Alles richtig gemacht...?
Ich kann es nicht mehr hören. Man muss Zivilcourage zeigen - wir (der Staat) sind ja mit anderen Dingen beschäftigt. Wir müssen Politiker schützen, euch überwachen, Kontrollgesetze verabschieden, Steuereinnahmen durch Verkehrskontrollen schaffen usw usf. Aber: Der tote Geschäftsmann hat doch alles richtig gemacht.... und pipapo.
Falsch! Der Mann hat nicht alles richtig gemacht - der Mann hat gegen die Grundregel aller Streetfighter verstoßen. Die Regel, die man immer beherzigen muss, wenn man sich auf der Straße in eine Auseinandersetzung einlässt.
ZEIGE DEM ASOZIALEN GESOCKS NIEMALS WO DU WOHNST! ÄNDERE FÜR MINDESTENS EINEN MOMENT DEINEN LEBENSABLAUF.
Bleibe in der Straßenbahn. Fahre weiter. Fahre zurück. Aber NIEMALS NIEMALS NIEMALS steige mit denen aus oder lasse es zu, dass sie dir folgen.
Das sie dich totschlagen ist ein tragischer Unfall. Was wahrscheinlicher ist: sie schlagen deine Scheiben ein, bedrohen deine Familie, zerkratzen dein Auto, bepinseln deinen Tempel... Die vielen kleinen üblen Dinge, die nicht in der Zeitung stehen. Über die nicht öffentlich gesprochen wird - die aber das Leben des couragierten Helfers fortan zur Hölle werden lassen können. Und die bei der Ermittlungsarbeit der Polizei zum allgegenwärtigen Schulterzucken führen. Täter nicht ermittelbar. Und überhaupt haben wir was anderes (wichtigeres) zu tun...
Wer Zivilcourage zeigt, sollte wissen (alternativ: überlegen) was er tut. Und wer A sagt MUSS auch B sagen. Wer nur A sagt - und B unterlässt, darf sich hinterher oftmals in ziemlich unschönen Situationen wiederfinden. In diesem Sinn: die Hilfe in der S-Bahn war die edle A-Geste - aber leider fehlte die anschliessende B-Konsequenz sein Verhalten zu ändern. Mein Beileid. Aber meine Wut gegenüber den "alles richtig gemacht" Dummmacher Statements unserer inzwischen weit lebens- und realitätsfernen Politiker!

unter einsatz seines lebens helfen ist schon sehr heroisch. ich finde zivilcourage ist hier mißbräuchlich verwendet.
(Eigentlich sogar im Gegenteil. Wenn die ganze Hartz IV Armee sich in Afghanistan umbringen lassen würde, würde es die Sozialkassen enorm entlasten. Daraus folgend müsste man sogar die Schläger von München härter bestrafen: sie haben ein wichtiges Mitglied der Gesellschaft umgebraucht. Einen Steuerzahler. Der arme Mann hat vermutlich in einem Jahr so viel an Steuern gezahlt, wie die Looser in ihrem ganzen Leben niemals zahlen werden. Die volkswirtschaftliche Tragödie dieser Straftat ist enorm. - und es sollte schnellstens ein Aufruf an die Zivilbevölkerung ergehen: Zivilcourage - ja bitte, aber nur für Leute ohne Arbeit und die sonst nicht von Volkswirtschaft wegen gebraucht werden. Alle anderen mit einem Steueraufkommen von > 10.000 Euro / p.a. haben sich von Gewaltausbrüchen aller Art möglichst entfernt zu halten. Das schliesst auch das Verbot der Teilnahme an Demos ein - siehe die Demo am Samstag in Berlin mit den etwas "dubios" reagierenden Polizisten.
Und wenn wir schon so weit sind: dann kommen wir zu einem alten Projekt von mir: Autokennzeichen farblich staffeln. Nach der Höhe der jährlichen Steuerzahlung. Selbiges gilt dann auch für die Verkehrsregeln, Bauregeln und für die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. Wenigzahler müssen langsam auf der rechten Spur bleiben - was die tun ist eh nicht wichtig. Vielzahler dürfen am linken Strassenrand ungebremst dahin brettern, Firmen ruinieren, Arbeitsplätze in den Müll managen und was sonst noch alles. Und wenn wir jetzt politische Vergünstigungen (ugs: Subventionen) an die Höhe der Einkommensteuerzahlungen des Vorjahres koppeln .... oh je, dann müssen wir uns fragen, ob wir noch über Fiktion oder schon Realität reden....?