ungebremst ins Chaos

10.09.2017 um 20:34 Uhr

Höhlenkoller...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Übermorgen gehe ich in die 5. Woche "gelber Schein". Es ist ja ganz schön, morgens nicht von einem nervigen Wecker sondern vom eigenen Biorhythmus geweckt zu werden, doch den ganzen Tag zu Hause zu sein und dort mehr oder weniger nichts zu tun zu haben zehrt schon gewaltig an meinen Nerven. Selbst wenn ich einsehen muss, dass jemand, der (wie ich) nicht mal einen vollen Einkaufskorb heben kann ohne dass es im Rücken weh tut, für einen körperlichen Job wie meiner es ist, derzeit nicht geeignet ist. Allerdings habe ich in dieser Woche 3x staubgesaugt und das ist definitiv ein Zeichen meines schlechten Gemütszustands. Ich meine, wer mich kennt, der weiß, dass "hausfrauliche Tätigkeiten" nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören. Aber im Moment denke ich, besser ich beschäftige mich mit "Irgendwas" als den ganzen Tag rumzusitzen und darüber nachzudenken, wie es nun weitergehen soll.

Okay, den ganzen Tag rumsitzen geht schon deshalb nicht, weil der Arzt gesagt hat, ich soll mich bewegen. Naja, immerhin komme ich beim spazieren gehen dazu, Hörbücher in Ruhe zu hören. Ist ja auch was wert.

Ansonsten versuche ich dem Höhlenkoller zu entgehen, in dem ich am Wochenende wegfahre. Dieses WE war zum Beispiel Kindergeburtstag angesagt. Ich habe meinem Neffen eine Ritterburg gebacken, von der er restlos begeistert war und sich etwa sechs Mal dafür bedankt hat. Da geht einem doch das Herz auf - vor allem wenn man zwei Stunden lang wie ein Opa mit Hut im Mercedes Auto fährt, damit die Ritterburg den langen Transport heil übersteht. Und das wo ich doch nicht gerade für Seniorengeschwindigkeit bekannt bin.

Und nächstes Wochenende gehts zu einer Freundin, die ich vor Jahren übers Internet kennengelernt habe und wir haben uns vor drei Jahren zum letzten Mal gesehen. Es wird also wirklich mal wieder Zeit. Außerdem muss ich noch mit meinem Vater ins Varieté bevor der Gutschein abläuft... Langweilig wird es also am Wochenende zumindest nicht.

Aber in der Woche kämpfe ich wirklich extrem mit mir selbst. Tage können so verdammt lang sein, wenn man nichts zu tun hat. Dazu kommt noch mein latent schlechtes Gewissen weil mein Chef nun mehr oder weniger alles alleine machen muss (ja ich weiß, ich bin "krank" und kann nichts dafür, aber ich bin halt niemand, dem es egal ist wie es in der Firma läuft) Üblicherweise esse ich, wenn mir langweilig ist und ich schlecht gelaunt bin - aber auch das verkneife ich mir gerade, denn es ist nicht besonders zuträglich für die Figur.

So, genug gejammert. Nützt ja nichts den Kopf in den Sand zu stecken. Mal sehen wie es weitergeht.

22.08.2017 um 20:14 Uhr

Flohmarkt

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Seit zwei Jahren planten meine Schwester und ich einen Flohmarktbesuch. Also, als Verkäufer, und in diesem Jahr haben wir es tatsächlich geschafft uns dort aufzustellen. Eine Freundin hat sich noch angeschlossen, so dass wir am Ende zu dritt unseren "Krempel" auf drei Ständen nebeneinander anboten.

Was mich an diesem Verkäuferdasein auf dem Flohmarkt so nervt ist, dass man da so verdammt früh aufstehen muss. Ich verstehe ums Verrecken nicht, wer auf die bescheuerte Idee gekommen ist, dass man schon um 7 Uhr den Stand aufbaut wenn der offizielle Beginn erst um 11 Uhr ist. Oder wieso man über selbigen Flohmarkt schon Stunden vor der Eröffnung läuft um nach Schnäppchen zu suchen.

Da ich gerade wegen meiner Rückenprobleme krank geschrieben bin, habe ich  meine Zeit zu Hause sinnvoll genutzt un mich an die Nähmaschine gesetzt und ein paar Kindermützen produziert, die ich neben meinem sonstigen Kram mit zum Flohmarkt genommen habe. Ich war fest davon überzeugt, dass ich total viel Zeugs zum Verkaufen habe, weil ich zwischendurch schon immer Kartons bei meinem Vater zwischengelagert hatte, aber beim Aufbau musste ich ziemlich lange warten, da meine Schwester 3/4 des geliehenen Anhängers mit ihrem Zeug vollgepackt hatte und meins natürlich ganz hinten stand... Es war mir schon etwas unangenehm, dass die anderen für mich die Kisten schleppen mussten (schwere Sachen heben und tragen sind ebenso unmöglich wie schnelle Bewegungen usw.) aber es ging ja nicht anders.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Es war anfangs zwar etwas frisch, aber dann gab es strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Bis zur schwarzen Wolke. Es fielen drei Tropfen und schon im nächsten Moment kam ein ordentlicher Schauer - zum Glück hatten wir uns sicherheitshalber mit Abdeckfolien ausgestattet, so dass wir unsere Stände vor Wasserschaden schützen konnten. Ich bin dabei natürlich einigermaßen durchgeweicht. Keine schnellen Bewegungen und so... Danach wieder strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, als wäre nichts gewesen. Irgendwann wieder eine schwarze Wolke. Die haben wir aufmerksam beobachtet und beschlossen, den ersten Stand abzubauen. Ich hatte bis dahin ohnehin das meiste verkauft, so dass mein Zeug fix verstaut war. Dann wurden die anderen zwei Stände abgedeckt - gerade rechtzeitig vor dem nächsten Schauer. Danach haben wir dann allerdings beschlossen, Feierabend zu machen.

Insgesamt hatten wir aber einen tollen Tag - besonders Patenkind Nr.3 - der hat nämlich am Stand nebenan ein riesiges Piratenschiff entdeckt was ein Freund der Familie ihm dann gekauft hat. Kulleraugenbonus... Ich selbst bin gar nicht dazu gekommen, über den Flohmarkt zu bummeln, habe aber später zu Hause die Stephen King Bücher aus dem Karton meiner Schwester in meinen Besitz gebracht. Und obwohl wir den Eindruck hatten, dass die Geschäfte eher schleppend liefen, so brachte der Kassensturz am Ende doch ein recht zufriedenstellendes Ergebnis. Mein "Stundenlohn" lag deutlich über dem Mindestlohn und dazu bestimmt 75% meines Krempels weg. Unseren Restbestand haben wir in der Garage meines Vaters nochmal durchsortiert - in Müll und "nächster Flohmarkt" - nächstes Mal reicht ein Stand. Es sei denn, wir sammeln bis dahin noch :)

14.08.2017 um 21:51 Uhr

Never ending Stories

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

IDa bin ich wieder.

Halbwegs erholt und gleich wieder kaputtgearbeitet. Oder so. Aber morgen nachmittag sitze ich beim Doktor und wedel am Mittwoch mit nem gelben Schein. Ich habe offiziell keine Lust mehr. Letzte Woche im Urlaub war bezüglich meines Rückens von "fast schmerzfrei" bis "ich will sterben" (okay, das ist jetzt vielleicht ein klein wenig übertrieben, aber auf einer Skala von 1-10 war es eine beginnende 9 ) alles dabei.

Ansonsten habe ich den Urlaub sehr genossen. Beginnend mit einem 3-Gänge-Menü, jeden Tag frühstücken gehen über einen Haufen Kultur bis zu einem Faulenzertag an der Ostsee (auch wenn ich da nicht so faul war - bin nämlich die ganzen Strandabschnitt von Boltenhagen 2x entlanggelaufen - das war im übrigen mein "fast schmerzfrei"-Tag). Die Autofahrt habe ich genutzt um ein 12stündiges englisches Hörbuch zu hören - herzlichen Dank an die Mähdrescherfahrer, die ich stundenlang nicht überholen konnte...

