wbidi

31.05.2012 um 10:20 Uhr

gestern, heute, morgen werde ich vermissen

von: wbidi

 

...wenn dich deine Freundinnen abholen und ihr mit lautem Kichern das Haus verlasst...
wenn dein bester Freund mitten in der Nacht anruft, weil er wieder mal Liebeskummer hat...
wenn du über die Lehrer motzend von der Schule nach Hause kommst...
wenn du glücklich bist, dich in den Fächern verbessert zu haben...
wenn du mit den Armen wedelnd wild um mich herumtanzt...
wenn du mich zum zehnten Male beim Telefonieren unterbrichst - Mama, passt Rot zu Gelb?...
wenn dein Kleiderschrank wieder mal leer ist und die Klamottenberge sich wie der Himalaja durch dein Ziemmer ziehn...
wenn du deine Schultasche mitten in der Küche fallen lässt und du auf der Stelle eine Umarmung verlangst...
wenn ich nachrechne, wie viele Haargummis und Haarklemmen ich andauernd besorgen muss...
wenn du mich mit deiner Begeisterung für etwas ansteckst...
wenn du meine Warnung in den Wind geschossen hast und mir später kleinlaut gestehst, ich hätte Recht gehabt...
wenn du eine Sache von der ich nicht angetan war, erfolggekrönt durchgesetzt hast...
wenn du mit mir bummeln gehn willst...
wenn du mir den ganzen Eisbecher weggefuttert hast...
wenn ich dich umarme, weil du traurig bist...
wenn wir nach Stunden des Zoffs vernünftig reden können...
wenn du mich mit deinen Grimassen zum Lachen bringst...
wenn ich in deine strahlenden Augen schaue

...sehe ich wie schnell die Zeit vergangen ist.

Dann frag ich mich, hab ich dir das Richtige gegeben?
Gab ich dir die richtigen Antworten auf all deine Wieso-Weshalb-Warums?
Lehrte ich dich die wirklich wichtigen Dinge, als Grundstein für deine Selbstständigkeit?
Machte ich dir genug Mut, damit du dich an Unbekanntes und Schweres heranwagst?
Schenkte ich dir genug Zärtlichkeit, damit du selbst Zärtlichkeit geben kannst?
Lebte ich dir genug Stärke vor, damit auch du DEINEN Stürmen trotzen kannst?
Konnte ich dir genug Achtung vor den Menschen nahebringen, so dass auch sie dich achten können?
Vermittelte ich dir genügend Durchhaltevermögen, damit du Angefangenes beenden wirst?
Konnte ich dich lehren, um Verzeihung bitten zu können?
Nimmst du Begeisterung mit, um selbst Faszination zu erleben?
Hast du gelernt, dass du nach einem Sturz aufstehen und weitergehen musst?
Kannst du mutig für deine Fehler einstehn?
Hast du genug Selbstbewusstein, um sagen zu können: Nein! - oder auch: Ja! ?
Spürst du, dass deine Schwächen deine Stärken nicht mindern?
Liebe ich dich richtig, damit auch du lieben kannst?
Hab ich dich zur richtigen Zeit gehalten - und losgelassen?
Konnte ich dir klarmachen, dass DU das Wichtigste bist in DEINEM Leben?
Hast du alles bekommen, was nötig ist, damit du allein zurechtkommst, und es dir gut geht?

Loslassen... hat noch immer ein Tränchen unterm Lächeln.
 

30.05.2012 um 16:49 Uhr

Schnuffeltücher...

von: wbidi

 
Schnuffeltücher sind Balsam für die Seele.

Was könnte mehr trösten, als ein Stückchen Stoff oder Plüsch, das den Duft des Menschen trägt, nach dem man sich sehr sehnt.
Faszinierend, wie das bereits im zarten Babyalter funktioniert, es setzt sich dann über die Pubertät fort und findet sich beim Erwachsenen wieder.

Ein Schnuffeltuch kann auch sein: ein getragenes T-Shirt oder Hemd des/der Liebsten, ein zarter Hauch von Unterwäsche der Angebeteten, ein kuscheliges Stofftier, Handschmeichler oder Glücksbringer, ein Foto oder andere Dinge.
Manchmal hilft auch, die Musik zu hören, bei der man in trauter Zweisamkeit zusammen war oder man kocht das leckere Gericht nach, das man zuletzt zusammen genossen hatte.

In Sehnsuchtszeiten finden sich zauberhafte Dinge in den Händen oder an den Nasen vermissender Menschen, manchmal gar in Jacken- oder Hosentaschen - bisweilen recht klein und unauffällig, aber mit einer enormen Wirkkraft.

