Z.ART

05.05.2010 um 16:39 Uhr

EINIGES GING DEN BACH RUNTER!

Musik: Die Welt wird alt und wieder jung

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Ich erinnere mich, wenn meine Mutter

Waschtag hatte, war das immer

ein riesengroßes Prozedere.

Die Waschmaschine wurde aus der

winzigen Abstellkammer geholt,

um sie dann mitten im Vorhaus,

das genügend Platz bot, zu „parken“.

Drumherum gruppierte sie

Berge von Schmutzwäsche

(sie wusch nur einmal pro Woche!)

zudem stellte sie auch leere Eimer bereit.

Leere Eimer deshalb, da wir anfangs

noch keinen Kanalisationsanschluss hatten

(ich wuchs in einem kleinen Dorf auf)

und das Schmutzwasser

nach dem Waschgang  ja irgendwo

aufgefangen werden musste.

Aber ja, natürlich hatten wir eine

Senk- bzw. Sickergrube, aber

das ist eine andere Geschichte,

ein gaaaanz andere.

Zum Spülen wurde dann anschließend

die gesäuberte Wäsche in Körbe gepackt

und mittels Handkarren

zu einem nahegelegenen Bach transportiert.

 

Spätestens jetzt schlägt sicher jeder

fassungslos

die Hände über den Kopf zusammen.

 

Aber genau so war es!

 

Dazu sollte man aber wissen, dass

die  Waschmaschine keine Spülvorrichtung

 sowie auch keinen Schleudergang besaß,

und um alle Waschmittelrückstände

restlos aus der Wäsche zu entfernen,

musste diese eben, wie schon oben angedeutet,

geschwemmt werden.

Am Ufer kniend entfiel unseren

zarten Kinderhänden leider so manch Teil

und  ging dabei  auf Nimmerwiedersehen

den Bach runter.

Schelte gab es dafür aber keine.

Na ja, wir haben es ja auch

 nie gebeichtet - zuhause.

@zartgewebt

 

Bildquelle: Jeffrey T. Larson

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 05.05.2010 um 16:51 Uhr:Habt Ihr auch so Holzbottiche gehabt, die man erst eine Weile einweichen mußte, damit sie wieder dicht werden?
    Wir habe die oft einen Tag zuvor in den Regen gestellt, und wenn wir Glück hatten und es regnete stark genug, wurde das aufgefangene Wasser gleich zum Waschen verwendet. Das war schließlich sehr schön weich und sparte Waschmittel. ;-)
  2. zitierentaschenlampe schreibt am 05.05.2010 um 16:57 Uhr:Es gab da auch riesige Waschkessel (Alu?), in denen die Leib- und Bettwäsche tatsächlich auf dem Herd noch "gekocht" wurde.

    Auf dem Foto sieht Wäschemachen sehr idyllisch aus. Wenn das nur in echt auch so wäre! ;o)
    Aber ich will nicht jammern! Gelobt sind die heutigen Waschmaschinen!
  3. zitierenzartgewebt schreibt am 05.05.2010 um 17:03 Uhr:@Zwischenweltler
    Du meinst wohl einen Waschbottich oder Waschzuber ;-)
    Den hatten wir wohl, aber darin wurde nicht Wäsche gewaschen,
    sondern wir Kinder, auch war er nicht aus Holz sondern aus,
    keine Ahnung … Aluminium oder so ;-)
  4. zitierenzartgewebt schreibt am 05.05.2010 um 17:14 Uhr:@taschenlampe
    Jaaaa, das Auskochen von Wäsche auf dem Holzofen (nicht Herd)
    ist mir bekannt, das praktizierte meine Mutter anno dazumal
    auch – aber nur die Weißwäsche kam in den Riesentopf ;-)

    Idyllisch sieht es auf dem Bild aus. Ja!
    Wenn ich zurückdenke, für mich war vieles, sehr idyllisch,
    für meine Ma eher weniger ;-)

    Aber rückblickend sieht man alles mehr oder minder verklärt ;-)
  5. zitierenHApart1 schreibt am 05.05.2010 um 18:39 Uhr:Flaschenpost ist angekommen;
    Am Anfang war es tatsächlich noch das Brett über daß es herging. Dann kam die WM66, gerade paradisisch dagegen - nur die Separate Schleuder ratterte das Haus zusammen, man mußte die ständig festhalten; sonst spielte sie Flumie
  6. zitierenannaswelt schreibt am 05.05.2010 um 18:42 Uhr:Hätte man damals in einen normalen Arbeits- und haushaltstag von heute sehen können wäre das ein utopischer Film gewesen. Wäsche kochen und mit der Hand schrubben kenne ich auch noch aus Kindertagen. Ich fand das schrecklich, weil unsere Mutter dann immer schlechte Laune hatte und uns zu allen möglichen und unmöglichen Aufgaben verdonnerte. Zu den unmöglichen zählte zum Beispiel das Klinken putzen mit "Elsterglanz", auch das Fransen kämmen. Und wehe einer ist später aus Versehen drüber gelatscht. Oder das Treppenhaus wienern. Ich warte heute noch darauf, dass sich da was bei mir verklärt...;)
  7. zitierentaschenlampe schreibt am 05.05.2010 um 18:54 Uhr:@annaswelt: ich hab mir damals geschworen: NIE einen Teppich, Läufer oder eine Brücke mit Fransen!
    Jedesmal wenn eine quer liegen würde, müsste ich auch ans Kämmen denken.
    Treppenhause wienern fand ich okay. Da konnte man danach dann so schön schnell runterrutschen...

    Was ist denn Elsterglanz?
  8. zitierenannaswelt schreibt am 05.05.2010 um 19:01 Uhr:Das war so eine Putzcreme für Metalle. Ekehaftes Zeug. Aber sehr wirksam. Heute gibt es dafür Silberputztücher.
  9. zitierenzartgewebt schreibt am 05.05.2010 um 23:41 Uhr:@HApart1
    Eine separate Schleuder hatten wir später dann auch;
    die war wirklich sehr ungehalten, eckte überall an.
    ~~~
    Du hast Flaschenpost bekommen?
    Und … was sagt er denn so … der Flaschengeist?
    Lass hören! Erzähl!
  10. zitierenzartgewebt schreibt am 06.05.2010 um 00:16 Uhr:@annaswelt und @taschenlampe
    Das Teppichfransenfrisieren zählte zwar nicht zu meinen Aufgaben,
    aber so eine querliegende Franse würde auch mein Auge beleidigen,
    daher kommt mir so ein gefranstes Ding auch nicht ins Haus ;-)

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