zettelblog

12.02.2018 um 16:48 Uhr

Afrofusion – mal sehr cool!

von: zettelblog   Stichwörter: Musik, Soziales

Stimmung: gesmooft
Musik: Deena - Mumulete

Es gibt Menschen, die gehen auf ihrem Lebensweg durch eine bestimmte Tür - und Peng - sie sind da, sind angekommen, in einem Leben wie maßgeschneidert. Sie sind halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

So erging es wohl auch Sabrina Herr - geboren 1993 in Baden-Baden.

Eigentlich ist sie Sozialpädagogikstudentin in Berlin, die nach dem Abitur 2012 ein Freiwilligenjahr in Ruanda verbracht hat und von dort aus nach Uganda reiste und als Sängerin entdeckt wurde.

Sie wird im Laufe der Zeit ein „Popstar" in Uganda, die Radiostationen in der Hauptstadt Kampala spielen ihre Songs rauf und runter, sie singt vor bis zu 50.000 Menschen und hat diverse TV-Auftritte - und: sie singt in der Landessprache „Luganda"!

Auf die Frage, wie man ihr Musik-Genre nennt, sagt sie: „Ich nenne mein Genre gerne Afrofusion. Einige Songs sind ugandisch, andere ost- oder südafrikanisch, wieder andere nur mit einem Afrobeat unterlegt und manche gehen mehr in Richtung Dancehall. Aber alle meine Songs haben auch einen westlichen Einfluss." (1)

Ich verstehe zwar nicht im Detail wovon sie singt, aber bei ihrem ersten Song „Mumulete" - was so viel heißt wie „Bring ihn zu mir" - geht es wohl, wie in vielen Popsongs, um Liebe & Liebeskummer. Auf Deutsch und Englisch kennt man solche Songs zur Genüge, auf „Luganda" hört es sich aber mal sehr cool an - ist mal was anderes, und bringt die Sonne in meine kalte Stube. Mittlerweile gibt es mehrere Hits von ihr - einfach mal bei YouTube reinhören!

 

(1) Quelle: http://www.abi.de/orientieren/promi_interviews/deena-interview015135.htm

11.02.2018 um 20:02 Uhr

Aufatmen trotz Elektroschrott?

von: zettelblog   Kategorie: Globalwirtschaft   Stichwörter: Globalwirtschaft, Umwelt, Gesundheit

Stimmung: optimistisch

„Verbesserte“ Luft in Ghana und Nigeria – die Grenzwerte für Diesel und Benzin wurden endlich gesenkt – aber der Reihe nach:

Die sogenannten „Entwicklungs- und Schwellenländer“ sind durch Schadstoffe wie Schwefel und Feinstaub in der Luft wesentlich stärker betroffen als die sogenannten „Industrieländer“. Die schmutzigen Treibstoffe und überwiegend viele Gebrauchtfahrzeuge, in meist üblem Zustand, machen aus der Atemluft eine gesundheitliche Herausforderung.

Da die meisten dieser Länder höhere Grenzwerte für Schadstoffe festgelegt haben, kann die Internationale Wirtschaft dort mit stark schwefelhaltigem Benzin und Diesel große Gewinne erzielen. Die Treibstoffe kommen zum größten Teil aus Europa und den USA.

In Accra, der Hauptstadt von Ghana – in der u.a. auch der Elektroschrott landet (siehe meinen Beitrag vom 24.01.2018) – hat sich, seit dem Jahr 2005 bis heute, die Anzahl der Autos mehr als verdoppelt – die Feinstaubbelastung ist dort fünfmal höher als beispielsweise in London. Auch in Lagos, der Hauptstadt von Nigeria sieht es nicht besser aus – 21 Millionen Einwohner, dessen Zahl sich bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppelt haben könnte.

