ungebremst ins Chaos

03.10.2016 um 13:02 Uhr

Alle haben frei, nur ich nicht...

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Als ich mich heute morgen um 7 Uhr auf den Weg zur Arbeit machte, waren die Straßen wie ausgestorben. Na gut, man muss ehrlicherweise sagen, dass hier auf dem Land sowieso nicht gerade viel los ist, aber wenn man überhaupt niemanden sieht ist das schon sehr auffällig. Für einen winzigen Moment verfluchte ich meine Berufswahl (aber nur einen ganz winzigen, denn ich mag meinen Job ja schon ziemlich gerne) und wünsche mich zurück auf mein Sofa, aber es hilft ja nichts. Wenn die Welt weiter Schweinebraten und Schnitzel essen möchte, muss ich dafür sorgen, dass das möglich ist :-)

Außerdem werde ich immer, wenn ich an Sonn- und Feiertagen arbeite, daran erinnert, dass es so viele Menschen da draußen gibt, die mein Schicksal teilen und die vor allem weitaus wichtigere Jobs machen als ich. Zum Beispiel die Damen vom Pflegedienst, dich sich um die Tochter vom Chef kümmern. Ich bewundere Menschen in Pflegeberufen. Nicht nur, weil sie körperlich schwere Arbeit machen, sondern vor allem weil sie täglich mit Leid und zum Teil dem Tod konfrontiert sind und dabei trotzdem das Lachen nicht verlieren - zumindest ist es bei denen so, die ich persönlich kenne. Ich könnte das nicht. Ich gebe ja schon gehässige Kommentare von mir wenn mein Mann rumjammert weil er sich nen Finger aufgeschürft hat.

Ich habe während der Schulzeit mal ein paar Wochen Praktikum im Krankenhaus gemacht. Chirurgie fand ich super - da schlafen die Patienten ja schließlich während man an ihnen herumschnippelt. Als Krankenschwester wäre ich wohl weniger geeignet - wie gesagt, ich kann mit jammernden Menschen nicht umgehen. Aber der Motorradfahrer, den ich damals betreut (meistens gefüttert weil er beide Arme und ein Bein in Gips hatte), den fand ich schon extrem cool - der erzählte mir nämlich ständig, dass er es kaum abwarten könne, wieder Motorradtouren zu machen. Ich würde nach so einem Unfall Motorräder vermutlich nicht mal mehr ansehen...

Glücklicherweise habe ich ja einen Job gefunden, in dem niemand rumjammert (okay, die Frequenz in der Schweine quieken können kann durchaus unangenehm sein) und bei dem ich - auch wenn ich stellenweise bescheuerte Arbeitszeiten habe, stumpfsinnige Tätigkeiten erledige oder mir wünsche einen "vernünftigen" Beruf gelernt zu haben (vorzugsweise im Winter wenn ich bei Eiseskälte draußen rumlaufe) - eigentlich eine Menge Spaß habe.

Einen entspannten Feiertag wünsche ich euch - ich geh dann mal wieder zur Arbeit...

09.06.2009 um 13:57 Uhr

Nachtschicht

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Gestern rief mich ein ehemaliger Beinahe-Arbeitgeber an um mir einen Nebenjob anzubieten. Ich als momentaner ALG I Empfänger finde das ja schonmal grundsätzlich gut. Schließlich kann man immer mal den einen oder anderen Euro extra brauchen. Auch wenn man nur 165 Euro pro Monat dazu verdienen kann.

Das einzige, was ich dabei tun muss ist, mir pro Monat vier Nächte im Schweinestall um die Ohren zu schlagen und darauf aufzupassen, dass es den Sauen beim Ferkel kriegen gut geht. Da ich ja grundsätzlich schon eher eine Nachteule bin (was ich daran merke, dass ich mir jetzt ständig die Nächte am PC oder vor dem Fernseher um die Ohren schlage) sollte das wohl möglich sein.

Donnerstagabend bzw. -nacht wird getestet und dann sehen wir weiter.

