YAIMM

31.12.2009 um 15:47 Uhr

In Gedanken an...

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

Peter will ich dieses Jahr abschließen.
Er hat dieses Jahr den Kampf gegen den Teufel Alkohol verloren. Ich vermisse ihn sehr, denn er war nicht einfach ein Alki, der über sein Leben jammerte. Er jammerte überhaupt nicht. Niemals.
Er war ein herzensguter Kerl. Und es war ihm unendlich wichtig, Menschen und vor allem Jüngere, vor der Suchtgefahr zu warnen.
Deshalb beende ich dieses Jahr mit seiner Geschichte, die er 2008 verfasst hat.
R.I.P. Peter, ich hoffe es geht Dir gut, wo Du jetzt bist.

Am 2.9.1964 erblickte ich das Licht der Welt in Minden/Westf.

Meine Kindheit verlief in geordneten Bahnen, Eltern i.O., Schule stinkefaul, Doktorspiele mit dem Nachbarsmädchen, also einfach ein Traumkind.
Dann ab meinem 10. Lebensjahr kamen die ersten Haare an den Sack, also Sport treiben, schwimmen und Handball waren meine Steckenpferde, so werden die Mädels wohl geschmeidig. In meiner Erziehung lief alles normal ab,in der Schule stinkefaul, jedes Jahr in den Urlaub, Petting mit den Nachbarsmädchen.


So nun zu meiner Alkoholkarriere.

Aus ein paar Schrauben diversen aufgebohren Vergaserteilen enstand eine Peugeot 101 mit aufgesetztem Tank. Erste Testmessungen ergaben 85 km/h . Wow ich war stark, oder war es einfach nur das Moped? Damals erkannte ich das falsch. Nun trafen wir uns mit immer mehr "starken" jungen Männern zu Ausritten und Randalen. Und was macht einen coolen Möchtegernbiker aus? Richtig man sieht mit ner Bierdose in der Hand eben noch erotischer aus.
Meine Eltern haben immer noch nichts falsch gemacht. Im Gegenteil. Sie rieten mir mich zu ändern. "Pah-Blödsinn warum sollte ich, ich bin doch nun wer."
Endlich 18 - Juhu. Das Leben verlief aus meiner Sicht normal ab. Realschule abgeschlossen , Lehre geschafft, Sex mit den Mädchen aus den Nachbarsdörfern.
Und dann stand sie vor mir, meine funkelnagelneue CB 650 B, also rein innen Motorradclub, Motorradtreffen jede 2. Woche, Partys ohne Ende, Rocker pur.

Juhu mir gehört die Welt.

Aus der Dose Bier von damals ist nun ne Flasche Weinbrand jedes WE geworden.

Sex mit meiner Verlobten aus dem Nachbardorf (Marc ist nun 23).
Schwangere Rockerbraut und mittlerweile arbeitsloser Rocker, hmm ich war auf einmal nen Nichts. Mal Papa um Hilfe bitten. Die Lösung war sofort gefunden. Peter hört auf mit dem Rockerblödsinn und geht zum Bund. Die Bundeswehr ist eine Vereinigung junger Männer in dem man im Bezug zur Trinkfestigkeit beurteilt und befördert wird . Nach unzähligen durchsoffenen Monaten war ich endlich Unteroffizier. Da sag mal einer das Saufen nichts bringt. Allerdings hatte ich dabei meine Frau und meinen mittlerweile 5 jährigen Sohn vergessen. Macht ja nix -- ich war ja nun WER. Eine eigene Wohnung und ein 2. Kind werden das Ding schon schaukeln . Und siehe da es klappt und ich mache sogar nen Technikerbrief.


Bund nach 8 Jahren zu Ende und sofort frohen Mutes in den neuen Job als Küchenmonteur und Auslieferungsfahrer im Fernverkehr reingekniet. Nach getaner Arbeit trifft man sich abends mit Kollegen zu einem Gläschen Bier um den Tag Revue passieren zu lassen. Aber alle waren wir gleich, komisch irgendwie muß man sich doch hervortun. Idee erkannt, hat mir doch der Alkohol im Leben oft dir Führungsposition gebracht , also trink ich einfach ein Bier mehr wie die anderen.