Ich wurde von diversen Leuten bedauert, weil ich alleine unterwegs war.
???
Ich liebe es, alleine unterwegs zu sein. Man kann tun und lassen was man will und wann man will, hat das ganze Bett für sich alleine... Okay, womöglich gibt es doch einen Nachteil :)

Im übrigen... ich muss mal wieder von Juli anfangen. Obwohl er mich nun seit gefühlten hundert Jahren kennt, war sogar er über meinen Single-Trip verwundert.
Juli (hat tatsächlich meinen Whatsapp-Status gestalkt): Allein unterwegs?
Ich: Überrascht dich das?
Juli: Ja
Ich: Wieso? Ich bin doch ständig allein unterwegs.
Juli:Okay
Ich: Kannst ja nächstes Mal mitkommen (Tränen lachendes Emoji)
Juli: Gern (Daumen hoch)
Ich: Ich nehm dann auch ein größeres Bett
Juli: Warum (auf dem Kopf stehendes Emoji)
Ich: Weil du soviel Platz brauchst
Juli: Ahja
Ich: Das liegt an deinem einnehmenden Wesen (grinsendes Emoji)
...
Was mich mehr wundert als das wir mal wieder auf diese Weise miteinander flirten ist die Tatsache, dass ER derjenige war, der mich zuerst angeschrieben hat. Schon das zweite Mal hintereinander. Ich neige ja dazu, diesen Dingen eine übermäßige Bedeutung beizumessen, aber das ist - zumindest in den letzten Jahren - noch NIE passiert. Ich bin doch sonst immer diejenige, die ihn antextet. Hmmmm. Ursprünglich wollten wir uns noch auf einen Kaffee treffen (zumindest hatte er geschrieben, dass er das möglich machen wollte), aber dann kam - trotz zweimaliger Nachfrage meinerseits - nichts mehr. Ich meine, ich wäre ja nicht sauer gewesen wenn er es zeitlich nun doch nicht schafft, aber da wäre eine kurze Nachricht doch nett gewesen. Dann müsste ich mir jetzt nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob ich ihm womöglich unabsichtlich auf den Schlips getreten bin. Das ist bescheuert, ich weiß, aber ich werde diese dusselige Angewohnheit einfach nicht los.
Ich verstehe diesen Mann nicht.

Und sonst?
Hm... Ich habe viel zu viele neue Bücher gekauft (6), mir ein Tattoo aufmalen lassen, am letzten Tag einen Sonnenbrand bekommen, die gesammelten Muscheln nach dem Schuhe anziehen auf der Bank liegen lassen (Aaarrghhh) und nur 2 Kilo zugenommen *yay*

04.08.2017 um 14:02 Uhr

Ich bin dann mal weg...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Nein, nicht für immer und auch nicht sofort, aber am Montag. Ganz früh. Okay, vielleicht nicht ganz früh. Eher so mittelfrüh - in den Berufsverkehr will ich nämlich nicht unbedingt.

Aber dann bin ich weg.
Ganze vier Tage. Vielleicht auch fünf.
Endlich mal richtig Urlaub machen. Ganz alleine. In einem Hotel und nicht auf irgendeiner Couch von Bekannten. Und das, obwohl ich immer so geizig bin wenn es darum geht, Übernachtungen zu bezahlen. Aber ich hab gestern noch ein Megaschnäppchen gemacht.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter einigermaßen schön wird, denn ich will ja schließlich was sehen. Vor allem will ich ein paar Stunden lang faul am Ostseestrand rumliegen, picknicken und ein gutes Buch lesen - dafür wäre Sonnenschein hilfreich. Ursprünglich wollte ich ja einen Surfkurs machen, aber meine Rückenprobleme sind gerade dermaßen riesig, dass ich froh bin, wenn ich überhaupt in der Lage bin, von einem Stuhl aufzustehen. (Dr. Google sagt, es ist die Bandscheibe, aber Dr. Google hat ja nicht studiert und der Termin beim Orthopäden ist erst in drei Wochen. Konnte ich ja nicht wissen, dass mich die Radiologie eine halbe Stunde nachdem ich einen Termin (in 2 1/2 Wochen) ausgemacht habe, anruft und fragt, ob ich nicht sofort kommen wolle...) Mein Mann sagt, ich soll mir einen gelben Schein holen, aber ob ich zu Hause Rückenschmerzen habe oder auf der Arbeit, das ist ja dann auch egal. Und was soll ich auch den ganzen Tag zu Hause. Außerdem soll man sich ja bewegen wenn man "Rücken" hat.

Und sonst?
Wir - also meine Schwester und ich haben diese Woche folgendes gelernt: In Deutschland geht nichts ohne Papierkram.
Wenn man was erben will - muss man einen Erbschein beantragen. DAS wissen wir natürlich - auch wenn wir noch nie in der Situation waren, etwas erben zu wollen.
Unsere Schlussfolgerung war deshalb: Wenn man nichts erben will, beantragt man einfach keinen Erbschein.
MÖÖÖÖP.
Richtig ist: Wenn man nichts erben will, muss man das Erbe SCHRIFTLICH ausschlagen.
Woher soll man sowas denn wissen?
Rausgekommen ist das nur, weil meine Schwester in unregelmäßigen Abständen Post von der Rentenkasse bekommt, die auf eine Rückzahlung wartet, da unsere Mutter ja Ende Dezember (2015!!!) verstorben ist und die Rente für Januar schon überwiesen war. Daraufhin hat meine SChwester da angerufen und denen erzählt, wir hätten das Erbe ja ausgeschlagen und wären deshalb nicht zuständig.
Reaktion: "Dafür haben sie dann doch sicher eine Bescheinigung?"
Ähm... Nö?
Es folgten diverse Telefonate, letzteres mit einem Anwalt, der dann ebenfalls mit dieser Frage kam und meine Schwester wiederum verneinte.
Anwalt: "Wieso nicht?"
Sie: "Weil wir der Meinung waren, wenn man nichts erben will, beantragt man einfach KEINEN Erbschein."
Anwalt: "Wieso haben sie denn da nicht mit ihrem Anwalt gesprochen?"
????? Halloooo Logik? Warum sollte ich mit einem Anwalt sprechen, wenn ich der Meinung bin, dass ich das richtige tue???? Hurra Deutschland.
Hoffentlich kommen wir da noch mit einem blauen Auge davon. Der Anwalt kümmert sich jetzt.

Urlaub ist also dringend nötig...

26.07.2017 um 21:31 Uhr

Es gibt so Tage...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... an denen ich mich frage, ob ich nicht vielleicht der einzige halbwegs normale Mensch bin, der auf diesem Planeten herumläuft.

Montag war ich beim Orthopäden, also bei jemandem, der ja allein schon dadurch, dass er diese Berufsbezeichnung tragen darf, über eine gewisse Kompetenz in diesem Fachbereich verfügt... oder besser gesagt, verfügen sollte. Da saß ich also, mit meinen latenten Rückenproblemen, zum 4. Mal in seiner Praxis. Der "Facharzt" - strahlte, nach Krankengymnastik, Einlegesohle und ner Art Rückenstütze, eine gewisse Ratlosigkeit aus. Und bot mir Akupunktur an. Hallo? Nadeln + ich = keine gute Idee. Mal abgesehen davon, will ich ja erstmal wissen, WIESO ich seit einem Jahr Rückenprobleme habe. Worauf er mir dann erklärte, das sei eine sehr laienhafte Vorstellung.

WHAT???
Wenn ich von einem Arzt erwarte, dass er herausfindet, aus welchem Grund oder von mir aus auch aus welchen Gründen (denn O-Ton mein Arzt: "in ihrem Alter gibt es viele unterschiedliche Diagnosen") ist das doch wohl selbstverständlich und nicht weltfremd - oder habe ich falsche Erwartungen?
Wie soll ich den Mann denn noch ernst nehmen? Genau, gar nicht. Aber er hat mir eine Überweisung für ein MRT ausgestellt. Das nehme ich dann mal noch mit bevor ich mich auf die Suche nach einem kompetenten Orthopäden mache.

Und jetzt noch etwas Erheiterndes - oder besser gesagt etwas, das dazu führen wird, dass ich mir in Zukunft keine allzu großen Sorgen mehr machen werde, was meine Urteilsfähigkeit bezüglich des männlichen Geschlechts betrifft...