17.11.2008 um 23:27 Uhr

Vorstellungsgespräch

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Das ist mal wieder typisch ich. Seit Monaten mal ein paar Tage Urlaub und was mache ich? Gehe nächste Woche drei Tage probearbeiten. Schön bescheuert. Nichts mit ausschlafen oder wegfahren. Nein, ich werde um 5.45 Uhr aufstehen, um 6.30 Uhr anfangen zu arbeiten und das bis zum Umfallen.

Eigentlich sollte ich froh sein, dass ich so schnell Vorstellungsgespräche bekomme. Aber ganz ehrlich, ich hätte nichts dagegen, mal ein paar Wochen gar nichts zu tun. Bzw. nicht allzu viel. Und dann Teilzeit, damit ich noch genug Zeit für andere Sachen habe.

Ich schätze, ich werde noch froh sein zu arbeiten wenn ich bei Leo wohne und seine Eltern noch mit im Haus habe. Außerdem muss ja noch Geld reinkommen, damit wir oben renovieren können. Und ein paar neue Klamotten wären auch nicht schlecht. Davon gibt's bestimmt erstmal ne Menge wenn ich keine Miete mehr zahlen muss. Sollte ich die Stelle bekommen, für die ich mich heute beworben habe verdiene ich für knapp dieselbe Zeit die ich jetzt mache genausoviel Geld wie ich vorher in Vollzeit bekommen habe. Und dann keine Miete zahlen - holla, ich werde noch reich. *lach*

29.10.2008 um 19:15 Uhr

gezählte Tage

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

So, in zwei Tagen ist die Woche und somit auch der Monat zu Ende und meine Tage in der Firma sind gezählt. Ich habe noch Urlaub und Überstunden für zwei Wochen Freizeit. Das bedeutet, dass ich nur noch  zwei Wochen arbeiten muss. Gott sei Dank. Nachdem mein Chef am Samstag seinen Frust an mir abgelassen hat, habe ich auch keine Lust mehr, länger als nötig dort rumzuhängen. Ich meine, ich kann ja mit Kritik umgehen aber wenn einer anfängt, laut zu werden und fast rumzuschreien finde ich das nicht in Ordnung. Ich war den ganzen Samstag total im Arsch und Montag habe ich zum ersten Mal ernsthaft darüber nachgedacht, nicht zur arbeit zu gehen. Und er hat sich nicht mal entschuldigt. Allerdings hat er gestern zu unserer Tierärztin gesagt sie solle mir im Stall helfen und "Nett zu mir sein" (Zitat).

Morgen muss ich mal wieder um 4 Uhr auf der Arbeit sein, Schweine verkaufen. Mit Chef zusammen. Darauf habe ich auch total keinen nerv, aber das ist wahrscheinlich auch das letzte Mal. Zum Glück.

Natürlich mache ich mir schon ein paar Gedanken, wie das ab nächsten Monat weiter geht, schließlich habe ich noch keinen Job. Den brauche ich aber möglichst schnell, schließlich will ich umziehen, muss ich auch, schließlich habe ich meine Wohnung nur noch bis Ende Januar.

21.10.2008 um 20:42 Uhr

Fortsetzung

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Nachdem ich jetzt endlich was zu essen hatte, geht es wieder. Bis vor einer Stunde hätte ich nämlich schwören können, dass immer noch Montag ist. Da es heute geregnet hat, dachte ich, ich könnte dann wohl mal früher gehen. Wenn das Wetter gut ist muss ich noch genug arbeiten. Aber morgens um kurz vor 10 hatte ich mir einen Monteur für die Fütterungsanlage bestellt der dann "am Nachmittag" kommen wollte. Bis 17 Uhr habe ich mich dann mit diversen stumpfsinnigen Arbeiten beschäftigt und gewartet. Um halb sechs habe ich dann Feierabend gemacht und um halb sieben rief unsere Tierärztin an und sagte: "Hey, du wirst es nicht glauben, aber JETZT ist dein Monteur da."

Also wieder ab in die Firma. Aber wenigstens hat er (der übrigens auch ganz nett anzusehen war) die Anlage in einer 3/4-Stunde wieder zum Laufen gebracht. Hätte mich bestimmt einen Tag gekostet.