Nach kurzer Zeit hatte ich nach einem Waffenwechsel auf Weinbrand alle hinter mir gelassen. Ich war wieder wer , nur was ich nicht merkte , ich war der Verlierer.
Arbeitslos, geschieden und nach einigen Beziehungen nun Sex mit mir selbst. Aber der Suff, er war mir treu geblieben. Im Gegenteil er liebte mich so sehr das ich nun 2 Flaschen Whisky am Tag verdrückte. Ich hatte doch mal alles , Wohnung , Familie , Auto , ne Harley und nu nichts mehr? Also mal kurzerhand auf die Hinterbeine gestellt und im trunkenen Koppe das Leben ändern. COOL das war´s. Nun hatte ich auch noch nen Arsch voll Schulden.

Macht ja nix, trinken wir eben einen mehr, dann merkt man ja nix. Und das ganz unten sein ging immer noch tiefer bergab.


Dann eines Tages luden mich die 2 einzigst verbliebenen Freunde (Nicole und Gunnar) zu einem Rockkonzert ein.

Wow coole Leute feine Mucke, das war was Neues. Es folgten unzählige Konzerte zu denen ich fuhr, nette Leute kennenlernte , verrückte Teams und super Bands und deren Mitglieder. 

Es ging aufwärts ich entgiftete 3 x, das letzte mal mit Erfolg , ich war trocken, konnte sogar ohne Angst Auto fahren, fand Arbeit und wurde Radio- Moderator.

Bis zu jenem Konzert in Empfingen als ich sagte:" Heute baller ich mir mal auch einen, wird schon nix passieren. Ich hab mich im Griff "

Mein tiefster Absturz begann, den ich in Naumburg mit 4 Flaschen Whisky, ner Menge Wut über mich und etlichen Bieren fast ausschließlich in meinem Wohnblock beendete.

Zwar werden mich viele für das WE hassen, aber keiner wußte was in mir vorging. Selbst Kiki, die mich immer aufgefangen hatte , merkte nicht und hat es bis heute nicht gemerkt das ICH gesagt habe, Schluß jetzt. Am Montagmorgen meldete ich mich krank und ließ mich von Kiki in Erfurt abholen, da ich dort am Morgen zusammengebrochen war. Eins wußten auch nicht viele - ich hatte nach fast einem Jahr die Zusage der LVA für eine Entziehungskur. Ab diesem Tag versuchte ich mit möglichst wenig Alkohol die Zeit bis zum 8.2.2008 zu meistern. Wenig Alkohol bedeutet bei mir mittlerweile 1 Flasche Jägermeister verteilt auf 3 Bier am Tag !
 
 Für alle die dieses Kilometerlange Vorwort gelesen haben und für alle die auch nur einen Punkt als Parallele in ihrem Leben finden berichte ich nun jeden Tag (zeitversetzt) von meinem Entzug.

 

 

7.00 Aufstehen
Erst mal frühstücken, normales Gedeck 3 kl. Jägermeister 1 Kaffee gefolgt von nochmals 3 kl. Jägermeister und noch nem Kaffee. Anziehen, noch schnell 3 Jägermeister und los Richtung Gütersloh. Hehe der schlaue Mann hat vorgebaut 1 Jägermeister hab ich noch für die Fahrt gebunkert. Nach ca. 2 Stunden kommen wir an der Klinik an , wir parken auf dem Besucherparkplatz. Ca. 600m sind es bis zur Aufnahme, 600m die für mich 19 Wochen bedeuten sollen. Ein weiter Weg.
Angekommen im Aufnahmezimmer erscheint ein freundlicher Herr mit einem Alkomaten in der Hand. Aber dieser Alkomat ist ein Spezialgerät, es kostet nie den Führerschein sondern es entzieht nach erfolgreicher Therapie den Alkohol.
0,7 Promille geht ja noch , hätt ich auch fast selber fahren können. Tja , Herr W. dann schauen wir mal ob wir für Sie nen Platz frei haben, sagt der Mann auf einmal, Therapie können wir ja noch nicht beginnen. Sie müssen erst mal entgiften die nächsten 18 Tage.
Gut Platz is frei und wir fahren zu der Unterkunft meiner nächsten 3 Wochen. Personalienkontrolle nochmaliges pusten und Blutdruckmessen folgen.Ich habe bis jetzt ca 3 Worte gesprochen. Mein Kopf rattert Gedanken von links nach rechts. Küsschen und Tschüßchen und Kiki geht.

Halt , ich will dir noch was sagen und mich vernünftig verabschieden, aber ich kann nicht. Mein Gehirn arbeitet wie der Schiffsdiesel der Queen Mary.


