Willkommen in Valkenvania

24.11.2010 um 13:07 Uhr

Wunschzettel zu Weihnachten

von: elfatuo   Kategorie: Gschichten

Es ist jedes Jahr die gleiche Crux... Konsumkonform muß man zum Hochfest des Konsums materialistisch befriedigbahre Bedürfnisse äußern um aktiv am Konsum teilzunehmen (nein, das ist kein Zitat aus "das Kapital" - könnte aber hinkommen :D... Im Klartext heißt die Frage: Was wünscht ich mir zu Weihnachten? - Insbesondere von der Familie! Wie gesagt - es muß ja ohne großen Aufwand zu erwerben sein! Also immaterielles wie: Ein real existierendes Liebes- und Beziehungsleben, Glück, Gesundheit, Erfolg  scheidet da schon mal aus...

Ich tue mich generell seit Jahren mit dieser Frage schwer - der Punkt ist ja der: Als Kind möchte man alles mögliche haben und freut sich hinterher über das was man bekommen hat; als Student hatte man nicht so viel Geld und das Argument, man möchte lieber was schönes haben wurde dann durch das Argument - man solle lieber was sinnvolles bekommen, auf Grund seiner wirtschaftlichen Lage - geplättet. Es gab dann immer Carepakete aus Socken, Unterwäsche, Bettwäsche u.s.w. für den notleidenden Studenten... Und nun, nun sehe ich mich in der Lage mir schöne und / oder sinnvolle Sachen auch selber zu kaufen.

Ich find es auch relativ ätzend einen Zettel anzufertigen, von wem ich was mir wünsche und dann auch kriegen muß - das ist ja wie eine Einkaufsliste nur ohne Bezahlen und mit Auspacken...

Nun ja, ich habe mir überlegt eine neue Kategorie Bedürfnisse zu öffnen: Dinge, die ich mal haben könnte, aber eigentlich nicht haben muß (oder brauch?). Gemeinerweise könnte ich mir auch etwas aus der Kategorie "Dinge die ich haben möchte - die ich aber nie finde / die es wahrscheinlich gar nicht gibt" wünschen - wie eine Antigutschkofferraummatte für den Smart / ein günstiges Jackett, das passt und nicht schrottig aussieht / ein Rolleßtisch für mein Sofa u.s.w. wünschen... Aber lassen wir die Kirche im Dorf immerhin komm ich langsam in ein Alter, in dem meine Alten von ihren Eltern nur noch n Pfund Kaffee und n bisschen Geld bekommen haben und die tollen Geschenke an uns Kinder gingen... 

Zum Glück muß ich auf der Arbeit keine Krawatten tragen!!

13.11.2010 um 12:42 Uhr

Die Sache mit der Elster...

von: elfatuo   Kategorie: Gschichten

Nun, es soll ja Zeiten gegeben haben, da musste man seine ganze Lohnsteuererklärung mit einem Stift auf Papier schreiben und es dann bei seinem Finanzamt in den Kasten mit der Aufschrift "Briefe" stecken - nicht in den weiter unten an der Straße mit dem Männchen und dem Papierkorb drauf :D - dann musste man alles noch mal schreiben... Nun aber jetzt gibt es ja die Elster!

 

Die Elster ist in diesem Fall ein diebischer Rabenvogel, sondern ein Programm vom Finanzamt. Und es soll die Lohnsteuererklärung vereinfachen... Das schöne an der Elster ist, wenn man sich einmal damit auseinander gesetzt hat und überall das richtige eingetragen hat, kann man sich im nächsten Jahr mit der Elster viel Zeit sparen... Die Elster übernimmt die Daten des letzten Jahres! Man muß als nur am Anfang überlegen, ob man "Kapitalerträge gemäß Punkt 75 aus nicht EU-Banenenrepubliken gemäß Punkt 56, die aber nicht in Zeile 45 eingetragen wurden" hat oder nicht - im Folgejahr muß man sich nur überlegen ob das auch so geblieben ist. D. h. wer jedes Jahr exakt die gleichen Einkünfte hat, das gleiche für Kranken- und Lebens- und Renten- und andere Versicherungen bezahlt und sich exakt jedes Jahr den gleichen Krempel kauft, den er unter Werbungskosten angibt kann in fünf Minuten fertig sein... also eine schöne Sache!