Es kann nur besser werden.

17.10.2008 um 22:13 Uhr

aufholen

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Nachdem ich ja die ersten vier Tage der Woche wegen eines Rückenleidens (zwei Spritzen in den Rücken und das, wo ich doch so schiss vor Nadeln habe) krankfeiern durfte, musste ich heute wieder in der Firma ran. Ein Blick ins Wetter und ich dachte mir, es sei an der Zeit was aufzuholen. Die Folge war, dass ich heute an einem Tag das gemacht habe, wofür ich mir sonst die ganze Woche Zeit genommen hätte. Schließlich vergügt sich Chef im sonnigen Griechenland und da kann man auch mal einen Gang runterschalten. Oder zwei. Wie auch immer, alles, was ich heute und morgen reiße, sind Überstunden und wenn ich das richtig sehe, bedeutet das, dass ich nur noch fünf Wochen arbeiten muss. Hier jedenfalls. Klingt doch super.

Obwohl es gestern nur knapp 6l pro m² geregnet hat, waren die nassen Ecken auf der Fläche schon wieder so pampig, dass man wie auf Schmierseife gefahren ist. Voll ätzend. Deshalb bin ich nach Einbruch der Dunkelheit auch noch mit Festbeleuchtung am Schlepper auf dem Acker rumgegurkt damit der Teil zumindest fertig ist falls es heute Nacht noch anfängt zu regnen.

Morgen dann huschhusch durch den Stall, dann den Rest fertiggrubbern und dann ab zu Leo.

08.10.2008 um 20:09 Uhr

Ende in Sicht

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Ich werde kündigen. Ich habe keine Ahnung ob es richtig oder falsch ist. Ich weiß nur, dass ich nicht so weiter machen will und kann. Aber ich hatte bisher immer Glück und war kaum drei Monate arbeitslos bevor was neues kam. Das heißt, ab heute sieben Wochen um einen neuen Job zu finden - oder wahlweise - schwanger zu werden. Es wäre vernünftiger gewesen vorher einen neuen Job zu haben oder schwanger zu sein aber wenn man nur das tut, was vernünftig ist, kommt man nicht weiter. Ist ja auch nicht schön wenn man schon mit einem Null-Bock-Gefühl aufsteht.

Ehrlich gesagt hatte ich schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, nachdem unsere Tierärztin ja gestern auch schon gekündigt hat, aber ich hatte ja im August schon angedeutet, dass ich irgendwann weg sein werde und letztendlich war es gar nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Chef hatte sogar spontan jemanden im Kopf den ich mal wegen eines Jobs anrufen könnte.

Wie auch immer. Nachdem das geklärt war fühlte ich mich in jedem Fall besser. Ich würde fast sagen befreit. Merkwürdigerweise arbeite ich immer leichter wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Sei es, dass etwas fertig werden muss oder einfach nur das Ende des Jobs.

Nächste Woche habe ich erstmal ein laues Leben, Chef ist in Griechenland...

16.07.2008 um 21:14 Uhr

Mein Chef ist gar nicht so übel

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Da heute mein dritter Tag als heulendes Elend hintereinander war, blieb es natürlich auch meinem Chef nicht verborgen. Also haben wir uns unterhalten und er hat doch tatsächlich gesagt, dass ich auch Teilzeit arbeiten könnte wenn ich wollte. Was ja an sich schon mal ne gute Idee ist, wäre da nicht das leidige Geld. Okay, wenn ich auf 30 Stunden runtergehe komme ich ne Weile so hin, aber ich will ja auch noch irgendwie was anderes. Allerdings muss ich mir dazu noch überlegen, was genau ich eigentlich machen will. Was gar nicht so leicht ist, weil es so viele interessante Dinge zu tun gibt.

Das Leben ist hart. Trotz meines netten Chefs. 