“So nehmen Sie mal Ihre Taschen packen aus und rauchen eine, dann kommen Sie wieder ins Büro.“ Taschen unter den Tisch geschleudert ab in den Raucherraum, Lunge teeren und wieder zurück. Mehrere Formulare werden ausgefüllt und dann meine Maße genommen.
WoW 120-65-80 + 19 n. vorn -- Klar sexy Peter.
Nun noch zum Doktor. Ein Schönling steht vor mir der sich als Oberarzt ausgibt. Aber nicht wie erwartet kommt ein Arztgespräch auf mich zu sondern eine lockere Unterhaltung zwischen 2 Männern. Am Ende des Gesprächs bekomme ich 2 Tabletten , Distra genannt, die verhindern das meine Entzugssymptome in Krämpfen enden. Mir wird etwas schwummerig in der Birne. Ich rauch noch eine und dann ab ins Bett. Abendbot ess ich zwar auch noch im Halbschlaf auch wird noch mehrmals Blutdruck gemessen, aber den Rest des Tages verlebe ich im Tiefschlaf.

 

 

Wecken und Blutdruckmessen ist jeden Morgen um 6.15 Uhr.

Ich erspare mir dies in den Berichten der nächsten Tage.
Langsam wieder ein wenig fit in der Birne schleppe ich mich zum Frühstück. Da saßen sie nun alle , die mich die nächsten Tage bzw. Wochen begleiten sollten.
M Der selbsternannte Rudelführer, Gewohnheitstrinker, Bier
B Der Landwirt und 2facher Opa , Gelegenheitstrinker , Bier Wacholder
P Die verwirrte , Gewohnheitstrinkerin , Wein
R Der Paarmensch mit seiner Frau in der Klinik , Profitrinker am HBF Bielefeld
T Der Jugendliche frischer Vater, selten Trinker aber wenn dann viel und aggressiv
G Die Beamtin, Trinkerin aus Langeweile, Wodka-Lemon
F-W-K Das Russentrio alle familiäre Probleme , Gewohnheitstrinker, Bier Wodka
P Der Punk oder auch ich selbst, Gewohnheitstrinker , Whisky-Jägermeister


Was mir erst Tage später auffiel, war die Sitzreihenfolge stark einer Hierachie unterzogen, so daß K und Ich am oberen Ende zur Beschauung saßen. Aber damit sollte ich heute noch konfrontiert werden.
Nun ging es zum Plenum , jeder normale Deutsche nennt das auch Tagesbesprechung. Es wurden heute auch die Wochendienste festgelegt. K und Ich als Frischlinge bekommen den Küchendienst. Na Ja kann ja nicht so schlimm sein , Tisch decken und abräumen den Rest macht dann ja die Küchenangestellte wie in den anderen Kliniken auch.
So wieder zurück ins Raucherzimmer , jenem riesengroßen Plenarsaal ( ca 2m breit und 2,50 lang) 6 Sitzplätze 1 Stehplatz, hier verbringt man den ganzen Tag außerhalb der Therapiestunden. Es wird hier viel geredet, wobei sich als Schwerpunkt klar ein Thema herausstellt - die Sucht. Es fallen Worte und Themen von Leergutentsorgung bis Leberzirrhose. Es werden Wünsche an die Zukunft geäußert aber auch Anekdoten aus der Trinkerzeit erzählt. Dann das beiläufig und selbstverständlich erwähnt M das ja B am Montag den Stuhl links neben dem Bistrotisch übernimmt, da er dann ja der Ranghöchste sei. Mein Iro biegt sich nach rechts, was war das? Rangfolge? Rembrandt?
M verläßt den Raum um Tempos zu holen, also setz ich mich mal auf den "Führersessel". M kommt wieder schaut , setzt sich auf die billigen Plätze und schmollt vor sich hin . Nach ner Zigarettenlänge verläßt er den Raum fluchend, kommt aber nach 3 Minuten wieder rein um zu schauen ob er nur träumt. Er raucht wieder eine und verläßt den Raum wieder , diesmal laut fluchend verschwindet er auf seinem Zimmer und pennt. Ein Pfleger verfolgt das ganze und grinst über beide Backen. Nachmittags setze ich mich dann wieder auf einen Stuhl im "Volke". M ist wieder glücklich und stichelt noch eine Weile , aber er hat nun gemerkt das ich meine Haare so trage weil ich dazu stehe und nicht weil ich ne scheiß Friseur habe. Langweilig geht nun mein erster Tag mit Gebäudearresst zu Ende. Um 21.30 Uhr lege ich mich pennen.
22.45 Im Chat ist die Hölle los , mein 22" TFT quillt über von Post, seltsame Musik, im DeutschrockRadio läuft Bushido. Erbost schreibe ich einen bitterbösen Post ins Query und lese die Antwort von Lacri , das er doch ne Hip- Hop Sendung machen könne wann er wolle. Ich haue voller Wut auf die Tastatur. Aua-- langsam verschwindet der TFT über meinem Radio-wecker und ich bemerke das ich voller Wucht gegen den Nachttisch gehauen habe. Im Radio läuft WDR 2.
24.00 Es klopft zaghaft. "Herr W Blutdruck messen", die Tür schließt sich wieder. Hmm die wird wohl noch kurz auf Klo sein, ich dreh mich wieder um. 15 min später klopft es wieder " Herr W. Blutdruck messen". Mir ahnt schlimmes, anziehen und zum Schwesternzimmer laufen und Blutdruck messen ist angesagt. Ich komme mir vor wie Werner in seinem 2. Film. Prima nun bin ich wach, also erst mal 3 Kippen inne Birne und dann weiterpennen.
Nach 3 Minuten mit geschlossenen Augen logge ich mich wieder in den Chat ein. Lacri spielt immer noch Hip-Hop und ich chatte die ganze Nacht durch bis Poldi mit seinen Riesenbuchstaben " Blutdruck messen" postet um 5.54. Weg isser wieder der TFT und ich schlappe wütend zum Schwesternzimmer.

