ungebremst ins Chaos

01.09.2017 um 20:07 Uhr

Die "Panik" vor der 0 und das sonstige Leben

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich erinnere mich noch dunkel daran, als ich mal 29 war und die 30 mit schnellen Schritten auf mich zu kam. Anfangs war ich noch ganz locker und irgendwann dachte ich dann "oh Gott, 30, ich werde alt" oder noch schlimmer "erwachsen"...

Letzteres ist jedoch, wie wir alle wissen, bis heute nicht eingetreten. Ersteres auch nicht. Jedenfalls gefühlt nicht. Mein Ausweis sagt da was anderes, aber glücklicherweise lese ich den nicht so oft :D

Mittlerweile bin ich 39 - OH MEIN GOTT!!! - und das heißt, es ist aus diversen Gründen angebracht, schonmal vorsorglich in Panik auszubrechen bevor ich nächstes Jahr 40 werde. Dagegen war die 30 ein Klacks. Ja, in zehn Jahren werde ich herzlich darüber lachen - wenn ich Panik wegen der 50 schiebe, aber bis dahin ist ja noch eine Weile.

Während mit 30 ja mehr das "Erwachsensein" ein gewisses Unwohlsein hervorrief, bringt die 40 ja (zumindest bei Frauen) noch etwas mit, das man im Volksmund "biologische Uhr" nennt. Oder, wie Jan es mit seinem unvergleichlichen Charme ausdrückte, mein "Verfallsdatum".  Die meiste Zeit denke ich gar nicht darüber nach, aber wenn ich mal einen Tag mit meinen Neffen oder Patenkindern verbracht habe, denke ich schon, dass ich gerne Kinder hätte. Ich vermisse es im Moment nicht, aber was ist, wenn ich irgendwann anfange es zu vermissen und es dann zu spät ist?

Im Moment vermisse ich mein Leben. Ein Leben.
Ich denke oft, allein leben würde keinen großen Unterschied zu meinem jetzigen Leben machen. Mal abgesehen davon, dass ich nur meinen eigenen Dreck wegputzen müsste und dass keine Schwiegermutter ständig durch mein Wohnzimmerfenster guckt.
Ich habe keine Lust mehr, mir über Männer den Kopf zu zerbrechen. Weder über meinen eigenen, noch über andere. Vor allem nicht über Jan. Oder Juli (wobei das erfreulich geringe Ausmaße angenommen hat). Oder darüber, warum so viele Menschen (ich eingeschlossen) nicht in der Lage sind, einfach zu sagen was sie fühlen oder zu tun was sie wollen. Das würde das Leben doch um so einiges einfacher machen. Manchmal. Meistens. Vielleicht.

Aber....
... ich habe einen Plan.

Mal wieder.

Ich habe mir eine Liste gemacht. Mal wieder. Darauf stehen 100 kleine Dinge, die mich glücklich machen (sollen). Jedenfalls ein bisschen. Und die will ich in den nächsten 100 Tagen "abarbeiten". Mal sehen wie weit ich komme.

Heute jedenfalls werde ich auf die Party der Oldtimer-Traktor-Freunde gehen und mich (falls nötig) betrinken - es ist schließlich möglich bis wahrscheinlich, dass Jan dort sein wird. Dem möchte ich wirklich gerne mal eine reinhauen. Nennt man "Befreiungsschlag", glaube ich. Der soll sich gefälligst aus meinen Gedanken und einem anderen wichtigen Teil meines Körpers fernhalten. Sehr fern. Timbuktu oder so. Wahlweise kann er mich aber auch packen, entführen und mich glücklich machen (was aber eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist wie ich befürchte).

So, ich gehe dann mal. Mir was aus meinem "ich hab einen ganzen (halben) Schrank voll nichts anzuziehen"-Schrank eine festzelttaugliche Klamotte aussuchen. Mich ein klitzekleines bisschen aufhübschen. Die Welt soll sehen, dass ich mich verdammt nochmal nicht vom Leben unterkriegen lasse.  Oder von meinem unenschlossenen selbst. Und schon gar nicht von einem Typen der nicht weiß was er will.

11.07.2017 um 21:28 Uhr

mittelschwer gestört

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Das ich gestört bin, ist ja nichts Neues. Aber auch nichts sonderlich beunruhigendes. Schließlich haben wir ja alle einen gewissen Grad an Irrsinn in uns, wobei der eine oder andere das wahrscheinlich anders benennen würden.

Ich halte nicht viel von Psychologen, Psychotherapeuten und ähnlich beruflich veranlagten Menschen, was auf persönlichen Erfahrungen beruht. Aber es gibt ja Momente im Leben, in denen sogar ich verzweifelt genug bin, meine pauschalen Vorurteile über den Haufen zu schmeißen und mich nochmal auf eine Couch (im übertragenden Sinne) zu begeben. Es reicht ja schließlich nicht, dass ich selber weiß, dass ich gestört bin und wieso ich gestört bin - ich brauche das schriftlich damit vielleicht mal einer meiner zahlreichen Reha-Anträge (die ich jetzt so lange ausfüllen werde, bis die Rentenversicherung mich erhört) durchgeht.
Nachdem ich also nach zweimonatiger Wartezeit dank zentraler Vergabestelle für Facharzttermine heute im Wartezimmer des Psychotherapeute saß, war ich nach einer halben Stunde schon so stinkig, dass ich einfach wieder gehen wollte. Ich meine, ich war die einzige in der ganzen Praxis mit einem Termin um 15.30 und werde da bis 16 Uhr sitzen gelassen. Naja, so hatte ich wenigstens Zeit genug, die wichtigsten Artikel im aktuellen "Spiegel" zu lesen. Natürlich bin ich nicht gegangen (und dafür eine halbe Stunde später als angesagt zur Arbeit gekommen, aber das nur am Rande) und wurde nach einer knappen Stunde gefragt, ob "wir uns denn wiedersehen sollen"

Echt jetzt, ich geh bestimmt nicht zu meinem Vergnügen zu einem Therapeuten - heißt, ich hole mir doch keinen Termin wenn ich nicht der Meinung wäre, ich hätte noch weitere nötig. Also antwortete ich mit einem "kann ja nicht schaden". Ich hoffe sehr, der Mann kommt mit meinem Humor klar.
Aber jetzt stellt sich mir folgende Frage: ist meine mittelschwere Gestörtheit nun der Grund, dass ich schon in zwei Wochen mit einer Therapie starte (wo hier die Wartezeit für Therapieplätze bis zu 2 Jahren beträgt) oder ist der Mann so eine Pfeife, dass die Patienten freiwillig selbst gesund werden statt sich von ihm therapieren zu lassen?

Ich werde es wohl herausfinden...

So, aber jetzt mal etwas Off-Topic.
Freitag bekam ich eine Nachricht von Juli. Ich war geneigt, ein paar Kreuze im Kalender zu machen, weil ich mich nicht daran erinnern kann, dass er jemals freiwillig grundlos nichtssagende Nachrichten der Marke "Gibts dich noch?" verschickt hat.
Das allein hätte ja schon gereicht um mir an einem eher mittelmäßigen Tag ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Doch er setzte noch einen drauf...
Ich: Wir sollten uns mal wieder treffen.
Juli: Okay... Swingerclub?

GRÖHL.
Mein Humor ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Yeah, ich habe einen positiven Einfluss auf die Welt *lol*

22.06.2017 um 19:34 Uhr

"Du musst das tun, was für dich das Beste ist."

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Diesen weisen Satz sagte mein weiser Vater heute morgen zu mir, nachdem wir schon etwa eine 3/4 Stunde telefoniert hatten. Es ist allein schon faszinierend dass mein Vater eine ganze Stunde lang telefoniert - das geht auch erst seit ich so weit weg wohne und so viel arbeite, dass ich nicht mehr so oft runterfahren kann um ihn zu besuchen. Und wenn ich runterfahre, habe ich ne Liste voller Leute, die mich auch sehen wollen.

Naja, wie gesagt, mein Vater ist ein weiser Mann. War er immer schon. Womöglich liegt das daran, dass Papa schon immer mein großer Held war, auch wenn er nicht dies Heldensachen wie auf Bäume klettern oder Achterbahn fahren mit uns gemacht hat. Womöglich liegt es aber auch daran, dass er in seinem Leben einiges erlebt hat und nun in einem Alter ist, in dem man eine gewisse Weisheit erwartet.

Aber okay, jedenfalls habe ich heute morgen mit ihm telefoniert und dabei endlich mal das gemacht, was ich schon seit einer Weile tun wollte. Ich wusste bislang nur nicht so recht, wie ich es anstellen sollte. Ich meine, wie sagt man als Sorgentochter denn seinem Vater, dass die Ehe im Eimer ist, es einem wirklich miserabel geht, man aber trotzdem irgendwie nicht so recht weiß, wie alles weitergehen soll?

