what a wild world...

27.09.2010 um 01:49 Uhr

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von: RedSun   Kategorie: astoundingly lyrical

Stimmung: verlassen


Step one you say we need to talk
He walks you say sit down it's just a talk
He smiles politely back at you
You stare politely right on through
Some sort of window to your right
As he goes left and you stay right
Between the lines of fear and blame
And you begin to wonder why you came

Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life

Let him know that you know best
Cause after all you do know best
Try to slip past his defense
Without granting innocence
Lay down a list of what is wrong
The things you've told him all along
And pray to God, he hears you

And pray to God, he hears you

Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life

As he begins to raise his voice
You lower yours and grant him one last choice
Drive until you lose the road
Or break with the ones you've followed
He will do one of two things
He will admit to everything
Or he'll say he's just not the same
And you begin to wonder why you came


Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life

Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life

How to save a life

How to save a life

Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life

Where did I go wrong, I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life
How to save a life

How to save a life

14.09.2010 um 04:16 Uhr

Was ich mich nie trauen würde, ihm zu sagen.

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Stimmung: Mein Freund ist ein blöder Hund.
Musik: Righteous Brothers - Unchained Melody

Ganz an Anfang, als das mit uns losging und du grad für eine Woche in Saalfeld warst, war ich mit John unterwegs und hab ihn gefragt, worauf ich bei dir aufpassen sollte. Eines der Dinge war, dass ich dich nicht als selbstverständlich betrachten solle, oder dir das Gefühl geben, dass ich es tue.
Ich glaube, ich habe das ganz gut geschafft.
Das Problem ist - was mir in der letzten Zeit klar geworden ist- ich habe das Gefühl, dass es genau andersrum der Fall ist.
Ich habe das Gefühl, dass du es als selbstverständlich betrachtest, dass ich zu den unmöglichsten Zeiten noch zu dir gefahren bin, jedes Mal 20 Minuten oder mehr und am Ende saß ich dann doch wieder mit Leuten von dir rum und du warst besoffen und ich dachte "Hey, nächstes Mal wird das schon anders, nimmst du ihm jetzt noch mal nicht übel".
Dass ich allen möglichen Kram - und so ziemlich all meine Freunde- beiseite geschoben habe, damit wir uns sehen können.
Dass ich nicht einfach meine scheiß Sachen genommen hab und gegangen bin, als du mich am verfickten letzten Tag fast 4 Stunden hast warten lassen und ich bei dir saß und dich so doll klatschen wollte, dass ich vor Wut geheult hab; Alter, das waren UNSERE letzten Stunden und du gehst Fußball gucken! Weil du dich bei den 2 Abschiedspartys an den Tagen davor ja nicht genug verabschiedet hast! Weil's ja derbe nicht fraglich ist, ob es mit uns jemals wieder so wird!
Und dass du es offensichtlich als selbstverständlich siehst, dass ich mir sonst wie den Arsch aufreiße und jeden Tag arbeite und den monatelang geplanten Urlaub mit Ina, das dumme Piercing das ich seit Jahren will und meinen Führerschein jetzt sowas von geknickt hab, nur um irgendwie das Geld zusammenzukriegen, damit ich dich besuchen kann, weil ich dich verdammt noch mal liebe, ich hab das Gefühl, das bedeutet für dich so gar nichts, und weißt du, all das sind auch echt Sachen, die echt nicht jedes Mädchen machen würde, und die ich nicht für jeden machen würde. Und ich weiß dass das alles in Australien grad für dich derbe heftig sein muss und du da mehr als genug anderen Kram im Kopf hast, aber weißt du, du hast halt trotzdem noch n Leben in Hamburg das du hier zurückgelassen hast, und mir geht es übertrieben beschissen wegen der ganzen Nummer, und wenn ich dir irgendwo überhaupt was bedeute, wäre es ganz wunderbar, wenn du für ein paar Minuten nochmal umdenken und dich damit befassen würdest, denn ansonsten war es das.

