ungebremst ins Chaos

30.11.2017 um 13:11 Uhr

"Ich glaube, der Mann hat keine Ahnung"

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Das ist ein Satz, den ich schon oft gehört habe. Vorzugsweise von Freunden, wenn mich ein Typ, den ich gut fand, doof behandelt hat.

Heute kam er von meinem Hausarzt, der sich durch einen mehrseitigen Reha-Abschlussbericht kämpfen musste und hinterher sehr verwirrt war. Ich für meinen Teil war jedenfalls mental darauf eingestellt, mich am Montag mit meinen Freunden (Achtung: Ironie) vom Arbeitsamt zu treffen, als mein Arzt sagte: "Ich glaube, der Mann hat keine Ahnung, was sie auf der Arbeit alles zu leisten haben. Das können sie mit der Diagnose jedenfalls nicht. Ich schreib sie nochmal drei Wochen krank und wir gucken mal was der medizinische Dienst der Krankenkasse dazu sagt."

Punkt.
Also noch drei Wochen gelber Schein.
Wobei ich mich ehrlich gesagt schon ein wenig aufs Arbeitsamt gefreut habe, weil ich fast glaube, dass ich als "gesunder" Arbeitsloser mehr Geld bekomme als als "Dauerkranker". Naja, wie sagt Oma Rosi von der Comedy "Wir sind die Freeses" immer: Es is ja wie's is.

So siehts aus.

Aber das Attest, das mir die gesundheitliche Tauglichkeit für den Tagesmutterjob bescheinigt, habe ich bekommen. Ich kann also nächste Woche mit dem Kurs loslegen. So eine Perspektive ist ja schon was Schönes...

29.11.2017 um 08:36 Uhr

Eins, zwei, drei im Sauseschritt...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Stimmung: hoffnungsvoll, motiviert

...rennt die Zeit, ich renne mit :)

Ja, ich lebe noch. Inzwischen sogar most time ohne Rückenschmerzen. Und da ich gestern beim Schweden eine neue Matratze gekauft habe, wird das hoffentlich auch so bleiben bzw. noch besser werden. Dazu kommt ein halbes Jahr Fitnessstudio sponsored by Rentenkasse. Es wird also hart an der Gesundheit gearbeitet. Sollte man mir nachmachen, finde ich. Aber sowas lernt man ja erst, wenn das Kind erstmal in den Brunnen gefallen ist.

Und sonst so?

Vor einiger Zeit ist ein junger Mann in mein Leben getreten. Naja, zumindest in mein virtuelles Leben. Wir haben uns in einem nicht ganz jugendfreien - eigentlich in einem überhaupt gar nicht jugendfreien - Chatroom kennengelernt, wo wir beide für den anderen wohl die unerwartete Nadel in einem überdimensionalen Heuhaufen aus Vollpfosten waren. Wir haben uns also nicht gesucht aber trotzdem gefunden. Es kam jedoch wie es kommen musste, nach Wochen/Monaten interessanter jugendfreier und weniger jugendfreier Gespräche, lernte er eine "reale" Frau kennen und beendete - aus nachvollziehbaren Gründen wie ich finde - den Kontakt ab. Also, wir sprachen darüber, er ist nicht einfach "abgehauen", was ja in der heutigen Zeit schon ein echtes Highlight ist. Monate vergingen und als ich mich aus purer Langeweile wieder in den Chatroom verirrte... Ja, genau, der Zufall (das Schicksal?) führte uns wieder zusammen. Es ist schwer zu beschreiben, aber dieses Mal ist es anders. Damit will ich nicht sagen, dass in meinem Kopf hochtrabende Zukunftspläne geschmiedet werden, aber unser Kontakt ist weniger oberflächlich als beim ersten Mal (wobei er da auch schon nicht besonders oberflächlich war). Versteht ihr was ich meine oder rede ich schon wieder wirres Zeug? Naja, jedenfalls war ich mal so mutig und habe ihm meine Handynummer gegeben. Wir haben echt viel hin und her "gewhatsappt" (blödes Wort ich glaube, ich schreibe weiter "simsen") und ich war kurz davor, ihm zu erlauben mich anzurufen. Allerdings hat ihm das Leben dann eins übergebraten und er ist (zumindest im Moment) der Ansicht, dass er jemanden braucht, der richtig an seiner Seite steht - also, örtlich gesehen. Der Abstand Köln - norddeutsche Provinz ist da nicht besonders geeignet.

*Seufz*

Naja, letztendlich ist das womöglich besser so, aber wir stehen weiter in Kontakt und werden uns vermutlich im Dezember das erste Mal treffen, auf freundschaftlicher Basis. Denn ich für meinen Teil bin ja schon neugierig, wie er so "live" ist. Und was das Leben dann mit uns vorhat oder auch nicht - who knows?

Hm, ich stelle gerade fest, dass ich sehr entspannt klinge, was dieses Thema angeht. Das sind die positiven Auswirkungen meiner 3 1/2 wöchigen Reha. Kein Haushalt (außer Wäsche), kein nervender Krüppelehemann (er hat sich Ellenbogen und Handwurzelknochen gebrochen und ist ständig am Jammern was alles nicht geht und dass er keine Kraft im Arm hat und dass es weh tut.... und ich kann doch mit jammernden Menschen so gar nichts anfangen), keine neugierige Schwiegermutter oder sonst jemand dem man sich verpflichtet fühlen muss. Dafür aber jede Menge Sport (da habe ich erst gemerkt, wie mir das fehlt) und nette neue Leute kennengelernt.

Zurück zu Hause beginne ich nun, mein Leben umzukrempeln. Angefangen wird beim Job. Da ich nun schon eine halbe Ewigkeit krankgeschrieben bin (über drei Monate) wurde ich von meinem Chef verständlicherweise gefeuert. Der arme Mann kann ja nicht alleine die Arbeit für zwei machen.
Noch bevor ich deswegen - oder wegen der anstehenden Nerverei des Arbeitsamtes - in tiefere Depressionen verfalle, las ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, das örtliche Käseblatt. Zeitung kann man zu den 8 Seiten belanglosen Infos (abgesehen von den Veranstaltungstipps und Bundesligaergebnissen) auf Ökoklopapier ja nicht sagen. Dabei stieß ich auf die Ankündigung zu einem Infoabend zur Qualifizierung für Tagesmütter. Hm. Warum eigentlich nicht? Ich mag Kinder, Platz ist auch ausreichend vorhanden und diese kann man wenigstens wieder abgegeben *lol*
Tja, was soll ich sagen - nächste Woche geht der Kurs los und ab Mai kann ich dann unser Haus mit gewaltig viel Leben füllen - falls jemand so verrückt/ verzweifelt ist und mir seine Kinder anvertraut.

Auch sonst habe ich eine Menge Pläne / Ideen im Kopf. Aber für heute ist Schluss - die Küche wartet darauf, aufgeräumt zu werden...