theoneandonlyvroni

14.03.2017 um 16:53 Uhr

Zuversichtlich

von: veraina

Unsere Crew hat sich seit 10.04. sehr verkleinert und das trägt auch zu einen entspannteren Miteinander bei. Zusätzlich haben wir das Wochenende für 18 Std teamen genutzt. Wir nennen es Praxisreflexion (PRF). :-)

In diesen zwei Tagen haben wir produktiv, konstruktiv und in guter Atmosphäre viele Dinge geklärt, besprochen und ausgemacht. Es ging um die Lösungen und vor allem darum, den Kids die nächsten 3 1/2 Monate mit einem stabilen Team die nötige Unterstützung zu bieten, die sie verdient haben und eine stabile Brücke für ihre Zeit nach der Noah in Wien bauen zu helfen, damit sie mit ihren bisherigen vielen und großen Leistungen so erfolgreich wie nur möglich in ihren neuen Settings weiter machen können.

Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt. 

02.03.2017 um 20:54 Uhr

Mann über Bord...

von: veraina

Musik: https://www.youtube.com/watch?v=dp5p8gMpBTg

... heute teilte uns eine Soz. Päd. Kerstin mit, dass sie mit Ende März den Törn beendet. Also ist nur noch eine vom "Anfangsteam" da. Diese ist grad auf Urlaub.

Kerstin kam nach 10 Tagen Spontanurlaub bzw. offiziell Krankenstand abends vor drei Tagen aufs Schiff zurück. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sie sich gestern schon entschieden hat den Törn zu beenden. Nun ja, da anscheinend mit uns Neuen (Thomas, Clemens und ich) alles(!!!) neu wird und deshalb die pädagogischen Ziele mit den Kids nicht mehr erreicht werden können (ihre Worte) hat sie sich für den Ausstieg entscheiden.

Ich finde es schade und traurig für die Kids, die es erstaunlich gelassen und emotionsfrei aufnehmen. Für einen ist es allerdings besonders schwer und er kommt seitdem noch mehr kuscheln bei mir - meist nachdem ich immer mal wieder auch ein paar "nette" Sprüche von ihm bekommen habe. Ich sage dann immer, er möchte es damit "wieder gut machen" :-)

Skipper Ernst lebt in "Passiv-Aggressivistan" und ich freu mich, wenn uns während der Schulphase nächste Woche verlässt. Und sein Land gleich mitnimmt.

Jetzt schauen wir mal, wie die als letzte verbliebene Betreuerin Anja sich entscheidet, wenn sie am 10.3. aus ihrem Urlaub wieder kommt. Ich hoffe für die Kids sehr sehr sehr, dass sie sich entscheiden kann zu bleiben. Denn ganz ehrlich: Wir "Neuen" sind echt cool. Wichtig ist, dass aus der Distanz und "im Regen stehen lassen, was das bisherige Arbeiten angeht" ein offen auf uns Zugehen und uns ins Boot holen wird bzw. wir gemeinsam ein UNS schaffen. Für die Kids, die Atmosphäre und auch uns!

Und Musik jetzt mit Link :-)

Und Fotos gibt´s auf FB 

18.02.2017 um 20:00 Uhr

An(ge)kommen!?!

von: veraina

Es ist viel passiert in einem Tag....

Ich bin um kurz nach 19:00 am 17.2. angekommen. Da ich direkt zur Supervision angereist bin war ich erst mal in einem Apartment mit den anderen. Also Noah Wiedersehen musste noch warten. Das war auch ganz ok für mich.

Ich war richtig fertig, weil ich eine lange Anreise hatte. 4:30 aufstehen, um 7:00 beim Flughafen, einchecken, noch ein vorerst letztes Frühstuck mit Robert, um 8:55 sind wir abgehoben. Zwischenlandung in Stuttgart um 10:15 und um 12:20 weiter nach London. Angekommen in London mit dem Expresszug nach Paddington, 3 1/2 Stunden mit dem Zug nach Plymouth. 20 Min. zu Fuß zum Apartment. Ich war so froh, als ich endlich mein Gepäck von mir abladen konnte und es erst in zwei Tagen wieder tragen muss. :-)

Das Team saß in zwei unterschiedlichen Zimmern und plauderte. Es war eine komische und irgendwie gespannte Atmosphäre. Alle waren nett zu mir und ich fühlte mich trotzdem erst mal unwohl. Zuerst saß ich mit in der Küche, da ich mich erst mal akklimatisieren musste und meine Körperfunktionen wieder auf das Normalmaß reduzieren. Nicole, Assi und Harry saßen ebenfalls in der Küche. Die anderen - Anja, Thomas, Markus, Ernst, Theresa - im Wohnzimmer.

Ich habe nach einiger Zeit mal gefragt, ob es einen Grund gibt, warum die Gruppe „gespalten“ ist. Mir wurde mitgeteilt, dass es nur wegen dem Abendessen gewesen sei. Als ich dann von der Toilette wieder zurück kam saßen alle gemeinsam im Wohnzimmer. Kurze Zeit drauf verabschiedeten sich Ernst und Theresa schon. Die Atmosphäre lockerte sich dadurch ein wenig auf…

Um 23:00 fiel mir auf, dass ich ja durch die Zeitverschiebung schon eine Stunde länger wach war als gedacht. Puh, ich war so müde und fertig und verabschiedete mich ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es um 9:30 weiter. Vorher war ein gemeinsames Frühstück und ich kann sagen, dass ich nach dem Aufstehen gleich richtig angekommen war, denn ich musste erst mal 25Min warten bevor ich die Toilette benutzen durfte, weil das Bad besetzt war :-)

Gleich am Anfang der Supervision wurde mir klar, warum die Atmosphäre unter anderem gestern so gewesen ist. Die beiden Skipper haben seit Monaten ein großes Thema über die Verantwortlichkeit am Schiff. D.h, wer ist Skipper und wer ist „Co-Skipper“. War die Luft gestern schon dicker, so wurde sie jetzt zum Schneiden dick. Ich war echt wie vor den Kopf gestoßen. Eine große Feindseligkeit und die beiden sollen für die Sicherheit an Bord sorgen? GEMEINSAM??? Ernst hat total dicht gemacht und weigerte sich vehement mit Assi ein klärendes Gespräch zu führen. Seiner Ansicht nach gab es einen großen Vertrauensbruch und das könnte nicht mehr aus der Welt geschafft werden. Assi reagierte ebenso stur, allerdings auf Grund dessen, dass er mehrfach seine Bereitschaft bekundet habe die Sache zu klären. Er hat jetzt auch keine Lust mehr auf Ernst zuzugehen. Er sei weiterhin gesprächsbereit und jetzt liege es an Ernst auf ihn zuzukommen.