 

(Der letzte Satz ist eine Lüge. Ich würde es niemals fertig bringen, ihn abzuschießen.)

27.08.2010 um 01:22 Uhr

Fick dich, Australien. Fick dich.

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Scheiße. Scheiße, bin ich verliebt.
Mein Freund hat mich seit dem letzten Eintrag nicht verlassen, er ist irrsinnig toll und liebevoll und ich komme kaum darüber weg, wie umwerfend ich ihn finde. Dass ich die Augen nicht von ihm nehmen kann und jede kleine Regung in seinem Gesicht und jedes Lächeln und jedes Wort aufnehmen und abspeichern und wissen will und jede Sekunde, Minute, Stunde bei ihm in seinen Armen sein will.
Einerseits.
Dann gibt es die Momente, wenn wir verabredet sind und sein Handy aus ist. Oder er schläft. Nicht erreichbar, ich halte mir frei und denke, der wird sich schon melden, dann krieg ich um 20 Uhr einen verschlafenen Anruf, "Sorry, musste noch Kater ausschlafen", und nein, er hat noch Kopfweh und morgen Frühschicht und das geht heute nicht mehr. Da bin ich schon wieder innerlich auf 180. Er hält seine Versprechen, aber sonst nichts. Und dann könnt ich kotzen vor Enttäuschung und Wut - und das gar nicht mal so grundlos. Er geht in 9 Tagen nach Australien. Für rund 9 Monate. Wir sind dann nicht einmal ganz 2 Monate zusammen. Für die Zeit werden wir uns vorübergehend trennen und gucken, wie es weiter geht. Trotzdem benimmt er sich so, als wäre nichts, und wenn ich weinen muss, streichelt er mir über die Wange und küsst mich und guckt doof. Und sagt, ich soll mir keinen Kopf machen.
Und wie soll ich mir denn keinen Kopf machen, wenn der Idiot so tut, als ob wir alle Zeit der Welt hätten?
Da ich in Liebesdingen einen bemerkenswerten Pessimismus/Realismus entwickelt habe, bin ich mir fast sicher, dass es unsere letzten gemeinsamen 9 Tage sind. Und dann soll ich nicht heulen bei dem Gedanken, dass das eine Mal, wo beide tierisch verknallt und ordentlich verrückt nacheinander sind und wo so gut wie alles passt, einfach mal 15.000 km dazwischen kommen? Scheiße, ey!

20.07.2010 um 04:12 Uhr

Hallo, Herr Psychiater...

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus   Stichwörter: Liebeskummer, Verlustangst, Dummheit

Stimmung: Medium
Musik: Stromae - Alors on danse

Es folgt ein viel zu lang ausgearteter Seelen-Striptease...


