Z.ART

29.04.2006 um 00:44 Uhr

ZÄRTLICHKEIT

 

 

Zauberregen


Als plötzlich die
Musik deiner Zärtlichkeit
meine Seele freispielte
und keinen Gedanken
in meinem Kopf zurückließ
wurde mein Herz
zu einer Blumenwiese,
auf die es Zauber regnete
nach langer Trockenzeit.


@Anam Cara




Zärtlichkeit ist körperliches Geschehen.
Vor allem eine Sache der Haut,
die sich nicht von selbst hin und her bewegen kann,
und der Hände, der Finger, die sich beliebig bewegen können.

 

Zärtlichkeit lebt vom Fühlsinn.
Fühlen ist das Stichwort, durch das Zärtlichkeit
verwirklicht und erlebt wird.

 

Selbstverständlich gibt es auch Zärtlichkeit in Worten,
etwa wenn jemand auf die Stimmung des anderen eingeht.
Auch diese Worte werden mehr erfühlt als gehört.


Oder die Zärtlichkeit, die Phantasien des anderen
anzuhören und zu verstehen, daß manches in ihm
ganz fremd ist und daß man ihm doch ganz nahe ist.
Was dann gefühlt wird, breitet sich im ganzen Körper aus.

 

Wo Zärtlichkeit passiert,
verringern sich Angst, Spannung, Hast und Krampf.
Umgekehrt: Wer ängstlich und eilig ist oder vom Streß gezerrt,
der hat es schwer, zärtlich zu sein.

 

Quelle: Martin Goldstein

 

 

28.04.2006 um 00:34 Uhr

ÜBERWINDUNG

 




Kostet es doch eine enorme Anstrengung, sich aus
den Windungen seines Schneckenhauses zu zwängen.
Bietet es doch Schutz, Wärme und Geborgenheit.




 

Es klopfen viele an die Schale, aber herein bitten,
können wir niemanden, beanspruchen wir doch
den gesamten Platz für uns alleine.
Nur ... das Klopfen wird verstummen!

 


 

Soll man es wagen, einen Blick, einen Schritt
schutzlos, nackt, ausgeliefert?

 

 

Die, die einen fressen wollen,
klopfen nicht – die lauern.
Außerdem weiß man ja um des Selbstschutzes!

 

Und wenn sie sicher genug,
vermag sogar eine Schnecke zu fliegen...

 


Bildquelle: Bild 1 unbekannt / Bild 2 bis 5 www.digicamfotos.de/

 

Hm, da fällt mir ein, habe ich als Kind doch unzählige
leere Schneckenhäuser gesammelt.
Erfreue mich auch heute noch an jeder,
die ich im Garten finde...

 

@zartgewebt

 

26.04.2006 um 23:59 Uhr

SICH ÖFFNEN

 

 

Wer sich öffnet,
kann verletzt werden.

Wer sich nicht öffnet,
stumpft ab,

stirbt ab,
ganz ohne Verletzung.





© Worte:E. Blanck, dt. Heilpraktiker, Schriftsteller, Maler @ Bilder: Digicamfotos.de

 

 

25.04.2006 um 21:18 Uhr

VERLETZUNGEN

 



Kränkungen haben oft seltsame Folgen.
Die verletzte Auster bildet eine Perle.

Die Frage stellt sich mir;
wie schaut es da bei uns aus?
Tropft Blut aus unserer Wunde oder

birgt sie vielleicht auch einen Schatz?

 

 

23.04.2006 um 20:07 Uhr

WORTE DIE MIR AUF DER ZUNGE BRENNEN

 

Worthülsen gewirkt aus Sonnenfäden

 

 

getunkt in Sternenstaub

 


tausendfach geklont
in Herzen geblasen
die leichteste Windbö
nicht standhaltend
zerbröseln
zerfallen
weggeschwemmt
im güldenen Tränenfluß

@zartgewebt



 

23.04.2006 um 00:16 Uhr

BÜCHER


Bildquelle: www.digicamfotos.de


Bücher, eine große Leidenschaft von mir!
Ich riech` sie so gerne – ganz nah und tief.
Lass` den Duft in meine Nase strömen,
als wenn ich eine Blume atmen würde.
Berühr` sie, streichle sanft ihren Rücken,
liebe es umzublättern, die Seiten zwischen

den Fingern zu reiben, nachzuglätten.
Mich zu vertiefen, wegzugleiten,
das Geschriebene aufzusaugen
und zu verinnerlichen.