Daraufhin wird es mir zu bunt, weil ich merke, wie es mich im Hinblick aufs Segeln verunsichert und ich bei den zwei „Neuen“ Thomas und Markus für große Verunsicherung führt. Deshalb unterbreche ich entschuldigend Harry und sage, dass mir vollkommen egal ist was die beiden da noch offen haben und ob sie sich mögen oder nicht, ich erwarte, dass sie das Schiff gemeinsam so führen, dass ich mich sicher fühlen kann, weil mit dem, was ich da mitbekomme bin ich noch weit davon entfernt.

Nun gut, mir wird versichert, dass die beiden das während dem Segeln gut hinbekommen und im sachlichen Umgang die Sicherheit gewährleisten. Ich lass mich überraschen...

Abgesehen von den beiden Skippern tragen die anderen ebenfalls zu der angespannten, fast unterkühlten, vor allem distanzierten Atmosphäre bei. Der Eindruck verfestigt sich immer mehr, dass ich absichtlich auf Distanz gehalten werde und ich schmunzle immer wieder in mich hinein, weil es einen Hauch von einer Verena-Legende hat, die allem Anschein nach mit düsteren und gefährlichen Phantasien noch erweitert wurde. Einzig Assi plaudert gleich offen mit mir und ich kann mich zumindest bei ihm Willkommen fühlen. 


17.02.2017 um 19:20 Uhr

Auf den Weg gemacht

von: veraina

Heute Morgen durfte ich meine Reise mit Robert beginnen. Er hat mich zum Flughafen gebracht und wir haben dort nach dem Check-In gemeinsam gefrühstückt. Unsere Panoramasicht war von Nebel getrübt. So fühlte ich mich mit dem Wetter innig verbunden und dachte an eine magische Verknüpfung zwischen meinem Seelenleben und der „schlecht gewordenen Kartoffelsuppe“ dort draußen. Seit gestern spürte ich eine unglaubliche Melancholie in mir  und meine Augen füllten sich immer wieder unkontrollierbar mit Tränen.

Ich war irritiert, denn ich habe ja schon öfter mal eines meiner bisherigen Zuhause für lange oder auch für immer verlassen und konnte mir diesen latenten Schmerz kaum herleiten. Vor allem habe ich diesen jetzigen Schritt, auf die Noah zu gehen, vor 11 1/2 Jahren schon mal gewagt und damals sogar für das doppelte der Zeit…

Je mehr der Tag dem Abend wich, um so klarer wurden mir meine Tränchen: Mir war so was von absolut deutlich, dass ich Robert ganz schrecklich vermissen werde und allein der Gedanke ohne ihn zu sein schmerzte mein Herz sehr. 

Im Vergleich zu den früheren neuen Wegen und Herausforderungen, diese welche enorme Veränderungen bedeuteten, habe ich dieses Mal - und seit langem schon - eine Verbundenheit mit einem Menschen, die mich durch ihre Tiefe in Demut verneigen lässt. Kitschig? Ja auf jeden Fall: kitschig wunderschön! 

Ja und als ich dann alleine durch die Sicherheitskontrolle musste, da sind wieder viele viele Tränen geflossen...

Die letzten Monate haben mir schon immer wieder sehr deutlich um die Ohren gehauen, wie innig und verbunden wir zwei sind. Und wenn ich es noch nicht deutlich genug erkannt hatte, wurden die Schläge auf den restlichen Körper ausgebreitet. Ich schleppe meinen geschundenen Körper immer weiter und darf bemerken, dass die Wunden sich verändert haben. Manche haben aufgehört zu bluten, andere haben schon richtig Kruste angesetzt und andere sind noch durch ein rötliches Schimmern grad so zu erkennen.

Es ist einiges passiert. Ich lebe. Das ist. Langsam nehme ich auch wieder an meinem Leben teil. immer ein Stückchen mehr. Im Januar 2017 hat es wieder begonnen. Meine sehr gut überlegte und durchdachte mit Robert besprochene Entscheidung auf die Noah zu gehen, habe ich getroffen und der verantwortlichen Person verkündet. Am nächsten Morgen sah ich mich im Spiegel und konnte mich wieder erkennen. Das war so ein herausragendes Gefühl und mich ganz sicher sein lassen, dass meine Entscheidung die richtige ist. Am Abend kam Robert nach Hause, schaute mich an, dann musterte er mich von oben bis unten und fragte mich, was ich gemacht hätte. Ich sähe so verändert aus. Auch ihm ist meine Transformation sofort aufgefallen.Fröhlich

Diese Gefühle, die gestern und vor allem heute so mächtig gewesen sind und mich - fast, nur fast! - dazu überredet hätten, in Wien zu bleiben, sind eine der besten und wichtigsten Erfahrungen, die ich je machen durfte. Sie haben mich wieder wachsen lassen. Aus dem Loch heraus, in das ich mich verkrochen hatte. Ich hatte nur eingebildete Ketten. Ich konnte einfach gehen, hinaus ins Neue.

Als ich in Stuttgart landete öffneten sich die Wolken und die Sonne strahlte vom Himmel herunter. Das war der Moment in dem sich eine richtig große Freude in meinen Herzen breit gemacht hat und ich seitdem sehr viel lächle und froh bin. Auf dem Weiterflug nach London hörte ich mir Robert´s Wegbegleiter für meine Reise an. Er hat mir alle uns verbindenden Lieder und noch einige darüber hinaus auf einen MP3-Player gepackt und mir geschenkt. Da kamen auch wieder ein paar Tränchen; dies Mal die überwältigend freudigen.

London empfing mich mit wolkenlosem Sonnenschein und mildem Pullover-Wetter. Ein besonderer Service des Flughafen Heathrow sind die Toiletten - zumindest bei den Damen. Als alleinreisende Person mit viel Gepäck: Was machst du mit dem ganzen Gepäck, das auf Deinem Wagerl liegt, wenn du aufs Klo musst? Heathrow hat in jeder Damentoilette eine Kabine, die so groß ist, dass du mit dem ganzen Wagerl hinein fahren kannst und dann auch noch selbst genug Platz hast. :-) (Und das Behindertenklo ist außerhalb und extra!)

