ungebremst ins Chaos

23.12.2017 um 16:10 Uhr

Ich bin nicht in Stimmung...

... für Weihnachten.

Also, theoretisch bin ich schon in Stimmung, aber eben nur theoretisch. Praktisch sitz-liege ich nämlich seit Dienstag auf dem Sofa und huste mir die Seele aus dem Leib. Und eigentlich will ich nichts anderes als schlafen (was nicht geht weil ich ständig husten muss). Okay, bis gestern waren so 45-minütige Nickerchen mal drin, aber viel mehr auch nicht.
Gut, nachdem ich mich fünf Tage von Cola ernährt habe, habe ich dann mal drüber nachgedacht, dass das womöglich auch am Koffeinoverkill liegen könnte, aber... nö. Auch ohne Cola ist richtig schlafen gerade noch nicht drin.

Gestern saß ich dann mit megaschlechtem Gewissen - und mehr oder weniger ohne Stimme -beim Arzt (Donnerstag war ich noch der Meinung, es würde langsam besser - haha), der mich mit einer hammerdröhnung Antibiotika und dem Ratschlag "viel trinken" in die Feiertage schickte. Dann musste mein Mann für mich beim Therapeuten aufs Band sprechen (weil ich ja nicht sprechen konnte) um den Termin für die Gruppentherapie abends abzusagen. Der Therapeut rief dann mittags zurück und erklärte mir allen ernstes, dass ich ja trotzdem kommen und einfach nur zuhören könnte - sonst müsste er mir leider eine Rechnung für den Verdienstausfall schicken. Ehrlich, ich dachte ich höre nicht richtig. Ich meine, okay, dass ich zahlen soll, wenn ich mich wegen Lapalien nicht fristgerecht abmelde, das sehe ich ja noch ein - aber wenn ich unverschuldet halbtot in der Ecke liege? Ist das überhaupt rechtmäßig? (Ich werde mich schlau machen sobald ich Zeit und vor allem Stimme dafür habe).
Naja, während mein Körper munter mit mir das heiß-kalt-Hustenanfall bis zur Atemnot-Spiel weiterspielte, ärgerte sich mein Kopf darüber, dass ich (sollte ich etwas für meine Gesundheit tun und zu Hause bleiben) dem Therapeuten 40 Euro hinterherschmeißen sollte. Und mein Kopf ärgerte sich maßlos.

Ahnt jemand, was das bedeutet?

Korrekt, ich, die wandelnde stimmlose Bazillenschleuder, saß abends brav in einem überhitzten Wartezimmer und war eine vorbildliche Patientin. Jedenfalls eine gute halbe Stunde lang. Dann  bekam ich nämlich einen monströsen Hustenfall der nicht mehr aufhören wollte und hätte meinem Sitznachbarn beinahe aufs Jackett gekotzt. Glücklicherweise schaffte ich es noch so ziemlich auf den Flur bis zur Patiententoilette und erledigte es dann da. Megapeinlich, aber lieber einmal kotzen als 40 Euro bezahlen. Das hat er nun davon.
Mal ehrlich, dafür dass er (zumindest sagt er das immer) mal als "richtiger" Arzt gearbeitet hat,  finde ich das nicht nur mir sondern auch meinen Mitpatienten gegenüber mehr als unverschämt. Und dann (nachdem er mir großzügig gestattet hat, nun doch nach Hause zu fahren) lobte er mich noch explizit dafür, dass ich mich hergeschleppt hatte. Was soll man dazu noch sagen?

Wenigstens konnte ich letzte Nacht dank des Antibiotikums immer wieder mal so anderthalb Stunden schlafen, was mich meiner Genesung ein ordentliches Stück näher gebracht hat, zumindest fühle ich mich heute nicht mehr ganz so matschig wie die letzten Tage.
Wenn ich Glück habe, schaffe ich es heute noch, das Wohnzimmer aufzuräumen, damit ich morgen früh nur noch einmal durchsaugen/wischen muss bevor der Baum reinkommt. Meine Stimme darf morgen gerne noch wegbleiben - das erspart mir die nervige Weihnachtsliedersingerei mit den Schwiegereltern...

Na dann, frohes Fest.

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