EINIGES GING DEN BACH RUNTER!
Musik: Die Welt wird alt und wieder jung

Ich erinnere mich, wenn meine Mutter
Waschtag hatte, war das immer
ein riesengroßes Prozedere.
Die Waschmaschine wurde aus der
winzigen Abstellkammer geholt,
um sie dann mitten im Vorhaus,
das genügend Platz bot, zu „parken“.
Drumherum gruppierte sie
Berge von Schmutzwäsche
(sie wusch nur einmal pro Woche!)
zudem stellte sie auch leere Eimer bereit.
Leere Eimer deshalb, da wir anfangs
noch keinen Kanalisationsanschluss hatten
(ich wuchs in einem kleinen Dorf auf)
und das Schmutzwasser
nach dem Waschgang ja irgendwo
aufgefangen werden musste.
Aber ja, natürlich hatten wir eine
Senk- bzw. Sickergrube, aber
das ist eine andere Geschichte,
ein gaaaanz andere.
Zum Spülen wurde dann anschließend
die gesäuberte Wäsche in Körbe gepackt
und mittels Handkarren
zu einem nahegelegenen Bach transportiert.
Spätestens jetzt schlägt sicher jeder
fassungslos
die Hände über den Kopf zusammen.
Aber genau so war es!
Dazu sollte man aber wissen, dass
die Waschmaschine keine Spülvorrichtung
sowie auch keinen Schleudergang besaß,
und um alle Waschmittelrückstände
restlos aus der Wäsche zu entfernen,
musste diese eben, wie schon oben angedeutet,
geschwemmt werden.
Am Ufer kniend entfiel unseren
zarten Kinderhänden leider so manch Teil
und ging dabei auf Nimmerwiedersehen
den Bach runter.
Schelte gab es dafür aber keine.
Na ja, wir haben es ja auch
nie gebeichtet - zuhause.
@zartgewebt
Bildquelle: Jeffrey T. Larson

Wir habe die oft einen Tag zuvor in den Regen gestellt, und wenn wir Glück hatten und es regnete stark genug, wurde das aufgefangene Wasser gleich zum Waschen verwendet. Das war schließlich sehr schön weich und sparte Waschmittel. ;-)
Auf dem Foto sieht Wäschemachen sehr idyllisch aus. Wenn das nur in echt auch so wäre! ;o)
Aber ich will nicht jammern! Gelobt sind die heutigen Waschmaschinen!
Du meinst wohl einen Waschbottich oder Waschzuber ;-)
Den hatten wir wohl, aber darin wurde nicht Wäsche gewaschen,
sondern wir Kinder, auch war er nicht aus Holz sondern aus,
keine Ahnung … Aluminium oder so ;-)
Jaaaa, das Auskochen von Wäsche auf dem Holzofen (nicht Herd)
ist mir bekannt, das praktizierte meine Mutter anno dazumal
auch – aber nur die Weißwäsche kam in den Riesentopf ;-)
Idyllisch sieht es auf dem Bild aus. Ja!
Wenn ich zurückdenke, für mich war vieles, sehr idyllisch,
für meine Ma eher weniger ;-)
Aber rückblickend sieht man alles mehr oder minder verklärt ;-)
Am Anfang war es tatsächlich noch das Brett über daß es herging. Dann kam die WM66, gerade paradisisch dagegen - nur die Separate Schleuder ratterte das Haus zusammen, man mußte die ständig festhalten; sonst spielte sie Flumie
Jedesmal wenn eine quer liegen würde, müsste ich auch ans Kämmen denken.
Treppenhause wienern fand ich okay. Da konnte man danach dann so schön schnell runterrutschen...
Was ist denn Elsterglanz?
Eine separate Schleuder hatten wir später dann auch;
die war wirklich sehr ungehalten, eckte überall an.
~~~
Du hast Flaschenpost bekommen?
Und … was sagt er denn so … der Flaschengeist?
Lass hören! Erzähl!
Das Teppichfransenfrisieren zählte zwar nicht zu meinen Aufgaben,
aber so eine querliegende Franse würde auch mein Auge beleidigen,
daher kommt mir so ein gefranstes Ding auch nicht ins Haus ;-)