Doch auch, wenn ich diesen Satz schon von anderen gehört habe, ist es ja immer noch was anderes, wenn man ihn vom eigenen Vater gesagt bekommt. Ich schätze, das ist für mich so eine Art Bestätigung dafür, dass - egal welche Entscheidung ich treffe - es für ihn okay ist. Ich meine, nicht dass ich das nicht schon vorher gewusst habe. Aber es zu hören ist dann doch noch was anderes.

Und als wäre mein Tag dadurch nicht schon ereignisreich genug gewesen (und lang genug, weil er schon um 4 Uhr angefangen hat), habe ich den Schwung gleich mal genutzt und mich aktiv in den Wohnungsmarkt gestürzt. Vor einer Weile habe ich ganz in der Nähe eine schnucklige kleine Doppelhaushälfte entdeckt. Ja, Doppelhaushälfte klingt im ersten Moment echt groß, aber in der Realität sind es keine 50 m² - wirklich schnuckelig also. Die war relativ schnell wieder vermietet, was unter anderem an dem unschlagbar niedrigen Mietpreis liegt. Vor kurzem kam dann wieder eine auf den Markt und heute habe ich zum Telefonhörer gegriffen und mich erstmal über die Fakten schlau gemacht. Und dann - ich bin echt stolz auf mich - habe ich tatsächlich todesmutig (ich hasse telefonieren mit fremden Leuten) die derzeitige Mieterin angerufen und mir das  Haus angeguckt. Und ich hab mich teilverliebt. Total verliebt habe ich mich in den Garten. Ich vermisse es wirklich, im Sommer draußen zu sitzen. Es wäre sowohl Platz für einen kleinen Gemüsegarten als auch für ein Planschbecken im Sommer :) Ein Schuppen fürs Fahrrad und Gartenmöbel und sonstiges Zeugs war auch vorhanden.
Das Haus an sich, ja, es ist durchaus groß genug für eine Person, wenn man allerdings ein "richtiges" Haus mit 140 m² gewohnt ist, sind 47m² schon echt winzig. Vor allem wenn ins Schlafzimmer kein Kleiderschrank passt (wegen der Schrägen) und das Wohnzimmer voll ist sobald da ein Sofa drin steht. Dafür ist die Küche fast so groß wie das Wohnzimmer. Und es gibt keine Badewanne - aber zur Not werde ich auch das überleben.

Ich habe also mal wieder ein kleines Schrittchen nach vorne gemacht. So oder so werde ich das Haus nicht bekommen, denn die Dame vom Bauverein hat schon von vornherein gesagt, dass die Chancen schlecht stehen, da sich schon einige dafür beworben haben. Aber so konnte ich mir schonmal ein Bild von der einzigen finanzierbaren Wohnmöglichkeit in der Gegend machen. Ist vielleicht auch nicht so falsch wenn ich noch ein bisschen Zeit habe um mir Geld auf die Seite zu legen. Um eventuell eine Küche bezahlen zu können oder einen notwendigen Maler.

Irgendwo muss man ja anfangen.

09.06.2017 um 13:41 Uhr

Fishing for Mitleid

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Echt jetzt, es gibt so Tage, da möchte ich gerne mal wieder ein kleines Kind sein. Da wo Papa noch da ist, wenn man mal Trost braucht. Oder ein Pflaster. Oder beides.

Ich hab mich nämlich gestern beim Lauftraining mal so richtig gepflegt auf die Fresse gepackt. Lippe dick, Handgelenke angeschrammt und Knie aufgeschürft. KNIE AUFGESCHÜRFT!!! Alter, hat das eigentlich früher auch schon so weh getan??? Knie dick und brennt wie Teufel. Mimimi.
Aber man ich wollte ja nicht wie ein Weichei dastehen, also aufstehen, Dreck abklopfen und noch fast 7km weitergelaufen. Nebenbei bemerkt, mit persönlicher Bestzeit, die noch besser gewesen wäre, hätte meine GPS-Uhr sich beim Fallen selbst ausgestellt. Die Tochter einer Laufkollegin läuft nämlich jetzt mit uns und ich wollte nicht ganz so schneckenmäßig rüberkommen, deshalb war ich flott unterwegs.

In der Hoffnung, wenigstens zu Hause eine ordentliche Portion Mitleid zu bekommen, machte ich mich auf den Heimweg. Und musste zu Hause feststellen, dass mein Mann schon im Bett lag. Um 20.30 Uhr. Wo gibts denn sowas???
Also habe ich mich selbst mit einem Eis getröstet. Das war immerhin ein Anfang.

Jetzt sitze ich mich dickem Knie und Eisbeutel auf dem Sofa. Habe vorhin meinen Vater angerufen und ihm gesagt, er müsse mein Knie pusten, wenn ich morgen komme und was kriege ich zu hören? Er würde schonmal den Laubpuster der Nachbarn klar machen, der würde wenigstens was schaffen...  Hm, Väter sind offensichtlich auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Wobei... Mein Vater hatte schon immer diesen seltsamen Humor (was erklärt, wo ich meinen Humor her habe). Als ich das erste Mal vor Liebeskummer heulend zu Hause saß, erkundigte er sich auf seine spezielle liebevolle Weise, ob er mir ein Handtuch bringen sollte - so viele Taschentücher hätte er nicht im Haus...

Ich habe also folgendes gelernt:
- ab einem gewissen Alter muss man selbst sein Knie pusten
- Laufen ist ein durchaus gefährlicher Sport
- es ist gut, immer Eis im Kühlschrank zu haben (sowohl welches fürs Knie als auch welches für den Magen)

27.05.2017 um 13:32 Uhr

Zersplittert

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Damals als wir noch jung und im Umgang mit Alkohol unerfahren waren... Da haben wir nicht darüber nachgedacht, dass die Säule vor dem Haupteingang der Disco nicht gerade der idealste Ort ist um sich von irgendeinem Typen die Zunge in den Hals schieben zu lassen.

Mit Mitte 20 wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, derartige Entgleisungen zu wiederholen - völlig unabhängig von der Menge Alkohol, die ich zu mir genommen hatte. Und wir sprechen hier nicht von einem harmlosen Küsschen oder einem möglicherweise etwas intensiveren Kuss in der Verliebtheitsphase einer Beziehung (die bei manchen ewig anzudauern scheint), sondern von einer äußerst detailraichen Zurschaustellung der eigenen Knutschkünste.

Wie ist das heute? Ich meine, ich habe ja die 20er schon eine Weile hinter mir gelassen und bis mal einer mit mir das Knutschen anfängt, sind alle anderen entweder weg oder ich wurde in eine dunkle Ecke gelotst. Was in Anbetracht der Beziehungskonstellationen wahrscheinlich auch nicht die schlechteste Idee ist. Aber selbst wenn ich Single wäre, würde ich auf dieses große Öffentlichkeitsding verzichten.

Ende des Vorwortes. Starten wir mit dem Prolog...
(und weil ich die ganze Zeit "Cut my life into pieces" im Kopf herumsumme...)



Auf unserem Traditionsbesäufnis gibt es im Zelt eine Terrasse im Hochparterre - quasi der Aufenthaltsort des Herrschers samt Gefolge. Und im Laufe des Abends macht sich jeder noch so kleine Verein, Verwandtschaft oder sonstwie zusammengestellte Truppen auf den Weg auf diese Terrasse um seiner königlichen Hoheit die Aufwartung zu machen. Es war so gegen halb 1 als das Jungvolk auf die Terrasse marschierte und Jan es dem niederen Fußvolk nicht ersparte, ihm beim Rumlecken (ich persönlich mag dieses Wort gar nicht, weil es so einen ekligen Beiklang hat - was schade ist wenn es um so etwas schönes wie Knutschen geht - aber das gestern war wirklich hart am Rande der Geschmacklosigkeit und insofern passend) zusehen zu müssen. Ehrlich, man MUSSTE einfach hinsehen. Ich meine, halloo, die stehen da quasi am Rande einer Bühne auf die sie vorher zum Takt der Musik und dem Geklatsche der anderen hinaufmarschiert sind. Man kann also gar nicht weggucken. Jedenfalls nicht so schnell wie man möchte. Und wenn man erstmal guckt, ist es wie im Fernsehen. Die zeigen etwas so ekliges das man eigentlich weggucken möchte, aber in uns allen steckt dann doch ein kleiner neugieriger Schaulustiger.

Ernsthaft, als wäre mein Tag bis dahin nicht schon scheiße genug gewesen.

Mein Blick schweifte zu diversen Leuten (inklusive denen, die quasi direkt mit der Nase am Geschehen waren) und ich bin mir ziemlich sicher, dass etwa 98% von denen diesen Augenverdreher-Gesichtsausdruck "echt jetzt?" hatten. Das Wort "Fremdschämen" ist ihnen also ein Begriff.