Kraft der Gedanken.
 

29.05.2012 um 17:52 Uhr

feige hin oder her

von: wbidi

 
Manchmal fällt es leichter, etwas zu schreiben, als es auszusprechen.
Das mag hin und wieder feige wirken, doch verringert es die nackte Zurschaustellung der eigenen Emotionen, da Stimmen, Blicke oder Gesten fiese Verräter sein können.
Andererseits hat das Schreiben auch einen gewissen Vorteil - manches bliebe sonst für immer verborgen...
Außerdem kann es sehr schön sein, wenn man etwas nachlesen kann. Immer und immer wieder.
 
 

23.05.2012 um 16:42 Uhr

ungefragt aufgedrückt

von: wbidi

Ich kam um eine Häuserecke, an deren hinterer Seite zwei Leute beieinander standen. Sie unterhielten sich so laut, dass ein Weghören nicht mehr möglich war. Auch ein rechtzeitiges Stehenbleiben oder Umdrehen war nicht mehr machbar.
So wurde ich unbeabsichtigt Mitwisserin einer Angelegenheit, die ich niemals aus eigenem Antrieb heraus hätte wissen wollen.
Gehörtes und Gesehenes kann nie wieder rückgängig gemacht werden. Mensch, ihr Idioten! Ich muss mit diesem Wissen nun leben.
 

19.05.2012 um 11:30 Uhr

Erinnerungen, eindeutig und unbegründet

von: wbidi

 
Als ich damals mein Kind bekam, hatte ich Sorge, ich würde mein Baby unter all den anderen Neugeborenen nicht erkennen können.

Dieser Gedanke erschreckte mich, würde es mich nicht als gefühllose, gar schlechte Mutter entlarven?
Besonders kurz vor dem Geburtstermin und dann nochmal vor dem ersten "Wiedersehen" überfiel mich dieser Gedanke heiß. ;o)

Ich wollte das dann genau wissen. Ich MUSSTE es wissen!
Und ich brauchte die Gewissheit, mein Kind erkennen zu können... und ging, als ich alle Babys im "Kinderzimmer" wusste, hinein. Ohne einen Blick auf die Namensschildchen zu werfen, huschte mein Blick über all die Bettchen, um mein Baby zu herauszufinden. Die Augen meines Kindes. Das Näschen meines Kindes, das Kinn, die Wangen, die Haare, die Fäustchen.

Ich glaube, dann ging die Sonne auf in diesem Raum.

Ohne Zögern. Unverkennbar. Eindeutig.

Meine Sorge war völlig unbegründet...
 
 

17.05.2012 um 11:25 Uhr

ties - oder: was wäre wenn...

von: wbidi

 

Fragt man sich gelegentlich, „Was wäre, wenn…“ dies oder das nicht passiert wäre, ist diese Frage müßig, denn es IST passiert und daher nicht mehr veränderbar.
Meist stellt man sich diese Frage im Zusammenhang mit etwas Misslungenem und Unangenehmem, seltener aus einem Glücksgefühl heraus. Da wird eher gefragt: „Wäre es heute auch so…“ wenn dies oder jenes anders verlaufen wäre?

Ich finde schon allein die unterschiedlichen Fragestellungen interessant.

Manchmal lasse ich diesen Gedanken „was wäre, wenn…“ zu und wandere in die Vergangenheit, um dort eher spielerisch zu sichten, was denn tatsächlich heute anders wäre. Anders - in meinem Leben, und im Leben anderer.
Ich war hin und her gerissen bei dem Gedanken, ob mein Weg z.B. hierher nun wie eine gerade Linie verlief oder doch im Zickzack, durchbrochen mit Kreisen, Abzweigungen oder Labyrinthen. Wahrscheinlich liegt es nur an der Sichtweise, jedenfalls bin ich der Meinung, es trifft beides zu: ich kam auf direktem Weg mit Umleitungen hierher.

Wäre nun auf diesem Weg irgendetwas nicht geschehn, wäre ich z.B. irgendeinem Menschen nicht begegnet, hätten zwar dieser Mensch und ich uns nicht kennengelernt, an sich für den Rest der Welt nicht von großer Bedeutung, aber allein durch diese eine fehlende Begegnung, hätte ich auch Person B oder C oder D nicht getroffen, die mich wiederum zu diesem oder jenem Menschen geführt hätten.
Es ist ja nicht nur diese gerade Verbindung, also diese eine Linie von A nach B, es hängen ganz im Gegenteil unzählige Verbindungen daran, Linien, die sich verlängern, neu hinzukommen, die Richtung verändern oder parallel verlaufen. Es sind Vernetzungen, die sich ausbreiten, überschneiden und vermischen, wie die Ringe im Wasser, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat.