Ich habe zwei sehr große Probleme, die zusammenhängen, und mein Leben im Moment sehr belasten.
Ich wirke unheimlich selbstbewusst auf neue Menschen, dieses Bild hält sich wohl auch meist ziemlich lange, einzig meine besten Freunde wissen, dass ich sehr oft riesige Selbstzweifel habe, andere für besser halte (witziger, talentierter, liebenswerter) und in vielen Situationen deswegen aufgebe, bevor ich etwas versucht habe (habe mich an Schauspielschulen beworben und die Vorsprechen dann am Ende doch nicht wahrgenommen, aus Angst, schlecht zu sein, dasselbe bei der Bewerbung für ein Kunststudium mit der Mappe). Mein ganzes Selbstbewusstsein und meine gute Ausstrahlung kommen einzig von (zumeist männlicher) Bestätigung, Komplimenten etc.
Mir wird sehr oft gesagt dass ich sehr hübsch bin und ein tolles Mädchen, ich finde beim feiern gehen sehr schnell Männer, die mir Drinks spendieren und mit denen ich rumknutsche, und mit meinem Aussehen bin ich meistens auch zufrieden, aber was meinen Charakter angeht, bin ich sehr unglücklich und hoffe ständig, dass niemand merkt, dass ich eigentlich ein völlig unangenehmer Mensch bin.  
Ich hatte Anfang des Jahres einen One-Night-Stand, in den ich mich verliebte, er hat jedoch eine Freundin und am Ende wurde nichts aus uns. Um mich darüber hinwegzutrösten, fing ich eine Affäre mit einem Arbeitskollegen an, mit dem es einen Monat lang auch sehr schön war, dummerweise war es so schön, dass ich mich in ihn verknallte. Ich bin ein sehr gutgläubiger Mensch und habe ihm mehr oder weniger vertraut, am Ende ging er mir jedoch nur noch aus dem Weg, ignorierte meine Gesprächsversuche und später erfuhr ich, dass er die ganze Zeit noch mit seine Exfreundin geschlafen und uns beide belogen hatte.
Vor allem bei meinem Arbeitskollegen hatte ich unglaubliche Verlustängste und war ich 2-3 Wochn lang nur am heulen, konnte weder meinen Abiball noch das Hurricane Festival mit meiner besten Freundin genießen und fühlte mich hundeelend und allein.
Inzwischen bin ich über ihn hinweg, da ich mehr oder weniger durch Zufall jemanden kennen gelernt habe. Ich wollte eigentlich meine Ruhe haben, doch dann haben wir ein paar sehr lustige Abende verbracht, rumgeknutscht und ich fange an, ihn sehr zu mögen. Er wusste von Anfang an, dass ich gerade sehr verletzt wurde, er hatte bislang noch keine Beziehung und ist auch kein unkomplizierter Mensch. Wir sind beide gerade an dem Punkt angelangt, wo wir uns eine feste Beziehung wünschen.
Er hat vorgeschlagen, mit dem Sex zu warten, was ich angesichts meiner letzten 2 Erfahrungen liebend gerne tue, und ich wünsche mir sehr, ihn kennen zu lernen. Ich habe schon häufiger bei ihm geschlafen, jedoch ohne große sexuelle Kontakte (einmal ging es etwas weiter als kuscheln, aber nicht viel), wir sind nur nebeneinander eingeschlafen und ich fühle mich bei ihm extrem wohl.
Da kommt jedoch mein anderes Problem hinzu. Ich vermute, weil mein Selbstbewusstsein nur über Oberflächlichkeiten herrührt, habe ich so große Verlustängste wie kaum zuvor.