Ich war in dem Moment tatsächlich mehr so außen vor. Nicht so geschockt wie am Abend zuvor aber immer noch mit einer riesigen Fassungslosigkeit stand ich neben mir und sah mein Herz in Zeitlupe in eine Milliarde Teile explodieren und wie Schneeflocken zu Boden schweben. Glücklicherweise hatten wir eine Menge Alkohol am Tisch.

Bin ich eigentlich total bescheuert dass ich die ganze Zeit denke, dass er dieses "Guckt mir alle zu"-schreiende Rumgeknutsche nur veranstaltet um sich selbst davon abzulenken, dass er eigentlich was anderes will oder wahlweise um mir vor Augen zu führen was ich haben könnte (also, damit meine ich ihn und nicht dieses öffentliche Rumgeschlabber). Oder beides. Oder er fühlt sich einfach gut damit, mir das Herz rauszureißen und darauf herumzutrampeln wie wir auf dem Zeltfußboden wenn die Band "TNT" von ACDC spielt?
Okay, streicht das letzte - ganz so ein Arsch ist er dann wahrscheinlich nicht.

Ich habe es leider gestern nicht geschafft, ihn allein zu erwischen - bzw. einmal schon, aber da war ich nicht alleine.. - denn irgendwer hat wohl seine Zunge an die seiner Flamme geklebt... War möglicherweise gar nicht so schlecht, denn ich wäre unter Umständen in der Stimmung gewesen, mich doch mal als Dramaqueen zu versuchen.

Irgendwann schleifte mich dann meine Freundin aus dem Zelt und fragte mich was denn Mittags losgewesen wäre. Ich hab ihr dann (etwas widerwillig weil ich das eigentlich abhaken wollte) alles erzählt und hab ihr auch gleich gesagt, dass ich das an "normalen" Tagen locker weggesteckt hätte, mein Tag aber gerade nicht so prickelnd war. Sie darauf: "Wegen Jan?"
Es gibt so Leute, denen kannst du einen vom Pferd erzählen und sie wissen trotzdem, wo der Hase eigentlich im Pfeffer liegt. Und ich meine, ungeachtet der Tatsache, das meine Hormone gerade bescheuerterweise ein wenig verrückt spielen, mag ich Jan ganz gerne - denn ich hatte ja auch schon Spaß mit ihm von dem Tag X - und ich vermisse das, was vorher war.

Dieses Jahr also das erste Traditionsbesäufnis an dem Jan und ich nicht zusammen an der Theke gelandet sind. Herrgottnochmal.

Während ich heute morgen auf der Arbeit so vor mich hingearbeitet habe, habe ich doch tatsächlich darüber nachgedacht, ob ich nicht Ticks "Angebot" von einem - hm, wie nenne ich das denn jetzt am besten mal? - vergnüglichen Teil ohne Konsequenzen - hätte annehmen sollen. So nach dem Motto, was Jan kann, kann ich schon lange.
JA, ich weiß, das ist total bescheuert, aber wenn ich kurz vorm Durchdrehen bin, werde ich nunmal so. Denke über idiotische Dinge nach, rede schreibe zuviel verrückte Sachen und entwickel mich irgendwie zurück zu einem verwirrten Teenager.

Und als verwirrter Teenager darf ich mir folgende Frage stellen:
Wenn Tick in der Lage ist einen Abend lang mit mir rumzumachen und am nächsten Tag genauso mit mir umzugehen als wäre NIEMALS irgendwas passiert und Jan eben dazu nicht in der Lage ist, heißt das dann, dass er mich ein bisschen mehr mag als er (vom moralischen Standpunkt) sollte?

Herzlichen Dank, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt.

Ich geh dann mal mein Herz wieder zusammenkleben...
Ich mag komplizierte Puzzles...

26.05.2017 um 15:12 Uhr

Lagebericht #1

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich könnte immer noch kotzen. Das letzte Glas Cola-Korn war schlecht, fürchte ich.

Meine Nacht auf dem Sofa war kurz, ich habe keine 4 Stunden geschlafen, die aber einigermaßen passabel, da ich die Terrassentür aufgemacht habe und so wenigstens ordentlich frische Luft hatte. Um 9 habe ich mir dann ein Brötchen reingequält in der Hoffnung, dass es mir danach besser geht. Ging es auch, naja, so leidlich jedenfalls. Und so lange ich den Kopf oben lasse, ansonsten wird mir nämlich ganz schön brummkreiselig im Kopf. Mein Mann dazu (ganz schadenfroh): "Selber Schuld." Geschieht mir Recht, hätte ich auch so gemacht.

Meine Freundin kam dann noch spontan rum und hat mich abgeholt - zum Frühschoppen. Ich war fest entschlossen, nur Wasser oder ähnliches zu trinken und kaum hatte ich auch nur einen Fuß auf den Zeltboden gesetzt...
... ja, genau. BIER.
Aber nach 2 bin ich auf Sprite umgestiegen - sehr gute Entscheidung.

Wie auch immer, alles nahm seinen gewohnten Gang und war irgendwie auch ganz okay, bis mir zwei kreischende Kinder so dermaßen auf den Geist gingen, dass ich denen mal gesagt habe, sie sollen aufhören oder nach Hause gehen. Woraufhin sich mein Vordermann umdrehte und mir "Krieg du erstmal Kinder" an den Kopf haute.

BÄMMM.

Aber ich bin ja so ein verdammt scheißnetter Mensch der keine Dramaszenen in der Öffentlichkeit aufführt und dazu leider weiblich, denn mit einem ordentlichen Schlag auf seine Nase hätte ich mich bestimmt enorm besser gefühlt. Wobei es mir als Mann ja wahrscheinlich egal gewesen wäre. Hm. So war das einzige, was mir schlagfertiges eingefallen wäre, dass er ja auch verheiratet ist obwohl er von ner "gleichberechtigten Partnerschaft" auch keine Ahnung hat. Aber ich sitz ja in so nem Glashaus und - wie gesagt - ich bin keine Dramaqueen.

Es ist echt scheiße schwer, mit einem Messer in der Brust herumzulaufen und nicht zu heulen weil es weh tut. Deshalb bin ich echt froh, dass niemand zum Suppe essen zu uns gekommen ist. Ich kann mir jetzt gepflegt eine Weile die Decke über den Kopf ziehen und heulen. Dann geht es mir nachher hoffentlich besser. Ich hab ja schließlich noch was vor...

23.05.2017 um 23:05 Uhr

Ikea deprimiert mich...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

WAAAS?
Aber IKEA ist doch der inspirierendste Laden, den Frauen im allgemeinen und ich im Speziellen immer wieder gerne aufsuche (und leerkaufen würde).

Ja, aber im Ikea wird gerade ordentlich umgebaut - für neue Wohninspirationen - es gab also fast gar nix zu sehen. Das ist schonmal der Anfang.
Mann ey - so eine Scheiße.

Aber gut, denke ich, genieße ich also das, was ich noch zu sehen bekomme...
... Esszimmer mit gedecktem Tisch für 6 Personen - hm, ein Abendessen mit Freunden die ich bekoche... schöne Idee irgendwie
... Badezimmer ohne Badewanne - für eine Weile könnte ich damit notfalls leben... wenn ich dafür Jan kriege (Alter, VERSCHWINDE AUS MEINEM KOPF!!!!)
... Baby-/Kinderzimmer - Knacks, plötzlicher Fall ins eiskalte Wasser... mühselig das Heulen verkniffen
... oh, eine HÄngematte - ich liebe Hängematten... reingelegt, Rückenschmerzen rufen laut "hallo, wir leben noch"

Naja, wenigstens habe ich die künstlichen Orchideen und die Boxendeckel vom "Bestellzettel" meiner Schwester organisiert und damit meinen Schuldenstand ein wenig verringert.
Und Hotdog und Köttbullar hilft immer.

Ehrlich, ich fand einen Ikea-Besuch noch nie so doof wie heute. Beim Schlendern durch die Baustelle habe ich mich gefragt, ob es mit Ikea so ist wie mit Weihnachten - je älter man wird umso mehr verliert es seinen Zauber. Aber so ist es nicht. Jedenfalls nicht mit Ikea. Da hatte es wohl eher etwas mit meiner momentanen Situation zu tun. Diesem Festgefahren-sein ohne die Kraft, daran sofort etwas zu ändern. Das macht das Träumen von einer konkreten Zukunft etwas schwierig.
Komischerweise ist es überhaupt nicht schwierig, ständig an Jan zu denken und mir vorzustellen, wie es wäre, wenn... Aber ich war ja schon immer gut darin, mir mit dieser Art Traum vor Augen zu führen, was für ein erbärmlicher Feigling ich bin. Oder was für ein riesiger Masochist.

Worüber ich jedoch in letzter Zeit verschärft nachdenke, ist das Thema Selbst-/Fremdwahrnehmung.