17.06.2008 um 20:08 Uhr

Geschenke

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Und vor allen Dingen kann er seinen geschätzten Angestellten eine Kleinigkeit mitbringen. Das dachte sich wohl auch mein Chef als er es sich letzte Woche in Frankreich hat gut gehen lassen. Oder als Belohnung dafür, dass wir ihn kein einziges Mal gestört haben weil irgendwas kaputt ist oder ein Schwein schief guckt. Jedenfalls hat er jedem eine Flasche Cidre mitgebracht. Nebenbei bemerkt: Ich liebe Cidre. Das erinnert mich so an unsere Taizé-Fahrt vor 10 Jahren. Herrje bin ich alt geworden...

04.06.2008 um 19:48 Uhr

Bauer sucht Frau

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Beim Gewitter vor ein paar Tagen hatte ich keinen TV-Empfang. Ein guter Zeitpunkt die letzte Spezialfolge "Bauer sucht Frau" im Internet anzusehen. Neben dem üblichen "Was ist aus Bauer xy geworden" wurden die neuen Bauern vorgestellt auf die man sich bewerben kann. Zugegebenerweise habe ich nicht wirklich aufmerksam geguckt, es lief eher so nebenbei. Irgendwann sah ich dann mal wieder auf den Bildschirm und es passierte das, was ich niemals erwartet hätte. Ich sah hin und dachte -MOMENT MAL, DAS IST DOCH...- Ich hatte natürlich nicht mitbekommen woher der Mann kam und sah mir die Sendung nochmal von vorne an. Es passte aber irgendwie konnte ich mir trotzdem nicht vorstellen dass ich richtig sehe. Vor allem, weil ich ihn nur vom Nachnamen her kannte (das kommt davon wenn Bauernjungs sich unternander nur mit Nachnamen anreden...), der da aber nicht gesagt wurde.

Also hab ich vorhin mal meine Freundin kontaktiert, die (wie sich rausstellte) auch die Cousine von besagtem Bauern ist. Ja, sie haben denselben Nachnamen aber in der Gegend ist das so'n allerweltsname deshalb hab ich damit nicht gerechnet.

Krass, ich kenn einen Kandidaten von Bauer sucht Frau. Bin gespannt wie's weiter geht. 

23.05.2008 um 13:08 Uhr

"Es bahnt sich Großes an"

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Das waren die Worte meines Chefs als ich mich zur Frühstückspause gemütlich mit einer Tasse Tee im Büro auf einem Stuhl niedergelassen hatte.

"Oh je." seufzte ich und er sah mich irritiert an. "Naja," begann ich zu erklären, "das klingt nach viel Arbeit."

"Arbeit ist doch gut, oder nicht?"

"Schon, aber zuviel Arbeit ist nicht gut."

Und dann legte er los. Heu muss gewendet werden, die Abschlussbehandlung in der Gerste steht an und auch beim Mais könnten wir so langsam mal was gegen das Unkraut tun.

Ich zog die Augenbrauen nach oben und sah ihn an. "Und wie soll ich das heute alles schaffen?"

"Ach, morgen ist auch noch ein Tag."

"Morgen habe ich eigentlich Wochenende."

"Tja, da müssen sie dann wohl verzichten."

Am liebsten wäre ich ihm an den Hals gesprungen. Er kann echt froh sein, dass Leo erst ab morgen Zeit hat, so hat er mir wenigstens nicht den kompletten Tag versaut. Nur wann ich meine Wohnung aufräumen und abwaschen soll ist mir etwas schleierhaft.

"Sind sie nicht froh, dass mir das schon heute früh eingefallen ist und nicht erst heute Nachmittag?"

"Wäre ihnen das heute Nachmittag eingefallen, hätten sie das allein gemacht."

"Das glaube ich nicht."

"Ich schon."

Jetzt habe ich Mittagspause und Chef ist unterwegs um mir Spritzmittel zu besorgen. "Ich bin in einer Stunde wieder da." hat er gesagt. Juhu. Hauptsache er ist es auch wirklich, der Tag wird so schon Schätzungsweise bis 20 Uhr dauern. Weil das, was ich heute fertig habe, brauche ich morgen nicht mehr tun.

Ich glaube, ich gründe eine neue Gruppe im VZ. "Chef ist ein Arschloch"

24.04.2008 um 19:52 Uhr

"anspruchsvolle" Arbeit...

