PFUI ZARTGEWEBT!
Musik: Hans Appelqvist
„Rot und blau
is eh net scheee (schön)
pfui – pfui – pfui“
so unsere gemeinen Worte
zu den gruselig anmutenden Truthühnern
die unseren Kinderaugen bei
div. sonntäglichen Ausflügen mit den Eltern
stets ein Dorn im Auge waren
Aber der bösen Worte nicht genug
setzten meine Schwester und ich noch nach
indem wir unsere Zeigefinger missbrauchten
sie uns an die Stirn hielten
und damit wackelten
auch streckten wir die Zunge
Richtung Federvieh und hüpften
wie von einer Tarantel gestochen
von einem Bein aufs andere
Der große Bruder indes
hielt sich im Hintergrund
lachte sich bestimmt ins Fäustchen
ob unserer Torheit
war er doch der Anstifter unserer Missetat
zuhause hielt er uns nämlich vorab
immer einen langen Vortrag
dass uns die Hühner die Augen auspecken
und zudem auch noch
unsere Haare wild zerzausen würden
wenn sich auch nur ein Hauch
von Rot oder Blau
in unserer Kleidung finden würde
würden wir für sie darstellen
trichtete er in unsere Köpfe
und setzte uns so
einen gehörigen Floh ins Ohr
Natürlich beherzigten wir den
(nicht) gutgemeinten Rat
und waren deshalb voller Übermut
wenn wir sozusagen "farblos"
an den besagten Hühnern
vorbeispazierten
Dem großen Bruder
glaubt man natürlich alles
auch heute noch
nimmt er mich gerne
auf die Schippe
@zartgewebt
Bildquelle: Saverio Polloni

eine große Portion Gutgläubigkeit
oder Naivität für uns gepachtet Muffin,
alles sollte man wohl nicht essen,
was man aufgetischt bekommt … ;-)
stoße ich mich nicht Muffin,
ich kann da sogar herzlich mitlachen,
wenn es denn zur baldigen Auflösung kommt,
ich sozusagen „eingeweiht“ werde.
Es ist nur so, dass, wenn ich selbst merke,
ich werde dauernd veräppelt, schleicht sich
ein unangenehmes Gefühl bei mir ein,
dann fange ich an, vieles zu hinterfragen
Worte, Taten … in Frage zu stellen.
Das ist mühsam.