Obwohl ich weiß, dass er mich sehr gern hat (er hat einer Freundin erzählt, dass ich immer die einzige in der Agentur war, die er wollte, sein bester Freund hat mir versichert, dass er mich mögen muss, da er sonst nie Beziehungen hat/will und auch wegen der Art, wie er mit mir spricht etc) und unheimlich lieb zu mir ist, wenn wir uns sehen, könnte ich schon wieder durchdrehen vor lauter Angst, dass ich ihn verlieren könnte. Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, habe ich betrunken einer Bekannten ausgeplaudert, dass wir noch keinen Sex hatten und wie weit es ging, was er mitbekam. Daraufhin meinte er - ebenfalls ziemlich betrunken - dass er nicht wisse, ob er mir das verzeihen könne und dass er es absolut hasst, wenn Leute derart intimes weitererzählen. Ich habe an dem Abend sehr angefangen zu weinen und auf dem Nachhauseweg zu ihm sind wir nur schweigend nebeneinander hergegangen, bis er irgendwann anhielt, mich küsste und im Arm hielt. Kurz vorm einschlafen fragte ich ihn, ob wir uns denn noch lieb hätten, worauf ich ein bejahendes Murmeln bekam und beruhigt einschlafen konnte. Am nächsten Tag war alles wieder einigermaßen in Butter. Jetzt ist er aber für eine Woche weggefahren, seine Großmutter besuchen, bis zum nächsten Wochenende, und wir haben nur sporadisch Kontakt. Ich habe vorgestern bei seinem besten Freund übernachtet und am nächsten Morgen rief er ihn an und wollte mich dann sprechen und wir haben eine Weile telefoniert, ansonsten schreiben wir am Tag vielleicht eine SMS und schnacken bei Facebook, wo ich jedoch schon wieder was Dummes gemacht hab, ich hab ihm erzählt, dass ich völlig blau mit hilflos-Masche 5 Euro auf der Straße erschnorrt habe, worauf er mit "Aha, find ich jetzt nicht soooo lustig, mach das mal nicht in meiner Gegenwart" reagierte. Danach war das Gespräch ziemlich erlahmt und ich hatte schon wieder das Gefühl, mich drauf einstellen zu können, dass er mich nicht mehr will. Ich versuche, mir zu sagen, dass das Schwachsinn ist, aber die letzten Male, wo ich solche Ängste hatte, wurden sie eben bestätigt, und vor allem das letzte Mal war ein derart großer Vertrauensbruch für mich, dass ich mein Misstrauen und die Angst nur schwer zügeln kann. Dummerweise steigere ich mich durch die Angst, ihn zu verlieren, auch noch weiter in meine Gefühle für ihn hinein, die eigentlich bislang nur eine große Schwärmerei sind, aber ich habe eben diese dumme Macke, dass ich auf Ablehnung nur mit noch mehr Zuneigung reagiere. Andererseits will ich auch nicht klammern und versuche, ihm den Freiraum zu lassen, dass er sich von selbst meldet. Aber es fällt mir so unheimlich schwer.
Ich möchte einfach nicht mehr allein sein, und von unserer Art her passen wir großartig zusammen, sein bester Freund (der ihm sehr ähnlich ist) und mit dem ich mich sehr gut verstehe und ab und zu abends weggehe, kam aus der Begeisterung über mich kaum noch heraus ("Derbe geil, dass K. endlich so eine korrekte Freundin hat" etc.) und er hat mir versichert, dass K. mich sicher mag, aber ich weiß einfach nicht, wie schnell diese Zuneigung verfliegen kann, wenn wir uns nicht sehen, und nicht viel reden, und wenn ich ihm dann auch noch so dumme Gründe gebe, mich nicht zu mögen...
Und ich will einfach nicht wieder alleine da stehen.