Wenn ich nun hin und wieder dem Gedanken nachhänge, was wäre denn heute anders, wenn ich z.B. Mensch A nicht kennengelernt hätte und das rückverfolge, wird mir wieder bewusst, nicht nur er würde fehlen, sondern auch einige andere, da der persönliche Kontakt nie zustande gekommen wäre. Oder aber durch die fehlende Inspiration oder einen entsprechenden Impuls, hätte ich dies oder jenes nicht getan, Erfahrungen nicht machen können, manche Schritte nicht getan und dadurch wären mir liebenswerte Menschen „entgangen“, oder ein Job, oder ein Wohnortwechsel, oder eine Reise oder, oder, oder… Und jedes Ereignis für sich ist wieder gespickt mit Menschen und Erlebnissen, auf dem Weg – hierher. MEINEM Weg hierher.

Und auch die Menschen, denen ich auf meinem Weg (unserem Weg?) begegnet bin, hätten heute eine anders geschriebene Geschichte. Sie würden mich nicht kennen, auch andere nicht, ja, sie würden nicht mal dies hier lesen können, weil hier nichts geschrieben stünde.

So gesehn, ist das Was-Wäre-Wenn-oder-auch-Anders?–Gedankenspiel immer wieder spannend und aufschlussreich.


Ein Beispiel? Kein Kind – kein Internet – kein Blogigo. ;o)
 
 

15.05.2012 um 16:29 Uhr

du hast pn...

von: wbidi

 

...wird recht oft als Kommentar geschrieben, als wären die Bloggerinnen und Blogger nicht fähig, das auch eigenständig zu erkennen. ;o)

 

Die andere Erklärung dafür...? - *schmunzel
 

09.05.2012 um 16:55 Uhr

nur mal so

von: wbidi

 
Manchmal merke ich erst nach Monaten, dass ich Menschen überhaupt nicht vermisst habe. Wenn sie dann plötzlich wieder auftauchen, fällt mir umso mehr auf, warum das so ist.
 
 

01.05.2012 um 09:59 Uhr

Miniröschen - im Rosenkrieg zerstört

von: wbidi

"Sein Erzeuger holt ihn ab." S., 8 Jahre alt, steht neben  seiner Mutter, während sie diese Worte kalt mit herabgezogenen Mundwinkeln angewidert sagt. Ich sehe dem Jungen an, wie er -nicht nur innerlich- zusammenzuckt und hastig seinen Blick abwendet. Fast scheint es so, als wolle er damit verhindern, dass jemand merkt: diese Worte galten ihm - und seinem Vater.

Ich kenne die Geschichte des Jungens, und die der Familie. Ich kenne Mutter, Vater, Sohn, Schwester, Oma und Opa, Tanten, Onkel, Freunde. Ich war beim Polterabend, feierte mit ihnen Hochzeit, erlebte die Freude in der Schwangerschaft und sah S. das erste Mal, als er knapp 24 Stunden alt war. Ich sah ihn in den Kindergarten kommen, dann in die Schule. Ich erlebte ihn mit Scharlach, mit Windpocken und mit eingegipstem Arm.
Irgendwann in dieser Zeit passierte es.
Die Mutter war raus aus ihrem Job, kümmerte sich um 2 kleine Kinder und um das Haus und den Garten. Der Vater ging früh morgens zur Arbeit, wurde irgendwann Bereichsleiter, kam heim zum Abendessen, dann war für ihn Feierabend. Feierabend insofern: montags aktiv im Sportverein, mittwochs im Vorstand eines anderen Vereins, donnerstags politisch aktiv. Nach außen hin eine glückliche, fast schon perfekte, Familie. Nach außen hin.

Dann verliebte er sich neu - und ging.

Ich verstehe ihre Wutausbrüche, die verzweifelten Szenen der Eifersucht, die grenzenlose Enttäuschung und die Verletzung ihrer selbst. Ich verstehe auch, wie sie kämpft um Gerechtigkeit, jeden Euro. Das Haus wird verkauft, die Bank hält die Hände auf. Er lebt heute bei seiner neuen Liebe in einem schönen Haus, sie in einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung.
Anonyme Anrufe bei Nacht, Beleidigungen, zermürbende Gerichtstermine, Hilflosigkeit, das ganze Rosenkrieg-Repertoire folgt.
Sie fühlt sich übervorteilt, er - fühlt sich ausgenommen.
Es geht nicht nur um Geld. Sie streiten um Zuständigkeiten,  Entscheidungsgewalt, und sie streiten um Kaisers Bart.