Internationale Treibstofflieferanten mixen mit dem sogenannten "Blending" Kraftstoffe unterschiedlicher Qualität zusammen, damit es den afrikanischen Grenzwerten entspricht – und die waren in Ghana und Nigeria bis vor kurzem noch sehr hoch und sind es in vielen Ländern der Welt noch immer. In Europa liegt der Grenzwert von Schadstoffen niedriger, so dass dieser Mix – in Industriekreisen als "afrikanische Qualität" bekannt – nur ins Ausland verkauft werden darf, in dem die Umweltstandards schwächer sind. Die Wirtschaft verhält sich eben nicht ethisch, für sie zählt halt nur das Geld. Sie profitiert von den niedrigen Standards für Kraftstoffe in anderen Ländern.

Viele westafrikanische Staaten haben zwar große Erdölvorkommen, jedoch zu wenige Raffinerien in denen sie ihr qualitativ hochwertiges Öl weiter verarbeiten können. Und die Infrastruktur gehört ganz oder teilweise europäischen und amerikanischen Firmen, sie haben sich ganze Teile der Wertschöpfungskette vom Transport des Öls bis hin zur Zapfsäule gesichert. Viele der betroffenen Länder heißen billige Importe darum willkommen. So besitzen diese Firmen in Westafrika Tankstellennetze und große Öltanks und haben somit Einfluss darauf, welche Art von Diesel oder Benzin in Afrika verkauft wird. Also kein Wunder das der Mist dort landet. Die Wirtschaft will Cash machen und die Korrupten Beteiligten in den entsprechenden Importländern ebenso.

Rohstoffhändler wie beispielsweise Vitol (durch Beteiligung an Vivo Energy), AOG, Glencore, die Lukoil-Handelstochter Litasco und Trafigura (durch Beteiligung an Puma Energy) machen u.a. mit derartigen Treibstoffen riesige Profite. Und diese Gewinne werden in manchen Fällen auch mal ziemlich asozial herbeigeführt – so wie es Trafigura im Jahr 2006 zeigte – von einem niederländischen Gericht im Jahr 2010 schuldig gesprochen, weil sie einen Giftmüllskandal auslösten. Sie transportierten 500 Tonnen Giftmüll in die Elfenbeinküste, um es dort zu entsorgen – illegal, der wahre Inhalt der Fracht wurde verborgen gehalten – oder durch korrupte Freaks durchgewunken. Mehrere Einwohner starben an den Folgen, Zehntausende mussten wegen Atemproblemen behandelt werden. Nach einem Monat wurden die Chemikalien wieder abtransportiert und landeten in einer französischen Sondermüllanlage. Trafigura erklärte sich bereit, eine Entschädigung von 150 Millionen Euro zu zahlen – wahrlich günstig für mehrere Tote und geschädigte Menschen und versaute Natur.

Die Grenzwerte werden in „ppm“ angegeben - das Kürzel steht für „parts per million“ (Teile von einer Million). In den „Industriestaaten“ wurde der Grenzwert in den letzten 20 Jahren deutlich reduziert, so dass gegenwärtig der Grenzwert in den USA bei 15 ppm, in Europa bei 10 ppm liegt. Als krasser Gegensatz: Der gesetzliche Grenzwert in Ghana und Nigeria lag bei 3.000 ppm für Diesel und 1.000 ppm für Benzin. Teilweise ergaben Proben in anderen afrikanischen Ländern über 3.000 ppm. Stichproben an mehreren Tankzapfsäulen, durch die Organisation Public Eye (eine NGO), zeigten im niedrigsten Wert 270-300 ppm (Kongo) und im höchsten Wert 2.930-3.780 ppm (Mali).

Ghana und Nigeria verschärften jetzt endlich ihre Bestimmungen. Seit dem 01.07.2017 liegt die Grenze für Schwefel in beiden Ländern bei 50 ppm. Nigeria kündigte außerdem Pläne an, wonach bis 2020 auch alle im Inland produzierten Kraftstoffe die 50-ppm-Marke erfüllen sollen. Wenn jetzt noch der Elektroschrott aus Ghana & Co verschwindet dann kann tatsächlich auch in diesen Ländern wieder „aufgeatmet“ werden – oder?