Juli hat früher immer schon angedeutet oder auch gesagt wie er mich sieht und ich hab das immer mit einem Lächeln und einem gedachten "ja, der Junge spinnt sich da einen zusammen" abgetan, weil es so gar nicht mit dem übereinstimmte, was ich über mich dachte. Denke. Dass ich ein kleines, verschreckes Häschen bin. Schüchtern, unauffällig, unsichtbar, aber im Grunde genommen schon irgendwie okay. Ne graue Maus die gerne mal übersehen wird. Außer von hässlichen Vollpfosten. Keinesfalls sexy oder sowas in der Art.
So sieht's aus.
Allerdings.... da Jan ja nun in eine ähnliche Kerbe schlägt, fange ich so langsam an zu glauben, dass da womöglich was dran ist obwohl ich seine Andeutung, ich hätte schon mehreren den Kopf verdreht, nicht so recht ernst nehmen kann. Oder will? Ich glaub, ich hab einfach nur ne Heidenangst vor dem, was sich so alles hinter meinem Panzer versteckt. Und trotzdem wünsche ich mir, dass da mal jemand um die Ecke kommt, der das alles rausholt. Okay, vielleicht nicht alles. Aber das, was mir andere so zuschreiben. Der witzige, charmante, ehrgeizige, sexy und ein wenig durchgeknallte Teil von mir.

Seufz.

10.05.2017 um 11:52 Uhr

Im Entrümpelungsmodus

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich hab ja sicher schonmal erwähnt, dass ich ein Hamster bin. Ich kann grundsätzlich alles brauchen und nix wegschmeißen. Meistens jedenfalls. Aber es gibt da so Phasen der Erleuchtung, in denen bräuchte man mir einen Container vor die Tür stellen müsste und ich würde die Hälfte meines Besitzstandes reinschmeißen. Ballast abwerfen hat etwas unglaublich befreiendes. Kann ich daraus schlussfolgern, dass ich die meiste Zeit ganz gerne ein wenig Ballast mit mir rumtrage? Ich hoffe nicht. Wahrscheinlich lenkt mich das Tragen nur von anderen Dingen ab.

Mann, ich hätte Psychologe werden sollen.
Nein, lieber nicht, ich hab genug eigene Probleme, da muss ich mir nicht auch noch die Störungen anderer antun (von Freunden mal abgesehen...).

Naja, jedenfalls bin ich gerade im Entrümpelungsmodus. Ich sortiere beinahe gnadenlos aus. Verschenken, auf diversen online Portalen anbieten (ein Hoch auf ebay-Kleinanzeigen...) oder auch wegschmeißen bzw. erstmal bei meinem Vater zwischenlagern bis zum Flohmarkt. Alles, was ich hierdurch an Geld reinbekomme, wird in die Tilgung meiner Beerdigungsschulden gesteckt, die immerhin noch satte 800 Euro betragen. Was zum Geier hat mich eigentlich geritten, die Hälfte zu bezahlen? Wahrscheinlich meine moralische Verpflichtung meiner Mutter gegenüber. Ohne sie gäbe es mich schließlich nicht und das wäre - trotz allem - ja echt schade.

Es gibt immer einen Auslöser für meine "Ich will alles loswerden"-Phasen. Dieses Mal ist es mein Gespräch mit Jan. Ich hatte ja nun ein paar Tage um es zu verdauen/verarbeiten oder nochmal drüber nachzudenken und wenn ich, den Teil, in dem es um "uns" ging mal ausblende, gab es da einen Teil, in dem er ein paar Dinge gesagt hat, die mich nachdenklich gemacht haben. Ein wenig hat er mich so an Juli erinnert, mal abgesehen davon, dass Juli mich länger und besser kennt. Und jetzt würde ich soweit gehen zu sagen, dass da ein kleines Hoffnungsschimmern entstanden ist. Also bezüglich der Sache, dass irgendwann mal alles gut wird. So allgemein.

Verrückt.

Ich geh jetzt weiter entrümpeln.

10.04.2017 um 14:48 Uhr

Halbmarathon Finisher!

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Während Tausende den Hannover Marathon vor dem Fernseher oder live in den Straßen von Hannover verfolgt haben, gehörte ich zu den über 9000 Läufern, die über die Halbmarathondistanz an ihnen vorbei liefen. Schon nach weniger als einem Kilometer habe ich mich gefragt, wieso ich diesen Sch.... eigentlich mache. Die Sonne brannte gnadenlos auf uns herunter, mein Knie zwickte und ich musste ständig an die Blase denken, die ich mir am Vortag an den Fuß spaziert hatte. Aber es half ja nichts, aufgeben war keine Option. Jedenfalls nicht kurz vorm Kollaps.
Also schob ich mich Läufer um Läufer nach vorne - ich hab ja nichts gegen Walker aber ich finde, wenn der  Halbmarathon nur für Läufer ausgeschrieben ist, dann sollte er auch überwiegend gelaufen werden, egal wie langsam - und hangelte mich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Ich hab ja von meinem ersten (und bis gestern einzigen) Halbmarathon gelernt und nicht erst nach 10 Kilometern angefangen zu trinken.
Nahezu überall gab es Zuschauer, was auf der einen Seite zwar schön war, auf der anderen Seite hätte ich aber auch gerne für 1-12 Kilometer meine Ruhe gehabt. Die ganze Zeit mehr oder weniger zu Lächeln war echt anstrengend, aber es sollte ja nicht so aussehen als würde ich mich quälen *lol*
Letztendlich bin ich mit einer neuen persönlichen Bestzeit über die Ziellinie gekommen (6 Minuten!) und es wäre wohl noch besser gewesen wenn es nicht so warm gewesen wäre und ich nicht ständig nahezu gekrochen wäre um sämtliche Kinder abzuklatschen, die den Läufern ihre Hände entgegen streckten. Die sind ja fast so unermüdlich wie die Läufer und ich finde, dass sollte belohnt werden.
Die Massage danach war allererste Sahne, ich hab fast keinen Muskelkater :) Dafür aber einen amtlichen Sonnenbrand (sieht etwas schräg aus mit dem weißen Streifen auf der Stirn, wo das Schweißband war...) und eine weitere Blase am Fuß.

Wie auch immer. Ich hab's geschafft.
Zeit die Füße hochzulegen, die Medaille zu bewundern und sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.



Ääähm. Halt.
Geht ja nicht.
Irgendsoein verrückter Instagram-Verfolger hat mich zu meiner nächsten Schandtat verpflichtet...

Nennt sich "die 7 Rheinbrücken Challenge" - heißt man überquert laufend 7 Rheinbrücken und läuft dabei stattliche 27 Kilometer.

Und dann ist da noch mein Lieblingsläuferkollege, der gerade dabei ist, mir einen Marathon für nächstes Jahr aufzuschwatzen - mal sehen wie lange ich mich dagegen noch wehren kann...

Aber heute lege ich jetzt echt nur noch die Füße hoch :)

16.01.2017 um 19:15 Uhr

Auferstanden von den (Halb)toten

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Endlich. Ich bin durch. Kein Husten, kein Schniefen, kein Schlafmangel - alles weg.

Also heute wieder zur Arbeit. Da bekam ich dann nach drei Stunden auch schon wieder frei. Chef sagt, ich soll langsam anfangen, und viel Arbeit ist gerade auch nicht. Da will ich mich mal nicht beschweren.

Am Donnerstag habe ich es tatsächlich zum Ikea geschafft. Und ein Bücherregal gekauft. Aber nur ein kleines. Ist leider schon wieder voll.
Am Freitag habe ich mich erstmal gemütlich durchkneten lassen (hach, so ne Massage ist schon was feines) und war danach bei "meiner" Christina, die mir die Haare schön gemacht hat. Sieht jetzt wieder nach Frisur aus :)

Am Samstag habe ich mir dann beim Mongolen so richtig den Bauch vollgeschlagen und gestern mit weight watchers angefangen. Nicht weil ich ein schlechtes Gewissen hatte wegen der Fressorgie am Samstag, sondern weil ich das mit dem Abnehmen irgendwie nicht hinbekomme wenn nicht irgendwer da ist, der mir ein wenig in den Hintern tritt bzw. mit mir mit "leidet" - und sei es nur virtuell.
Jaa, so weit ist es nun mit mir gekommen. Ich hab früher immer gesagt, ich würde nie, NIEMALS, weight watchers machen, weil die einem sooo viel Geld aus der Tasche ziehen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass es damals noch keine online-Variante gab. Jetzt zähle ich also Punkte, keine Kalorien (was die Dokumentation etwas mühsam macht) und auf meinem Instagram-Account wird es die nächsten Tage wohl foodspam geben.

Und "Sportfoto"-Spam. Endlich wieder meine Turnschuhe auf Fotos, direkt neben der GPS-Uhr und ein paar schönen Landschaftsbildern. Nach den letzten zwei Wochen juckte es mich nämlich dermaßen in den Füßen, dass ich direkt wieder laufen war. Also, so schnell man als Schildkröte eben läuft. Aber egal. Der Anfang ist gemacht. Und mit einem Hörbuch komme ich auch nicht in die Verlegenheit, schneller zu laufen als ich sollte. Wieder was gelernt.

