ungebremst ins Chaos

18.03.2018 um 12:34 Uhr

Manchmal braucht man Gruppenzwang

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Im Grunde genommen bin ich ja an allen Fronten eher ein Einzelkämpfer. So nach dem Motto: Es wird nur so, wie ich es haben will, wenn ich es selber mache. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich einfach kein Gruppenmensch bin. Ich geh da immer unter weil ich so nett und lieb und schüchtern bin. Und weil man dort auf erschreckend viele Menschen trifft, mit denen man einfach nicht warm wird.

Doch dann gibt es da die Laufgruppe. Die Gruppe, die mich in den letzten zwei Jahren erschreckend wenig gesehen hat, mich aber immer noch wie ein vollwertiges Mitglied behandelt. Findet man ja selten. Überhaupt ist diese Gruppe einfach mega weil der gegenseitige Respekt oder besser gesagt die Anerkennung der individuellen Leistungsfähigkeit so ausgeprägt ist. Heißt konkret, dass unser mehrmaliger Landesmeister mich Schnecke mit der roten Laterne genauso als "Läufer" anerkennt und ich es ohne Neid großartig finde, wenn er mal wieder ne gute Zeit läuft oder einen Meistertitel mit nach Hause bringt.

Naja, jedenfalls habe ich mich letzte Woche durch das Zusammenraffen sämtlicher noch auffindbarer Willenskraft (Anmerkung: im Prinzip gehts mir gerade ganz gut, aber die Depression verwandelt meinen Körper in einen monströsen Betonklotz, der sich nicht gerne bewegt) in meine Laufklamotten gezwängt und bin zum Training gefahren. Dort wollte ich dann irgendwie die 5 Kilometer schaffen um so langsam mal wieder was wie eine "Laufleistung" aufzubauen. Das Dumme war nur, dass wir es dort gerade etwas "professioneller" angehen lassen und ich somit total aus meiner Komfortzone rausmusste.

Heißt:
1. Ich muss die Truppe anführen (Regel Nr.1: der langsamste bestimmt das Tempo)
2. Wir laufen nach Zeit und nicht nach Kilometern (ich durfte also nicht die bevorzugte STrecke laufen sondern wurde umgeleitet)
3. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kannst du immer noch 4 Kilometer laufen

Insgesamt kam ich also nach über einer Stunde und mehr als 8 Kilometern wieder an der Sporthalle an. Asthmaanfall auf der Strecke inklusive (weil ich irgendwann darüber nachgedacht habe, wie sehr ich Schnecke den Verkehr aufhalte... Ich laufe lieber den anderen hinterher, das setzt mich weniger unter Druck. Denn aus der Phase "Ich muss die noch einholen" bin ich lange raus). Allerdings hätte ich ohne die Gruppe die 8 km nie geschafft bzw. hätte sie gar nicht erst probiert. Und hätte mich schon gar nicht auf ein samstägliches Bahntraining festnageln lassen.

Ich war also gestern bei nahezu arktischen Temperaturen auf dem Sportplatz und drehte auf der mir seit Schulzeiten sehr verhassten Tartanbahn meine Runden. 10 waren mein Ziel, nach 13 bekam ich die Erlaubnis, aufzuhören.
Gruppenzwang halt.

Aber so wird das vielleicht noch was mit mir.
Und dem Laufen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenWolfsgeheul schreibt am 18.03.2018 um 15:36 Uhr:
    Viele Individualisten finden sich in unseren Tagen der Oberflächlichkeit, des Konsums und der Political Correctness nicht wohl - wem das gefällt, das ist in meinen Augen ein langweiliger Charakter, der mit dem Strom der Schafe hin zur Schlachtbank strömt! Gehe lieber Deinen eigenen Weg und laß dich von den gleichgeschalteten zombiehaften Kreaturen nicht beirren - so wirst Du Dein Lebensglück und Selbstzufriedenheit finden!

    Viel Erfolg!
  2. zitierenZwischenweltler schreibt am 18.03.2018 um 17:36 Uhr:Und in welchem Verhältnis steht jetzt dein Gesabber zu BlackSheeps Laufleistung???
    Wie wär's mal mit Hirn einschalten vor dem Tippen. Oder liebst du deine Ergüsse so sehr, dass es dir egal ist, wo du deinen geistigen Auswurf hinrotzt?

    Du solltest Dich umbenennen: von Wolfsgeheul in Sabberfried!

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