 

@zartgewebt

 

 

19.04.2006 um 21:48 Uhr

WOGE

 

 


Sehnsucht
fein, leise

mitschwingend
wie Musik,
anschwellend

stärker
wie eine gewaltige Woge
ein tiefes

aufgewühltes Meer
zehrend und nährend

sich in endlose
Weiten verlieren
und doch
irgendwo
festgehalten sein.

 

Bild: www.eurodiva.de
Worte: G.Makarowski

 

18.04.2006 um 22:52 Uhr

WORTE

 

 

 

Am meisten schmerzen uns die Worte
die wir nicht gesagt haben .


© A. Maggauer-Kirsche, deutsche Lyrikerin

 

 

17.04.2006 um 00:29 Uhr

SOG

 

Musik: Leonard Cohen – Take this waltz

play

 

 

Manchmal erschleicht mich ein Gefühl,
als würde ich eine still schlummernde,
unerklärliche Sehnsucht in mir tragen und
nur Musik vermag diese Sehnsucht zu mildern.
Ich sag mal so; zuerst durch bestimmte Musik
geweckt, durch diese intensiviert und
anschließend durch das intensive kurze
Durchleben, gemildert.Ein völliges Eintauchen
in ein Meer von Tönen und Klängen übermannt
mich dann. Mich im Rhythmus der Melodie
zu wiegen und zu schaukeln, mich fallen zu lassen,
den Phantasien, die in mir aufsteigen hinzugeben,
sind wahre Streicheleinheiten für meine Seele.
Gefühle und Emotionen lösen sich und
strömen aus, wobei die Musik wie ein Sog wirkt,
mich regelrecht hineinzieht, total vereinnahmt,
losgelöst von Raum und Zeit.

Es gibt Kompositionen, die berühren mich dermaßen,
dass mir nach ein paar Takten die Tränen hochsteigen.
Wieso auch immer, ich weiß es nicht!