Ganz lesen wird das sicherlich zwar niemand, aber es tut gut, es sich von der Seele zu schreiben... :)

09.02.2010 um 18:24 Uhr

So leicht lässt sich die Laune verhaun

von: RedSun

Grr. Gerade noch schnell einkaufen gewesen und auf dem Weg eine volle Schachtel Zigaretten verloren. Das ist so unnötig.

24.01.2010 um 19:34 Uhr

Helft Haiti.

Dieser Blog erreicht zwar vermutlich kaum mehr als ein, zwei Personen im Monat, dennoch will ich alle, die dies lesen, dazu auffordern, den Menschen in Haiti zu helfen. Man muss dafür ja nicht mal vom Computer aufstehen, und ein oder zwei Euro hat man in der Regel ja immer zur Verfügung.

Straßenkinderhilfe Haiti

Welthungerhilfe

Misereor

Plan Deutschland

DRK

 

Ein focus.de-Artikel über effektives Spenden

04.01.2010 um 09:24 Uhr

Punk ist tot.

von: RedSun   Kategorie: Randomist

Es gibt den sehr melodramatischen Spruch "Punk died when the first kiddie screamed PUNKS NOT DEAD". Den habe ich sehr gerne mitgebrüllt, als ich mit 13 meinen frisch geschnittenen Iro zur Schau trug.
Ich war selbst das, was die ärzte freundlich als "Bravopunk" bezeichnen- aus wohlbehütetem Hause, aus ner versnobten Gegend und in 60 Euro teuren Bondagehosen durch die Gegend gehüpft. Aber was ich damals für mich als Punk verstand, sehe ich heute auch noch so. Punk ist Rebellion und Freiheit und der Wille, für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen.
Damals hatte ich eine gute Freundin, mit der ich zusammen mein Punksein zelebrierte. Sie war von uns beiden diejenige, die mit Magersucht, drogenabhängigen Freunden und einem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter zu kämpfen hatte - was alles Probleme waren, die sie sich selbst eingebrockt hatte (ich kannte ihre Mutter und jeder außer meiner Freundin selbst merkte sofort, wie sehr ihre Mutter sich um sie sorgte und vergeblich bemühte).

Sie lebte damals in Frankfurt, ich in Hamburg, und wir trafen uns insgesamt drei Mal, wobei sie jedes Mal ein wenig abgefuckter wurde.
Inzwischen ist sie 18, lebt mit ihrem Verlobten in Darmstadt, hat die Schule zum zweiten oder dritten Mal geschmissen und verbringt ihren Tag in der Fußgängerzone. Auf die Frage, was sie denn sonst noch in ihrem Leben treibe, entgegnete sie mir freudestrahlend: "Nix!"

Und obwohl sie und ihre Homies sich mit stolzgeschwellter Brust als die größten Punks schlechthin verstehen, sind sie für mich einfach ein Beweis dafür, dass Punk tatsächlich tot ist.

Was meine Freundin und ihre Leute tun, ist nicht anderes als rumhängen, sich besaufen und dem Rest der Welt zeigen, dass sie genau so drauf sind, wie sie aussehen. Sie haben keinen Wunsch nach Veränderung, sie haben kein Interesse daran, was Politiker über unseren Köpfen entscheiden, sie leben fröhlich wie die versoffenen Maden im Speck und feiern ihre eigene Trägheit.

Das, wofür Punk einmal stand, findet sich inzwischen ganz woanders. Sehr stark sehe ich es in den Texten des Poetry Slammers Andy Strauß. Seine Texte sind aufrüttelnd und provokant, ohne sinnlos zu schockieren. Man fühlt sich häufiger mal ertappt, wenn man ihm zuhört, und dennoch will man immer mehr hören, weil er einfach eine herrliche Komik mit sich bringt. Ein Text von ihm heißt "Steh auf für mich". Darin beklagt sich Andy über die Menschens, die sich, mangels des Bedürfnisses, ihre eigene Meinung zu bilden und mitzuteilen, nicht gegen den Überwachungsstaat wehren (wollen).  Viele seiner Texte haben einen rebellionshungrigen Charakter, was aber immer nachvollziehbar bleibt und nicht dem stumpfen Drang, einfach gegen etwas zu sein, gleichkommt.
Deshalb ist Andy Strauß für mich ein weitaus "echterer" Punk als sämtliche Straßengammler Darmstadts. Er hat noch was zu sagen. Und zwar mehr als "Haste ma'n Euro".

09.11.2009 um 22:18 Uhr

I'll carry you home.

von: RedSun   Kategorie: Hallo Papa

Und nach langer Zeit schreibe ich wieder.

Ich vermisse ihn so. Nicht immer, aber dann überlege ich mir, was wäre, wenn ich eine Zeitmaschine hätte. Einfach ins Arbeitszimmer stürmen und ihm um den Hals fallen. Meinen Papa. Wie er immer im Arbeitszimmer saß und jederzeit hätte ich es machen können, jeden Tag hätte ich die Gelegenheit gehabt, ihn in den Arm zu nehmen, wenn ich nach hause kam. Hab's nie getan.

Wie gerne hätte ich eine Zeitmaschine.

Und dann google ich seinen Namen und stolpere über Bilder von Websites, in denen beiläufig ein "...bis er völlig überraschend im Mai 2008 verstarb" oder ein "in memoriam" und es schmeißt mich völlig um.