Dienstagabend. Ich Schäfchen sitze (nachdem ich 20 Minuten im Wartezimmer vor mich hin gewartet habe - echt, in meinem nächsten Leben werde ich Therapeut, dann ist mein merkwürdiges Verhalten selbsterklärend...) also mit meinem Therapeuten in diesen urgemütlichen Sesseln und erzähle von Jan. Es hilft ja nix, wenn ich auch nur ansatzweise wieder die Kontrolle über mein Gemütsleben, die Realität oder was auch immer ich sonst verloren habe dass es der Depressionskeule erlaubt hat, mich niederzuknüppeln, wiedererlangen will, müssen die Karten auf den Tisch. Für meine Offenheit wurde ich tatsächlich von meinem Therapeuten gelobt - und ich saß da und sprach aus was ich in dem Moment dachte "also, wenn ich ihnen DAS nicht erzählen kann, kann ich auch zu Hause bleiben und die Wand anstarren". Echt jetzt, der Mann soll mir schließlich helfen, da muss er doch die Fakten kennen. Aber ich schweife ab...
Naja, jedenfalls erzählte ich von Jan und dessen, mich verwirrenden Verhalten, und beobachte dabei, wie dieser gestandene promovierte Arzt und Psychotherapeut immer mehr aussieht wie jemand, der gerade im Fernsehen etwas total unglaubliches gesehen hat. Und höre ihn schließlich sagen: "Ich werde aus diesem Mann nicht schlau."

Willkommen in meinem Leben...

18.06.2017 um 15:50 Uhr

25 Years

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Musik: 25 Years - Die Fantastischen Vier

Nach schrecklichen 3 Tagen ohne Internetverbindung - ja, ist schon scheiße am Arsch der Welt zu wohnen - habe ich wieder Anschluss an die Zivilisation.

Ich bin ja schon auf ein paar silbernen Hochzeiten gewesen und da denke ich jedes Mal - irre, 25 Jahre sind soooooo lange. Oder Jahre im selben Verein. Oder.... Naja, jedenfalls fange ich dabei auch immer an zu rechnen wie lange es dauert, bis ich mal so ein Jubiläum feiern kann/darf. Und jedes Mal waren das noch endlos viele Jahre. Was ich aber total und völlig aus den Augen verloren habe, war das Fest meiner Konfirmation. Wohl auch deshalb, weil ich damals mit dem ganzen Kirchengedöhns nicht so viel anfangen konnte und das alles nur gemacht habe, weil ich gehofft habe, mein Sparschwein damit möglichst gut füllen zu können (und dabei feststellte, dass alle anderen spendablere, reichere oder einfach mehr Familienmitglieder hat als ich). Jedenfalls erreichte mich dann vor zwei Wochen eine Nachricht per fb-Messenger (hin und wieder ist auch diese neue Technik durchaus praktisch), dass wir in diesem Jahr silberne Konfirmation hätten (WHAT- SOOOOOO LANGE IST DAS SCHON HER???) und ob ich denn auch käme - mit anschließendem Mittagessen. Klar bin ich hingegangen. Hallo, wer weiß, wann ich das nächste Mal so ein persönliches Jubiläum feiern darf (frühestens in 8 Jahren, glaube ich - DRK Ortsverein, nicht zu vergessen der Schützenverein in 16 Jahren). Oh, hab mein Klassentreffen in 2 Jahren vergessen :O Außerdem bin ich ja immer neugierig, wie die anderen sich so gemacht haben. Mal abgesehen davon, ist der Pastor in meinem Heimatdorf sowas von megacool (er hatte nämlich vorher nen "richtigen" Beruf bevor die Leute ihn überredet haben, nun doch noch Pastor zu werden wie er das ursprünglich mal wollte). Es gab also einen echt tollen Gottesdienst zum Thema "It's my life" (Danke Dr Alban für den Hit von 1992) mit moderneren Liedern und einer Predigt, in der erstmal an das Jahr 1992 erinnert wurde und dann bezug auf unsere derzeige Lebensphase genommen wurde. Sehr schön. Und natürlich gab es ne neue Konfirmationsurkunde.
Was ich später beim Essen so interessant fand ist, dass wir gar nicht so viel in der Vergangenheit geschwelgt haben, sondern uns tatsächlich mehr auf das "Jetzt" konzentrierten, wie der Pastor es in seiner Predigt gesagt hatte. Also ganz anders als bei Klassentreffen (zumindest bei denen der Realschule) wo immer ganz viel verklärte Rückblicke stattfinden.

Ansonsten war mein letztes Wochenende recht entspannt. Hab noch meine Neffen besucht, wo Opa gerade den Babysitter machte und mein Neffe (5) fragte: "Willst du Opa beschäftigen wenn wir im Bett sind?" Was für ein kluges Kerlchen. Und bei meinem Patenkind war ich dann auch noch - wenn schon denn schon - der hat sich prompt mit Mama für ein paar Tage Urlaub bei mir angemeldet und Erdbeertorte ohne Glibber (=Tortenguss) bestellt.

Diese Woche ging relativ schnell vorbei, ich war nämlich schwer beschäftigt mit Erdbeermarmelade und Holunderblütengelee. Am Dienstag fiel dann meinem Chef ein, dass die Party, die am Samstag stattfinden sollte, ja die Mitarbeiterfete ist zu der er mich auch angemeldet hat (allerdings hatte er vergessen mir davon   zu erzählen :D ) wo ich mich dann gestern bis Mitternacht rumgetrieben habe. Dann habe ich mich verabschiedet, denn einer muss ja die Arschkarte haben und heute früh die Tiere versorgen... Chef ist dann gegen Mittag aufgestanden und rief mich kurz an für einen Lagebericht.
Er: "Wie gehts dir?"
Ich: "Gut."
Er: "Na wenigstens einem von uns."
Ohne Worte.
Naja, den Rest des Tages wird jetzt erstmal gechillt. Garten wäre schön, aber für heute muss eine offene Terrassentür reichen. Wie immer.

26.05.2017 um 05:15 Uhr

Ich könnte kotzen...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Eigentlich war heute / gestern ein guter Tag. Die Sonne schien, es war warm - also ein idealer Tag für das Traditionsbesäufnis. Abends um 8 hin (mein Mann kam irgendwie nicht aus dem Bett - nicht mein Problem, aber das nur nebenbei) und dann Party. Erst mit der Clique, dann ein bisschen mit den schnieken Jungs geflirtet und mit meinem Arbeitskollegen einen getrunken. So weit so gut. Irgendwann war ich so knülle (ach übrigens, ich bin besoffen  angetrunken) dass ich dachte: "Entweder ich trinke noch einen und gehe dann nach Hause oder ich klinke mich jetzt ne Weile aus und feiere bis zum bitteren Ende."

Ihr ahnt es - ich habe mich für B entschieden.

Ich saß also mit Tick (dem ältesten von drei Brüdern) draußen auf der Bank. Quatschen, Leute beobachten, nichts trinken (was das angeht eine gute Entscheidung...). Es gibt ja so Standorte, an denen man ALLES mitkriegt. So quasi GZSZ live und mit Bekannten.
Jeder der vorbeikam so: "Ey, ihr sitzt ja schon seit Stunden da..."
Egal, wir kriegen aber alles mit.
Irgendwann fiel unser Blick auf ein "Pärchen" beim Nahkampf. Tick und ich gucken uns an und dann so gleichzeitig "Ey, guck mal, die Knutschen..."
Das Knutschpärchen löst sich und geht in Richtung Toilette (also quasi unsere Richtung) und Tick und ich so (voll fassungslos) "Das ist ja Jan..."

Ich könnte kotzen.
Das könnte ich jetzt auf den Alkohol schieben... Aber...

Ich weiß, ich habe kein Recht dazu, ihm irgendwas vorzuwerfen, aber ich fand das einfach nur so unfassbar fies. Ich meine, so öffentlich rumknutschen, dass ich es quasi sehen muss (und das ungelogen bis das Licht anging...) ist jetzt genau das, was ich brauche (*Ironie*). Aber was mache ich? Halte es frei nach den Pinguinen von Madagaskar.. "Stur Lächeln und winken, Männer"... Lächeln war noch nie so anstrengend. Glücklicherweise hatte ich Tick an der Hand, also im Arm und dachte mir nur "du Arsch"...
Nur um es mal klarzustellen, ich habe nicht mit Tick geknutscht - weder öffentlich, noch sonstwann - aber es tat gut, jemanden im Arm zu haben, der einem irgendwie den Rücken stärkt, und sei es nur dadurch, dass er da ist und einen festhält..

Ich wünschte, ich hätte heulen können.
Aber glaubt bloß nicht, dass ich so öffentlich in dem Moment Schwäche gezeigt hätte.

DANKE ALKOHOL!