Mit dem Express nach Paddington. Von dort aus mit dem Zug nach Plymouth. In dem ich auch noch sitze. Die nächsten 30 Min., dann bin ich beim Bahnhof und hab noch ca. 18 Gehminuten bis kurz vor den Hoe-Park. Da ist vorerst mein Schlafplatz in einem Apartment, da wir morgen und übermorgen erst mal Teamsupervision und Teamklausur haben.

Ich freu mich riesig auf die Noah!!! Leider kann ich sie heute nicht mal besuchen, weil sie im Yachthafen Mount Batten liegt und das Wassertaxi für heute schon den Dienst eingestellt hat.

Ach, die Noah und das Meer sind die Hauptgründe für meine Entscheidung. Es war immer noch meine beste und herausforderndste Zeit meines Lebens damals auf der Noah, in der ich am meisten gelernt habe und innerlich gewachsen bin. Da fällt mir doch tatsächlich ein: Als ich damals die Noah verlassen musste ist mir das so extrem schwer gefallen. Einen Hauch weniger Verantwortungsbewusstsein und ich wäre einfach da geblieben und hätte meine Crew alleine nach Österreich zurück fahren lassen… Und jetzt geht´s wieder lang weiter. Denn zwischendrin haben wir uns ja wieder sehen dürfen!

16.02.2017 um 23:04 Uhr

Noahtörn 2.0

von: veraina

Musik: Clueso "Neuanfang"

Morgen geht´s los zum 2. Noahtörn. Ich bin aufgeregt, freu mich und auch traurig, weil ich meinen Liebsten und meine anderen Lieben lange nicht sehen kann und sehr vermissen werde.
Und das Zeitalter der Technik hat sich so sehr weiter entwickelt seitdem ich das letzte Mal durch die Welt geschippert bin und deshalb ist "Kontakt halten" "sich sehen" "sich hören" nicht nur nicht mehr teuer, sondern auch unglaublich mobil. (Wie viele von euch lesen das hier jetzt auf ihrem Handy???)
Also, meine Lieben dort draußen: Lasst es euch gut gehen und habt eine feine Zeit!

29.03.2006 um 14:47 Uhr

URLAUB!!!

von: veraina

Nachdem ich seit zwei Wochen mit Hendrik und Chica (der beste Hund der Welt!!) durch Spanien getourt bin, sitze ich jetzt in Lissabon und schaue mir hier die Stadt an. Am Freitag werde ich nach Hause fliegen und dort bis zum 9.4. ebenfalls Urlaub machen.
Das Schiff befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt im Hafen von Cascais - westlich von Lissabon. Mal sehen wo es sich befindet, wenn ich wieder aufsteigen muss...
Zu Hause schreibe ich mal wieder ein paar mehr Infos - hab wirklich sehr "geschludert"!!! Also bis bald... Verena

04.01.2006 um 20:49 Uhr

"Mann über Bord"....

von: veraina

So, nach langem nervigen Verhalten durfte uns das eine Mädchen verlassen - aber ob die Option alleine Weihnachten in der Klapse zu verbringen im Gegensatz zu in Menorca auf dem Schiff besser ist, sei nun dahin gestellt. Jedenfalls ist von den anfangs vier Mädels nur noch eines da und die ist echt auch nicht wirklich für das Schiff geeignet. Ist sehr zurück geblieben und mich nervt sie grad echt gewaltig!!! Da kann ich nur betonen: Ich bin keine Kindergartenerzieherin, sondern Jugendbetreuerin!!! So´ne Kinderkacke ist teilweise echt nervig. Das klappt ein paar Wochen gut und dann hab ich einfach keine Lust mehr auf  "bemuddeln"... Naja, das geht bestimmt auch bald wieder besser. Allerdings wird der Yves - mein CHef - bald aus Österreich zurück kommen und dann kommt auch irgendwann ein Mädel, dass 12 1/2 ist und auf dem gleichen Entwicklungsstand wie die die noch da ist!
Leider liegen wir hier in Menorca auch fest, weil das Wetter nicht grade auf unserer Seite ist. Gestern gab´s 7,5 Windstärken und 4 1/2 Meter Wellen... und so gern wie wir segeln würden: Das Schiff ist alt und wir sind zu wenig Leute zum Anfassen!!! Also, auch wenn Mao langsam echt stresst, wann´s weiter geht, weiß keiner...

Muss kurz weiter arbeiten...

21.12.2005 um 18:08 Uhr

Ich bin nicht schreibfaul....

von: veraina

...ich habe gerade einfach nur keine Zeit!!! Und jetzt ist auch noch mein Laptop kaputt, so dass ich nicht mal mehr "vorschreiben" kann...

Also, mir geht's ganz gut. Die Arbeit ist teilweise echt anstrengend, aber zum Glueck gibt es auch ein liebes Maedchen! ;-) Mit der anderen ist es echt ur stressig! Sie ist auch grad mal wieder weg gelaufen... Naja, mal sehen, ob sie sich wieder beruhigt... Bsiher hat es immer gut geklappt!!

So, irgendwann schreib ich mal Alles auf, aber dann habt ihr echt genug zu lesen!!! Versprochen!!!

Alles Liebe

Verena

05.11.2005 um 01:01 Uhr

Ich lebe noch!!;-)

von: veraina

Habe leider momenatn wirklich wenig Zeit fürs berichten...mir geht´s gut! Das ist wohl eine wichtige Info!!!

Alles andere berichte ich hoffentlih bald...

 

bis dann..

24.10.2005 um 13:38 Uhr

Endlich wieder... viel Spaß beim Lesen! ;-)

von: veraina

So, nun habe ich ja schon lang nix mehr von mir hören lassen! Aus diesem Grund wird das hier heut eine GROSSE Eintragung! J

Ich bin also Donnerstag. 6.10., abends um ca. 20 Uhr mit Mareike am Attersee angekommen. Hier nochmal ein DICKES DANKESCHÖN an Mareike, denn sie hat mich hin gefahren und dann mein Auto wieder mit nach Landau genommen.