Wie gesundheitsschädlich die Kraftstoffe im Allgemeinen sind, soll folgender Exkurs in die Chemie und Physiologie aufzeigen, denn er betrifft auch Länder mit niedrigen Grenzwerten – also auch Deutschland. Schließlich zeigen diverse Studien, dass die Motorverbrennungsrückstände wie Feinstaub und Stickoxide in der Atemluft nicht gesundheitsfördernd sind. Zwar ist nicht immer genau zu analysieren, ob die Ursachen von gesundheitlichen Problemen eher das eine oder das andere waren, da beide häufig gemeinsam auftreten, aber die schädigende Wirkung scheint unstrittig zu sein. Denn wissenschaftlich steht fest – zu viel Feinstaub in der Luft hebt den Blutdruck und die Konzentration von Stresshormonen an. Auch erhöhte Entzündungswerte im Blut werden mit Feinstaub in Verbindung gebracht. Überall dort, wo sich besonders viel Feinstaub in der Luft konzentriert, ist die Zahl tödlich verlaufender Schlaganfälle, Herzleiden und Atemwegserkrankungen wie Asthma erhöht. Lungenkrebs scheint ebenfalls gefördert zu werden. Plausibel auch deshalb, weil an der Oberfläche der Feinstaubpartikel häufig krebserregende Substanzen haften, die die Wirkung verstärken. Neben Lungenkrebs gibt es deutliche Hinweise darauf, dass auch andere Krebsformen durch Feinstaub entstehen können.

Feinstaub hat wenig mit dem zu tun, was sich in der Wohnung auf Schränken und Regalbrettern sammelt. Die Wissenschaftler verstehen darunter winzig kleine Partikel, die in der Luft schweben und einen Durchmesser von weniger als zehn Mikrometer haben - ein hundertstel Millimeter. Dabei handelt es sich um Rußpartikel, Reifen-, Kupplungs-, Bremsenabrieb (bei Auto & Bahn), Rückstände aus der Düngung oder Abfallbeseitigung und auch Staub von Baustellen oder der Schüttgutverladung. Je kleiner diese Schwebeteilchen sind, desto leichter können sie in die tiefsten Verästelungen der Lunge eindringen – das schaffen Teilchen, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, also etwa so klein wie Bakterien. Noch problematischer sind die ultrafeinen Teilchen von unter 0,1 Mikrometer, die es sogar schaffen, aus den Lungenbläschen ins Blut und damit überall in den Körper zu gelangen.

Durch den Einsatz von Partikelfiltern in den Dieselfahrzeugen, in den „Industrieländern“, wurde das Problem zwar reduziert, aber es bleibt weiterhin die Belastung durch die Stickoxide – und um die geht es in der aktuellen Dieseldiskussion besonders.

Stickoxide sind gasförmige Verbindungen, die aus Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) bestehen. Dabei handelt es sich entweder um Stickstoffmonoxid (NO) oder Stickstoffdioxid (NO2), die zusammen als „NOx“ bezeichnet werden. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid kommen in der Natur kaum vor. Sie entstehen bei Verbrennungsprozessen, vor allem in Autos und Kraftwerken. Besonders viel Stickoxid emittieren Dieselmotoren, weil der Kraftstoff dort bei höheren Temperaturen verbrennt als im Benziner. Pflanzen werden dreifach geschädigt denn „NOx-Verbindungen“ sind giftig für Blätter und sie überdüngen und versauern die Böden. Außerdem tragen Stickoxide auch noch zur Bildung von bodennahem Ozon bei. Die Stickoxide können sich mit ammoniakhaltigen Gasen aus der Landwirtschaft verbinden und Ammoniumsalze bilden, wodurch sogenannter "sekundärer Feinstaub" entsteht. Dadurch tragen Stickoxide also auch zur Feinstaubbelastung bei.

Etwa 40 Prozent der Luftverschmutzung in den Städten werden allein durch den Verkehr verursacht. Und an diesem Teil der Schadstoffemissionen hat der Diesel, verglichen mit den Benzinmotoren, den deutlich größeren Anteil – immerhin rund 70 Prozent. Insgesamt ist der Straßenverkehr mit weniger als 15 Prozent aber nicht der Haupttreiber der Emissionen - nach Zahlen des Umweltbundesamtes ist die Landwirtschaft für über 60 Prozent des „NOx-Ausstoßes“ verantwortlich. Die Luft in den Städten ist jedoch vor allem durch die Dieselabgase verpestet. Benzinmotoren stoßen zwar kaum „NOx-Gase“ aus, doch auch die Benzinabgase beeinträchtigen die Gesundheit - sie sind vor allem wegen des Feinstaubs schädlich. Dazu kommt, dass Benzinabgase mehr Kohlendioxid enthalten.