 

 

Das Wochenhighlight der Sonntag
Morgens wird einem beim Plenar gesagt das den ganzen Tag kein Programm ist. Cool, faulenzen ohne TV ohne PC ohne Alk ohne Freiheit. Also postiere ich mich im Raucherraum am Fenster schau mir das frühlingshafte Wetter an und nach 3 Schachteln Kippen und gefühlten 4,5 Tagen ist der Sonntag am Ende angelangt. um 21,45 begebe ich mich ins Bett.
4,45 Uhr: Bonkas , Dethlef (ein Kumpel aus dem F1 Fan - Club) und Thomas (der Vorsitzende meines Dartvereins) und meine Wenigkeit besuchen ein Einkaufszentrum in Minden. Nach ca 1/2 Stunde Pogo zwischen den Regalen ist von dem Laden nichts mehr übrig., wir flüchten auf getrennten Wegen. Auf meiner Flucht treffe ich 3 Männer die dort auch einkaufen waren. Sie sehen aus wie Mafia-Killer, was ich dann auch zu spüren bekam. Auf dem Boden liegend treten sie mir nochmal alle in die rechte Schulter. Ich schleppe mich zu einem Bekannten in Minden, die anderen 3 sind auch schon da. Unser Bekannter, es war Jonny Cash ( warum auch immer ?) bietet zur Schmerzlinderung einen Whisky an, aber die Schmerzen bleiben.
Auf das Schlagwort Blutdruck werde ich wieder wach. Komisch meine Schulter schmerzt wie Hölle, hab wohl falsch gelegen.

 

Was soll ich Lügen? Ich beende es hiermit.
Die Idee mich einzusperren in eine Anstalt in der ich nicht mal eine Badewanne nutzen darf, in der ich nur die linke Straße benutzen darf weil die rechte Straße durch den Park nur für normale Menschen ist, wo Leute Regeln aufstellen die sie selbst nicht begründen können, etc., war ein Flop. Um eine vollstationäre Suchtentwöhnung durchzuziehen sollte man vorher sein Gehirn soweit versoffen haben das es nicht mehr funktioniert oder man kann sich so verstellen einfach immer JA zu sagen. Das alles trifft auf mich nicht zu. Also hab ich mich entschieden eine ambulante Behandlung zu besuchen. Und ich muß sagen das Ding war genau die Maßnahme die auf mich zugeschnitten war. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nun kam eine Person ins Spiel die meinte die Handlungsweisen der Therapeuten in Gütersloh in penetranter Weise weiterzuführen. Sorry ich werde nie JA sagen , sondern nur mich überzeugen lassen warum mein Nein falsch ist. Ich bin nun in der letzten Woche rückfällig geworden trinke wieder und fange den ganzen Mist von neuem an. Aber nun kämpfe ich allein gegen einen Gegner den ich eigentlich nicht besiegen kann. Aber ich werde versuchen den Alkohol so in mein Leben zu integrieren das nicht er mich sondern ich Ihn beherrsche. Nun sagen einige - der Blödmann , der säuft sich eh zu Tode! Stimmt denn ich hab aufgegeben mich soweit unterzuordnen und soweit auf eine Stufe mit Verbrechern gestellt zu werden. Ich will einfach nur noch Leben und das mit oder ohne Alkohol.
Der Alkohol ist ein Gegner dem man sich nur beugen kann oder versucht ihn ins Leben zu integrieren. 23 Jahre Alkoholismus sind einfach zu viel um damit aufzuhören. Ich schreibe dies an all die Leute die in Ihrem Twenalter stolz auf ihre durchzechten Nächte sind, es kommt der Tag an dem es kein Zurück gibt, ohne euch demütigen zu lassen.