Ich erzähle euch jetzt mal meine Erlebnisse der letzten zwei Wochen, wobei ich die Namen der Jugendlichen änder, weil ich ja nie wissen kann, ob ich damit sonst die Schweigepflicht verletze. Immerhin kann das hier ja im Prinzip jeder lesen!

Die Stimmung, die mich empfing, als ich am in die Wohnung kam, war echt sehr „geladen“. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass niemand so richtig reden wollte und alle innerlich sehr angespannt waren. Nach kurzer Zeit habe ich dann herausgefunden, dass Ramona (Jugendliche) sich heftig mit Yves (Teamleiter) gestritten hatte und daraufhin abhauen wollte. Sie war im Prinzip nur noch da, weil sie Angst vor der Dunkelheit hatte. – Ihr müsst euch das Chandler Haus, in dem ich am Attersee wohnte, als große Villa mit viel Garten, Blick auf den Attersee und im Hintergrund ragen die Berge auf, vorstellen. Das nächste Haus ist zwar nicht weit entfernt, aber wenn dort die Dämmerung vorbei ist, wird es echt stockdunkel. –

Mareike blieb ca. noch 45 Minuten und der Abschied war sehr traurig. Ich hatte in diesem Augenblick so ein Gefühl von Leere und hätte sie am liebsten gebeten, doch noch eine Nacht zu bleiben. Aber Mareike hatte recht: Das war jetzt MEINS und das war MEIN Anfang, bei dem ich mich auf das „Neue“ einlassen musste und sie bei dieser Arbeit nicht „dazu gehört“. Hätte ich es selbst zugelassen, wäre ich während der Verabschiedung schon in Tränen ausgebrochen und hätte nicht mehr damit aufhören können. Jedoch musste ich ja wieder runter in die Wohnung zu der schlecht gelaunten Ramona, der momentan sehr stillen Susann (Jugendliche) und zu dem sehr ausgepowerten Yves (jedenfalls kam er mir so vor).

Nachdem wir die „Kinder“ um 21:30 ins Bett geschickt hatten, sagte auch Yves sehr bald „Gute Nacht“. Ich setzte mich an den Küchentisch und laß das selbstgeschriebene Treatment von einem Bekannten, um mich abzulenken. (Hat mir übrigens sehr gut gefallen, lieber Renatus! J) Das Ablenken von der momentanen Situation klappte auch hervoragend, allerdings musste ich dann über andere Dinge nachdenken, die auch nicht sehr „hilfreich“ für meine Stimmung waren. Deshalb beschloss ich so gegen Mitternacht ebenfalls ins Bett zu gehen, da der Wecker mich um 8:00 ja wieder wecken sollte.

Das Aufwachen war auch echt sehr anstrengend! Als die Augenlider endlich auf blieben, stand ich auf und kochte Kaffee. Nach dem ersten Kaffee sah auch alles schon besser aus! J

Wir frühstückten und machten uns dann auf den Weg nach Gmunden, weil die „Kinder“ dort eine Ordination beim Frauenarzt hatten. Wir warteten 3 Stunden – ich erklärte dem „verwirrten“ Yves, dass dies nicht normal sei bei einem Frauenarzt!

Da die Ärztin Susann´s Unterleibsschmerzen als Blinddarmreizung einordnete, überwies sie uns ins Krankenhaus. Dort angekommen wurde Susann nach kurzer Untersuchung stationär aufgenommen und bekam erst mal einen Einlauf! – Ihr müsst wissen, dass das gute Kind nicht von alleine trinkt und das Trinken bei ihr „ritualisiert“ werden muss. Sprich: Es dauert meist ewig, bis sie, mit vielen Diskussionen, ein Glas Flüssigkeit zu sich nimmt. Deshalb dachten die Ärzte, dass sie vielleicht Verstopfung hätte. Auch die Ultraschalluntersuchung ergab nichts.

Also „zog“ ich mit Susann ins Krankenhaus ein und schlief ein Bett neben ihr. Sie kann nicht allein bleiben, weil sie eventuell suizid gefährdet ist. Sie ritzt sich auch und das teilweise sehr tief!

Nun gut. Am nächsten Morgen wurde ich „brutal“ um 6:30 von den Schwestern geweckt und diese frühe Stunde sollte auch in den nächsten Tagen meine „Aufstehstunde“ werden. Susann´s Mutter und Schwester, Yves und Ramona kamen dann ca. um 10:00 und Yves schickte mich mit Ramona nach Salzburg. Meine einzige Hoffnung war: „Bitte hau nicht ab!“

Dieser Tag war allerdings recht schön, abgesehen von den vielen Worten, die ständig aus Ramonas Mund kamen und nicht zu stoppen waren. Während wir die Zeit in Salzburg verbrachten, wurde Susann der Blinddarmpfortsatz entfernt und als ich abends völlig fertig ins Krankenhaus zurück kam, lag sie schlafend im Bett. Yves und Ramona fuhren direkt zum Attersee und ich überlegte, was ich tun soll. Es war 19:00 und eigentlich war ich hundemüde, aber schlafen konnte ich trotzdem noch nicht. Aus diesem Grund hielt ich mich längere Zeit im Raucherzimmer auf und versuchte mich, wieder in „unserem“ Zimmer angekommen, an meinem „Erlebnisbericht“. Das klappte auch sehr gut und meine Gedanken befanden sich danach auch weit in der Ferne...

Schlafen konnte ich um 23:00 jedoch nicht. Mein Magen knurrte wie verrückt – spärliches Frühstück, kein Mittagessen und spärliches Abendbrot um 18:00! – und müde war ich auch nicht mehr wirklich. Als ich dann endlich eingeschlafen war, weckte mich irgendwann Susann, weil sie so Schmerzen hatte. Ich erklärte ihr ganz verständnisvoll, dass sie doch direkt am Bett die Schwesternklingel hatte und ich auch nur nach der Schwester läuten kann. Die darauffolgenden Nächte weckte sie mich dann nicht mehr!