 

~~~


Dann wiederum gibt es Rhythmen, die gehen mir
so ins Blut, da muss ich einfach tanzen,
bin nicht zu halten. Dieses Tanzen wirkt dann total
befreiend, egal ob in der Öffentlichkeit oder
alleine nur für mich (mach`ich übrigens sehr gerne…).

Es entsteht ein Fließen – ein sich Öffnen!
Es fallen Schranken und Hemmungen.

 


 

 

14.04.2006 um 15:07 Uhr

VERWANDLUNG

Ostergrüße

 

 
 
Fotoquelle: Digicamfotos.de

 

13.04.2006 um 20:17 Uhr

FEDER

 

 

 

Das menschliche Dasein gleicht einer Feder.
Wie ein Stückchen Flaum wird man vom
Umstand des Windes umhergeweht.
Bald oben, bald unten, bald links, bald rechts,
planlos und ohne Absicht.
Doch kann dieses federleichte Dasein

auch ein freies schwereloses Schweben erleben

Wer die Gesetze des Windes kennt,
kann sich selbst ausrichten,
um im Aufwind zu sein.
Mit Leichtigkeit bewegt er sich mit Hilfe
des Windes, benutzt ihn und seine Gesetze,

um in eine selbstgewählte Richtung zu steuern.

 

aus dem Buddhismus
Fotoquelle: digicamfotos.de

 

 

12.04.2006 um 00:15 Uhr

UNENDLICH

 


Alles, was ist, entstand in Abhängigkeit durch anderes,
was zuvor war oder was gleichzeitig ist.
Kein Ding unserer Welt ist darum
unteilbar!

Es besteht immer aus anderen Dingen,
von denen jedes wiederum aus anderen Dingen besteht.

Nichts wäre für sich alleine denkbar.

Ist der Mensch durch seine universelle Verknüpftheit ...

unendlich und ewig ein Werdender?

 

Aus dem Buddhismus

 

10.04.2006 um 23:35 Uhr

GEFÜHLE

 

 

Wenn wir unsere Körper verhüllen,
damit wir nicht frieren,
kann ich das verstehen.

Warum aber verhüllen wir unsere Gefühle,
auch wenn wir spüren,
daß es dadurch kälter wird?



©Kristiane Allert-Wybranietz


10.04.2006 um 00:39 Uhr

BERAUSCHEND


Musik: Deep Purple - Child in time

play

 


 

Wow, da wogt und rauscht es!
Wo mag das wohl sein?


 

05.04.2006 um 07:24 Uhr

WAHRNEHMUNG





Sind wir alle mit Blindheit geschlagen?

Es gab mal eine Stadt weit hinter Ghor, in der nur Blinde wohnten.
Eines Tages kam der König in diese Stadt und zu seinem Gefolge
gehörte auch ein Elefant. Als die Blinden davon hörten, waren sie
natürlich begierig darauf, dieses Tier kennen zu lernen, denn noch
nie zuvor hatte es in ihrer Stadt einen Elefanten gegeben. In Scharen
strömten sie auf den Platz, wo der König sein Lager aufgeschlagen
hatte. Und da sie keine Vorstellung hatten, was denn nun ein Elefant
war, versuchten sie sein Gestalt zu ertasten, denn sie waren ja blind.
Sie umringten ihn also, und jeder betastete den Teil des Tieres, der
in seiner Reichweite lag. Als sie dann zu ihren Mitbürgern
zurückkehrten, wollten diese von ihnen wissen, um was für ein
wunderliches Geschöpf es sich dabei handelte und welcher Art
von Gestalt es denn nun sei. Danach befragt, berichtete ein
Mann, der nur das Ohr des Elefanten befühlt hatte: "Es ist ein
großes lappiges Etwas von rauer Oberfläche, breit und hoch wie
eine Decke!" Doch der, der am Rüssel gestanden hatte,
widersprach ihm: "Nein, nein, ich weiß, was es ist, nämlich
eine lange hohle Röhre, furchterregend und gefährlich. "Nun
lachte der Mann, der Fuß und Beine abgetastet hatte: "Nichts
an ihm ist lang und hohl! Er ist mächtig und fest wie eine
Säule!"
So hatte ein jeder nur einen Teil des Ganzen erfaßt
und daraus seinen Rückschluß auf die wahre Gestalt und
Größe dieses Elefantengeschlossen.

 

Alles war richtig und zugleich doch völlig falsch.


Dieses Gleichnis des Buddha zeigt auf:
Wie jene Blindgeborene, sind wir zwar in Berührung mit dem Ganzen,
doch versteifen wir uns auf den Ausschnitt, den wir gerade wahrnehmen.

 

 

 

03.04.2006 um 09:20 Uhr

SCHREIENDE STILLE


Musik: Kate Bush - How to be invisible

play

 


 

Nichts kann tiefer verletzen
als Wortlosigkeit
Nichts kann größer verwirren
als Sprachlosigkeit
Lass mich deine Worte deuten
lesen
verstehen
oder auch missverstehen

Lieber komme ich im Chaos
des gesprochenen Wortes um
als in der schreienden
endlosen Stille

deiner Gedanken

 


@Andreas Kuppers
Bildquelle: W. Lettl


01.04.2006 um 00:36 Uhr

WINDSPIEL

 



Ich mag es so gerne,
wenn der Wind mit meinen Haaren spielt
er mir zärtlich über die Wangen streicht
sich prickelnd auf meinen Bauch legt
mir unter die luftig leichte Bluse fährt
sanft den Nacken liebkost ...

 
Die Natur gibt so viel,
du brauchst dich nur zu bedienen!

Mach dir den Wind
zum zärtlichen Weggefährten

 
@zartgewebt