Greetz Peter

 

30.12.2009 um 16:56 Uhr

Drei Augen und acht Pfoten

von: Yaimm   Kategorie: Fellnasengeschichten

Ich hab etwas Schönes zu berichten Fröhlich

Montag, 28.Dezember, Feierabend.
Da mein Auto ja kaputt ist und Gex glücklicherweise nicht arbeiten musste, holte er mich mit Linchen ab und es ging zum Tierheim.
Genauer gesagt gleich zum Katzenhaus.

Oh mein Tierliebhaberherz hat geblutet! Ich wollte sie, wie befürchtet, natürlich alle mitnehmen. Aber gleich beim ersten Durchgang fielen mir zwei besonders auf. Besonders freche Brüder. Ich musste immer wieder hingehen, einer von ihnen versuchte immer, durch das Gitter meine Hand zu angeln. Es dauerte eine Weile, bis auch Gex und Linchen das Interesse teilten.
Vor allem Gex, der erst meinte "Hmmm, Schnupfen und ein Matschauge."
Ich musste ihm erklären (wer lesen kann... hehe), daß einer der beiden kein Matschauge, sondern tatsächlich nur ein Auge hat. Die Tierheimleiterin erklärte uns auch, daß es im Heim einen schweren Virus gab, bei dem der dritte Bruder ums Leben kam und die Zwei mit viel Mühe, Zwangsernährung usw. überlebt haben. Oh zwei Kämpfer also und das im jungen Alter, schließlich sind sie erst im April geboren worden. Das gefiel mir.
Sie lachte und meinte "Tja, seitdem hat man allerdings das Gefühl, das Leben des dritten Bruders steckt in den beiden mit drin, da kommt Leben in die Bude!"

Lange Rede, kurzer Sinn:
Darf ich vorstellen: Kapitän "Pimo" und Sir "Percy"val auf unserem Sofa:

Pimo ist eindeutig der Mutige. Nach ein paar Minuten im Wohnzimmer hatte er alles erkundet und fing an, sich mit den Kugeln am Weihnachtsbaum zu beschäftigen. Eine halbe Stunde später kuschelte er sich schnurrend an Gex.

Percy ist eine Bangebux, wie man hier so sagt.
Die ersten zwei Stunden verbrachte er in einer versteckten Ecke und ließ sich erst mit Leckerlies rauslocken. Er brauchte einen Tag, um sich in den zweiten Teil des Wohnzimmers zu trauen, weil ihm der Fernseher und Kaminofen nicht geheuer waren. Und er ist sehr schreckhaft, wenn man sich schnell bewegt. Aber das wird...und ansonsten benimmt er sich edel wie ein Sir.

Sie fühlen sich schon echt wohl, schnurren die meiste Zeit, spielen, schlafen, streiten.
Schön, daß die Beiden hier sind!Ich vergesse die ganzen kleinen Ärgernisse.

25.12.2009 um 11:41 Uhr

Ich hätte nie gedacht...

von: Yaimm   Kategorie: Geschichten vom Berg

daß es so schwer sein könnte, sich eine Fellnase anzuschaffen.
Nach unserem Besuch, einer begeisterten Katzenpflegemama und einem sichtlich nicht begeisterten Katzenpflegepapa hat es wohl mächtig Streß gegeben in der Katzenpflegefamilie.
Pflegepapa will das Pummelchen nicht rausrücken und hat seine Frau so lange bearbeitet, bis sie nachgegeben hat. Pumba ist nun offiziell vermittelt. An seine Pflegefamilie.

Es ist ja fast schon wieder lustig.

22.12.2009 um 16:40 Uhr

Bilder...