Am Sonntag wollte ich unbedingt mein Mittagessen „genießen“, aber ich musste wieder mit Ramona los. Nachdem sie kurz vor Salzburg nicht aufhörte, mich wegen meiner Fahrgeschwindigkeit anzumotzen, sagte ich nach dem zweiten Mal, dass ich gleich keine Lust mehr hätte und wieder zurück fahre. Sie hörte natürlich nicht auf und ich entgegnete dann, dass ich wieder umdrehe. Ramona schrie mich an, ich sollte sie sofort raus lassen. Weil ich nicht anhielt, wollte sie die Tür auf der Autobahn bei 100km/h öffnen. Drohte mir dann damit, dass sie auch schon mal einen anderen Betreuer mit einem Messer bedroht hatte...etc. Ich blieb nach aussen total „cool“, weil ich ja wusste, dass sie mich nur provozieren will. Allerdings hab ich innerlich daran gedacht, dass wenn sie mir ins Lenkrad greift, wir bei dem Verkehr bestimmt eine „Massenkarambolage“ auslösen und nicht wirklich „gutaussehend“ aus dem Ganzen rauskommen. Wenn überhaupt lebend!?

Ruhig begann ich nach einer Weile mit ihr zu reden. Nach dem Motto: „Ich fand unseren Tag gestern so schön und dachte, wir könnten heute wieder so einen schönen Tag verbringen...blablabla“. Sie wurde auch ruhiger und ich dachte, vielleicht beruhigt sie sich noch mehr und fuhr mal Richtung Salzburg Zentrum, mittlerweile nicht mehr auf der Autobahn. Nachdem wir an der dritten roten Ampel standen, sagte sie plötzlich „Ich steig jetzt aus“! Ich zeigte keine Reaktion, weil ich vorher schon gesagt hatte, dass ich sie nicht aufhalte und sie von der Polizei suchen lassen werde. Sie stieg aus, ich fuhr bei grün los und suchte die nächste Polizei. Nach zwei Latte Machiato im Mäces rief Frank (Kollege) an und gab mir Ramona´s Handynummer. Wie erwartet wollte sie nicht die „harmlosere“ Variante wählen und sich mit mir irgendwo treffen, so dass ich ihr dann sagen musste, dass es nicht besser wird, wenn ich sie bei der Polizei abholen muss. Sie lachte mich erwartungsgemäß aus. Ich fuhr zum Attersee und ihr könnt euch nicht meine Genugtuung vorstellen, als die Polizei mich ca. 1 Stunde nach meinem Telefonat mit ihr anrief und sagte, dass sie sie gefunden haben und ich sie abholen kann. Ich fuhr allerdings erst ins Krankenhaus und holte Yves ab. Da er noch von nichts wusste (hatte sein Handy am Attersee vergessen) erzählte ich ihm alles. Nachdem Ramona drei Stunden bei der Polizei warten musste, war ihr erster Kommentar „Ich musste 3 Stunden warten!“ Meine Reaktion „Nicht lang genug!“ Mehr redete ich nicht mit ihr und Yves gab auch nur knappe Antworten und sagte ihr, dass sie morgen über die „Aktion“ reden werden.

Danach verbrachte ich 2 ½ ruhige Tage im Krankenhaus. Hatte Yves gesagt, dass er mich auf keinen Fall fragen soll, ob ich mit Ramona etwas unternehmen will. Da hab ich echt lieber im Krankenhaus „Kette“ geraucht und viel gelesen und geschrieben. War auch irgendwie sehr entspannend! Dies konnte ich auch nur, weil ich glücklicherweise ständig im „UNO“ gewann und Susann nicht mehr mit mir spielen wollte. J Auch sonst schaute sie lieber TV. – Jetzt hat sie ja auch 9 Monate keinen Fernseher, da musste sie ja „vorschauen“.

Mittwochs wurden wir entlassen. Der Tag war auch eher unspektakulär: Ramona nervte mit „Ich geh nicht mit aufs Schiff“ und Susann verweigerte das Trinken und war nicht dazu zu bringen, sich auszuruhen, damit die Narbe gut verheilt. Abends sprach mit Ramona auf den Sonntag an und entschuldigte sich überraschenderweise bei mir – naja, schon mal ein Fortschritt, aber „sicher“ fühlen soll ich mich lieber noch nicht! J

An diesem Tag eröffnete mir Yves, dass die vierte Jugendliche – Josephine – (die dritte Jgdl. war die Zeit vor dem Törn in Italien und wurde da von Hendrick – Kollege – betreut) heute das mit dem Schiff erst richtig realisiert hätte und sich weigert, mitzukommen. Da hat ihre Ärztin – sie befindet sich seit ein paar Wochen in der Jugendpsychiatrie – beschlossen, dass sie noch ein paar Tage in der Klinik bleiben sollte, um erst mal jemanden von uns kennen zu lernen. O.K., es musste also jemand in Österreich/Linz bleiben. Zur „Wahl“ standen Susi (Kollegin) und ich – weil´s eine Frau sein sollte! Da ich mir eigentlich schon vorstellen konnte, wer von uns beiden diesen „Job“ machen muss, sagte ich, dass ich es mache. Allerdings eher zu meinem „eigenen Wohl“ als aus „Arbeitswut“. Es hätte nämlich sonst bestimmt zu „internen Konflikten“ geführt, wenn Susi da geblieben wäre und das wollte ich nicht schon am Anfang „heraufbeschwören“ – zum Glück war es ja vermeidbar! (Weiter ausführen möchte ich die „inneren Konflikte“ hier nicht!)

Nachdem ich dann am Donnerstag eigentlich Josephine kennenlernen sollte, hatte sie sich allerdings 5 Minuten vor unserem Treffen überlegt, abzuhauen, weil sie ihren Willen nicht bekommen hatte. Zwei Tage auf der geschlossenen Station haben sie nicht ruhiger werden lassen... Also unterhielt ich mich schon mal mit der Ärztin.

Ich hatte schon einen Bericht über Josephine gelesen, aber die Ärztin hat noch ein paar andere Eigenschaften „verraten“. „Hochexplosiv, aggressiv, autoaggressiv, verbal ausfällig, Autoritätsprobleme, ignoriert jegliche Regeln, sprunghaft, etc.“ Gut, ich bereitete mich mal auf alles vor!

