URSCHREI GESUNGEN
Musik: Glenn Hughes - Mistreated
Eigentlich wollte ich ja
etwas Leichtes schreiben
doch mir ist nicht nach
locker, flockig
nicht heute
heute ist mir schwer
Ich weiß, ich sollte diese Schwere
nach außen transportieren
gar mächtig drückt sie
von innen her
gen meinen Brustkorb
doch ich halte still
Dabei ist mir nach
Urschrei
Urschrei in Form von
Gesang
so in der Art
wie es Glenn Hughes
ganz oben vorexerziert
aber dazu
brauche ich viel Raum
damit sich die Schwere
in das All entlädt
um sich darin
gänzlich aufzulösen
@zartgewebt
Bildquelle: unbekannt

Das Bild ist der Hammer. ...
…das weiß ich Serena, bin ja eine fleißige Leserin deines Blogs,
den ich überaus schätze, denn du zeigst dich …
im Gegensatz zu mir – ganz unverblümt.
Ich verpacke (noch) gerne, nichtsdestotrotz
gebe ich sehr viel preis ;-)
Als unschön, würde ich so einen Tag nicht bezeichnen,
wo sich mir der Urschrei aufdrängt …
es ist ja auch kein Tag, wo alles schief läuft oder
ich von einem Fettnäpfchen ins andere trete.
Das wäre für mich dann unschön, da oberflächlich,
das geht nicht wirklich tief; wie ein lästiger Hautausschlag
der juckt und brennt, wo ich aus der Haut fahren möchte.
Aber das, das könnte mir nur einen Frustschrei entlocken,
den ich natürlich hin und wieder praktiziere
(ich kann sehr laut werden), hat aber für mich
nichts mit dem Urschrei gemein.
Wenn mir schwer ist, mir also nach Urschrei ist,
dann deshalb, weil ich spüre, irgendetwas „stirbt“ in mir,
etwas, das sich schon lange vorher angekündigt hat,
ich aber nicht gewillt war herzugeben.
Doch ich kann es nicht aufhalten,
es drückt unaufhörlich nach außen,
es will von mir – entlassen werden.
Das macht mich traurig.
Das macht mich schwer.
Es fühlt sich an wie ein Abschied,
ein Abschied von einem Teil von mir,
der nicht mehr nötig ist
(mir aber lange Zeit sehr bedeutend war),
weil etwas Neues in mir Raum sucht.
Ich kann es nicht wirklich benennen,
ich kann es nicht wirklich beschreiben,
ich kann es nur fühlen.
dass du zuwenig tief darüber nachdachtest,
was ich mit meinen Worten auszudrücken versuchte.
Ganz im Gegenteil Muffin, gerade deine Antwort und
auch dann der Eintrag auf deiner eigenen Seite am 11.1.11
verleitete mich dazu, noch etwas genauer hinzuschauen,
was da gerade so Unsagbares in mir vorgeht.
Liebe Grüße
zartgewebt ;-)
In deinem Kommentar für Muffin beschreibst du wunderschön den Urschrei, so meine ich ihn auch. Mein Problem ist dann immer, dass ich spüre, wie gewaltig er ist, also in der Tat wirklich LAUT... und ich nicht will, dass das jemand hört. Und dann geschieht das höchstens zensiert (zeitlich und räumlich, im Auto) oder eben leiser, also gedämpft, und das ist es nicht mehr... :/ Man sollte in der Hinsicht auch wieder wie ein Kind werden. Einfach schreien. Wer das hört und was der denkt kriegt man eh nie raus. Aber es ist eine Hemmung da. ... Über das Sterben von Etwas bin ich meistens gar nicht so traurig. Es löst ja auch so eine große Kraft aus, die ist schön...
Lieben Gruß, Serena
ist in der Tat eine geschützte Form sich mitzuteilen liebe Serena.
Ich denke, ich habe mir gerade deswegen im Laufe der Zeit,
ganz unbewusst und auch unbeholfen eine Schreibweise angeeignet,
wo ich mein SEIN kundtun kann, ohne die Karten gleich offen
auf den Tisch legen zu müssen, wobei der Stil, wie ich es handhabe,
oft variiert bzw. keine Rolle spielt.
Da habe ich auch gar keine Ahnung davon, von Stil,
von der Rhythmik der Worte, von Lyrik, Gedicht, Poesie
… ich verpacke halt nur gerne ;-o
Wenn`s auspacken gefällt … na ja, da freue ich mich ;-)
~~~
Was den Urschrei anbelangt, er drängt sich mir
übrigens sehr selten auf, spüre auch ich eine Hemmung;
es gehört schon eine Riesenportion Überwindung dazu, um
ihn zu entäußern. Ich mag auch unbedingt alleine sein dabei,
ist wie beim Weinen … sonst halte ich einen Teil zurück.
Auch mag ich ihn lieber im Freien praktizieren, damit diese
gewaltige Energie weit hinausgetragen wird und sich nicht
in einem Raum verfängt.
Beim Singen geht das viel leichter, da fällt auch die Hemmung weg.
Ich merke das schon, wenn ich bloß einen Rockgiganten HÖRE.
(Viele Rocker bringen das einfach!). Schon das Hören alleine,
bringt mir etwas Erleichterung, weil ich mich total gut
einfühlen kann. Eigenartig ist das .
Liebe Grüße auch an Dich
zartgewebt