Zwar können Stickoxide und Kohlenmonoxid aus dem Benzinmotor durch den Dreiwegekatalysator recht einfach eliminiert werden, aber in Dieselmotoren funktioniert das nur durch eingespritzten Harnstoff („AdBlue“). So können die Stickoxide chemisch aus dem Diesel-Abgas gelöst werden, über die aber nur neue Dieselmotoren verfügen, die die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Hier haben die Autohersteller jedoch getrickst, so dass die Reinigung nur auf dem Prüfstand ihre Arbeit macht(e). Der „NOx-Ausstoß“ war unter realen Bedingungen mehr als sechsmal so hoch wie erlaubt (Untersuchung des Umweltbundesamtes).

Die angestrebten Software-Updates werden jedoch fast gar nichts bringen. Sie würden den „NOx-Ausstoß“ nicht einmal um zehn Prozent reduzieren. Nur ein Hardware-Update würde die Emissionen nachhaltig reduzieren, aber davor drücken sich die Hersteller, vor allem aus Kostengründen (na klar!?) – denn schätzungsweise 1.500 Euro würde eine umfassende Nachrüstung kosten. Bei neun Millionen Euro-5- und Euro-6-Autos in Deutschland wären das Kosten von 13,5 Milliarden Euro.

Die US-Umweltbehörde „EPA“ hat im Jahr 2017 alle verfügbaren Belege für mögliche Wirkungen von Stickoxiden auf die Gesundheit zusammengestellt. Auf dieser Basis haben Wissenschaftler im Mai 2017 im Fachmagazin Nature errechnet, dass in der EU rund 38.000 Menschen vorzeitig gestorben sind, weil Dieselfahrzeuge die gesetzlichen Abgaswerte nicht einhalten.


Asoziale Geldsucht. Wütend


Meine Info-Quellen vom Zettel aus der Zettelbox waren:

- Schweizer Handelszeitung (www.handelszeitung.ch) vom 25.11.2013

- Schweizer Tagesanzeiger (www.tagesanzeiger.ch) vom 16.09.2016

- Deutsche Welle (www.dw.com/de) vom 01.05.2017

- Schweizer Organisation Public Eye (www.publiceye.ch/de) vom 05.07.2017

- Handelsblatt (www.handelsblatt.com) vom 02.08.2017

- Südwestrundfunk (www.swr.de) vom 05.09.2017

- Wikipedia (zu Firma Trafigura) vom 05.01.2018




24.01.2018 um 16:44 Uhr

Sudelei mit elektronischem Unflat

von: zettelblog   Kategorie: Globalwirtschaft   Stichwörter: Globalwirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Soziales

Stimmung: theatralisch

Ich habe keinen Kühlschrank, keine Waschmaschine und auch keinen Fernseher – zum Glück wenn ich darüber nachdenke, was ich auf meinem ersten Zettel aus der Zettelbox lese. Elektroschrott, der in Ländern wie Afrika, Indien, China & Co landet, um dort größtenteils von Kindern und Jugendlichen ausgeschlachtet zu werden – um durch das bisschen Metallkram Geld zum „überleben“ zu bekommen.

Ich habe Laptop, Smartphone und mp3-Player – kann nur hoffen, dass diese für mich wichtigen Geräte nicht eines Tages auch unter den Füßen der sogenannten „Burner“ (Abfackler) landet. Ja hoffen, denn so ausgeschlossen ist diese Sudelei, die mit Recycling und Teilen der „Entwicklungshilfe“ angestellt wird, gar nicht.

