Das Paul-Buch
Guuten Abend ;)
Da wir morgen eine Geschichtsklausur schreiben und ich mich lieber ablenken als lernen will, tipp ich mal ne kleine Deutschhausaufgabe ab.
Aufgabe war: "Versuchen Sie, ein besonders markantes Leseerlebnis anektotisch aufzuarbeiten."
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Marie und ich
oder: Der Anfang einer langen Freundschaft
Ich, Leresin aus Leidenschaft und ständig auf der Suche nach neuem Lesestoff, durchkämme wieder einmal Mamas Bücherregal auf dem Dachboden. Dank scheinbar viel zu viel (leider auch unbewusst vergangener) Freizeit gibt es allerdings kein Buch, dass ich noch nicht kenne, nicht einmal im Hanni-und-Nanni-oder-Ähnliches-Regal-Viertel. Enttäuscht will ich mich gerade ohne meine geliebte Gute-Nacht-Geschichte ins Bett legen und mich bei meinem Kuschel-Schweinchen ausweinen, als mir ein kleines rotes Buch ins Auge fällt, welches den Titel "Wer ist eigentlich Paul?" trägt, Untertitel "Maries Tagebuch". DerKlappentext verrät, dass Marie aus München auf eine Sms von Paul (vermutlich ebenfalls aus Deutschlands heimlicher Hauptstadt) wartet. Hm, denke ich, das klingt nicht nach anspruchsvoller Lektüre mit Bleistiftnotizennotwendigkeit, und nehme voll Freude über den doch nicht buchlosen Abend die erste Seite in Angriff. Meine Erwartungen sind unspektakulär, denn das Warten auf eine SMS versprichtnicht unbedingt (wie ich es gerne mag) ein nasses Kopfkissen, sei es von Lach- oder Trauertränen.
An diesem Abend lerne ich also Marie, 27, aus München-Neuhausen kennen - und bin geschockt! Wie hat es dieses gemeine, böse, wundervoll-schön-traurig-humorvoll-naive Buch geschafft so lange von mir unentdeckt in Mamas Hanni-und-Nanni-Regal zu schlummern? So eine Frechheit!
Zur Strafe zwinge ich Maries Tagebuch sofort zu einem kleinen Lesemarathon zu später Stunde. Am Mittwoch, 13. November 2002 Tagebuchzeit fallen mir die Augen zu. Diese ersten 63 Seiten eines scheinbar so locker-flockig niedergeschriebenen Buches haben mich in seinen Bann gezogen. Oh, arme naive Marie, wenn du wüsstest, wie viele Wesen der besseren Hälfte der Menschheit genauso fühlen wie du! Ikea-Fanatikerin, Fußballfan, Alte-Tagebücher-Leserin, Briefe-ohne-Abschickabsichten-Schreiberin - Marie, Frauen verstehen dich! Frauen leiden, lieben und leben mit dir!
Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Marie leider nahezu doppelt so alt ist wie ich - aber mein Lebensziel steht fest: Ich werde Marie!
Dies ist also der Anfang einer langen Freundschaft...
PS: Ach, und diese SMS von Paul... ich meine: Wer ist eigentlich Paul?!
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Viel Spaß beim Lesen. Ist zwar nicht sonderlich spektakulär, aber naja ;)
