Musik: Karlheinz Stockhausen
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Bildquelle: Katarzyna Widmanska
Vorweg, ich mag meine Träume, denn meist sind
diese von
angenehmer Konsistenz, zwar vielfach obskur oder skurril,
manchmal auch obszön, doch (fast) nie über das Maß der
Unerträglichkeit hinausreichend. Bis auf einmal, da musste
ich mich zwingen, aufzuwachen. Hört sich eigenartig an,
ich weiß. Nur es musste sein, denn ich hatte im Traum
eine äußerst bizarre Begegnung.
Eine Begegnung mit mir selbst.
Das Land war überflutet, wir hatten
Hochwasser.
Ich befand mich in der Küche, saß am Fenster und
beobachtete eine Menschenmenge, eine kleine Gruppe
„Gesichtsloser“ (bzw. ich konnte niemanden erkennen),
die schnurstracks, bis zu den Knien im Wasser versunken,
auf das Haus zusteuerte. Mein besonderes Augenmerk
galt dabei dem Rudelsführer, einer zierlichen Person,
sehr kindlich wirkend. Diese trug eine lange,
handgestrickte Weste. Meine Weste. Eine Weste, die
mir meine Mutter als ich noch ein Kind war, gestrickt
hatte. Leider konnte ich die Gesichtszüge dieser
Person nicht erkennen, da diese den Kopf tief gesenkt
hielt und ihn erst hob, als sie sich dem Fenster näherte
Ich erschrak.
Ich erschrak sehr!
Es starrte mich ein Wesen an, weit entfernt
von einer
menschlichen Kreatur, doch ich habe mich in ihr sofort
wiedererkannt. In dem gleichen Moment wusste ich
plötzlich, dass ich „nur träumte“ und sofort aufwachen
musste. Es war wie ein Stoppschild:
„Bis hierhin und nicht weiter!“.
Ich fand mich auch sogleich im Bett wieder,
doch ich
konnte dieses Traumwesen, also „mich“, nicht abschütteln.
Es befand sich noch im Zimmer, stand neben meinem
Bett und starrte mich an. Ich geriet in Panik, wollte
es vertreiben, doch ich konnte mich nicht bewegen; war in
einer ganz seltsamen Starre gefangen. Mit aller Gewalt
versuchte ich mich aufzurichten, das mir dann auch mit
größter Kraftanstrengung gelang, schleppte mich
zur Tür, ergriff die Klinke und … lag augenblicklich
wieder im Bett.
Es war zum Verrücktwerden!
Ich wusste: „Ich bin wach!“, doch ich
konnte das Bett
nicht verlassen; zudem fixierte mich noch immer dieses
Traumwesen. Nur wusste ich auch, dass dieses Wesen
sofort verschwinden würde, wenn ich nur endlich
fähig wäre, das Zimmer zu verlassen. So versuchte ich es
wieder und wieder und wieder …
Ich scheiterte immer an der Tür!
Ich war am Verzweifeln. Wollte schreien, mit
der
Hand nach dem Wesen schlagen …
Es gelang mir schlussendlich - mit Müh und
Not.
Der Spuk war vorbei.
zartgewebt