Scheinbar gibt es mittlerweile Elektrogerätehersteller, die ihre hergestellten und abgenutzten Altgeräte wieder zurücknehmen – habe ich noch nicht ausprobieren müssen – aber ich höre auch immer wieder, dass es viele gibt, die einen mit dem Altgerät davon jagen. Es ist halt nicht billig, dass sogenannte „Urban-Mining“, also die Geräte der Gewinnung von Rohstoffen durch Recycling zu unterziehen. Diese Altgeräte lassen viele der Hersteller von externen Dienstleistern bei den Einzelhandelsketten und kommunalen Recyclinghöfe abholen. Defekte Geräte werden repariert und können dann legal an Exporteure verkauft und ins Ausland verschifft werden.

Befürworter sagen, diese Form von „Entwicklungshilfe“ kann in den Ländern die digitale Kluft überbrücken – die Armen bekommen so Zugang zum Wissen der globalen Informationsgesellschaft. Kritiker in den Importländern sagen: Wie soll man mit einem Computer ins Internet, der nicht einmal mehr vernünftig hochfährt?

Zudem landen die Geräte garnicht bei den „Armen“ – zumindest nicht im funktionstüchtigem Zustand – die kaufen eher Menschen, die in den belieferten Ländern mindestens zu der „unteren Mittelschicht“ gehören. Ein funktionierender Fernseher kann, beispielsweise in Ghana, schon mal bis zu umgerechnet 70,00 € kosten. Diejenigen, die vom Metallschrottabbau „überleben“, können davon nur träumen – die kommen im Schnitt, durch den Metallverkauf, auf umgerechnet 2,00 € (zwei!). Da machen ganz andere in diesem „Lumpenstück der Sudelei“ ein gutes Geschäft – die Schrotthändler, Zwischenhändler, Exporteure, Logistikunternehmen, Reedereien, Importeure und die Elektrohändler in den Zielländern – ach und bestimmt noch viele andere Glieder in dieser Kette – ja, nicht zu vergessen die Rohstoffhändler – die verkaufen das Gold & Co wieder an den Rest der ("westlichen") Welt.

Jetzt kann man natürlich dagegen halten und feststellen: Da gibt’s doch Gesetze, die den Export von Schrott in diese Länder verbieten. Jahahaa… ich denke da grad an Fleischskandale, Dieselskandale & Co. Dafür gibt es doch auch Gesetze – um alles kann herumgeschlichen werden, so eben auch um das Verbot welches in der Baseler Konvention vereinbart wurde – der Exportbann von Elektroschrott. Die USA hat die Zettel erst garnicht unterschrieben, und die EU ist mit Kontrollen doch keine Herausforderung für die Zwischenhändler,- Ex- und Importeure. Stichpröbchen. Und in den Containern steht die „Ware“ vorne und der „Unflat“, der Scheißdrecksschrott hinten – ist doch alles längstens bekannt. Eine neue EU-Richtlinie ist seit 01.01.2016 in Kraft: Exporteure müssen nachweisen, dass ihre „Waren“ im Ausland „wiederverwendet“ werden. Hahahaa… ja, wird ja „wiederverwendet“ – als Umweltzerfetzender Brennklumpen um an Gold, Coltan und Kupfer zu kommen – die „Mittelschicht“ guckt zumindest ganz real, ganz „Entwicklungsgefördert“, in die Röhre. Ja, Röhre – die nehmen beispielsweise in Ghana nicht so gerne Flachbildschirmgeräte, die vertragen die ständigen Stromausfälle nicht so gut.

Wenn man sich mal vorstellt – mehr als 100.000 t dieser teils funktionierenden,- aber zu 80% defekten und kaputten Geräte aus Deutschland, landen in diesen Ländern. Ein Gewichtsbeispiel macht das Kopfkino begreifbarer: Der Eifelturm in Paris wiegt etwa 10.000 t.

Auch aus anderen Ländern, Schweiz – Großbritannien – USA – Korea, donnert täglich der „Unflat“ (mein Lieblingswort des Tages) hinein.

Etwa 500 Container erreichen jeden Monat (!) den Hafen „Tema“ in Ghana (im Januar und Februar etwa 1.000 Container, wegen dem Aussortieren der Altgeräte nach Weihnachten in den Exportländern) – und ich habe hier auf meinem Zettel nur den Stand vom Jahr Stand 2009!