Freitags war ich mit Susann beim Arzt die Fäden ziehen. Zwischen den ganzen Vorbereitungen für die Abfahrt der anderen am Abend, zeigte Susann uns dann gegen 15:00, dass ihre Narbe wieder aufgeplatzt war. Mhm... selten so etwas „Schönes“ gesehen! O.K., sie ins Auto gepackt und ins Krankenhaus. Schade, dass die Einsicht immer spät kommt: Aber sie Entschuldigte sich bei mir, weil sie nicht auf mich gehört hatte und „rumgesprungen“ ist! „Hauptsache du fällst mir nicht auch noch in Ohnmacht!“ war mein einziger Gedanke und so fragte ich sie ständig, ob sie noch „da“ wäre. Als wir auch das hinter uns gebracht hatten, fuhr mein Team mit Ramona und Susann los.

Ich blieb einsam und allein in der riesen Villa zurück. Das war schon ein komisches Gefühl!

Samstag habe ich dann Josephine kennengelernt. Begrüßung: „Ich geh nicht mit aufs Schiff!“ und „Ich rede nicht mit dir!“ Sie ging dann eine Zigarette rauchen und ich tat das Gleiche. Nachdem sie mir Fragen stellte und ich bereitwillig Antwort gab, sagte sie 10 Minuten nach dieser „netten Begrüßung“, dass sie mitkommt. Ich weiß bis heute nicht, was sie plötzlich so schnell überzeugt hatte!

Nun gut. Abends zog ich in meine „Übergangswohnung“. Ich bin ja nicht der riesige „Pingel“, aber was sich da vor meinen Augen auftat, hätte sie beinahe mit Tränen füllen lassen: Bis auf die Einbauküche (in der sich nicht mehr das Geringste befand) und einer Schlafcouch war bzw. ist die Wohnung leer. Der Boden übelst schmutzig und die Badewanne hat einen riesigen „Kalkteppich“. Außerdem stinkt das heiße Wasser! Aber wer wird denn da verzagen! Ich schnappte mir den Vileda-Wischmopp und „fegte“ mit Wasser und Glasreiniger (was anderes gab es nicht!) den Dreck weck. Die Frau von meinem „Oberchef“ packte mir ein „Starterset“ am nächsten Tag und nun hab ich es mir einigermaßen „wohnlich“ hier gemacht.

In zwei Tagen fahre ich auch schon los. Mit noch zwei Frauen, die sich die „Noah“ eine Woche lang anschauen wollen und dann entscheiden, ob sie abwechslend ebenfalls Betreuer werden, und mit Josephine.

In den acht Tagen, die ich Josephine kenne, kam ich noch nicht in den „Genuss“ ihre „besonderen“ Eigenschaften kennenzulernen. Von Samstag bis Dienstag lief alles super, ab Mittwoch wollte sie mich allerdings mit Ignoranz „strafen“. Lange hielt sie das nicht aus und am Freitag war Alles wieder ok. Samstag auch. Heute (Sonntag) wollte sie nicht wirklich was von mir wissen, aber das war auch gut, denn ich war ganz schön k.o.

Habe nämlich von gestern auf heute meine Freunde in Berchtesgaden besucht und wir waren gestern erst lecker indisch Essen, danach bowlen und später noch kickern und darten. War echt ein sehr schöner Abend! Heute sind wir noch auf den Gaisberg bei Salzburg gefahren und schauten uns die Paraglider an – wahnsinnig interessant, aber sieht auch sehr gefährlich aus!

So, dass war jetzt die absolute Kurzfassung meiner Tage in Österreich. Morgen lerne ich noch Josephine´s Mama kennen und am Dienstag ihre Bezugsbetreuerin aus ihrer alten Wohngruppe. Bin mal gespannt...

Sonst ist mein Tag hier sehr langweilig. Ich versuche mich durch lesen, schreiben, DVD schauen oder Computer spielen abzulenken. Klappt eigentlich auch sehr gut! Bin froh, wenn ich ab Dienstag Abend auf dem Schiff bin und freue mich auf all die „Üerraschungen“ die noch auf mich zu kommen.

Soviel erst mal von mir! Und alle die mir eine Email geschrieben haben bekommen auch so schnell wie möglich Antwort – aber hier kosten eine halbe Stunde „surfen“ 3,70 und das geht ganz schön ins Geld! Aber ich bemühe mich!!!

Bis bald... 

 

06.10.2005 um 12:26 Uhr

Endgültiger Abschied!

von: veraina

So, nun ist er da, der 6.10.2005! Wenn Mareike gleich von der Arbeit kommt geht´s los nach Österreich

Da arbeite ich eine Woche mit Yves zusammen. Wir betreuen die zwei Jugendlichen. Bin echt mal auf die eine gespannt, die ich noch nicht kenne...

Naja und dann geht´s auch schon am 14.10. nach Italien...das ist alles so aufregend und es war schon eine Herausforderung beim Packen! Ich habe meine Kleidungsstücke ja schon beim Auszug in Neustadt reduziert und jetzt hab ich sie nochmal um ein Drittel verringert. Ich hoffe nicht, dass jemand behaupten wird, ich hätte zu viel mit! Denn ich finde (dafür, dass ich eine Frau bin), habe ich wirklich nur das Nötigste dabei.

Ich hätte mich gerne noch von ein paar Menschen verabschiedet. Leider habe ich nicht wirklich viel Zeit gehabt und die, die mir am Herzen liegen, konnte ich so ziemlich alle nochmal sehen bzw. mit ihnen telefonieren. Nun werde ich noch ein paar Emails schreiben an die, die sich entweder noch nicht von selbst gemeldet haben bzw. die ich noch nicht verabschiedet habe. 

Und da ich das noch vor hab, war´s das auch erst mal!

Ich weiß noch nicht, wann ich hier die wirklich interessanten Einträge machen kann, aber ich hoffe doch so schnell wie möglich!

Bis bald... 

 

 


28.09.2005 um 14:14 Uhr

Und noch etwas...

von: veraina

...dadurch, dass ich jetzt viel Zeit zum Nachdenken hatte - bei ewig vielen Autostunden, die ich den letzten 2 1/2 Wochen zurückgelegt hab - muss ich unbedingt noch was los werden:

Meine Lieben - und jeder weiß, wer sich damit angesprochen fühlen kann!!!-

Ich sag es einfach viel zu selten und ich möchte das euch auf jeden fall jetzt noch mitteilen!

ICH BIN FROH, DASS ES EUCH GIBT!!!!!!

