Das Dilemma - oder Schiffe sind Mist
Das überaus Langweilige an diesem Politikgequake, der Wahlberichterstattung, den Interviews und TV Shows: Alles wissen es immer besser - aber keiner macht es.
Man stelle sich mal einen Ozeandampfer vor. So ein Mittelding zwischen Titanic und Segelschiff. Da wird jetzt die parlamentarische Demokratie eingeführt. In der Praxis heißt das: alle dürfen jetzt einmal im Jahr jemanden aus ihrer Mitte wählen, der Kapitän werden soll. Der Kapitän wählt sich dann seine Führungsoffiziere und darf ein Jahr weitgehend schalten und walten wie es ihm beliebt.Â
Der Mann kann sich auch erschiessen. Was an Wünschen und Begehrlichkeiten auf den einströmt.
Die Heizer finden alles gut - Hauptsache sie müssen in Zukunft nicht so viel Kohle in die Kessel scheffeln. Will heißen: "Lieber Kapitän - bitte die Maschinen schön langsam laufen lassen und viele Inseln mit langen Pausen anlaufen. Bitte auch mehr Segel setzen. Das ist gut für die Umwelt."
Die Köche sind etwas anders drauf. "Lieber Kapitän. Wir wählen dich - aber bitte nicht so viele Pausen in denen wir Essen für die Mannschaft kochen müssen. Am besten 22 Stunden Schichten - und erst dann gibt es wieder was zu Essen."
Die Matrosen haben eine andere Meinung: "Segel setzen ist Scheisse. Wir müssen mehr mit Maschinenkraft fahren. Und überhaupt: in den Masten ist es rutschig. Wir fordern neue Haltegurte auf allen Masten. Und niemand darf länger als 1 Stunde auf dem Mast sein. Das ist zu gefährlich und anstrengend."
Sie bekommen Unterstützung von den Segelmachern. "Wenn wir Sägel nähen müssen, schmerzt das unsere Finger. Also weniger segeln - oder die Segel bitte in Fernost einkaufen. Dort werden sie von Kinderhand gemacht. Die können das besser nähen."
Dann gibt es noch die Funkkabine. "Bitte Gesetz machen. Keine langen Funksprüche, die wir absetzen müssen. Am besten ihr fasst euch kurz - und außerdem: wir nehmen Funksprüche nur noch Dienstags und Donnerstags in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr an. In der Zeit dazwischen müssen wir ja das neue Morsealphabet lernen und sind vollends mit der Verwaltung und Pflege der Funkgeräte ausgelastet."
Auch die Stewards wollen Erwähnung finden. Die für die zahlenden Gäste. "Wir dürfen nicht so viel Passagiere mitnehmen. Das macht zu viel Arbeit. Am besten nicht mehr als einen Gast pro Steward. Dann können wir uns optimal um unsere Passagiere kümmern - auch wenn die dann ein paar D-Mark mehr zahlen müssen."
Nicht vergessen, die Schiffsjungen. Sozusagen die Hartz IV Belegschaft unseres Dampfers. "Arbeit ist Scheisse. Wir fordern ein Grundgehalt, ohne dass wir was leisten müssen."
So weit so gut. Das Dilemma des Kapitäns und seiner Offiziere ist vorstellbar. Macht er es den Heizern recht? Oder den Matrosen? Oder den Segelmachern? Und vor allen Dingen: was passiert, wenn das Jahr um ist? Muss der Kapitätn dann wieder zurück in die Mannschaft - und bei seinen Heizern im Kesselraum schmachten? Die werden ihn ja ganz freundlich begrüßen, wenn er nach dem einen Jahr wieder einer der ihrigen ist.Â
Doch eigentlich kommt jetzt die wirklich spannende Sache. Unser Ozeandampfer macht in Hamburg fest. Am Ostfriesenkai 5. Das Angebot: "Einmal HH - New York. In 12 Tagen!" Würde ich da wohl überhaupt noch einchecken wollen?
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Versenkt vorsorglich das ganze Schiff, um es vor möglichen Angriffen böser terroristischer Piraten zu schützen.
Ausserdem ist es meist ein Versicherungsfall. Zumindest für die an Land gebliebenen...