Z.ART

15.11.2010 um 13:13 Uhr

ACKER UND KROKODIL

Musik: Wim Mertens - Humility

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Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen,

in einer kleinen Siedlung mit

 schmucken Einfamilienhäusern die da

kurzerhand aus dem Boden

gestampft wurden, umgeben von Blühendem,

von Wiesen, Wäldern und Feldern.

Wir Kinder spielten meist im Freien,

die Natur war sozusagen unser Spielplatz,

unser Spielzeug; sie gab viel her.

 

 

 

Ich möchte mir den Acker greifen,

hier,  jetzt, heute, da ich gestern

bei einem wundervollen Spaziergang

 mit Kindheitserinnerungen

regelrecht geflutet wurde.

 

 

Hinter meinem Elternhaus, wenn ich

 den riesigen Garten querte,

grenzte das Feld

eines benachbarten Bauern;

oftmals mit Getreide bepflanzt,

dann und wann auch mit Mais.

Nun, im Spätherbst,

nachdem es gepflügt wurde,

liebte ich es, mich auf einen kleinen,

von meinem Vater gefertigten Schemel

 (er hatte eine Hobelbank)

an den Ackerrand zu setzen,

um dort die befindliche Erde

als Knetmasse zu missbrauchen.

Ich schlickte  jene mit Wasser und

formte daraus Figuren, meist

Krokodile, viele, viele Krokodile.

Krokodile deshalb, da mich als

kleines Mädchen mehrmals ein

Alptraum heimsuchte, worin ich mich

in einem Urwald verirrte und ein

wild nach mir schnappendes Krokodil

den Weg versperrte.

Mein Vater sprang dazwischen,

bot dem gefräßigen Ungeheuer

seinen Daumen an um mich zu retten.

„Nimm, friss!“, sagte er.

Das wollte ich nicht.

Nein, so gar nicht.

  @zartgewebt

 

Bild 1 u. 2 Jeffrey T. Larson Bild 3 @zartgewebt

 

 


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