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Was war ich froh als vor drei Wochen die Regenzeit aufhört hat und pünktlich zu meinem Urlaub die Sonne rauskam. Bedeutete das doch, dass arbeitstechnisch endlich mal Abwechslung aufkommen würde. Nach dem Urlaub durfte ich nämlich Gülle fahren. Klingt jetzt nicht sooo super spannend aber da kommt man rum, hat was von der Sonne, sieht wie alles grünt und blüht und, was auch nicht zu verachten ist, niemand ist da der einem reinquatscht.

Heute allerdings, nachdem ich 11 Tage nonstop Gülle gefahren bin, bin ich auch froh, dass ich am Wochenende frei habe und was anderes sehen kann. Dass ich bisher nicht vom Gülle fahren geträumt habe ist aber auch alles.

Allerdings war heute Luxus-Tag. Ich wurde samt Traktor und Fass "ausgeliehen" dazu gab's auch noch Mittagessen und Nachtisch. Mal ne ganz andere Ecke es Ortes kennengelernt. Es war Regen angesagt aber das Wetter hatte wohl den Wetterbericht nicht gesehen *g*

Morgen muß ich den Stall waschen - bäh - kalt, nass, dunkel *seufz* 

06.11.2007 um 19:11 Uhr

Charakter- und Persönlichkeitstest

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Da wir bzw. Chef gerade eine neue Tierärztin eingestellt haben, kam er heute Nachmittag auf die Idee, mal einen Test zu machen. Einen Charakter- und Persönlichkeitstest. Dazu bekamen wir dann alle eine Art Fragebogen mit 4 Kästen in jedem davon standen so ca. 10 Begriffe untereinander mit dem Gegenstück daneben, also insgesamt 20 Begriffe pro Kasten. Man musste sich dann also in jedem Kasten für 10 Dinge entscheiden, möglichst spontan (und um das zu gewährleisten hatte man nur 3 Minuten Zeit). Jetzt wird gezählt für welche Seite man sich jeweils mehr entschieden hat und danach definiert sich dann der Typ, der man ist. Also ob man eher jemand ist, der ruhig und auf Sicherheit bedacht ist oder halt jemand, der anpackt und ausprobiert ohne groß nachzudenken.

Ausgewertet haben wir ihn noch nicht, dazu war wegen der Kleintiersprechstunde keine Zeit, wird dann halt bei Gelegenheit gemacht. Chef meint, anhand des Tests könne er noch besser herausfinden, wie er mit uns umgeht bzw. verstehen warum wir so sind wie wir sind. Hat er in einem Seminar gelernt. Durch diesen Test hat er auch rausgefunden, warum er mit meinem Vorgänger nicht so klar kam.

Ich finde ja solche Tests  auch sehr aufschlussreich. Obwohl dabei meistens raus kommt, dass ich den falschen Beruf habe. In der Teilauswertung, in die ich schonmal einen Blick geworfen habe, stand als Beruf dann sowas wie "Schriftsteller". Sicher wäre das eine Art Idealberuf für mich, man kann's alleine machen, muß raus um Inspirationen zu sammeln... Nur leider kann man davon nicht zwangsläufig leben. So daß meine Schreiberei sich wohl weiterhin nur für mich, meine Freunde und ein paar Internet-Nutzer die sich auf FF (FanFiction)-Seiten rumtreiben abspielt. Zumindest so lange bis ich es schaffe mal ein komplettes Buch zu schreiben. Und selbst dann bin ich mir nicht sicher, ob ich es an einen Verlag geben würde, ich weiß nicht ob ich damit umgehen könnte wenn ein sogenannter "Fachmann" sagt dass es miserabel ist. Selbst wenn ich bisher (zumindest für meinen Schreibstil) fast ausschließlich gutes Feedback bekommen habe. 

28.09.2007 um 17:42 Uhr

Viel zu tun

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Gestern haben wir den Mais häckseln lassen, gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen heute Nacht, der einige Flächen unbefahrbar macht. Und jetzt regnet es schon wieder, dabei wollte der Sohn vom Chef gleich noch ein bißchen Gülle fahren. Nächste Woche muß dann noch gepflügt werden und dann wird Gerste gesät. Wobei, wenn das mit dem Wetter so weiter geht sehe ich da etwas schwarz.