Gefühlt waren dann auf einmal alle weg. Tick und dich beschlossen, auch zu gehen (seine Eltern sind quasi unsere Nachbarn) aber statt zu Hause sind wir erstmal bei Bekannten gelandet.  Zu Spiegeleier essen.
Das Traditionsbesäufnis ist quasi unser DFB-Pokal. Es hat seine eigenen Gesetze...

Whatever. Irgendwann waren wir dann doch  auf dem Heimweg und Tick und ich standen quatschend mitten auf der Straße. Allein. Um 4 Uhr morgens.

Ich hätte ihn haben können, wenn ich gewollt hätte (was auch immer ich gewollt hätte). Und zugegeben, ich hatte einen echt wirklich megaschwachen Moment, aber ich konnte nicht. Also habe ich ihm ein paar auf die Finger gegeben. Mehrfach. Und ihm gesagt, dass ich das nicht kann. Nicht wegen meinem Mann, sondern wegen nem anderen. Gott, das ist so verrückt, dass es mir schon peinlich sein sollte, sowas überhaupt zu sagen. Naja, Tick wollte es genauer wissen, woraufhin ich nur meinte "wenn ich dir das sage, dann bin ich morgen tot". Ja, das mag übertrieben sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Jan mir deshalb die Hölle heiß machen würde.

Ich bin so stolz auf mich. Schweigen und standhaft bleiben bei gefühlten 5 Promille.... Gibt's für sowas eigentlich einen Orden? Wahrscheinlich nicht.

Naja, jedenfalls sitze ich jetzt zu Hause auf dem Sofa, schaue "Medical Detectives" im Fernsehen und male mir aus, wie ich Jan morgen anhauen werde. Ich meine, die ganze Sache ist eh schon so verfahren, da ist es doch egal, wenn ich mich jetzt auch noch zum Horst mache - oder? Es heißt ja immer, man soll nicht alles so in sich reinfressen und es ist besser, wenn ich ihn morgen drauf anspreche (wenn seine "Knutschpartnerin" von heute arbeiten muss) als dass ich das wieder wochenlang mit mir rumschleppe und dann alles so weit verdaut ist, dass ich nicht mehr richtig wütend bin. Ich bin diese ganze Scheiße so leid.

Mal nebenbei, hatte ich erwähnt, dass ich betrunken bin? Ein Wunder, dass ich überhaupt noch halbwegs normale Sätze aufs virtuelle Papier bringe.

Memo an mich selbst:
- ich habe Jan öffentlich "angedroht"/ihn genötigt morgen (also heute) müsse er mit mir einen trinken weil er es heute nicht getan hat
- ich habe C versprochen, dass wir morgen/heute abend zum Teil 2 zusammen gehen
- ich habe A gesagt wir trinken noch einen zusammen.

By the way - es gibt nicht zufälllig jemanden, der sich mit den süßen rosa Steckdosennasen auskennt und am Wochenende meinen Job machen möchte???

Also, ich sitzt jetzt also zu Hause auf dem Sofa und male mir aus, wie Jan wohl reagiert,wenn ich ihm morgen mal an den Kopf knalle, dass er sich das nächste Mal zu Knutschen bittschön einen Ort aussuchen soll, an dem er nicht so auf dem Präsentierteller steht. Weil es mir nämlich verdammt nochmal weh tut. Und es ist mir egal wie moralisch korrekt oder inkorrekt das ist.

So, ich geht jetzt Karrussell fahren... schlafen...

19.05.2017 um 12:00 Uhr

Allgemeines der Woche

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Am Dienstag  hatte ich einen Termin bei meinem Hausarzt. Ich habe ihn letzte Woche ausgemacht weil es mir da gerade nicht so gut ging, dummerweise glücklicherweise hatte ich am Dienstag ausnahmsweise mal einen guten Tag. Aber der Doc kennt mich ja nun schon ein paar Jahre und er ist einer von denen, die genau hingucken. Kann man nicht von jedem Arzt behaupten, wie ich aus Erfahrung weiß.
Jedenfalls fiel ihm als erstes auf, dass ich ein paar Kilos verloren habe und er äußerte sich lobend darüber, dass ich das auf eine gesunde Art und Weise (und vor allem ohne Zwang) geschafft habe. Er meinte, es sei wichtig (besonders für mich) dass ich zwischendurch auch mal genieße. Tja, also wenn ich bedenke wie gerne ich esse, besteht da absolut keine Gefahr, dass ich das vergesse.
Ansonsten machen wir jetzt einen zweiten Versuch was eine Reha angeht. Dieses Mal wird der Focus auf meinen halbtotalgeschädigten Rücken gelegt. Womöglich ist Rücken ein besserer (=erfolgversprechenderer) Grund als meine leichte Gestörtheit (gibt es das Wort überhaupt?). Aber was meine Gestörtheit angeht, habe ich mir jetzt doch mal einen Termin bei einem Psychotherapeuten geben lassen. Wobei ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass mir das nicht die Bohne weiterhelfen wird. Ich meine, ich weiß ja was mein Problem ist und wie ich es theoretisch lösen kann, ich bin nur irgendwie noch nicht ganz so weit. Aber zur "Gestörten-Reha" kommt man laut Rentenversicherung erst, wenn man entweder ambulant (halbwegs erfolglos) austherapiert oder einigermaßen selbstmordgefährdet ist (manchmal ist es von Nachteil, das Leben zu lieben, egal wie Scheiße es gerade ist) - also okay, versucht euer Glück. Lobend zu erwähnen sei in diesem Fall die Warteschleifenmusik der Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Das war nämlich nicht so eine Einschlaf-Depressionsmusik bzw. nervtötendes Gedudel wie man es für gewöhnlich in Warteschleifen zu hören bekommt. Es war Swing - glaube ich, jedenfalls fingen meine Füße automatisch an zu wippen. Und die gute Dame am Telefon war auch gar nicht so verzweifelt wie mein Arzt vermutet hatte (Wartezeiten für Psychotherapeuten betragen hier etwa 24 Monate...) sondern hatte einen Termin für Juli parat.
Außerdem soll ich noch meine Muttermale nachgucken und meine Venen durchmessen lassen. Ich hab ja auch sonst nichts zu tun als mehr oder weniger regelmäßig zum Arzt zu rennen... Aber das soll sich mit dem Alter wohl häufen...

Und sonst so?

Hm. Letztes Wochenende hatte ich ein Gespräch mit meiner Mama. Okay, sie ist jetzt nicht meine biologische Mutter, denn die liegt ja nun schon fast anderthalb Jahre eine Etage tiefer, aber sie ist auf jeden Fall die bessere. Klingt womöglich fies, ist aber Tatsache. Naja, jedenfalls hab ich ihr von Jan erzählt und dabei zum ersten Mal in diesem Zusammenhang das Wort "verliebt" benutzt. Habe ich das hier schon getan? Ich bin mir nicht sicher, ich vermeide es nämlich tunlichst, das auszusprechen. Einfach weil ich mir, was das angeht, dabei so unsagbar dämlich vorkomme. Wobei dämlich es nicht so ganz trifft. Es ist eher so wie wenn man als Mittelmaß-Teenager in den Mädchenschwarm der Schule verknallt ist. Selbst wenn der gewisse Andeutungen macht kann man einfach nicht glauben, dass es tatsächlich wahr sein könnte. Ungelogen, ich werde nächstes Jahr nicht 40, ich werde 17 oder so. Okay, ich will nicht wirklich erwachsen werden, aber auf diese ganze Teenie-Verliebtheits-Scheiße kann ich ganz gut verzichten.
Nichtsdestotrotz hat es sich irgendwie ganz gut angefühlt, es tatsächlich mal aussprechen zu können. Jan würde mich umbringen wenn er wüsste, dass ich mit jemandem über "uns" gesprochen habe - dass ich es mit Juli getan habe,  hat er mir (glaube ich) nur durchgehen lassen, weil Juli ewig weit weg ist. Ganz ehrlich, ich frage mich, wie Jan (oder Jungs/Männer im Allgemeinen) mit sowas klarkommen, wenn sie mit niemandem darüber reden. Er hat mir mal gesagt, dass B sein "bester Freund" ist, aber das er nichtmal mit dem über mich reden könnte/wollte. Ich würde durchdrehen wenn ich das alles allein klarkriegen müsste.

Ansonsten hat mich eine Freundin gefragt, ob sie mal meinen Blog lesen dürfte - ich hab mal erwähnt, dass ich einen schreibe. Aber - ungeachtet der Tatsache dass sie in den USA lebt - ich würde NIEMANDEN in meinem Umfeld freiwillig diesen Blog lesen lassen. Nichtmal Juli, aber der weiß ja eh was für ein verdrehtes Chaoskind ich bin.