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

sagen mehr als Worte.

Ich glaube, Linchen muss so 5 Jahre alt gewesen sein, als sie das gemalt hat. Das piekst das Mamaherz jedesmal, wenn ich es mir anschaue.

20.12.2009 um 11:54 Uhr

Menschen und ihre Gerechtigkeit

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

"Wenn es einen Menschen gäbe, der wagte, alles zu sagen, was er von dieser Welt gedacht hat, bliebe ihm kein Quadratmeter mehr, um sich darauf zu behaupten. Wenn ein Mensch erscheint, stürzt sich die Welt auf ihn und bricht ihm das Rückgrat."
Auszugs aus einem Zitat von Henry Miller
Quelle: Henry Millers Gehirn, vorgetragen aus seinem Mund, niedergeschrieben aus seiner Feder, im Jahre 1932.

"Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat."
Zitat von Mark Twain
Quelle: Mark Twains Gehirn...

Mehr braucht es eigentlich nicht, um meine Gedanken heute Vormittag zusammen zu fassen.

Paragraph 51 des Zitatrechts sagt aus (Achtung Zitat!!): "Ist der Zweck eines Zitates, eine eigene Aussage zu untermauern, so ist das Zitat zulässig. Natürlich sollte die Länge des Zitates in einem vernünftigen Verhältnis zum restlichen Text stehen, und – noch entscheidender – die eigene geistige Leistung sollte in einem angemessenen Verhältnis zum zitierten Text stehen."

Also muß ich noch mehr an eigener geistiger Leistung erbringen, damit das Verwenden der Zitate legal ist.
Klingt so richtig bescheuert, nicht wahr? Man soll es auch kaum glauben, daß es Leute gibt, die so wenig zu tun haben, daß sie sich mit diesen Dingen beschäftigen und böse Briefchen verfassen, wenn jemand in seinem Blog ein Zitat verwendet.
Ist das Leben nicht eigentlich zu kurz, um sich selbst und anderen das Leben so schwer zu machen?
Da draußen gibt es so viel, für das oder wogegen man kämpfen kann, wahre Ungerechtigkeiten, die für manche Leben und Tod bedeuten.
Und da wird über das richtige oder legale Zitieren gestritten.

Wenn dieser geistige Erguß nicht im korrekten Verhältnis zu den Zitaten stand, verklagt mich bitte einfach.

19.12.2009 um 18:24 Uhr

-18°C und doch ein Kater

von: Yaimm

Ist ja fast aufregend heute!
Die Dame denkt nun doch, es sei besser, Katerchen Pumba abzugeben, man will ja doch mal in den Urlaub und so... und Montag fahren wir uns ihn mal anschauen (ich will ihn sowieso!).

Ach ich freu mich!

Er hat inzwischen aber zugenommen, weil er kastriert worden ist, sagt sie.
Nunja, Garfield ist doch ein hübscher Spitzname.

 

19.12.2009 um 16:42 Uhr

-17°C und keine Kater

von: Yaimm   Kategorie: Geschichten vom Berg

Brrrr! Das ist wirklich pervers kalt!


Aber so schöööön! Und außerdem ja nur draußen.

Linchen ist zum Schlitten fahren mit ihrer Schulfreundin und ich war mit Gex einkaufen.
Berieselt durch seichte Vorweihnachtsmusik schlurften wir durch die Gänge. Das war aufgrund der hohen Anzahl an Menschen, die zur selben Zeit dieselbe Idee wie wir hatten, schwer genug.
Doch gleichzeitig wurde auch palettenweise die Ware in den Regalen verteilt. Klar, wann sollte man das auch sonst machen, wenn nicht am Wochenende kurz vor Weihnachten?!

Irgendwann ließ ich mich erschöpft auf einem Rattansessel mit Sitzauflage nieder, der freundlicherweise noch mit einem passenden Hocker für die Füße ausgestellt war. Sehr bequem. Ich klopfte auf den Sessel neben mir, Gex folgte meiner Aufforderung und so saßen wir eine Weile da und beobachteten das Treiben, als er zu meiner Linken plötzlich "Schlechte Laune" raunte.
- "Was?"
- "Schlechte Laune!"
- "Wer?"
- "Na alle hier, guck doch mal in die Gesichter."
Hmmm. Stimmt. Lauter Grummel Griesgrams unterwegs. Gehetzt, genervt. Ich grinste ihn breit an. "Na aber wir doch nicht!", stand wieder auf und freute mich, daß es nichts gab, was meiner Laune etwas anhaben konnte. Auch die Kassiererin im Zeitlupentempo nicht. Auch die Feststellung, daß Linchen´s Hauptgeschenk immer noch nicht eingetroffen ist, nicht. Nichts wird mich heute ärgern, ha!