Und vor allem möchte ich auch DANKE sagen, für Alles was ihr für mich tut und wie ihr immer wieder an mich denkt!!! Ohne das Wissen, so tolle Menschen in meinem Leben zu haben, hätte ich wahrscheinlich gar nicht den Mut mich auf so eine große Herausforderung einzulassen. Doch dadurch, dass ihr mir so viel Vertrauen und Liebe entgegenbringt, fühle ich mich sicher und verstanden - egal, wo auf der Welt ich mich gerade befinde!!! DANKE! DANKE! DANKE!

Und Mama, deine Worte haben es schon ausgedrückt und ich möchte diese schönen Worte weitergeben: Ich werde jeden Abend den Sternenhimmel betrachten und wissen, dass ihr die gleichen Sterne seht, dann werde ich die Augen schließen und euch in Gedanken ganz fest drücken!!!

Denn in Wirklichkeit seit ihr ja nicht wirklich weit weg, denn ihr seid immer in meinem Herzen bei mir!!!

So, ich wollt nur, dass ihr das wisst!!!

28.09.2005 um 14:02 Uhr

Das Mitarbeiterwochenende...;-)

von: veraina

Nach meinem letzten Eintrag bin ich ja am Wochenende zum Attersee gefahren, wo ein Mitarbeiterwochenende der ganzen ARGE NOAH stattgefunden hat.

Es war auch sehr interessant, die ganzen Menschen aus den verschiedenen Projekten kennenzulernen und zu erfahren, was es noch so alles in dieser Organisation gibt.

Samstag haben wir dann einen "Spaziergang" in eine Klamm gemacht - was für mich immer wieder faszinierend ist, wie sich die Wassermassen ihren Weg durch die Felsen "erobern". --> Wenn ich dann so an unseren Tripp denke, bekomme ich immer mehr Respekt vor dem Wasser! ;-)

So, an diesem Samstag Abend kam dann allerdings noch eine unerfreuliche Nachricht, die mich ganz schön runter gezogen hat. Und zwar haben wir bisher nur 3 Jugendliche! Das heißt, wir mussten im Team besprechen, was für Konsequenzen das heißt...also haben wir vier Stunden lang "Krisensitzung" gemacht!

Ich habe da schon um meinen Arbeitsplatz gebangt und mir im Kopf schon mögliche Alternativen überlegt - weil ich immerhin die letzte Betreuerin war, die dazugestoßen ist... aber Yves hat mir an diesem Abend schon gesagt, dass es damit nichts zu tun hat! Erleichteter war ich dann zwar nicht, aber es hat mich wieder optimistischer werden lassen.

Am nächsten Tag haben wir die gleiche Sitzung nochmal abgehalten, dies Mal allerdings mit unserem "Oberchef". Das dauerte da nur 1 Stunde und eine Mitarbeiterin hat sich auch mehr oder weniger schon "bereit erklärt", erst mal nicht mit auf´s Schiff zu gehen. Für mich sah es zu diesem Zeitpunkt so aus, dass ich bis Dienstag (sprich: zwei Tage) noch warten muss, bis ich gesagt bekomme, ob ich nun dabei bin oder nicht.... Ich kann dieses Gefühl überhaupt nicht in Worte fassen, welches sich unaufhaltsam immer stärker in mir "auszubreiten" schien! Vorstellen kann man es sich wie ein "Zusammenbruch jeglicher positiver Vorfreude", in Verbindung mit Wut, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Unsicherheit und vor allem Ratlosigkeit!

Um so dankbarer war ich, als Yves so ca. um 14:30 zu mir kam und sagte, dass es natürlich Quatsch wäre, mich bis Dienstag warten zu lassen, weil er jetzt schon wusste, wie ersich entscheiden wird. Und ich dannbin Dienstag ja nur "in den Seilen hängen" würde... Das Gefühl nach seinen Worten "Du bist NATÜRLICH dabei" ist fast noch schwieriger zu beschreiben, als das negative von den Stunden davor... Aber es war einfach pure Freude und vor allem eine große Last, die damit von meinen Schultern viel... Ab diesem Zeitpunkt bin ich einfach nur GLÜCKLICH!!! Und das Team, was sich nun daraus ergibt, dass Christa (die erst mal "an Land" bleibt) erst mal nicht mit fährt ist echt spitzenmäßig!!! Dafür bin ich richtig dankbar!!!

 


23.09.2005 um 22:05 Uhr

Hab ja doch noch was vergessen....

von: veraina

...so was die Organisation, das Arbeiten, die "Besatzung" etc. angeht...

Also: Wir sind sechs Betreuer, vier Mädchen und zwei Skipper. Während der Schulphasen (3 Mal 5 Wochen in denen wir nicht segeln) kommen zwei Privatlehrer und unterrichten die Mädels. Die Skipper fahren in der Zeit nach Hause. Wir haben dann in der Schulphase eine Woche lang Supervision - im Team und auf Wunsch auch Einzeln.
Unseren Dienstplan haben wir ganz gut gestaltet: 5 Tage arbeiten, 2 frei. Während der Schulphase ist das natürlich auch richtig genial, wenn wir allerdings segeln, wird es natürlich schwerer sich die freie Zeit auch wirklich zu nehmen. Aber wir befinden uns ja fast jeden Abend in einem Hafen...

Morgen und Sonntag haben wir Mitarbeiterwochenende am Attersee und ich werde dann am Sonntag Abend oder Montag Morgen wieder nach Landau fahren. Um dann eine Woche dort zu "genießen" - naja, mit viel Vorbereitung und Packen - um dann am 3.10. wieder zum Attersee zu fahren, weil ich dort ca. ne Woche mit Yves auf zwei Mädels aufpasse, damit Susi und Frank (die seit 1.9. eine und ab Montag das 2.Mädchen betreuen) noch ein paar Tage Urlaub machen können.
Am 14.10. fahren wir dann alle nach Italien, um am 15.10. "in See zu stechen"! ;-)

Ach, ganz vergessen habe ich ja unseren Bord-Hund!!! Die ist einfach total genial und super-süß!!! Chica heißt sie und ist eine Mischung aus einem weißen Labrador (ja, so was gibt´s!!) und einem Schäferhund. Falls ihr euch jetzt fragt, wie so eine Mischung wohl aussehen mag, kann ich darauf nur sagen, dass Chica pechschwarz ist und das einzig markante Merkmal eines Schäferhunds ist der Schwanz.