Nächste Woche steht wieder das jährliche Traditionsbesäufnis auf dem Plan. Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder fürchten soll. Naja, abwarten und versuchen cool zu bleiben...

14.05.2017 um 17:36 Uhr

Every Generation got it's own deseases...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... I've got mine...

Sorry, aber seit gestern Abend habe ich einen oder besser gesagt mehrere - Ohrwürmer. Vor zwei Wochen fragte mich nämlich eine Bekannte, ob ich nicht Lust hätte, mir ihr zum "Fury in the Slaughterhouse" Konzert zu gehen.
HALLOOO?
Sowas lasse ich mir doch nicht entgehen. Ich meine, mal aus dem Provinznest rauszukommen in dem wir wohnen. Okay, zugegeben, der Veranstaltungsort des Konzertes war jetzt auch nicht so der Nabel der Welt - aber das ist Ostfriesland ja eh nicht - dafür kamen wir recht nahe an die Bühne und es war auch noch genug Platz um ein wenig herumzuzappeln (ich weigere mich ja immer noch standhaft, das was ich da tue tanzen zu nennen...). Mit den Getränkepreisen ist es auf Konzerten ja immer so eine Sache, aber da ich ja wegen der Musik da hingehe und nicht um mich zu betrinken (was mit 8 Euro für 0,2l Aperol Spritz auch eine teure Angelegenheit geworden wäre) muss ich mich wegen der 4 Euro für 0,4l Cola nicht ganz so aufregen. Und die Bratwurst für 3 Euro fand ich äußerst human.



Ich bin ja nun auch schon so alt, dass es "Fury" für mich quasi schon immer gegeben hat seit ich mich für Musik interessiere. Aber was ich definitiv mit der Band verbinde ist der Sommer 93 in Dänemark. Okay, so ganz Sommer war es noch nicht. Es war die Woche vor dem letzten Bundesliga Spieltag und wir waren zum Gegenbesuch bei unserer Partnerschule in Dänemark. An einem Tag waren wir an die Ostsee gefahren und da es zum Baden zu kalt (oder wir zu weicheierig) war(en) lagen Carsten und ich chillend auf einem Handtuch und lauschten einträchtig "Fury in the Slaughterhouse". Er hatte damals schon Ohrstöpsel für seinen Walkman (für die mp3-Generation: das ist eine Art mp3-Player in den man Musikcassetten (Vorläufer der CD) einlegen musste und für die man Batterien brauchte, die grundsätzlich immer dann leer waren, wenn man sich gerade auf einer mehrstündigen Fahrt befand) so dass wir beide gleichzeitig an diesem damals so modernen Gerät hingen.
Eigentlich ist es merkwürdig, dass sich das so in mein Gehirn eingebrannt hat, zumal ich niemals auch nur Ansatzweise in Carsten verliebt war - geschweige denn, dass wir vorher oder nachher je wieder miteinander zu tun gehabt hätten. Aber: er hatte den Walkman mit der coolen Mucke und war bereit, seine Ohrstöpsel zu teilen...

Jedenfalls, wir hatten einen echt tollen Abend gestern und ich musste mal nicht an den ganzen Scheiß denken, der sich sonst in meinem Kopf so breit macht.

14.02.2017 um 19:30 Uhr

Liebe Viren...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... sucht euch verdammt nochmal jemand anderen, den ihr nerven könnt!!!

So, das musste jetzt mal gesagt werden. Denn nachdem ich ja nun gerade zwei Wochen gesund war, hat es mich nun wieder erwischt. Nebenhöhlen dicht, Kopfschmerzen, leichte Schniefnase, trockener Hals. Ich kann so nicht arbeiten  trainieren. Und dabei wollen meine Beine gerade nichts anderes als Laufen. Ein Gefühl, dass ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr hatte - sonst wollte immer nur ein Teil meines Kopfes aber der Körper hat gestreikt. Aber wenn es wirklich "nur" eine Erkältung ist, kann ich wohl Ende der Woche mal einen 10km Lauf in Angriff nehmen. Den Winterlauf letzten Samstag habe ich ausfallen lassen, weil da das mit der Erkältung anfing - also keine Urkunde für mich dieses Jahr :(

Genug gejammert. Es ist ja nicht so, dass alles immer nur doof ist.
Als fleißiges Mitglied unseres 2-Mann-Frau-Festkommittee habe ich schonmal die ersten Preise für die Tombola in unserem Gästezimmer gebunkert. Unser Kassenwart-Gentleman hat vorhin extra für mich den Karton von seinem Haus zu unserem getragen (weil ich keine Lust hatte, mit dem Auto die 20 Meter zu ihm zu fahren)... und am Freitag gehts dann zum Preise-Shopping.

Mein Outfit für den Winterball steht auch schon - jedenfalls die Schuhe. Und ich hab den Postboten nicht mal taub gekreischt als er am Samstag das Zalando-Paket brachte :D

Und nicht zuletzt gestern Abend. Ich hatte mal so viel inneren Frieden in mir, dass ich mein bestes Freihand-Schießen ever abgeliefert habe. Wenn das so weitergeht bin ich im nächsten Jahr nicht im Verliererteam (das traditionell das Saisonabschluss-Grillen ausrichten muss). Hauptsache das funktioniert am Freitag nochmal - da ist nämlich Wettkampf. Aber ich geh morgen nochmal trainieren - bin ja jetzt voll mit positiver Energie, zumindest was das Schießen angeht.

13.02.2017 um 15:32 Uhr

So siehts aus.

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Gestern hatte ich ein ernstes Gespräch mit meinem Mann. Wobei es natürlich so war wie immer, nämlich dass ich meistens geredet habe und er nicht wusste, was er dazu sagen soll. Ich habe mal wieder einen Versuch unternommen ihm klar zu machen, dass die Situation, in der wir uns befinden (auf deutsch gesagt) scheiße ist und dass ich keine Lust darauf habe, die nächsten 40 Jahre so weiter  zu machen. Beziehungsweise dass ich das nicht kann. Dass ich hier keine Luft kriege, mich eingeengt und allein fühle und dass ich mich selbst nicht mehr leiden kann, so nörgelig und zickig wie ich geworden bin.

Klar hat ihn das getroffen und irgendwo tut es mir ja auch weh, dass alles so ist wie es ist, aber es ist ja nunmal so.

Und ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nachdenke, auszuziehen.

Ich komme mir wirklich vor, wie das letzte Arschloch. Ich hasse es, andere Menschen unglücklich zu machen, Aber auf Dauer selber unglücklich zu sein ist auch scheiße. Und ich meine, er kann doch nicht ernsthaft wollen, dass wir so weitermachen bis an unser Ende. Mit getrennten Schlafzimmern, ohne Sex, abends in getrennten Zimmern zu sitzen und sich sonntags mal zum Frühstück zu treffen. Das ist doch kein Leben.

Irgendwie ist das alles echt kompliziert. Ich meine, objektiv nach Faktenlage könnte man sagen: So und so ist es, also muss man dies und jenes tun um die Lage zu verbessern. Wenn aber alles, was ich weiß ist, dass ich so nicht weiter machen kann aber keine Ahnung habe, wie es weiter gehen soll.

In Filmen kommt dann immer der gutaussehende Mann mit dem man ein neues Leben anfangen kann. Wenn ich an diesem Punkt ankomme, freut sich mein Unterbewusstsein tierisch, denn dann kann es mir wieder mit unnützen Gedankenströmen bombardieren in denen Jan die Hauptrolle spielt. Ich will gar nicht daran denken, weil es ja eh zu nichts führt, aber je mehr ich nicht daran denken will umso hartnäckiger passiert das Gegenteil. Das ist wie wenn man sich verbietet, Schokolade zu essen. Dann will man plötzlich nichts anderes. Womöglich werde ich irgendwann doch noch verrückt. Dafür werde ich aber eine schlanke, sportliche Verrückte mit einem ordentlichen Haushalt. Super, oder?

Mein Humor funktioniert noch, darauf lässt sich aufbauen. Aber jetzt muss ich erstmal den heutigen Abend überleben. Ich muss nötig an meiner Treffsicherheit auf dem Schießstand arbeiten, da am Freitag mal wieder ein Wettkampf ansteht und ich wenigstens einmal besser sein will als Tick. Und für den Fall, dass Jan auch dort auftaucht, kann ich auch gleich noch an meinem inneren Frieden arbeiten...