Die Wohnung ist nach anderthalb Jahren so unglaublich weit weg von dem, was Papa damals bewohnt hat. Ich weiß, dass er jeden Morgen in die Küche geschlappt kam und ich weiß, wie es klang und wie sich diese schläfrige Atmosphäre angefühlt hat. Aber das kann nicht die Küche sein, in der ich jetzt sitze und um ihn weine. Es kommt mir so banal vor. Immer noch derselbe Ort, halt ohne ihn.

Und ich vermisse ihn viel zu selten. Wie immer. 

13.05.2009 um 16:34 Uhr

An die Hamburger hier ^^

von: RedSun   Kategorie: Randomist

Im Juni probier' ich mich beim "Slam the Pony"-Poetry Slam im Haus 73... Genaues Datum gerade vergessen, kommt noch nach xD

12.02.2009 um 16:59 Uhr

Eine Analyse

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Stimmung: Verärgert
Musik: Icke & Er - Keen Hawaii

Warum quält es mich so, dass Jacob den Kontakt abgebrochen hat?
Ich kannte ihn erst seit zwei Monaten, ziemlich knapp sogar nur, Ende November lernte ich ihn kennen und Mitte/Ende Januar wollte er nichts mehr mit mir zu tun haben.
Ich hab ihm so vertraut, diesem Deppen, und das, obwohl ich es besser wissen sollte.
Ich kannte ihn so kurz und obwohl ich mit ihm sehr viel redete, war das zwischen uns irgendwie so offensichtlich sexuell, auch wenn wir erst im Januar tatsächlich miteinander schliefen.
Aber so blind habe ich ihm ja wohl doch nicht vertraut, sonst hätte ich nicht ständig hinterfragt, warum er wenig Zeit hatte. Oder hab ich mir selber nicht vertraut? Jedenfalls hab ich mir mit meiner Unsicherheit im Endeffekt selbst mein Grab geschaufelt.
Aber ich bemühe mich, mir nicht selbst die Schuld zu geben. Ich vermute, dass Jacob im Moment nervlich ziemlich unten ist. Wenn es seiner Mutter schlecht geht und er so viel arbeitet bzw. im Praktikum mit seinen Dementen zu kämpfen hat, kann das sicherlich aufs Gemüt schlagen. Damals, als ich so eine Riesenwut auf Mimi hatte, brauchte ich selber auch eine Weile, bis ich merkte, dass ich mir einfach einen Sündenbock für meinen ganzen Frust gesucht hatte, und sie nichts dafür konnte.
Aber wir waren Kinder und unsere Mütter, bzw. ihre Tante und meine Mutter kümmerten sich darum, dass wir beide ein Gespräch darüber hatten und sich der ganze Mist auflöste.
Nur Jacob ist erwachsen, ebenso wie ich, und da ist keiner mehr, der ihn zwingen könnte, mir Auge in Auge zu sagen, was los ist.
Deshalb hoffe ich so ein bisschen auf Folgendes: Nämlich, dass er irgendwann, wenn er nicht mehr so im Stress ist, anfängt, darüber nachzudenken. Denn bis zur Woche vor der letzten Mail verstanden wir uns ja wirklich prima, und meine zeitkostende Art störte ihn bis dato auch nicht. Ich kann nicht einschätzen, wie selbstreflektierend Jacob ist und ob er seinen Standpunkt ändern würde, wenn er von der ganzen Sache Abstand hat. Oder ob er nach wie vor überzeugt davon sein wird, dass seine Reaktion berechtigt war und ich ein nerviges Scheusal bin.

Ich kann es nur noch nicht so recht begreifen, dass diese verrückte, irgendwie lustig-semimoralische Freundschaft oder Bekanntschaft oder was auch immer so mit einem Schlag kaputt gemacht wurde, nur weil er nicht sagen konnte, was ihn stört.

