Z.ART

31.10.2008 um 14:01 Uhr

SCHWERER WERDEN. LEICHTER SEIN.

 

Musik: John Surman – Edges of Illusion

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„Schwerer werden. Leichter sein.“
Paul Celan hat das gesagt.

 

Anselm Grün hat sich in einem seiner
Bücher ein wenig mit dieser Aussage
auseinander gesetzt. Er schreibt:

 

„Schwerer werden. Leichter sein.
Das ist tatsächlich eine Kunst.
Polaritäten nicht ausschließen,
sondern in der Balance leben.
Beachten, was wirklich Wert hat
und damit dem Leben Gewicht geben.
Und unnötigen Ballast abwerfen.
Beides zusammenbringen.
Bodenhaftung und Offenheit.
Verwurzelt und frei leben.
Erdverbunden, himmelwärts."

 


Der spirituelle weltferne Himmelsstürmer
verliert sich nur in seinen eigenen Schwärmereien.
Aber wer nur am Boden klebt,
kann den Himmel nicht in sich tragen.

 

Bildquelle: Kaveh H. Steppenwolf


 

29.10.2008 um 13:20 Uhr

ZIEH AUS DEN ÜBERGROSSEN SCHUH!

 

Musik: Noir Desir

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Bildquelle: unbekannt

 

Tanze Zarte, tanze
zieh doch aus
den übergroßen Schuh
tanz den Himmel
tanz die Hölle
so tanz nur, tanz
tanz immerzu
Tanze barfuß
tanz das Feuer
ist`s auch noch
so brennend heiß
tanz die Kälte
tanz die Seele
brich das Eis


~~~

Dreh dich Zarte
dreh dich
dreh dich wie ein Kreisel
dreh dich immerzu
lass fließen all die Schwere
aus deinem Körper - du


~~~

Steh auf Zarte
steh auf und tanze
zieh ihn aus
den übergroßen Schuh
tanze barfuß
so tanz nur, tanze
tanze immerzu
Tanz die Freude
tanz die Liebe
tanze
und werde leicht
fühl dich in dir zuhause
tanz das Leben
tanz es
dann bist du reich

 

@zartgewebt

 

25.10.2008 um 21:00 Uhr

KUNST UND SCHWEINEREI

 

Musik: Jeanne Balibar
Bilder: Egon Schiele

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Kein erotisches Kunstwerk
ist eine Schweinerei,
wenn es künstlerisch bedeutend ist,
zur Schweinerei wird es erst
durch den Beschauer,
wenn er ein Schwein ist."

 

@Egon Schiele

 

 

22.10.2008 um 16:40 Uhr

UNANSTÄNDIGE KOMBINATION - ZAPPA, SCHIELE, BELLI

 

Musik: Frank Zappa
(his voice is pure sssex … mmh)

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@Egon Schiele

 

Gestern Nacht erst
warst Du wie ein nackter Kämpfer
der über dunkle Felsen sprang.
Ich auf meinem Beobachtungsposten
in der Ebene
sah dich eine Waffe schwingen

 

drück da

 

und heftig in mich dringen.
Ich öffnete die Augen
und noch immer warst du ein Schmied
der den Funkenamboss schlug

 

@Egon Schiele


bis mein Geschlecht explodierte
wie eine Granate
und wir beide starben
im Mondsplitterhagel

 

@Gioconda Belli

 

 

20.10.2008 um 17:50 Uhr

AUSSER MIR!

 

Musik: Karlheinz Stockhausen

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Bildquelle: Katarzyna Widmanska

 

Vorweg, ich mag meine Träume, denn meist sind diese von
angenehmer Konsistenz, zwar vielfach obskur oder skurril,
manchmal auch obszön, doch (fast) nie über das Maß der
Unerträglichkeit hinausreichend. Bis auf einmal, da musste
ich mich zwingen, aufzuwachen. Hört sich eigenartig an,
ich weiß. Nur es musste sein, denn ich hatte im Traum
eine äußerst bizarre Begegnung.

 

Eine Begegnung mit mir selbst.


Das Land war überflutet, wir hatten Hochwasser.
Ich befand mich in der Küche, saß am Fenster und
beobachtete eine Menschenmenge, eine kleine Gruppe
„Gesichtsloser“ (bzw. ich konnte niemanden erkennen),
die schnurstracks, bis zu den Knien im Wasser versunken,
auf das Haus zusteuerte. Mein besonderes Augenmerk
galt dabei dem Rudelsführer, einer zierlichen Person,
sehr kindlich wirkend. Diese trug eine lange,
handgestrickte Weste. Meine Weste. Eine Weste, die
mir meine Mutter als ich noch ein Kind war, gestrickt
hatte. Leider konnte ich die Gesichtszüge dieser
Person nicht erkennen, da diese den Kopf tief gesenkt
hielt und ihn erst hob, als sie sich dem Fenster näherte

 

Ich erschrak.
Ich erschrak sehr!