08.02.2017 um 15:15 Uhr

Frühjahrsputz

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

In Anbetracht der Tatsache, dass schon den ganzen Tag vereinzelte Schneeflocken vom Himmel rieseln, scheint die Sache mit dem Frühjahrsputz etwas "früh". Aber es gibt genau zwei Dinge, die mein hyperaktives Hirn zum Stillhalten bringen.

Sport und Putzen.

Aber es es, erstens, draußen a....kalt ist und ich, zweitens, ja nicht stundenlang Sport machen kann, ist Putzen das Mittel der Wahl. Außerdem hat das den unbestrittenen Vorteil, dass ich meinen chaotischen Haushalt dadurch hoffentlich so langsam mal wieder in einen halbwegs adäquaten Zustand versetze.

Ich bin ein Hamster. Ich habe eine Menge Ramsch, den ich eigentlich nicht brauche, aber trotzdem angeschafft habe, und ich bin furchtbar schlecht darin. dieses Zeug wieder loszuwerden. Allerdings hab ich so Phasen, in denen ich das Gefühl habe, das dieses ganze Zeug mich erdrückt und dann kann ich ganz prima überall riesige Müllsäcke aufstellen und sie füllen. Ich bin gerade in dieser Phase. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass diese Phasen sich in letzter Zeit häufen und das ein untrügliches Zeichen meines Unterbewusstseins ist, dass sich etwas ändern muss.

Lady_bright hat unter meinem Montagspost kommentiert, ich soll meinen Frieden machen mit der Art und Weise, wie Jan versucht mit der Situation klarzukommen und wahrscheinlich hat sie damit Recht. Wahrscheinlich putze ich hauptsächlich deshalb. Weil es keinen Knopf gibt, den man drücken muss um diesen Zustand zu erreichen. Die Buddhisten würden sagen, dass Meditation hilft, aber ich kann nicht meditieren. Still sitzen, um mich herum Stille - da werde ich höchstens verrückt.
Würde es mir leichter fallen wenn... Nein, wahrscheinlich gibt es nichts was es mir leichter machen würde. Ich meine, ich kann ja auch immer noch nicht so ganz glauben, dass er sich tatsächlich irgendwie in mich verguckt hat.

Manchmal denke ich, dass ich mitten in einem dieser verrückten Träume stecke.
Aufwachen wäre nicht verkehrt.
Kann jemand mal den Wecker stellen?

06.02.2017 um 22:36 Uhr

Mimimi - Montagsjammerer

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Nachdem der Tag heute trotz Beerdigung eigentlich ganz okay war und meine Gemütslage eigentlich auch, machte ich mich pünktlich auf den Weg zum Schießstand um dort für meinen Mann die Standaufsicht zu übernehmen. Der hat es nämlich vorgezogen, zu einer Versammlung inklusive Schnitzel zu gehen. Also, nicht dass ich neidisch wäre wegen der langweiligen Versammlung oder der Schnitzel - ich hätte den Abend einfach gerne mit einem Buch auf der Couch verbracht. Aber ich kann ja so schlecht "nein" sagen...

Mit Buch, Handy und Schreibkram ausgestattet, saß ich in der zugigen Bude und sagte mir, dass ich die zwei Stunden wohl irgendwie überstehen würde und begann zu lesen. Die erste Stunde war relativ ruhig, doch dann kamen Tick, Trick und Track (drei Brüder, deshalb die Namen), es wurde unruhig, wir flachsten ein bisschen rum, die Jungs lästerten ein wenig und dann kam es, wie es kommen musste.

Jan.

Ich riskierte einen kurzen Blick und fand, dass er ein wenig... lädiert aussah. So wie ich wenn ich gerade einen schlechten Tag hinter mir habe. Oder mehrere. Und  er sah schlanker aus als ich ihn in Erinnerung hatte. Nicht, dass das wichtig wäre, es ging mir in dem Moment nur durch den Kopf.

Die Jungs schossen, dann gab es Bier. Es hätte ganz nett sein können. Es war ganz nett. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Jan immer noch nicht in der Lage ist, mich anzugucken geschweige denn mit mir zu reden wenn jemand anderes im Raum ist. Also, ich meine, nicht dass ich ständig von ihm angesehen oder unterhalten werden möchte. Aber wie Luft behandelt zu werden ist... ich würde jetzt gerne "scheiße" sagen und wütend sein, aber die Wahrheit ist, dass es einfach nur weh tut.

Ich weiß, es ist ein miserabler Vergleich und wahrscheinlich habe ich mich früher über Juli ähnlich aufgeregt oder mich verletzt gefühlt, aber Juli hat wenigstens mit mir geredet. Auch wenn mir das, was er gesagt hat, nicht immer gepasst hat. Bei Jan habe ich den Eindruck, er rennt vor mir weg. Er gibt mir das Gefühl, ein echt schrecklicher Mensch zu sein mit dem man es kaum in einem Raum aushält.

Glücklicherweise hatte mein Laufkumpel Jens ein bisschen langeweile und wir haben uns lustige Emoji-Whatsapp-Nachrichten geschickt. Manchmal kommen Lichtstrahlen aus Ecken, in denen man sie nicht vermutet :)

02.01.2017 um 14:56 Uhr

Erste Schritte in 2017

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Meine ersten Schritte führten mich, nach einem Frühstück bei meinem Vater und einer ausgiebigen Massage von einem guten Freund (ich war lange nicht so entspannt), auf den Fußballplatz.

Ja, genau. Auf DEN Fußballplatz. Wo ich vor gefühlten hundert Jahren jedes zweite Wochenende am Spielfeldrand stand und meinen Jungs zugejubelt habe. Die Jungs sind, ebenso wie ich ein wenig älter geworden, aber obwohl ich nun schon seit einer Weile weg bin, ist es dort fast noch so als würde ich regelmäßig dort vorbeischauen. Da bekommt man halt einen liebevollen Rüffel weil man so eine treulose Tomate ist, flachst mit den Jungs rum und steht am Spielfeldrand bis einem die Füße beinahe abfrieren. Aber Traditionen soll man ja pflegen.
Es ist schon irre, was aus dem Verein geworden ist. Früher haben meine Jungs sich mühsam zu 11 zusammengefunden um ein Spiel zu bestreiten, heute gibt es 2 Herrenmannschaften und diverse Mädchenmannschaften (alles durch das Engagement der Jungs). Die Hütte war voll, es gab Glühwein, Punsch und Kakao, Bratwurst und Waffeln - und natürlich Kaltgetränke, aber wer will die schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Richtig ernstzunehmender Fußball wurde natürlich nicht gespielt, Spaß gemacht hat's trotzdem.
Ich vermisse die Jungs. Manchmal.

Heute war ich dann bei meiner Freundin, um ihr einen "Neujahrsbesuch" abzustatten. Bei ihr wurde im letzten Jahr Fibromyalgie festgestellt, das ist eine Krankheit bei der man Muskel- und Gelenkschmerzen an mehreren Stellen im Körper hat, die mal mehr und mal weniger stark sind. Es war echt ein Schock das zu hören (für sie war es natürlich noch viel schlimmer, wobei sie sagt, dass sie jetzt wenigstens eine Erklärung dafür hat, was mit ihr los ist), gerade weil sie immer so voll Energie und Tatendrang war - und es eigentlich noch ist, aber halt nicht mehr so kann wie sie will. Schmerzen werden durch Stress ausgelöst und dabei ist es egal ob der Stress positiv oder negativ ist. Zu viele Menschen auf einem Haufen zum Beispiel mit höherem Lärmpegel und Durcheinandergequatsche. Also nix mehr mit Partys - oder zumindest nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Naja, jedenfalls wollte ich einfach mal mit ihr reden und vor allen Dingen auch wissen, wie ich denn nun damit umgehen soll. Mich machen so extreme Krankheiten ja immer unsicher und da ich sie schon so lange kenne (und vor allem eine gute Freundin sein will) habe ich einfach mal gefragt. Sie wünscht sich, wie vermutlich die meisten die krank sind, dass sich alle anderen möglichst "normal" benehmen und mit einer kranken Freundin klarkommen ohne ständig mitleidig "Wie gehts dir?" zu fragen. Ich glaube, das kriege ich hin, ich meine, ansonsten ist sie ja noch genauso bescheuert wie vorher - also, im positiven Sinne natürlich.
Das Verrückte war, als sie mir erzählte dass sie lernen muss mit der Krankheit zu leben und zu sehen, wie sie damit glücklich wird, kamen mir die Tränen weil ich das alles natürlich irgendwie ganz schön schrecklich finde und mich gleichzeitig geschämt habe weil meine Probleme im Vergleich zu ihren ja echt winzig sind. Das ist doof, ich weiß, denn für jeden Menschen sind ja seine eigenen Probleme die schlimmsten und man sollte sie nicht vergleichen (selbst wenn es einem manchmal ein wenig hilft sich besser zu fühlen). Und da sagte sie zu mir, ich müsse auch lernen wie ich glücklich werde. Da kann man mal sehen, was ich für eine coole beste Freundin habe.