Diese ganzen Emotionen sind nachvollziehbar, sind ja auch verständlich. Aber dem Jungen seinen Vater, SEINEN PAPA, nun als Erzeuger zu präsentieren, ist dumm!
Man Frau, du hast seinen Vater mal geliebt, du hast S. mit ihm gemeinsam gezeugt, du hast mit ihm geschlafen, du hattest leidenschaftlichen Sex mit ihm, ihr habt miteinander gekuschelt und euch geliebt. Ihr wolltet beide dieses Kind!
Es ist unfair, S. heute einreden zu wollen, sein Vater wäre nicht an ihm interessiert! Herrgottnochmal, mach die Augen auf: er ist ANDERS an ihm interessiert, als du willst. Er ist der Vater, du die Mutter. Er MUSS anders handeln und sein Augenmerk auf andere Dinge legen. Versuche doch das Positive in allem Wirrwarr zu sehen.
Genieße doch deine neugewonnene freie Zeit, wenn S. bei seinem Vater ist, statt eifersüchtig diese andere Frau zu beäugen. Auch wenn sie miteinander unternehmen, was du nicht machen würdest oder nicht machen kannst. S. hat wache Augen, er wird seinem Vater sagen, was ihm nicht gefällt. Wenn nicht heute, dann in einem Jahr. Kinder werden größer und - nehmen sehr bewusst wahr. Eines Tages wird er selbst entscheiden, ob er von seinem Vater spricht, oder von seinem Erzeuger. Aber bis dahin, lass ihm seinen Vater und Papa! Zerstör das doch nicht, er liebt ihn, auch wenn er dich nicht mehr liebt! Und niemand ist perfekt! Kein Vater - aber auch keine Mutter!
Wenn du mit deinem "Schicksal" nicht klar kommst, ist das bedauerlich und traurig, dann mach das aber bitteschön mit deinem Mann aus - und nicht mit dem Vater. Und schon gar nicht über euer Kind. Ein Kind ist keine Waffe.

30.04.2012 um 11:21 Uhr

Ich experimentiere ganz gern herum...

von: wbidi

...und probiere gerne Neues aus.
Wenn ich jedoch mittels einer Suchmaschine neue Rezeptideen suche und für Spargelsalat 55, 195 oder gar 365 Rezeptvorschläge angezeigt bekomme, ist das s.c.h.i.t.!
Bis man sich da durchgelesen hat, ist die Spargelsaison nämlich vorbei.


28.04.2012 um 10:22 Uhr

Wer den Weg nicht kennt...

von: wbidi

 

 

 

Da geht's lang!

 

 

 

09.04.2012 um 10:37 Uhr

Mist !

von: wbidi

Ahhhhhhh.... endlich, jetzt endlich hab ich den Sinn mit dem Un verstanden.