Ich bin zufrieden. So kann's weitergehen.

09.01.2017 um 19:11 Uhr

Woche 2

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Letzte Nacht habe ich 6 Stunden geschlafen. Yay.
Ja, ich weiß, ihr denkt jetzt "ist doch nichts besonderes". DOCH. Das war immerhin so viel wie in den fünf Nächten davor zusammen.

Das Antibiotikum hat irgendwann am Samstag beschlossen, jetzt mal langsam seine Wirkung zu entfalten und seit dem geht es mit mir bergauf. Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich das letzte mal sooo krank war. Trotzdem habe ich mir heute freiwillig (!!!) noch eine Woche "gelben Schein" abgeholt, weil ich nämlich keine Lust habe, jetzt ein paar Tage zu arbeiten und dann mit dem ganzen Mist von vorne anzufangen. Mein Arzt hat anstandslos unterschrieben. Weil er mich nun schon ein paar Jahre kennt und weiß, dass es wohl ernst ist wenn ich mich freiwillig krank schreiben lasse. Ist ja auch so. Denn jetzt, wo es mir wieder einigermaßen gut geht (okay, Bäume ausreißen könnte ich jetzt noch nicht) wird mir zu Hause schon langweilig. Dabei gibt es hier echt genug zu tun. Aber Hausarbeit ist eben nicht so mein Fall.

Was also fange ich mit dieser Woche an?
Heute habe ich mich erstmal erholt. Denn nachdem ich eine halbe Stunde durch den Supermarkt gelaufen bin, war ich ziemlich kaputt. Eine Woche rumliegen ist halt nicht gut für die Fitness...

Morgen gehe ich in die Bücherei. Ein bisschen was für die Ohren ausleihen und stöbern. Außerdem muss ich eh in die Stadt, zur Krankenkasse, Arztpraxen müssen ja sparen und wie spart man besser als wenn man die Patienten selbst ihre Krankmeldung zur Krankenkasse schaffen lässt?

Dann muss ich wohl oder übel mal die restliche Weihnachtsdeko beseitigen. Und putzen. Und bügeln.... Ich hab jetzt schon keine Lust mehr.

Aber wenn es mir am Ende der Woche besser geht, mache ich zur Aufmunterung einen Shopping Ausflug zum Ikea. Und zum Friseur muss ich auch ganz nötig.

07.01.2017 um 15:54 Uhr

Unkraut vergeht nicht...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

... das sage ich seit Tagen als Mantra vor mich hin, wenn ich nach einer weiteren, überwiegend schlaflosen, Nacht wieder auf dem Sofa hänge und bei "Medical Detectives" döse bis ich mich um 7 Uhr zum Frühstücken zwinge weil die Mördertabletten, die mir mein Arzt verschrieben hat, mit Essen eingenommen werden sollen. Dabei hab ich nichtmal Hunger. Dazu kommen Hustenanfälle bei denen mein Mann immer aussieht als müsste er mir beim Sterben zugucken - zugegeben, das Gefühl hatte ich bis gestern auch noch, aber das könnte dem da oben so passen. Echt jetzt, meine Probleme löse ich schon selbst irgendwie, aber nicht in dem ich mich von einer Erkältungs-Bronchitis-beinahe-Lungenentzündung, oder was auch immer ich genau habe, dahinraffen lasse. Basta. Ach ja, übergeben musste ich mich auch. Nicht, dass das jetzt irgendwen interessieren würde, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es erwähnt haben.

Aber ich bin ja selbst Schuld. Als das vor drei Wochen angefangen hat, dachte ich, es würde reichen, drei Tage auf dem Sofa zu liegen und dann wieder zur Arbeit zu gehen. Falsch gedacht. Ich wurde es nicht so richtig los und als mein Mann kurz nach Weihnachten damit anfing, hat es mich gleich noch mal wieder richtig erwischt. Und in meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich "wird schon" und ging munter weiter arbeiten.
Dafür werde ich dann wohl Montag wieder beim Arzt sitzen und meine Krankmeldung verlängern lassen. Ich geh nicht wieder zur Arbeit bevor das jetzt nicht richtig weg ist. Vielleicht überlegt mein Chef sich ja dann, mir dieses Jahr vielleicht Weihnachtsgeld zu zahlen...

So, danke. Jetzt hab ich genug gejammert. Gleich lege ich mich auf die Couch und versuche ein bisschen zu schlafen. Habe mittlerweile ein Defizit von 18 Stunden wenn man davon ausgeht, dass ich in gesundem Zustand 7 Stunden pro Nacht schlafe. Und nachher muss ich nötig den WEihnachtsbaum von seinen Qualen erlösen, der lässt nämlich auch schon ziemlich traurig die Zweige hängen - wahrscheinlich fühlt er mit mir, sehr nett von ihm.

Über Nacht hat es geschneit, das hob meine Stimmung ein wenig als mein Mann heute morgen die Vorhänge mit einem "Guck mal" aufzog. Und später habe ich mich todesmutig in Jacke und Schal gehüllt und bin einmal durchs Dorf gelaufen - bevor ich vom ganzen auf der Couch sitzen und langweilige Sachen im TV sehen noch richtig durchdrehe. Ich bin für's pure faulenzen einfach nicht geschaffen. Aber mein Gehirn fängt so langsam wieder an zu arbeiten - ich hatte schon Angst, dass die Antibiotika (Elefantendosierung) mir die Birne matschig machen. Andererseits sollen Kreative ja erst im Wahn richtig gut arbeiten.... Hm, Interessenkonflikt.

Wie auch immer, euch ein schönes und krankheitsfreies Wochenende.

17.12.2016 um 22:30 Uhr

Terminstress... :)

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Was für ein Tag. Meine Verabredungen von heute hätten locker für mindestens zwei Tage gereicht, aber so ist das, wenn man nur einen Tag Zeit hat...

Nachdem ich gestern bei meinem Vater ankam als der gerade schlafen gegangen war, machte er sich heute morgen schon aus dem Staub als ich gerade mal gefrühstückt hatte, so dass wir nicht richtig Zeit hatten, miteinander zu reden (da wusste ich aber auch noch nicht, dass er nachmittags mit zum Weihnachtsmarkt kommen würde...)

Aber okay, ich mich ein wenig aufgehübscht (hatte spontan noch ein Kurz-Date mit Juli klargemacht) was schwierig war ohne Föhn und Haarbürste, dann Klamotten ins Auto, Anhänger ab, Auto drehen, Anhänger wieder dran (wie bin ich eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen, Tannenbäume auszuliefern???). Baum für Papa in die Garage, rein ins Auto und los zu meiner Freundin.

Tannenbaum abladen und mitten in den Weg vor der Haustür abstellen - fällt in dem ganzen Chaos eh nicht auf wenn noch was im Weg rumsteht. Also falls jemand meiner Freunde noch denken sollte, ich sei chaotisch - der sollte mal mitfahren...
Erster Satz meiner Freundin nachdem ich meine Jacke ausgezogen habe: "Hast du abgenommen?"
Ich ??? "Ähm, nö?"
Sie: "Doch."
Ich: ??? Hm, kann nicht sein. Ich seh nix.
Als erstes mal nen Cappucino trinken und sich wappnen für das was unweigerlich kommt. "Tante Nina, können wir spielen????" und zwei große braune Kulleraugen gucken mich mit einem Hundeblick an. Also verliere ich zweimal beim Affenspiel und einmal bei UNO-extrem und das noch nicht mal mit Absicht... Nachdem ich bei "Looping Louis" dann aber gewonnen hatte, war das Kind maulig und wollte nicht mehr. So blieb Zeit für noch einen Cappucino bevor mein  Handy piepste und Juli mir mitteilte, dass er in 20 Minuten in der Firma sei.