28.12.2016 um 21:18 Uhr

Das war 2016

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Scheiße. Das war 2016.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge. 2016 war, im Vergleich zu den Jahren davor, ein wirklich beschissenes Jahr. 2015 war auch nicht sehr berauschend aber das ging alles irgendwie noch, aber dieses Jahr ist wirklich für die Tonne. Zum Glück habe ich es in ein paar Tagen überstanden. Es kann nur besser werden.

Zugegeben, 2016 hatte auch seine guten Momente. Keine Phasen. Momente. Durchgemachte Nächte, Treffen mit Freunden, intensive Gespräche, tolle Kollegen. Meine Neffen und Patenkinder natürlich - Zeit mit denen zu verbringen ist jedes Mal ein Highlight. Stundenlang auf dem Boden herumkrabbeln, mit einem "Tut Tuuut" die Holzeisenbahn im Kreis herumschieben oder Kunstwerke aus Lego Duplo bauen (was ich übrigens megagut kann). Leuchtende Kinderaugen wenn man mit dem Kuchenkunstwerk um die Ecke kommt und Geschenke in Vergessenheit geraten (brave Kinder...). Jan. Juli. Und ein gewisser jemand, der hin und wieder in meinem Seelenleben herumstochert.

Aber ansonsten? Latent depressive Phasen, null Motivation, monatelang Rückenschmerzen und dadurch nicht ausreichend Schlaf. Nicht mal der vorweihnachtliche Dezember und Weihnachten selbst haben mir dieses Jahr Spaß gemacht - allein das sagt ja schon alles. Frustfuttern und NoSports.

So, einmal ausgekotzt. Haken dran.
Kopf hoch.
Bauch rein (haha), Brust raus (haha).
Weiter gehts.
Immer voran, am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende.

24.12.2016 um 18:49 Uhr

Die Klasse von '99 und der Tag danach

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Es ist schon eine verrückte Sache mit Klassentreffen. Wenn sich meine Realschulklasse trifft, ist es jedes Mal als würde ich mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und mich wieder in dieselbe schüchterne, introvertierte, zurückgezogene Person verwandeln, die ich damals war. Klar gibt es dort auch Leute, bei denen ich das zum Teil ablege weil sie auf mich zukommen (was selbige früher nicht getan haben) und ich merke, wie wir uns doch weiter entwickelt haben. Und trotzdem sind diese Treffen nie etwas, auf die ich mich monatelang von Herzen freue. Ein bisschen Vorfreude ist da, klar, man will ja sehen was aus den anderen so geworden ist (in der Hoffnung, das man selbst es weiter gebracht hat).

Und dann gibt es da die Abi-Treffen. Okay, korrekterweise bezeichnen wir es als "Jahrgangsstufentreffen" weil auch die Teilnehmen dürfen, die irgendwann mal in dem Jahrgang waren und später (oder nie) Abi gemacht haben. Auf die freue ich mich immer wahnsinnig. Und dort ist dann wirklich berufsmäßig alles vertreten. Lehrer, Piloten, Steuerberater, Optiker, Informatiker, Ärzte, Bänke und ich Landwirtschaftsmeisterin. Während ich deren Berufe für wahnsinnig interessant halte (okay, manche vielleicht weniger, es ist mehr der wow-Effekt wenn man die Mitschüler von damals mit den Berufstätigen von heute vergleicht) höre ich tatsächlich jedes Mal, wie interessant sie meinen Beruf finden. Verdrehte Welt. Und auf einmal verstehen sich auch die, die früher nichts bzw. kaum etwas miteinander zu tun hatten. Fotoalben werden rausgekramt, die alten Geschichten kommen auf den Tisch und trotzdem sind wir irgendwie kein bisschen älter geworden.
Wir hatten einen wahnsinnig tollen Abend. M. der inzwischen Steuerberater ist (unfassbar) liefert sich mit Dr. R. Gefechte in Schlagfertigkeit und verliert hauchdünn aber mit viel Spaß. D. meine beste Freundin von früher (die damals dachte sie würde nie einen Mann kennenlernen) ist inzwischen allein erziehend - das war zwar nicht der Plan, aber was läuft im Leben schon nach Plan? In jedem Fall ist sie deutlich selbstbewusster und offener geworden und Rohkost-Veganerin. Verrückt. J. damals eher unauffällig hat vier Kinder und ist heute nahezu unverschämt attraktiv. Mit D,die früher eher ein wenig zickig war habe ich schon länger über facebook Kontakt und wir haben uns richtig gut unterhalten. Es wurden wieder ein paar Fotos gemacht und ich bin natürlich nicht gegangen ohne mir die Kontaktdaten meiner damals besten Freundin geben zu lassen damit wir uns nicht wieder aus den Augen verlieren.

Heute morgen bin ich um kurz nach 5 aufgestanden, weil meine Tante (die mich freundlicherweise hat bei sich wohnen lassen) Frühdienst hatte und ich mich von ihr verabschieden wollte bevor ich fahre - mal abgesehen davon wartete ja zu Hause noch ein Haufen Arbeit auf mich. Putzen, Tannenbaum schmücken, Geschenke verpacken.
Eben saß ich, wie jedes Jahr Weihnachten, in der Kirche und tat, was ich dort jedes Jahr tue. Bei der Geschichte, die unsere Hilfspastorin erzählte, heule ich. Komischerweise heule ich jedes Mal wenn ich in der Kirche sitze. Liegt wohl daran, dass ich dort gezwungen bin, mich der Ruhe zu stellen und Zeit zum Nachdenken haben. Nach dem Gottesdienst habe ich dann - wie jedes Jahr - kleine Schokoladenweihnachtsmänner verteilt. Alle waren überrascht, aber erfreut. Geben ist seliger denn nehmen...

Gleich muss ich dann noch etwa 3 Stunden bei den Schwiegereltern über mich ergehen lassen, aber das kriege ich schon irgendwie hin.

18.12.2016 um 21:31 Uhr

Was beschissen anfängt, endet ebenso...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Der Tag startete - wie sollte es anders sein - beschissen.
Nachdem ich die Nacht davor noch erholsame 9 Stunden wie ein Stein geschlafen hatte, gab es letzte Nacht wieder Hustenanfälle bis zum abwinken und kurz vorm abnippeln, so dass ich die Nacht ab 3 Uhr wieder auf dem Sofa verbrachte und natürlich nicht so wirklich geschlafen habe.

Um 7.15 Uhr wurde ich dann abgeholt und saß eine 3/4-Stunde später im Bus Richtung Niederlande. Der Tag an sich war ganz schön. Es gab dort ein "Charles Dickins Festival" wo diverse Menschen in Verkleidungen durch die Straßen tingelten und die Leute unterhielten. War leider ziemlich voll, so dass man nirgendwo richtig gucken konnte und fotografieren war auch schwierig. Aber da es nicht so überfüllt war wie ich es von Oldenburg oder Köln kenne, war es okay. Nach stundenlangem Rumgerenne habe ich mal wieder Geld für Bücher ausgegeben (ja, das kann ich sogar in den Niederlanden...) und war froh als es endlich nach Hause ging.

Leider hat der Rückweg länger gedauert als ich erwartet hatte, so dass ich mein online-Date mit Luis verpasst habe :( Aber wenn ich mal ehrlich bin, hätte ich auch keine 3/4 Stunde gewartet. Gut, dass er mir letztes Mal eine eMailadresse gegeben hat, so dass ich ihm wenigstens schreiben konnte. Was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass mein Abend nun im Eimer ist *hust*

Also hocke ich nun auf dem Sofa, in der Hoffnung, dass mein Lieblingsfinne noch etwas retten kann und sein Team den Sieger von "The Voice of Germany" stellen wird. Nebenbei arbeitet mein Kopf an der Fortsetzung einer Geschichte, was nicht einfach ist, aber an Herausforderungen wächst man ja bekanntlichermaßen.