Cool, okay, alsoooo, Ostersonntag, 8. April, ich stehe auf um 8.38 Uhr MEZ. Körpertemperatur 36,7 Grad C, gemessen mit Fieberthermometer neuester Technik, 5,98 Euro, Apotheke im Zentrum. Kaffee getrunken, Café Arabica, hergestellt mit ortsüblichem Leitungswasser, viel Crema, getrunken aus blauer Tasse, nicht zu groß, ohne Zusatz von Milch, dafür Zucker, genauer gesagt: 2 TL Zucker, Haushaltszucker, Kilopreis 2,09 Euro.
Heißgetränk dabei laut geschlürft, da außer mir niemand zu Hause, Kind A. bei der Großmutter väterlicherseits, Kind B bei Freundin, das ist praktisch, das erspart Diskussionen ums Aufstehen, ums Frühstück, ums Taschengeld.
Mein Partner, Mann, Freund, Lebensabschnittsgefährte, Schatz, Hasi, Schnucki, Möppel, wie auch immer, hm... wie hieß er noch gleich, bevor ich ihm seine amtliche Namenskennung, seinen persönlichen Namen, nahm...hm...?  Ahhhhh Paul. Es ist Paul. Der ist Schiiifahrn, oder auf Malle, oder wars die Fahradtour? Egal. Dafür, dass er mein Schatz ist, darf er machen was er will, solange er seine Schwester nichts ins Spiel, äh Leben, bringt. Ich lieeeeebe ihn ja so sehr. Ich tu alles was er will, solange er will, was ich will. Körpertemperatur inzwischen auf 36,9 Grad. Huch! Ob ich da schon eingreifen soll? Ein Tee? Eine Pille? Schreck lass nach, was tu ich jetzt? Danach, 2. Zähneputzen, Duschen, Haere waschen, abtrocknen, jaja, Toilette und so. *hüstel* (wieso schreibt da nie einer was drüber?), dann die Kleiderfrage: ich kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön bunt hier...
Ich werde Liebling anrufen und fragen, ob ich besser Teil A oder B tragen soll, während ich sehnsüchtig auf ihn warte, hach, was liebe ich ihn, lalalalaa ich singe und hüpfe und lasse ihn entscheiden. Anm.: Mutter bei nächster Gelegenheit sagen, es war völlig unnötig mir Selbstständigkeit bei- und modisches Zartgefühl nahezubringen, das übernahm nämlich Hasi. Hach, Schatz, Hasi, Möppel, ach, wie hieß er denn gleich nochmal.
10.20 Uhr telefoniert mit Halbschatz A.
11.00 Mail beantwortet von Nichtschatz F., er berichtet von Lichtbögen über ihm, bunt, weiß, schön, er umarmt Bäume, küsst Blumen, (sein Gesicht im Lachen festgefroren, sehe ich ihn vor mir) es ist alles so geordnet und geregelt, sagt er, das Leben ist so gut und fair zu ihm und uns, wir müssen es nur sehen wollen. Die junge Frau, bissel sterbende Frau, von nebenan, den Mann von gegenüber, der die Familie mit 3 Kindern verlassen hat und Herrn Y., seit 3 Jahren arbeitslos, sieht er als Herausforderung.
11.15 Essen gekocht, (Rezept folgt), Küche dabei versaut
12.15 Mittag gegessen, allein, da Paul, Kind A und B noch immer s. oben
Schmutziges Geschirr in ca. 59° C heissem Wasser abgespült, dabei die Finger verbrannt. Festgestellt, sobald Kinder in einem Haushalt leben, ist Pflaster reduziert bzw. unauffindbar. Verbrennungsgrad Stufe 1., ich habe Schmerzen. Kein Fieber. Schmutzreste entfernt. Dabei geflucht.
13.00 Uhr Winterjacke angezogen, Stiefeletten angezogen, Schal rumgeschlungen, das Haus verlassen, frische Luft geschnappt. 1 Stunde 36 Minuten lang. Währenddessen 2x geniest. Papiertaschentuch (Marke: teuer!) benutzt
14.36 Uhr das Haus wieder betreten, Stiefeletten ausgezogen, Schal abgeschlungen, Winterjacke ausgezogen, Benutztes Papiertaschentuch von unterwegs in den Müll geworfen.
14.42 Uhr Computer gestartet, blog aufgerufen, begonnen zu tippen, es klingelt an der Türe... ich muss unterbrechen, bedauerlich.

Mist.

03.04.2012 um 17:46 Uhr

Gedankenaustausch

von: wbidi

 

Es ist schwierig, Gegebenheiten zurechtzurücken, wenn sie völlig anders aussehn, als sie sind. Wie soll das auch gehn? Du fühlst nicht wie ich, ich nicht wie du, er nicht wie sie und sie nicht wie er. Oder doch? Wie soll man das wissen?
Selbst wenn Gedanken, Träume oder Emotionen noch so treffend beschrieben werden, woher will ich denn wissen, was ein anderer fühlt? Und ein andrer, was ich fühle? Deine Haut ist nicht meine, mein Herz nicht deins. Zu viel Raum für Interpretation.
Dabei wäre es so einfach. Es würde so viele Fragen beantworten, Missverständnisse im Keim ersticken, Eifersucht verhindern, Ängste auflösen, Licht in die Dunkelheit bringen.
Wenn ich DICH fühlen lassen könnte, was ICH fühle, bräuchte es keine Worte des Erklärens oder der Rechtfertigung.
Du wüsstest genau wie ich mich fühle, mit meinem Schmerz, meiner Sehnsucht und all meiner Freude. Du würdest mich anschaun, mit einem Lächeln - und verstehn.
 
 

25.03.2012 um 21:27 Uhr

wie töricht

von: wbidi

 
Obwohl ich genau weiß, dass ich es nicht kann, versuch ich mich immer wieder vom Gegenteil zu überzeugen...
 

22.03.2012 um 20:04 Uhr

vergleichsweise ... still

von: wbidi

 
Meist verkriechen sich Hunde, um ungestört ihre Wunden lecken zu können.

Der Mensch ist dem Hund manchmal sehr ähnlich.