Einen Baum haben wir uns auch reservieren lassen. Natürlich im Topf. Ich bin doch keine Baummörderin oder stelle mir eine Baumleiche ins Haus, die dann langsam vor meinen Augen zerfällt. Herr Nordmann wird ein paar Tage in unserem Wohnzimmer verbringen und dann eine hübsche Stelle im Garten bekommen. Trotzdem immer noch kein Weihnachtsgefühl. Moment... Nein, ich spüre nichts.

Angespornt durch die Kommentare auf meinen Katereintrag habe ich, wieder daheim und aufgewärmt, zum Hörer gegriffen und bei der Tierheimtante angerufen. Meikel wurde gestern vermittelt. Oh, das freut mich!
Pumba´s Pflegemama (er ist in einer Pflegestelle) hat sich mittlerweile so an den Knopf gewöhnt, daß sie ihn eigentlich gar nicht so recht wieder hergeben mag.
Kein Pumba, kein Meikel. Umdenken. Sofort wurden mir "Rambo", "Samson" und "Bolle" ans Herz gelegt. Aber da meine beiden Herzensbrecher ja in guten Händen sind, bin ich erstmal eines guten Gewissens und werde mich bei der Entscheidung nicht auf Bilder verlassen, sondern direkt zum Tierheim fahren. Um dann wahrscheinlich alles mit zu nehmen, was auf vier Pfoten da rumläuft...
Nein, um das zu vermeiden, werde ich das natürlich nur in Gex´ Begleitung machen.

Gerade in der Schreib-Kaffeehol-Pause kam der Anruf mit der Frage, ob das Linchen über Nacht bleiben könne. Oh, was mache ich nun mit dem restlichen Samstag?
Bloggen, was das Zeug hält. Oder Blogs lesen. Was treiben andere an einem Wochenendtag, an dem man eigentlich nicht aus dem Haus möchte?
Ich könnte mal eine Umfrage erstellen. Wie schreibt ihr eure Blogs? Aber welche Antwortmöglichkeiten nimmt man? Ich schreibe hier, als würde ich meiner alten Brieffreundin schreiben. Leider ist der Kontakt eingeschlafen, also ist das hier nun meine virtuelle Brieffreundin, die nur leider nie antwortet. Sehr schade, denn ich bin bei ihren Briefen, die nie kürzer als 8 handgeschriebene DIN A4-Seiten waren (von denen die letzten zwei kaum noch zu entziffern waren), aus dem Lachen nicht raus gekommen, tolle Frau.
Ich würde sie gerne mal wieder sehen. Aber wie kommt man an eine Nummer oder Adresse eines Menschen, der mit Nachnamen Schmidt heißt?

18.12.2009 um 09:08 Uhr

Eine kleine Freitagsgeschichte

von: Yaimm   Kategorie: Geschichten vom Berg

Musik: Farin Urlaub - Niemals

Ich bin heute morgen meiner Theorie, daß vieles angeboren und nicht anerzogen ist, wieder ein Stück näher gekommen.
Mein Telefon klingelte und am anderen Ende ein aufgelöstes, schluchzendes Linchen (meine Tochter).
"Mamaaaa?! Ich habe meinen Turnbeutel vergesseeeeeeeeen!!" - großes Schluchzen und Nachluftschnappen.
Ich sagte ihr, das sei doch kein Problem, ich würde ihn sofort bringen. Packte also das Zeug und fuhr hin, sie befanden sich gerade vor der Klasse und zogen ihre Jacken aus. Ich übergab die Tasche, sie fragte, ob ich denn die Turnschuhe mit der hellen Sohle reingepackt hätte (na klar!) und verabschiedete mich.
Auf der Treppe mahnte mich meine innere Stimme. "Geh noch nicht, warte noch." Ich blieb stehen und hörte kurz darauf ein Aufjaulen "Oh neiiiiin!!", ging zurück und sah sie völlig aufgelöst auf ihrer Tasche sitzen. Ich hatte die falsche Hose eingepackt...
"Ich nehme doch immer die kurze!" Sie weinte, als wäre gerade ihr Hundebaby (was sie nicht hat) überfahren worden und ich verdrängte schnell den aufkommenden Gedanken an den Vorwurf, daß sie ohne Sportzeug da stehen würde, wenn ich heute nicht Kurzarbeit hätte. Redete also ruhig auf sie ein, ob sie dieses eine Mal nicht mit der langen Hose turnen könne, es sei doch Winter und hat ja auch geschneit (und das hat es wirklich, juchhu!) usw. usw., bis sie sich wieder beruhigte.
"Na gut, aber nächstes Mal nehme ich wieder die andere!"
Aber klar doch.
Inzwischen war schon die Lehrerin heraus gekommen und fragte, was denn nur passiert sei. Auch die anderen Kinder konnten nicht begreifen, wo das Problem ist (was dazu führt, daß sie oft von ihnen als Zicke betitelt wird), ich hingegen bin diese Dramen um Kleinigkeiten ja gewohnt.