10.02.2009 um 22:27 Uhr

Hagen Rether: Mensch (Ja sicher tut dat gleichmäßig weh.)

von: RedSun   Kategorie: astoundingly lyrical

Denn der Mensch heißt Mensch,
weil er vergisst, was er erzählt,
weil er Faxe schickt, telefoniert und sich verwählt
Weil er Korinthen kackt, hey!, und weil er Erbsen zählt
Und der Mensch heißt Mensch, weil er nicht hält was er verspricht

Und der Meeensch ist Mensch
weil er hustet wenn er raucht, weil er trinkt und dann erbricht…
Und der Mensch heißt Mensch, weil er liebt, was er gern quält,
weil er Äpfel einfach isst, hey!, aber Pampelmusen schält
Weil er alles frisst, was nicht bei drei auf den Bäumen ist,
Weil er furzt, weil er sonst schwebt,
Weil der Refrain sonst keiner ist
Weil er schmatzt, wenn er isst, hey!, du fehlst.

 

Ich mag Hagen Rether. Fröhlich

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=8D_DzP2L5-w

04.02.2009 um 22:42 Uhr

Dreckszeit

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Stimmung: kaputt

Alles läuft schief, dabei ist nach außen hin alles völlig okay, nur zwischenmenschlich hänge ich im Moment total unten. Ich bin total nah am Wasser gebaut und ich bin von allem und jedem ständig genervt, aber reden kann ich darüber auch nicht, und will ich nicht, weil das vielleicht alles nur schlimmer macht. Und jetzt hat der Kumpel von mir, mit dem ich versehentlich im Bett war, mir gesagt, dass er nicht weiter das Bedürfnis und die Zeit hat, sich mit mir zu unterhalten.
Das tut weh. Das tut nicht gut. Und das nagt von innen durch alles durch.

02.02.2009 um 16:44 Uhr

Was ist Oberflächlichkeit?

von: RedSun

Stimmung: Froh und munter :)
Musik: Scouting For Girls

Oberflächlich ist in meinen Augen, wenn sich alles immer nur um Dinge wie Aussehen, Sex, Feiern, Fernsehserien und so weiter dreht.
Wenn man sich mehr Gedanken darum macht, dass man einen Pickel am Kinn hat und ob der süße Typi von Gegenüber das wohl schlimm findet, als um die Tatsache, dass man sterben wird und darum, dass man geboren wurde, und was man mit dem bisschen Zeit, das man hat, anstellt!
Oberflächlich ist, immer nur im hier und jetzt an der Hülle des lustigen Alltages zu kratzen, und nie einen Schritt weiter zu machen und zu überlegen, was sein wird, wenn der jetzige Impuls vorüber ist und der Moment kommt, an dem mal wirklich nicht mehr alles Ficken und Pommes ist.
Damit meine ich aber nicht Schwarzseherei oder totale Vergeistigung, sondern einfach die Fähigkeit, sich für andere Dinge interessieren zu können als Makeup und Kate Moss.
Es gibt so unendlich viel schlimmere Dinge als Liebeskummer, Akne oder eine Fünf in Mathe. Und es gibt noch viel mehr, was wichtiger ist als Party machen, den neuen iPod, Vodka und dieses süße Versace-Kleid, und es tut mir wirklich weh,
wenn ich Mädchen sehe, deren Leben sich nur um ihren Freund dreht, oder um das nächste Wochenende, und wenn ich dann sehe, wie solche Mädchen sich wegen Liebeskummer oder schlechten Noten dann z.B. die Arme aufschneiden und damit hausieren gehen, dann wünsche ich ihnen fast, sie sollten probeweise einmal ausprobieren, wie es ist, seinen Vater zu verlieren - denn das war bei mir zumindest der Auslöser, dass ich das oben beschriebene Gehabe zu großen Stücken ablegen konnte.

 


Kommentare sind hier ausdrücklich erwünscht - was denkt ihr darüber? Was ist oberflächlich?