Eine halbe Stunde später kam ich in der Firma an und wer war nicht da? Juli. Aber er kam nur eine Minute nach mir an und versorgte mich dann erstmal mit Kaffee und Brötchen. Während er also Kaffee kochte, zog ich meine Jacke aus.
Er, guckt mich an, "Bist du weniger geworden?"
Ich : ????? bin jetzt vollends verwirrt. "Ähm, nö, ich glaub nicht."
Er: "Ich glaub schon."
Ich gebe mich geschlagen. Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen, außerdem ist er katholisch und ich hab ja nix dagegen schlanker auszusehen.
Wir sprachen also erstmal über Tannenbäume (ich hatte ihm erzählt dass wir welche haben und ich gerade zwei ausliefere) und über das Pärchen, dass gestern so laut streitend zwischen unseren Tannen stand, dass es meinem Mann schon peinlich war und kamen von da irgendwie auf den Preis von Nordmanntannen, was Juli zu dem Satz brachte: "Ich würde ja nie für einen Weihnachtsbaum so viel Geld ausgeben" (Anmerkung: unsere Kosten 25 Euro egal wie groß, direkt von der Tannenplantage kosten die guten 17€ pro Meter und die billigen aus dem Baumarkt gibts ab 10 Euro) woraufhin ich mich auf meinem Stuhl zurücklehnte und meinte: "Also wenn du mit mir verheiratet wärst, dann würdest du eine Menge Geld für einen Weihnachtsbaum ausgeben, da kannst du sicher sein."
Er (trocken, wie immer): "Aber ich bin ja nicht mit dir verheiratet."
Ich (ebenso trocken): "Sei froh."
Damit war der Seitenhieb für mich eigentlich durch. Aber Juli wäre nicht Juli, wenn er nicht noch etwas hinterher schieben würde.
Er: "Schade eigentlich."
Ich (völlig unvorbereitet getroffen): "Schade???"
Er (in sachlich nüchternem Ton): "Ja, manchmal denke ich: schade."
Ich: "Tatsächlich?"
Er: "Ja."
Ich: sprachlos. Da fiel mir mal wieder kein weiterer blöder Spruch ein um diese aufkommende Ernsthaftigkeit aufzulösen. Ich weiß, irgendwie ist es ja merkwürdig, dass ich selbst hin und wieder darüber nachdenke, was wäre, wenn... aber ihm diese Spinnereien niemals zugetraut hätte, obwohl ich es besser wissen sollte.

Wir redeten über Jan, über Luis (Er: "Was ist denn, wenn du bei eurem Date verschütt gehst?" Noch einer, der sich Sorgen macht, dass ich an einen "bösen Fremden" gerade. Irgendwie süß von ihm.), über seine Freundin, übers heiraten und im selben Atemzug stellte er die Frage in den Raum, ob wir (also nicht wir beide im speziellen) eigentlich für die Monogamie geschaffen seien. Wir redeten über Sex, über Treue  und wie jedes Mal fragte ich mich, warum ausgerechnet wir darüber reden - wo ich mir doch sonst lieber einen Knoten in die Zunge mache. Zumindest wenn mein Gesprächspartner mir gegenüber sitzt. Wenn er sich am anderen Ende des Kabels befindet, ist das was anderes.
Naja, nach netten, interessanten, verwirrenden, nachdenklich machenden und informativen zwei Stunden verabschiedeten wir uns voneinander.

Es folgte ein Weihnachtsmarktbesuch mit meiner Schwester, meinen beiden Lieblingsneffen und meinem Vater. Dort traf ich noch allerhand Bekannte und musste so zweimal meine Truppe suchen, die ich schließlich beim Stockbrot machen fand. Bis dahin hatte ich aber auch schon allerhand Geld ausgegeben und mir unter anderem eine neue Tasche (ich habs ja nicht so mit Schuhen...) aus LKW-Plane gekauft. Nebenbei bekam ich dann noch Aufträge für eine "Bauzeichnung" bezüglich eines weiteren Kinderzimmers (meine "ich will auf gar keinen Fall Kinder haben"-Schwester denkt über ein drittes Kind nach... irgendwas läuft in meinem Leben schief...) und Wintermützen für die Jungs, sowie Adventskalender (da habe ich zum Glück bis nächstes Jahr Zeit...). An Langeweile werde ich in nächster Zeit jedenfalls nicht zu leiden haben.

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch mal zu meiner Freundin ("Du musst nachher wiederkommen, dein Bruder wollte für dich kochen") zum Abendessen. Ich hatte dort meinen Anhänger geparkt, damit ich mit dem Ding nicht den ganzen Tag von A nach B fahren muss. Da traf ich dann noch eine weitere Freundin und hatte Mühe, dort wieder wegzukommen.

Und jetzt sitze ich wieder zu Hause auf dem Sofa und denke über den Tag nach. Und darüber, wie ich meine Halsschmerzen am schnellsten wieder loswerde. Morgen gehts in die Niederlande zum Weihnachtsmarkt :)

28.09.2016 um 12:09 Uhr

Man muss Ziele haben

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Was will ich eigentlich?

Das ist eine Frage, über die ich in den letzten Tagen verschärft nachgedacht habe. Aber nicht bezüglich meines verkorksten Privatlebens, denn darüber nachzudenken ist gerade ein Strudel der mich runterziehen würde - deshalb vermeide ich das erstmal. Und um zu vermeiden über etwas nachzudenken, worüber man nicht nachdenken will, muss man - also ich - etwas haben, woran man sich statt dessen festhalten kann.

Weil ich außerdem meinem inneren Schweinehund einen gewaltigen Tritt verpassen muss damit er aufhört mich auszubremsen und ich fest entschlossen bin, läuferisch wieder etwas auf die Beine zu stellen, war das Ziel relativ schnell klar:

Ich laufe im Frühjahr 2017 einen Halbmarathon.

So, jetzt ist es raus. Ehrlich gesagt habe ich fünf Sekunden über einen Marathon im Herbst nachgedacht, aber dann beschlossen, dass das wohl etwas überambitioniert ist und ich mit einem sicher machbaren Etappenziel anfange. Denn wenn ich den HM hinter mir habe und nicht wieder in so ein Loch falle wie beim letzten Mal, kann ich immer noch höhere Ziele anstreben. Das ist dann auch weniger frustrierend falls es nicht klappen sollte.

Ach ja, jetzt hätte ich ja fast vergessen zu sagen, wo ich ihn laufen will.

HELSINKI - FINNLAND

Fragt mich nicht warum, ich weiß nicht, wie ich auf diese Idee gekommen bin. Ich habe schon seit einer Weile den Wunsch, da mal hinzufahren - wohl weil meine Lieblingsband aus Finnland kommt, und außerdem ist die Streckenführung dort ganz schön. Es geht grob geschätzt zur Hälfte durch die Stadt und die andere Hälfte führt am Meer entlang und dazu ist es auch noch flach - also alles genau mein Ding.

Okay, jetzt kommt die Einschränkung. Nachdem ich mir ja nun gerade ein neues Auto kaufen musste, weiß nicht nicht, ob ich es schaffe, rechtzeitig genug Geld aufzubringen um diese Reise zu finanzieren.
Deshalb gibt es einen Plan B. Der da lautet:

HAJ HANNOVER MARATHON

Da gibts die Halbe Strecke, flacher Kurs - zwar ohne Meer, dafür aber nicht weit weg von zu Hause und deshalb günstig machbar. Und mit dem unschätzbaren Vorteil, dass ich mir hierfür vielleicht eine kleine Fankurve mobilisieren kann weil Familie und Freunde nicht ewig weit weg sind. Aber eigentlich ist Plan B nicht ganz richtig, denn angemeldet bin ich schon - damit ich nicht kneifen kann :)

24.09.2016 um 22:09 Uhr

Gedankenkarrussell

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Musik: Michael Brun & The Ready Set - Good Enough

Da ich mit meinem Rücken gerade nicht einen ganzen Abend auf einem Stuhl sitzen kann und davon abgesehen keine Lust auf die Nachbarn meiner Nachbarn hatte, wo wir zum Grillen eingeladen waren, bin ich dort nach dem Essen verschwunden und sitze nun mit einem Körnerkissen auf meinem mordsbequemen Chefsessel in meinem frisch aufgeräumten Homeoffice. Nachdem ich bei Youtube einen Song gegoogelt habe um zu wissen ob ich den kenne (weil mir der Titel nichts sagte) bin ich irgendwie auf der Playlist hängen geblieben (deshalb die Musikauswahl) und so schlecht ist sie nicht. Ich würde sagen, so chillige Samstagabendmusik - die mich komischerweise immer nachdenklich macht wenn ich allein zu Hause bin und im Büro am PC sitze. Als würde ich nicht ohnehin schon viel zu viel nachdenken. Vorzugsweise über Dinge, an die ich lieber keinen Gedanken verschwenden sollte, weil sie mich runterziehen.

Weil mir seit Tagen immer wieder dieselben Dinge durch den Kopf gehen habe ich darüber nachgedacht, wieder Tagebuch zu schreiben. Also, so wie früher - ihr wisst schon, mit Papier und Stift. Einfach deshalb, weil ein Tagebuch da sehr geduldig ist und nicht genervt die Augen verdreht oder mit stoischer Gelassenheit immer wieder dieselben "schlauen" Ratschläge gibt obwohl ich mir selbst ständig sage was bei mir nicht stimmt. Doch dann liegt da dieses Buch mit den weißen Seiten vor mir, der Kopf ist voll mit Dingen die raus wollen - nur aufs Papier wollen sie einfach nicht. Vielleicht will mein Unterbewusstsein auf diese Weise verhindern, dass ich mich zuviel mit diesen ganzen Dingen beschäftige. Was natürlich Blödsinn ist, weil sich ja alles sowieso in meinem Kopf befindet.