 

Jetzt wird die Elster aber noch schöner: Bislang musste man den Krempel dann anschließend doch ausdrucken / unterschreiben und zum Finanzamt radeln um ihn in den Kasten lauf Wort 27 aber nicht lauf Wort 35 stecken. Jetzt gibt es aber eine neue Möglichkeit: Man kann die Lohnsteuererklärung einfach mit der Elster wegschicken – Nein! Mit dem Internet! Vorher muß man sich aber registrieren. Da aber ja bekanntlich im Internet jeder sich für jeden Blödsinn registrieren lassen kann – und auch gelangweilte Netzwerkrechner aus russischen Großbüros nach Feierabend dies wahrscheinlich machen um die Revolution der Maschinen voranzutreiben – ich schrieb darüber – benötigt man eine sichere Registrierung. Sichere Registrierung läuft jetzt so ab: Man trägt seine persönlichen Daten bei dem Onlinenest von der Elster ein und die Elster / bzw. das Finanzamt schickt einem dann eine E-Mail und einen echten Brief per Post – in diesen Schriftstücken steht dann drin, wie es weiter geht... das ist alles sehr geheimnisvoll – fast wie in einem Jugendkriminalroman... Warum der Brief per Post kommt ist ja klar: Es gibt bislang keinen Roboter oder Computer, der einen einfachen Hausbriefkasten öffnen kann! Wann die E-Mail kommt ist auch klar: Innerhalb von 30 – 40 Tagen, wenn die dann nicht gekommen ist, hat man was falsch gemacht und muß noch mal das Nest von der Elster besuchen... oder man druckt den Krempel aus und radelt zum Finanzamt...

 

 

12.11.2010 um 11:45 Uhr

Irrungen in der Welt der Mode

von: elfatuo   Kategorie: Gschichten

Mann hat es ja nicht leicht – schon allein was den allgemeinen Konsum angeht... Oft ist es ja so man geht in los um Produkt xy – oft auch noch zu einem bestimmten Preis n – zu kaufen und muß feststellen das es das nicht gibt... Und das im konsumorientierten Kapitalismus! Ein Beispiel: Man hat eine kleine Feier und denkt sich zu der könnte man ja mal schöne neue Klamotten anziehen – irgendwas farbenfrohes, was nicht dick macht... und geht in ein Klamottengeschäft – hinten rechts findet man auch irgendwann fünf Quadratmeter Herrenabteilung. Zu erkennen ist es daran, das an den Wänden nicht Bilder von schnuckeligen Mädels in flauschigen Pullovern durch steinige Bachlandschaften hüpfen, sondern unrasierte zottelige Typen in unmöglichen Norwegerpullies... gut, man will ja Klamotten kaufen und nicht Bilder anschauen – und zur groben Abteilungsorrientierung reichen die Bilder ja. Also wendet man sich den Klamotten zu und findet bald auch was, was einem gefällt – nur die richtige Größe gibt es nicht (mehr?) – allgemein scheint es hier für richtige Männer nur Unterwäsche und T-Shirts zu geben – die richtig schicke Oberbekleidung gibt es nur für so halbe Hämpflinge. Der Mode-Konzern ist also der Auffassung, das richtige Männer eh nur in Unterwäsche und T-Shirt rumrennen? Naja macht ja nichts, gibt ja noch mehr Klamottenläden... Also in den nächsten, die fünf Quadratmeter Herrenabteilung gesucht. Hier wird man dann auch noch von irgend so einem Hip-Hop-Krempel akustisch zugemüllt... die meisten Produkte des Konzern fallen schon mal durch, weil irgendein Müll drauf steht -> Wer das Shirt produziert hat steht hier z.B. über gut 50 % des Produktes geschrieben. Das Erschreckende viele Hersteller glauben seit der Erfindung des Siebdruckes, das Klamotten beschriftet sein müssen, tendenz steigend! Das ist doch bei anderen Produkten auch nicht so... Kein Auto würde sich besser verkaufen, wenn quer über Dach / Motorhaube und Kofferraum noch mal der Hersteller und das Gründungsdatum des Konzerns stehen würde...

Naja zurück zum Thema letztendlich hat man auch hier was passables gefunden – dreht es noch mal um – nicht das Hersteller und Gründungsdatum der Firma auf dem Hintern stehen – stellt aber leider fest, das es das Produkt nicht in der richtigen Größe gibt und geht weiter... Nun bislang waren es ja die eher günstigen Läden... also zu einem teureren Hersteller... Gleiches Spiel: Größe nicht da. Ja, was kann man da noch machen? Beleidigt sein – DVDs kaufen gehen (die passen immer) und nach Hause... Wenn man so was nun schon öfter hatte fängt man langsam zu verzweifeln an – ev. ist man ja größentechnisch doch zu fett? Es gibt nur einen Weg es rauszufinden: Man geht in ein Spezialgeschäft für fette Männer! Die Verkäuferin hat ziemlich doof geschaut, als ich gesagt habe, ich würde Klamotten für mich suchen und nicht für meinen fetten Zwillingsbruder... Ich habe mir dann bestätigen lassen, das ich noch locker 15 – 20 Kg zunehmen könnte, bevor ich in dem Laden überhaupt was finde...