Ich kann mich schon fast nicht mehr dran erinnern, daß wir in diesem Jahr länger als zwei Tage schönes Wetter hatten. Und da habe ich letztens im Fernsehen gesehen, daß dieses Jahr im Schnitt 3 Grad wärmer war als das letzte (Aber auch 25% mehr Regen), was darauf schließen läßt, daß es immer geregnet hat wenn's warm war. Warum kann es nicht mal wieder so sein wie früher? Im Winter ordentlich Schnee, im Herbst Stürme, im Frühling Regen und im Sommer Hitze?

Jedenfalls sieht es so aus, als lägen nächste Woche eine Menge Überstunden an. Was dumm ist, da nächste Woche Daniel zu Besuch kommt.

03.07.2007 um 17:47 Uhr

Projekte

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

So langsam fange ich an zu glauben "Projekt" ist das Lieblingswort meines Chefs. Als ich heute gegen halb vier im Büro war und gegen die aufkommende Langeweile mit Toffifees ankämpfte, die unsere Sekretärin ausgegeben hatte weil sie gestern Geburtstag hatte, stürzte Chef sich sofort mehr oder weniger auf mich (also, nicht wörtlich) und fing an: "Ja, wir können uns ja so langsam wieder ein paar Projekten widmen..." Und dann ging es los. Er redete von Türstürzen, anzeichnen, auseinanderbauen, Hähne, flexen, besorgen, Spachteln, absperren, streichen, Ölwechsel usw. und das in einem Tempo bei dem mir die Ohren schlackerten. Die Hälfte verstand ich nicht weil es so schnell ging, also mußte er noch mal erklären und malte mir dabei noch ein paar Sachen auf - jetzt ist mir einiges klarer.

Wie auch immer, ich habe jetzt also eine Menge "Projekte" auf dem Arbeitsplan, die nach und nach abgearbeitet werden müssen. Morgen gehts los mit dem Projekt "Pflanzenschutzmittelraum", der ja laut diverser Vorschriften für Cross Compliance und so weiter, gewisse Auflagen erfüllen muß. Wir haben zwar einen, aber der gefällt Chef nicht so und im neuen sind auch nur noch Kleinigkeiten zu machen: ausräumen, spachteln, Latexfarbe, Quarzsand - Regale rein, fertig.

Nix mehr mit Langeweile...

02.07.2007 um 18:49 Uhr

Wir warten...

von: blacksheep   Kategorie: Bauernleben

Wir warten auf besseres Wetter. Alle Bauern warten auf besseres Wetter. Damit wir endlich auf unseren generalüberholten Mähdrescher steigen und die Gerste ernten können. Aber es regnet. Immer noch. Es ist Juli verdammt noch mal.

Heute früh habe ich dafür gesorgt, daß es bald wieder Schnitzel gibt, ich hab nämlich Schweine an den Schlachthof verkauft. Die mußten heute auch raus, weil morgen oder übermorgen schon wieder Ferkel ankommen und vorher schließlich noch der Stall gereinigt und desinfiziert werden muß. Und trocken werden und mit Strohhäcksel eingestreut damit die Steckdosennasen sich auch wohl fühlen.

Ansonsten ist es im Augenblick ruhig auf dem Hof. Wegen des Regens. Der Weizen hat Blattdürre sagt Chef und einen Pilz auf dem Fahnenblatt. Vielleicht hätten wir da doch was machen sollen. Hm, nächstes Jahr sind wir schlauer. Mal sehen wie sich das in diesem Jahr auf die Ernte auswirkt.

Gestern hat das neue Wirtschaftsjahr begonnen und Chef hat im PC-Programm der Fütterung alles auf 0 gesetzt. Was zur Folge hat, daß ich jetzt raten muß wann mein Futtersilo leer ist, weil die Formeln zum ausrechnen jetzt nicht mehr stimmen - grrr. Aber so ist das nunmal.