Ich habe in den letzten Tagen verschärft an Jan gedacht. War keine Absicht, aber er war in derselben WhatsApp-Gruppe (seit jeder ein Smartphone hat, werden Aktivitäten ja nur auf diese Weise koordiniert und am Tag des "Events" werden dann alle mit Fotos zugespammt) und am Ende habe ich mich aus lauter Verzweiflung aus dieser Gruppe ausgeklinkt, sie gelöscht und versucht, seinen Namen wieder aus meinem Kopf zu kriegen. Bis heute erfolglos. Es war irgendwie leichter, als Juli derjenige war, der meinen Kopf blockiert hat - zumindest kommt es mir im Nachhinein so vor.

Musik jetzt: Ollie ft. Mariliis Jogeva - Like this

Bei Gedankenchaos möchte ich mir ja meistens am liebsten die Decke über den Kopf ziehen, was dieses Mal problemlos möglich wäre, da ich mit meinem Rücken nicht arbeiten kann und mit dem Ausschlag nicht arbeiten darf, ABER... Dieses Mal möchte ich rennen. Ja, genau, ich möchte meine Laufschuhe anziehen und loslaufen. Super, geht ja nicht mit dem Rücken. AAARRRGGHHH. Da zeigt sich mal wieder, man will immer das, was gerade nicht geht.

Jan. Laufen. Einen neuen Rücken. Eine Gehirntransplantation. Ein kaltes Herz (jedenfalls vorübergehend).

Musik: Diviners feat. Dom Robinson - Flowers (Sowlmate Remix)

Ich sollte an was Positives denken.
  • Mein Lieblingsfußballverein Werder Bremen hat heute gewonnnen, endlich mal wieder. Wir sind jetzt besser als der HSV. *YAY* Das ist doch was. Es geht bergauf.
  • Morgen gehts mit meinen Laufkollegen zum brunchen. Schon wieder essen, ich wollte doch abnehmen (ich sollte mal wieder mit Jan eine Nacht durchmachen, dann hat sich das mit dem Essen für die nächsten zwei Wochen wieder erledigt... ja, sorry, mein schräger Humor ging gerade wieder mit mir durch...)
  • Ich war heute shoppen. Ein dunkelroter Pullover... Er ist bequem und passt sehr gut zu meiner schwarzen Lederimitathose vom letzten Shoppinganfall. Dabei mag ich Pullover gar nicht besonders. Das ist der erste seit meinem Micky Maus Kapuzensweater vor.... vier Jahren? Und Unterwäsche. Aber über die sage ich jetzt nichts weiter. Außer vielleicht dass sie altrosa ist und schweineteuer war. Geldverschwendung wenn man bedenkt dass sie außer mir niemand sieht (Memo an mich selbst: ich wollte positiv denken!)
Musik: Thomas Bale x ItsLee - Thousand Times

Ach übrigens, ich schreibe jetzt doch Tagebuch. Aber mehr so ein kreatives Kritzelding. Welche Musik ich gerade am liebsten höre, welche Bücher ich am liebsten mag, wen ich heirate wenn ich mal groß bin - so Zeug halt. Und wo wir gerade beim heiraten sind... Ich muss zugeben, dass ich etwas unglaublich schadenfroh innerlich und äußerlich gegrinst habe als in den Nachrichten die Trennung von Brangelina bekannt gegeben wurde (als ich es im Radio hörte, habe ich es noch für einen Scherz gehalten). Nobody's perfect - nichtmal Brangelina :)

12.07.2016 um 22:59 Uhr

Ich habe einen Knoten im Hals

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Wer mich kennt weiß, dass - wenn man mich zu irgendwas überreden oder bequatschen will - man mir einfach nur etwas leckeres zu Essen in Aussicht stellen muss. Dass ich außerdem esse wenn ich glücklich oder unglücklich bin, wenn mir langweilig ist oder ich etwas geschafft habe wofür ich meiner Meinung nach eine Belohnung verdient hätte. Kurz gesagt, ich esse eigentlich immer.

Ich aß.

Denn im Moment sagt mein Magen beim Anblick von Essen: Lass es lieber, sonst kommt es postwendend wieder raus. Okay, wenn ich dann etwas esse kommt es nicht wieder raus, aber ich esse tatsächlich nur, weil ich ja irgendwoher ein bisschen Energie bekommen muss. Ich bin jetzt noch erstaunt wie ich am Sonntag (nachdem ich eine Scheibe Brot gefrühstückt habe) 11 Stunden arbeiten konnte ohne eine Pause (mal abgesehen von 5 Minuten) zu machen und überhaupt keinen Hunger zu haben. Und das in einem Restaurant in dem es wirklich leckeres Essen gibt. Ich bin ja sowieso ganz fasziniert davon, dass ich in einem Restaurant arbeiten kann ohne ständig etwas essen zu wollen... Ich mag nichtmal ofenwarme Brötchen mit Nutella. Diese Aussage würde meinem Vater sicher noch ein paar graue Haare bescheren - sofern er denn noch Haare hätte - denn seit ich vier Jahre alt war geht Nutella bei mir eigentlich immer.

Der Vorteil an einer solchen Ess-Blockade ist, dass man dabei ganz prima abnimmt. Und bevor jetzt einer aufschreit von wegen gesunder Ernährung und so - ich esse ja, nur nicht ständig und nicht so viel wie früher (was eh zuviel war, ich bin ja nicht vom Fasten fett geworden) und Obst und Gemüse ist auch dabei.

Der Nachteil ist jedoch, dass das Gefühl, sich quasi jederzeit übergeben zu können, schon ziemlich nervt.

Nein, ich brauche keine Erklärungen, ich weiß woran das alles liegt.

09.07.2016 um 19:34 Uhr

Kater werden mit dem Alter immer ausdauernder...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

... bevor Missverständnisse entstehen, ich meine den Kater nach dem Alkohol.

Früher: drei Tage saufen, ein Tag krank
Heute: ein Tag saufen, drei Tage krank

Okay, das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich mag heute tatsächlich noch weniger essen als gestern (da dachte ich auch noch, fettiges Essen könnte helfen...).

Ich hatte eigentlich geplant, nach der Arbeit noch eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen - mir ein bisschen den Kopf durchpusten lassen - doch als ich nach draußen kam fing es an zu regnen und es will einfach nicht aufhören. Soviel also zum Thema frische Luft.

Die Zeit seit dem Feierabend verbringe ich also damit, das Chaos in meinem Kopf ein wenig zu ordnen was mir leichter fällt als gestern, danach aber auch nicht weniger chaotisch ist - nur eben geordnet.
Die Fragen stapeln sich sorgfältig übereinander anstatt wild durch meinen Kopf zu purzeln, die ersten (minimalen) Erinnerungslücken tun sich auf und ich weiß inzwischen, dass dieser Blog der einzige Ort ist, an dem ich in halbwegs sicherem Rahmen über das alles reden kann - nachdem meine Freundin gestern mit Salz nur so um sich geschmissen hat (von wegen in die Wunde streuen und so, was ich gelinde gesagt ein wenig ungerecht fand, wo sie doch selbst im sprichwörtlichen Glashaus sitzt...). Aber okay, immerhin habe ich diesen Blog, das ist doch schon was.

Man neigt ja dazu, sich an manche Ereignisse anders zu erinnern als sie in Wirklichkeit waren, das schont das Gehirn und löscht kleine negative "Nebengeräusche" dieser Erinnerungen einfach aus. Das ist auf der einen Seite ziemlicih praktisch, es würde mir jedoch helfen, wenn dieser Filter erst nach zwei bis drei Tagen einsetzt, da mir die Zeit fürs sortieren gerade ein wenig fehlt.

Ich war ganz froh, dass ich heute im Restaurant Frühschicht hatte, wobei die ersten Stunden irgendwie überhaupt nicht vorbei gehen wollten und ich dann irgendwann das Gefühl hatte, die einzige zu sein, die richtig arbeitet. Aber ich will mich mal nicht beschweren, die Kasse klingelt ja schließlich mit jeder Stunde, die ich da rumlaufe. Außerdem lenkt es ganz gut ab und das habe ich manchmal ziemlich nötig.

09.06.2016 um 21:57 Uhr

So kann's gehen...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Als klar war, dass ich meinen Sommerjob auf dem Campingplatz in diesem Jahr nicht machen würde, fühlte ich mich einerseits großartig - denn wer will schon die Zeit, in der andere am See in der Sonne liegen, damit verbringen, Toiletten zu putzen oder die Kinderzimmer der unordentlichsten Kinder der Welt aufzuräumen - und auf der anderen Seite dachte ich etwas wehmütig an die dort verdienten Euronen, die ich in jedem Herbst großzügigst in neue Elektronikartikel sowie low budget Urlaube investierte. Aber ich beschloss, den Sommer zu nutzen und ihn gemütlich mit diversen Büchern zu verbringen. Dann folgte die (ohnehin schon erwartete) Kündigung meiner Hauptarbeit. Ich dachte "Mist, gar kein Geld mehr" und dann "okay, SOMMERFERIEN!!!"
Jetzt ist Juni, ich bin gerade mal eine Woche arbeitslos da fange ich schon den ersten Aushilfsjob an um wenigstens ein  bisschen Taschengeld zu haben und jetzt stehen die Chancen ziemlich gut, dass ich ab nächster Woche wieder einen "richtigen" Job habe. Soviel also zum Thema Freizeit diesen Sommer. Die wird dann nämlich noch knapper als jetzt ausfallen, denn dann wären Wochenenddienste angesagt. Plus Nebenjob ergibt das zwar eine Menge (im Vergleich zu jetzt) Geld, aber Null Freizeit (gefühlt).