 

Es starrte mich ein Wesen an, weit entfernt von einer
menschlichen Kreatur, doch ich habe mich in ihr sofort
wiedererkannt. In dem gleichen Moment wusste ich
plötzlich, dass ich „nur träumte“ und sofort aufwachen
musste. Es war wie ein Stoppschild:

 

„Bis hierhin und nicht weiter!“.

 

Ich fand mich auch sogleich im Bett wieder, doch ich
konnte dieses Traumwesen, also „mich“, nicht abschütteln.
Es befand sich noch im Zimmer, stand neben meinem
Bett und starrte mich an. Ich geriet in Panik, wollte
es vertreiben, doch ich konnte mich nicht bewegen; war in
einer ganz seltsamen Starre gefangen. Mit aller Gewalt
versuchte ich mich aufzurichten, das mir dann auch mit
größter Kraftanstrengung gelang, schleppte mich
zur Tür, ergriff die Klinke und … lag augenblicklich
wieder im Bett.

 

Es war zum Verrücktwerden!

 

Ich wusste: „Ich bin wach!“, doch ich konnte das Bett
nicht verlassen; zudem fixierte mich noch immer dieses
Traumwesen. Nur wusste ich auch, dass dieses Wesen
sofort verschwinden würde, wenn ich nur endlich
fähig wäre, das Zimmer zu verlassen. So versuchte ich es
wieder und wieder und wieder …

 

Ich scheiterte immer an der Tür!

 

Ich war am Verzweifeln. Wollte schreien, mit der
Hand nach dem Wesen schlagen …

Es gelang mir schlussendlich - mit Müh und Not.
Der Spuk war vorbei.

 


zartgewebt

 

14.10.2008 um 14:55 Uhr

WELLE DER ERREGUNG

 

Musik: Nouvelle Vague

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In deiner Worte Duft
nehme ich ein Bad
Gedankensüße
die über meinen Körper gleitet.

 

Durch jede Pore
Ritze dringend
sucht sie sich den Pfad
genüsslich
meine Welle der Erregung reitend.

 

@zartgewebt

 

Bildquelle: Mirabilia Images
 
 
 

10.10.2008 um 20:45 Uhr

DARF ICH?

 

Musik: Ane Brun – Don`t leave

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Darf ich das?
Dir ein bisschen Licht bringen,
ein wenig Wärme schenken?
Sag, darf ich das?
Darf ich
Deinen Nacken kosen,
mich an deinen Rücken schmiegen?
Magst Du das?
Sag mir doch
darf ich Deine wunde Stelle fühlen?
Erlaubst du es?

 

Sag nichts.
Du brauchst nichts zu sagen.
Lass es einfach zu.

 

@zartgewebt

 

 

 

05.10.2008 um 20:20 Uhr

HUNGRIG BIN ICH, WILL DEINEN MUND


Musik: The Velvet Underground

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Bildquelle: unbekannt

 

Hungrig bin ich,
will deinen Mund,
deine Stimme,
dein Haar,
und durch die Straßen

zieh ich ohne Nahrung,
schweigend,
nicht sättigt mich das Brot,

die Frühe
lässt mich schwanken,
ich suche

den fließenden Klang
deiner Schritte am Tag.

 

Mich hungert
nach dem Fehltritt deines Lachens,
nach deinen Händen,

von bebender Kornkammer gefärbt,
ich habe Hunger

nach der blassen Kuppe deiner Fingernägel,
deine Haut möchte ich essen

wie die ungebrochne Mandel.

 

Den Blitz begehr ich,
der sich in deine Schönheit gebrannt,
die souveräne Nase

im arroganten Gesicht,
möchte essen

den flüchtigen Schatten deiner Wimpern
und hungrig geh ich hin und her,
witternd in der Dämmerung,
und wie ein Puma

in der Einsamkeit von Quitratúe
suche ich

dein brennendes Herz.

 

@Pablo Neruda

 

 

02.10.2008 um 19:35 Uhr

DAS SPIEL DES LEBENS


Musik: The Alan Parsons Project

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Wir benutzen alle das gleiche Spielfeld, doch
die Spielanleitung ist individuell!

 

 

Jeder spielt nach seinem eigenen Spielplan!

 

 

Vielleicht empfinden wir deshalb manchmal das
„Spiel des Lebens“
als unfair.


Bildquelle: : Oxana Yambykh