28.01.2009 um 21:00 Uhr

Die Ewigkeit eines Gedankens

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Musik: aequitaS feat. Lumsi - Hallelujah

Heute während des Unterrichts entstanden.


"Ein Tag ist in Gedanken doch schon eine Ewigkeit. Gibt es etwas, das ich kenne, woran ich nicht wenigstens ein kurzes Mal am Tag denke? Gibt es Tage, an denen ich nicht an meinen Exfreund denke, oder Harry Potter, oder meine Grundschule? Ich weiß, dass ich z.B. gestern nicht an die Cousine meiner Mutter dachte, die in Australien lebt. Aber an fast jeden anderen Menschen - denken die Leute auch jeden Tag flüchtig mal an mich?
Alte Grundschulbekannte, oder meine Tante, oder ehemalige Freundinnen, die ich alle paar Monate mal wieder sehe?
Man kann in einer Sekunde so viel denken wie man nur in einer Minute oder mehr erzählen oder schreiben könnte. Träume, die einem wie stundenlange Abenteuer vorkommen, sind in Wirklichkeit die letzten Sekunden, bevor man aufwacht.
Wenn ich einen Tag lang nicht an jemanden denke, habe ich ihn für eine gedankliche Ewigkeit vergessen.
Und das ist etwas Endgültiges. Deshalb habe ich Angst davor, dass ich mal einen Tag lang nicht an meinen Vater denken könnte, denn das hieße, ich habe ihn vergessen oder überwunden oder verloren, jetzt auch noch in Gedanken.

Manchmal versuche ich, nicht an ihn zu denken, weil ich im Moment merke, dass es wieder zu sehr weh tut, aber ich merke auch, dass ich manchmal seine Stimme nicht mehr im Kopf habe, oder nur gesprochene Fetzen, aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie er wohl einen bestimmten Satz sagen würde, also, also, ich höre seine Stimme nicht mehr so ohne weiteres in meiner Vorstellung.
Ich will nicht an ihn denken, weil es mich wieder zurückreißt und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, ohne zu verdrängen.
Ich will aber auch nicht vergessen und sein Andenken besudeln, indem ich seinen Tod immer nur von mir weg- bzw. vor mir herschiebe, als wäre er nie passiert.

Ich gehe manchmal in meinen eigenen Gedanken verloren, weil ich so viele Türen verschlossen und Umwege gebaut habe, aber manchmal gehen die verschlossenen Türen einfach auf und drinnen ist das gesamte Chaos noch, das ich weggesperrt habe, und es ist unverändert und unberührt.
Deshalb gibt es da immer nur zwei Wege: Den Alltagsweg, in dem ich mit Musik in den Ohren an den Chaos-Räumen vorbeispaziere und offene Türen ohne hinzugucken wieder zumache, und es gibt den Weg, auf dem ich unvermittelt in eine offene Türe stolpere und alles nur entsetzt ansehe, ohne etwas zu verändern.

Ich glaube, ich habe nicht genug getrauert und geweint. Aber ich war noch nie zuvor in einer so unendlich tief zerstörenden Situation wie nun mit dem Tod meines Vaters, daher weiß ich nicht, ob mich die Trauer eines Tages einholen und auffressen könnte, oder ob sie irgendwann einfach abbauen und harmlos werden wird, bis ich sie ganz und gar vergesse. Ich weiß selbst nicht, was mir lieber wäre.
"

28.01.2009 um 18:36 Uhr

Heute

von: RedSun   Kategorie: Gefühlsmus

Heute habe ich geweint. Den ganzen Tag, nein, eher den ganzen letzten Monat hat es sich angestaut und jetzt kann ich überhaupt nicht mehr aufhören. Wegen Ben, wegen Papa, wegen Papa, wegen Papa... und wegen Max und der Schule und Jacob und Mama und Viviane und allem, was ich nicht sein kann, egal, wie sehr ich es versuche und egal wie sehr ich es mir wünsche.