Trotzdem ist es doch erstaunlich und auch erschreckend, wie kleine Änderungen für den einen zum Zusammenbruch für den anderen führen können.

 

17.12.2009 um 12:07 Uhr

Ein wunderschöner Wintertag

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

Musik: David Gray - You´re the world to me

Es gibt tausend Gründe, sich nicht zu ärgern. Meist genügt aber ein einziger, um das Gegenteil zu machen. © Ernst Ferstl

 

Ja. Leider.
Aber man lernt ja aus allem.

Ich danke allen, die mich belogen haben,
sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben,
sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben,
sie haben meinen Mut geweckt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben,
sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen die mich verraten haben,
sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen die mich verletzt haben,
sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben,
sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich stelle fest, daß ich mich hier wohl fühle. Also virtuell, hier zu Hause natürlich auch. Ich habe schon echt toll und lustig geschriebene und interessante Blogs entdeckt, es macht Spaß, hier quer zu lesen und etwas über den Menschen an der Tastatur zu erfahren. Die Päckchen, die jeder so mit sich trägt, die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen und so manche Gedankengänge, bei denen ich nickenderweise meine Zustimmung geben muss.

Jetzt hole ich mir einen neuen Kaffee und klicke mich hier noch ein wenig durch.

Und wünsche euch einen stressfreien, sonnigen Tag.

17.12.2009 um 11:01 Uhr

Manchmal is komisch

von: Yaimm

Musik: Five Finger Death Punch

Ich hab den Satz letztens irgendwo gelesen und JA, besser kann man es nicht sagen.
Manchmal is komisch.

Ich kann meine Gedanken gerade gar nicht so sammeln, daß ich sie aufschreiben könnte.
Hmm, vielleicht später. Ich muß erstmal telefonieren und ein böses Gerücht aus der Welt räumen.
Traurig

16.12.2009 um 18:36 Uhr

Wundermedizin Natur

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

Und sie wirkt immer wieder.

Der Blick aus meiner Terrassentür heute Abend:

Wenn man sich das anschaut, sind alle miesen und schlechten Gedanken weg.
Okay, nur für den Moment, aber ich finde das schon faszinierend. Das Wunder Natur. Wow.

06.12.2009 um 12:30 Uhr

Na dann...

von: Yaimm   Kategorie: Gedankenschwurbel

Stimmung: nicht vorweihnachtlich

Hände gerieben und auf geht´s...!

Hmm.

Ich habe noch nie gebloggt, fand das Wort schon immer seltsam und viel zu trendig, um es mitmachen zu wollen.
Aber achott, rein in die virtuelle Welt mit den Geburten meiner Hirnwindungen (ach nein, wie poetisch!), mit dem Namen, unter dem sich keiner so recht was vorstellen kann. Und leider steckt auch keine geheimnisvolle Geschichte dahinter.
YAIMM ist lediglich die Abkürzung für

You
Are
I
M
Minds

Tja. Stand früher immer unter den SMS für A. und von A.
A. ist... einer der ganz besonderen Menschen auf diesem Planeten, einer dieser Raritäten, die man nur einmal im Leben trifft - wenn man sie überhaupt trifft. Wünschen würde ich es jedenfalls jedem. Bedingungslose Liebe ohne Begehren.

Versteht das jemand? Wie soll man das nur erklären?! Falls ich es muß. versuche ich es ein anderes Mal.

Auf jeden Fall steht YAIMM für alles, was einem nahe steht, was einen berührt und was man mit sich herum trägt.
Geradezu prädistiniert für einen Blogtitel, wie ich finde.