteckt. Und trotzdem wünsche ich mir, dass da mal jemand um die Ecke kommt, der das alles rausholt. Okay, vielleicht nicht alles. Aber das, was mir andere so zuschreiben. Der witzige, charmante, ehrgeizige, sexy und ein wenig durchgeknallte Teil von mir.

Seufz.