Seltsam, dass mich der Gedanke an weniger Freizeit so beschäftigt, wo ich doch jetzt meine Freizeit mit einer Menge Dinge verbringe, ohne die ich früher auch sehr gut leben konnte. Drei Stunden Mittagsschlaf zum Beispiel.
Wobei mir jetzt einfällt, dass ein Vollzeitjob den unschlagbaren Vorteil hat, dass ich den größten Teil des Tages nicht zu Hause verbringe und mir somit meine heißgeliebte Schwiegermutter nicht die ganze Zeit auf den Nerven herumtrampeln kann. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Der Job an sich wäre schon ziemlich cool. Nicht nur so Sklavenarbeiten wie jetzt, sondern richtig was mit Verantwortung und selber denken. Aber was mich so ein bisschen abschreckt, ist das dauerhafte. Ich meine, ich hab nichts gegen dauerhaftes Arbeiten und einen sicheren Job. Aber im Moment bin ich ja in dieser unglückseligen Situation, in der ich mir mal so langsam darüber klar werden muss, was genau ich eigentlich will. Bleiben, gehen, Kinder, keine Kinder und so weiter. Und manchmal denke ich, es wäre einfach nicht fair einen Job anzufangen wenn man im Hinterkopf den Gedanken hat, dass man möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft dort wieder verschwindet, aus welchen Gründen auch immer.

Chaos im Kopf. Nichts neues also. Und ich dachte, das hört irgendwann mal auf...
Naja, so kann's gehen.

25.04.2016 um 22:48 Uhr

Kindergarten

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich bin eigentlich ein recht umgänglicher Mensch und für gewöhnlich dauert es ewig, bis mir mal der Hut hochgeht. Nur heute, da ging es tatsächlich recht schnell. Mag sein, dass es daran liegt, dass ich heute gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war, da reißt mein Geduldsfaden tendenziell früher. Kann aber auch sein, dass ich es einfach nur irre blöd finde, wenn gestandene Männer sich aufführen wie Dreijährige, denen man im Sandkasten die Schaufel weggenommen hat.

Ich mach ja neuerdings in Politik - nicht nur Uni-technisch sondern auch in der realen Welt, so richtig mit Abstimmungen, Wahlen usw. - und da gab es unlängst allerlei abzustimmen. Es ging dort etwas komplizierter zu weil sich zwei Gruppen miteinander einigen mussten und dazu noch allerhand Statuten eingehalten werden müssen bzw. bei manchen Ausnahmen dann eben nicht.
Langer Rede kurzer Sinn, jemand verlor eine Stichwahl (nachdem er vorher noch eine Art emotionalen Erpressungsversuch gestartet hatte) und war in Folge dessen tödlich beleidigt (was natürlich nie zugegeben hätte). Schuld hatten natürlich nicht seine eigenen "Gefolgsleute" (wenn man sie denn so nennen möchte) sondern die andere Gruppe, die natürlich seiner Meinung nach nichts lieber sähe, als dass die Gruppe des "Verlierers" sich auflöste. Dies hat er dann auch mehr als einmal deutlich gemacht und als er dann anfing von gegenseitigem Respekt zu reden wurde es mir zu blöd. Denn erst Schuldzuweisungen zu machen die nicht belegbar sind und dann Respekt einzufordern finde ich ehrlich gesagt ziemlich armselig und das habe ich dann auch öffentlich bekundet. Zugegeben, ich habe auf das Wort "armselig" verzichtet und mich gewählter ausgedrückt (wegen des gegenseitigen Respekts).

Der reinste Kindergarten...


In dem Moment, wo ich dann von mindestens fünf oder mehr Leuten gleichzeitig darüber belehrt wurde, dass ich (natürlich) alles falsch verstanden und somit Unrecht habe, dachte ich für einen winzigen Moment darüber nach, ob es nicht besser gewesen wäre, einfach den Mund zu halten, aber dann meldete sich sofort meine innere Stimme zu Wort, die laut und deutlich sagte: "Hey, du wolltest mehr Helmut Schmidt sein, also sei stolz drauf, dass du den Mund aufgemacht hast und zieh jetzt nicht den Kopf ein"

Genau. Die Welt braucht mehr Helmut Schmidts. Menschen, die respektvoll ihre Meinung sagen, selbst wenn die nicht jedem in den Kram passt. Angepasste Leute gibts genug, deshalb kommen die auch nicht voran.
An meiner Fähigkeit, direkten Gegenwind auszuhalten, muss ich jedoch noch etwas arbeiten...

10.04.2016 um 19:50 Uhr

Gefühlsachterbahn

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Die menschliche Gefühlswelt ist ein  ziemlich kompliziertes Konstrukt, auch wenn ich dabei vorzugsweise an meine eigene denke, so tröstet mich doch der Gedanke, dass es anderen damit vermutlich nicht besser geht, ein wenig. Bei mir geht es derzeit in ziemlichen Ausschlägen auf und ab und es nervt. Ja, es nervt auch wenn alles linear langweilig vor sich hinplätschert, aber ich hatte lange keine Phase mehr, in der mich mich für eine Weile auf einem positiven Niveau bewegt habe und das fehlt mir ein wenig.

Also beschäftige ich mich momentan mit der Frage, wo und wie ich meine verlorene Motivation wiederfinde. Es gibt nämlich ein paar Dinge, an denen ich unbedingt was tun muss.

Mein Gewicht.
Ein Dauerthema. Aber es ist einfach frustrierend wenn man mühevoll an die 20kg abgenommen hat und dann durch so eine scheiß-depressive Phase auf einmal wieder 14kg drauf hat weil mein einfach den Arsch nicht vom Sofa bekommt. Das Gute ist, dass ich immerhin weiß, dass ich abnehmen kann. Das dumme ist nur, ich muss es allein machen weil mein Mann es a)nicht nötig hat ebenfalls abzunehmen und b)er auch irgendwie nicht in der Lage ist, mich dabei zu unterstützen.

Meine Laufleistung.
Ehrlicherweise muss man hier das Wort "Leistung" streichen und meine sportliche Tätigkeit eher als "Rumschleichen" bezeichnen. Was zum einen natürlich mit meinem Gewicht zusammenhängt als auch mit den unterschwelligen depressiven Schüben oder wie auch immer man mein   "ich komm nur schwer vom Sofa" bezeichnen soll. Wenn man sich fühlt als würde man drei Tonnen wiegen läuft es sich halt nicht wie eine Gazelle. Aber immerhin schaffe ich es schonmal, deutlich öfter rauszugehen als letztes Jahr und das ist ja auch schonmal was. Wenn auch verbesserungswürdig.

Meine Ernährung.
Ja, im Grunde genommen hängen alle drei Dinge untrennbar miteinander zusammen, trotzdem denke ich, dass man es irgendwie aufdröseln muss weil Veränderung mit kleinen Schritten leichter ist

Es gibt natürlich auch ein paar Lichtblicke.

Gestern zum Beispiel habe ich zum ersten Mal in meinem Leben vor fast 100 Leuten gesprochen. Okay, ich habe nur ein paar Wahlergebnisse verkündet, aber ich stand dabei an einem Rednerpult mit Mikrofon und war sooo verdammt nervös dass meine Stimme gewackelt hat, aber ich habe es ja überlebt :)

Heute morgen habe ich mir den Hannover Marathon im TV angesehen. Zum einen weil ich selbst gerne mal in Hannover laufen möchte (der Halbmarathon würde mir aber reichen) und zum anderen weil dort ein paar Bekannte von mir mitgelaufen sind. Klar, gesehen habe ich die natürlich nicht weil die fürs Fernsehen zu langsam waren, aber es war als hätte ich am Streckenrand gestanden um sie moralisch ein wenig zu unterstützen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber Marathonläufe im Fernsehen sind schon ein wenig Motivation für mich - selbst wenn die Läufer, die man dort sieht alle in einem Tempo unterwegs sind, das ich nichtmal für 50 Meter durchhalten würde, wenn ich denn überhaupt jemals so schnell wäre, und weil es bei denen immer so aussieht, als wäre das alles überhaupt kein Problem.

Und dann ist da noch so ein Mittelding. Mein Job. Ich habe noch anderthalb Monate bis ich meinen Stelle räumen muss und ich hatte ein bisschen Bammel davor, dass mich irgendwann so eine Null-Bock-Stimmung bekomme, aber glücklicherweise hat sich die bislang nicht sehen lassen.

Es geht schon irgendwie weiter.