Und meine Litanei geht noch weiter – ich bleibe mal bei dem Beispiel Ghana in Afrika:

Auf der „Müllhalde“, die pauschal in einem Stadtteil der Hauptstadt, ja in einem Slum liegt, warten auf die „Abfackler“ neben den begehrten Rohstoffen (Gold, Coltan und Kupfer) auch gesundheitsschädigende Elemente und Chemikalien wie beispielsweise Blei, Quecksilber, bromierte Flammschutzmittel, Phthalate, chloriertes Dioxin, Furane, polychlorierte Biphenyle, Cadmium, Antimon, Chrom usw.

Zum Anzünden der Schmelzfeuer werden meist Isolierschaumstoffe aus Kühlschränken und Plastikgehäuse genommen!

Auf den Geräten stehen alle gängigen Firmennamen: Philips, die deutsche Billigmarke Medion, Siemens, Microsoft, Apple, Dell, Sony, Nokia, Canon usw.

Und um meine Theatralik noch zu steigern: Es stehen doch tatsächlich Schilder an der „Müllhalde“ in Ghanas Hauptstadt „Accra“, in dem beschriebenen Slum Namens  „Abogbloshie“. Dort steht (übersetzt): „Arbeiten nur mit Handschuhen,- festem Schuhwerk,- Augen- und Mundschutz.“

Ist das Humor oder ein generöser Hinweis? Das kann sich da keiner leisten! Die dürfen ja nicht mal krank werden – Medikamente? Ärzte? Ha! Bei den Dämpfen, dem Rauch – ja der ganzen Scheiße die da rumliegt,- rumfliegt und eingeatmet wird – da wird keiner wirklich alt.

Durch die „Müllhalde“, fließt ein Fluss - er ist schwarz wie Tinte und mündet am vermüllten Strand in den Atlantik – wo sich die freigewordene Chemikalienpampe in den Meeresfischen anreichert. Die „Müllhalde“ war noch zur Jahrtausendwende ein beliebtes Brutgebiet für europäische Zugvögel!

Greenpeace entnahm im Jahre 2008 Luft- und Bodenproben rund um Accra – die Bleikonzentration lag 100-fach über dem Wert der als gesundheitlich unbedenklich gilt. Auch die Umweltschutzorganisation „Pure Earth“ nahm Proben. Diese im Jahre 2013 entnommenen Luft,- Boden- und Wasserproben gaben Anlass dazu, dass sie den Ort für einen der zehn am stärksten verseuchtesten Orte der Welt erklärten.


Soviel dazu. Und es mag sein, dass man mir nun Borniertheit vorwirft, aber vieles auf der Welt ist ja stets subjektiv – oder doch Alles?


So, nun bin ich fertig mit meiner Litanei – mit der „Sudelei und dem Unflat“.


Meine Info-Quellen vom Zettel aus der Zettelbox waren:

- Greenpeace Austria News vom 05.08.2008

- Spiegel-Online vom 06.12.2009

- Bundesumweltministerium von 2009

- Zeit-Online vom 24.07.2014

- ARD-Panorama vom 24.07.2014 um 21:45 Uhr

- heise.de vom 30.07.2014

- RP-Online vom 25.04.2017

 

18.01.2018 um 22:44 Uhr

Prämiere

Stimmung: manisch

Bin heute schon wieder ein Jahr älter geworden (stöhn) und stelle gerade freudig fest, dass auch der von mir hochgeschätzte Kabarettist Volker Pispers heute Geburtstag hat - herzlichen Glückwunsch zum 60sten... Und, würde er heute noch leben, Oliver Hardy! Er wäre heute 126 Jahre alt geworden - damit hätte er dann zu den seltenen Rekordhaltern gehört... Wie gern ich doch „Dick & Doof" immer gesehen hatte - damals, in den 80ern, in meiner Kindheit... Gern gesehen hatte ich auch die „ZDF-Hitparade" mit Dieter Thomas Heck - die Sendung wurde heute vor 49 Jahren zum ersten Mal ausgestrahlt...

Hach ja, wie die Zeit vergeht?!