Fotos kommen noch...


23.09.2005 um 20:09 Uhr

Die ersten Eindrücke...

von: veraina

Also gut... Mittwoch Abend bin ich aus Italien wiedergekommen und will euch heute mal berichten, was ich in fünf Tagen auf dem Meer alles so erlebt habe:

Wie ihr ja schon wisst, bin ich vor einer Woche nach Italien gefahren - nach Piombino. Da lag die Noah erst mal draußen vorm Hafen, weil kein Platz für das "große Schiff" war. Nach kurzer Zeit haben wir erfahren, dass schon die ersten "Komplikationen" auftauchen: Irgend welche Tiere befanden sich auf dem Schiff, die der Frau, die eine Woche auf der Noah geschlafen hatte, ihren Körper in einen "roten Streuselkuchen" verwandelt haben... Deshalb wurde das Schiff erst mal "ausgeräuchert", nachdem wir mittags einen Platz im Hafen bekommen haben und wir mussten uns dann 6 Stunden lang mit Kaffee trinken und Essen gehen beschäftigen.
Mein erster Gedanke zu dieser Tatsache mit dem Ungeziefer war: Oh, mein Gott, wenn ich morgen so aussehe, flippe ich aus!!!
Naja, nachdem wir dann nach mehreren Gläsern Rotwein und Bier und einem ausgiebigen Mahl endlich auf´s Schiff durften, ging das "Rotweingetrinke" gleich weiter und Yves (der Leiter des Ganzen) stellte uns vor.
Bei allen hatte er irgendwie so was gesagt wie "da brauchte ich nicht mehr viel erzählen, die wissen, worauf sie sich einlassen" und bei mir hat er gesagt "Verena hat mich überzeugt - mit ihrer offenen und aufgeschlossenen Art" - das hat mir schon gut getan, das muss ich ja zugeben! ;-)
Ich hatte dann übrigens das Vergnügen in der Kajüte zu schlafen, wo die Fiecher angeblich am schlimmsten waren...Yves und Christa hatten ebenfalls das Vergnügen - nur ich hab echt beschissen geschlafen: Ich hab mir den Schlafsack bis zum Kinn hoch gezogen und mein Gesicht so weit bedeckt, dass wirklich nur noch Nase und Mund offen blieben...natürlich war mir tierisch heiß und ich konnte kaum schlafen...
Am nächsten Morgen habe ich dann festgestellt, dass Christa (die oben ohne geschlafen hatte) keine "Pusteln" hatte und Yves auch verschont geblieben war...da war ich etwas beruhigter und konnte nachts drauf auch wesentlich besser schlafen!!!
O.K., wir sind bei Sonnstg: Um 8:30 gab´s Frühstück und ca. um 11:00 sind wir losgefahren. Nachdem wir den Hafen hinter uns gelassen haben, ging´s ans Segel "freilassen"! ;-) Meine Aufgabe während der ganzen Tage war die SCHOTTE! Bei jedem Segel...
...ach, ich sollte vielleicht noch kurz erwähnen, dass die Noah über 14m lang ist, zwei Masten hat und vier Segel...
Dieser Aufgabe war ich sehr gut "gewachsen" und es ist wirklich erstaunlich, wie schnell ich die Sachen behalten habe, die ich machen musste. Das hat mir auf jeden Fall auch Sicherheit gegeben.
Am Anfang war es auch total komisch über das "rollende" Schiff zu gehen ("rollen" ist das "schaukeln" des Schiffes). Doch erstaunlicherweise war das am nächsten Tag völlig normal - so als ob ich schon "ewig" auf´m Schiff wär.
Mir war auch nur einmal schlecht: Ich habe mittags in der Messe ("Hauptraum" des Schiffes mit Tisch, Küche etc.) gegessen. Da war auch noch alles ok. Als ich dann fertig mit Essen war, bemerkte ich in meiner Magengegend ein unangenehmes Gefühl. Ich beschloss dann kurzerhand einfach wieder ans Deck zu gehen und mir mal "an der frischen Luft" eine Zigarette zu gönnen... ok, die Zigarette war schon gar nicht so verkehrt gewesen, allerdings strahlte die Sonne so fantastisch, dass ich danach noch eine "Liegepause" an Deck machte und nach fünf Minuten war dieses flaue Gefühl im Magen verschwunden und ich war einfach nur dankbar, auf diesem Schiff zu sein und 9 Monate lang dort sein zu dürfen!!! Mann, ich bin so ultra glücklich, dass es tatsächlich geklappt hat!!!!
Na gut, nach vielen Teamsitzungen, viel Rotwein, vielen Segelstunden, viel Sonnenschein, vielen guten Gesprächen, vielen tollen Landschaften..... kann ich nur sagen, dass ich ein absolut gutes Gefühl habe, was mein Team betrifft und vollkommenes Vertrauen in die Skipper!!! Da können die Mädels noch so durchdrehen, wir kriegen das schon alles hin!!!
Ach, vielleicht wäre auch noch zu erwähnen, dass wir am 15.Oktober in Italien starten und uns an der Küste Italiens und Spaniens nach Menorca herantasten, wo wir ab dem 15. November für 5-6 Wochen liegen werden. Weiter geht´s dann vor oder nach Silvester an die portugiesiche Algarve...das ist schon mal fest! Und schön fand ich auch zu erfahren, dass ich Besuch bekommen darf, der dann mit uns mit segeln darf - und nicht nur "darf", sondern dies auch "gern gesehen" wird! ;-)
Ich schau jetzt mal, ob ich euch mal ein paar Bilder auf die Seite einstellen kann...sonst schick ich natürlich auch auf Anfrage gerne welche per Email! ;-)
Das war´s erst mal...vielleicht fällt mir ja gleich noch was ein...

16.09.2005 um 17:29 Uhr

Der ERSTE EINTRAG ;-)

von: veraina

So, heute ist der Tag, an dem ich nach Italien fahre... um 23:45 Uhr werd ich in Salzburg abgeholt und die liebe Claudia fährt mich hin. Andrea würde das natürlich auch machen, aber leider muss sie arbeiten. (Aber sie holt mich dann am 25.09. am Attersee ab - was auch toll ist!!!)
Nach ca. 1000 km kommen wir dann auf dem Festland vor Elba an...ich bin schon soooooooo aufgeregt!!! ;-)))