11.12.2016 um 22:02 Uhr

Einmal kurz in die Ecke stellen...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... und schämen.

Ich bin in letzter Zeit ein wenig in der Versenkung verschwunden - was hier auf dem Blog im Lauf der Jahre ja immer mal wieder passiert ist und wohl auch passieren wird, was aber auch dazu führt, dass sich Menschen, mit denen ich in engerem Kontakt stehe, Sorgen um mich machen. Und das will ich natürlich nicht. Ich werde versuchen mich zu bessern.

Was hab ich so gemacht?
Neben den üblichen Weihnachtsvorbereitungen wie Haus dekorieren, Plätzchen backen mit meinem 4jährigen Patenkind, Weihnachtskarten schreiben, Geschenke shoppen oder bei deren Auswahl verzweifeln und so weiter, habe ich mir ein paar Nächte mit einem jungen Mann namens Luis. Das ist, wie alle Namen hier, natürlich nicht sein richtiger und selbst wenn ich hier Originalnamen verwenden würde, könnte ich nicht sicher sein, dass er tatsächlich so heißt. Denn wir haben uns in einem Chatroom kennengelernt und jetzt verbringen wir viel Zeit mit quatschen oder damit, mit Worten zu spielen. Wir könnten echt gute Pornos schreiben, glaube ich. Und als wäre das nicht schon schräg genug denken wir gerade darüber nach, uns treffen. Einfach weil wir so neugierig darauf sind, wer auf der anderen Seite des Kabels sitzt. (Ja, ich weiß, wir haben alle W-Lan, aber dadurch geht in diesen Zeiten der Witz irgendwie verloren).

Seine Eltern wohnen (die Welt ist so klein manchmal) in einem ähnlich langweiligen (aber größeren) Kaff als ich, gar nicht weit von mir entfernt, während er sich in einer WG im Rheinland herumtobt. Er ist intelligent, kann sich gut ausdrücken, wir haben denselben Humor und er ist (Überraschung) deutlich jünger als ich. Wenn das so weiter geht werde ich irgendwann mal als "Cougar" bezeichnet (was immer noch besser ist als MILF - Wem das alles nichts sagt, bitte googeln) , auch wenn ich gar nicht auf der Jagd nach Frischfleisch bin - ich kann ja nichts davor dass ich die unerklärlicherweise anziehe.

Aber jetzt geh ich erstmal ins Bett, meine Erkältung lässt mich hoffentlich schlafen und verpisst sich dann heimlich...

30.10.2016 um 21:35 Uhr

Mir reicht's, ich geh schaukeln...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Irgendwie entwickle ich in den letzten Tagen einen gewaltigen Bewegungsdrang. Ich habe keine Ahnung ob es daran liegt, dass ich übers Wochenende 4 Tage mehr oder weniger an einen Stuhl gefesselt war und nicht genug Auslauf hatte oder ob es an einem hormonbedingten Energieüberschuss liegt. Oder auch daran, dass mein neuer "activity tracker" - wie man diese modernen Schrittzähler heute nennt - in mir den Ehrgeiz weckt, am Ende des Tages eine fünfstellige Zahl dort zu sehen.

Ich war jedenfalls die letzten Tage viel an der frischen Luft. Das ist ja an sich erstmal eine gute Sache. Auch für meine Figur, die auf dem Seminar gewaltig gelitten hat. Nicht so für meinen Kopf. Der fängt ja immer so an zu rattern wenn er vom Wind freigepustet wird und ich keine Gelegenheit habe, die frei werdenden Kapazitäten mit sinnvollen oder auch sinnlosen Aktivitäten zu füllen. Was ich ja gern tue um zu verhindern an Dinge  zu denken, an die ich nicht denken will. Jan zum Beispiel. Oder daran wie alleine und ausgebremst ich mich fühle. Im übrigen denkt man ja vorzugsweise an die Dinge, an die man nicht denken will. Je mehr man versucht sie wegzuschieben umso heftiger kommen sie wieder zurück. Als hätte man sie an ein Gummiband gebunden und weggeworfen. RUMMS fliegen sie einem an den Kopf.

Als mein Kopf also voller ungewollter Gedanken war, im Fernsehen nur Schrott lief und ich außerdem Bewegung brauchte, beschloss ich vorhin, einen kleinen Spaziergang zu machen. Es gibt nun viele Menschen in meinem Umfeld, die im Dunkeln nicht mehr vor die Tür gehen und wenn sie es tun, dann keinesfalls dort entlangspazieren wo keine Straßenlaterne ist. Mich stört das alles nicht. Ich meine, ich wohne hier echt am Arsch der Welt, hierhin verirrt sich keiner, der Bock hat jemanden zu überfallen. Lohnt sich einfach nicht.
Nachdem ich eine kleine Runde gedreht hatte und nicht nach Hause wollte, beschloss ich, einen Abstecher zum Spielplatz zu machen. Schaukeln hat was beruhigendes. Es erinnert mich an meine Kindheit und vermittelt irgendwie das Gefühl, dass alles gut ist oder wird. Auch wenn dieser Gedanke im Moment weit entfernt von der Realität zu sein scheint.

Ich schaukelte so vor mich hin während in der Scheune des Nachbargrundstücks eine Party tobte. Die Party. Ein 25. Geburtstag auf dem sicher die ganze (jüngere) Dorfjugend seit heute Mittag feiert. Sicher auch Jan.
Ja, ich bin ein wenig masochistisch. Ist womöglich genetisch - jedenfalls hab ich noch nicht rausgefunden wie ich das abstellen kann.

Ich kann einfach nicht damit umgehen, dass... dass alles so ist wie es eben ist.
Neulich spukte mir die Frage durch den Kopf was wäre, wenn ich um das abzuarbeiten genauso lange brauche wie mit Juli - meine Antwort an mich selbst war die Frage, was ich anstellen muss um mich selbst in die Klapsmühle einliefern zu lassen.

Vielleicht bin ich für diese Beziehungs-Sache einfach nicht gemacht. Vielleicht brauche ich ein kleines Häuschen mit einer Schaukel im Garten und hin und wieder einen Ausflug in die Zivilisation. Vorausgesetzt das Häuschen hat einen vernünftigen Internetanschluss...

19.10.2016 um 22:36 Uhr

Eigentlich bin ich Bridget...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Musik: Ellie Golding - Falling for you

Bis eben habe ich im Kino gesessen und mir die Preview von "Bridget Jones' Baby" angesehen. Und wie schon beim Lesen der Bücher bzw. beim ansehen der vorherigen Filme fand ich da so viel von mir wieder.

Ich habe auch einen Marc Darcy, ein Mann mit dem ein jahrelanges "kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht"-Spiel stattgefunden hat (ja, bitte keinen Kommentar dazu, ich weiß Bescheid), ich habe einen Jack, auch wenn ich durch den Eingriff höherer Mächte daran gehindert wurde mit ihm zu schlafen, ich habe Freunde die mir erzählen ich müsste mal wieder "richtigen" Sex haben (nebenbei gefragt, was ist eigentlich das Gegenteil von richtigem Sex?) mich aber schändlich im Stich lassen wenn ich mich mal auf sie gefreut habe. Ich habe das Talent im richtigen Moment die falschen Dinge zu sagen, ich kann manchmal die Klappe nicht halten und sage dann peinliche Dinge, ich trinke zuviel (wenn ich denn mal trinke).
Ich würde liebend gerne mal in Hippieklamotten ein Wochenende auf einem Musikfestival verbringen und ich wäre mir auch nicht zu schade, mir Schmetterlingsflügel über mein schickes Abendkleid zu ziehen bevor ich mit Kindern über die Tanzfläche hopse (natürlich erst nach einer gewissen Menge Alkohol). Ich lasse wichtige Dinge liegen, ich bin unordentlich aber recht gut in meinem Job.

Hey, wer hat denen erlaubt mein Leben zu einer Komödie zu machen???

Wie auch immer, das wichtigste ist ja immer die Erkenntnis, die man aus Bridget Jones Filmen zieht - und glücklicherweise ist es immer dieselbe.

Du kannst peinlich, übergewichtig, kindisch und öfter mal besoffen sein, am Ende wird alles gut.
Wann auch immer das sein wird.