Willkommen in Valkenvania

02.04.2011 um 11:17 Uhr

Francois Lelord - Hectors Reise

von: elfatuo   Kategorie: Buchkritik

Ich habe ja vor einigen Monaten schon über Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen" geschrieben und nun habe ich auch endlich Francois Lelord - "Hectors Reise" - also sein bekanntestes Buch gelesen. (Nachdem alle möglichen Frauen gesagt haben, daß ich das lesen soll :))

Nun, zuerst ist "Hectors Reise" kein Fachbuch, sondern ein Roman und der Schreibstil ist auch ein anderer: Der Stil ist einfach und sehr verständlich fast "kindgerecht" - also vom reinen Lesen her - vom Inhalt her weniger. Also im Prinzip wie bei den Simpsons oder bei "wenn Elfen helfen"... oder wie beim kleinen Hobbit...

Nun ja, es geht in diesem Buch um das Glück und um ein Grundproblem der Medizin und speziell der Psychiatrie: Viele sind nicht wirklich krank und man kann ihnen als Arzt oder als Therapeut nicht wirklich helfen! Hier geht es um die "Wohlstandsdepression" - also die "Keratokunjunktivitis sicca" der Psychiatrie :) - und die Suche nach dem Glück... 

Nun, was muß man über dieses Buch sagen: Das Buch liest sich gut weg und... es macht sogar, beim Lesen, glücklich... also: Viel Spaß dabei !

09.01.2011 um 13:02 Uhr

Frau Ella von Florian Beckerhoff

von: elfatuo   Kategorie: Buchkritik

Nun ja, es prallen Welten aufeinander - mindestens zwei... Einerseits der unter dem Leben leidende dreißigjährige Single; andererseits die mit dem Leben bereits fertige Witwe Ende achtzig... und beide beginnen zu leben... Gut, neu ist das Motiv "jung trifft alt" nicht. Die älteste Interpretation, die mir grade einfällt ist "Heidi" und bei genauerer Betrachtung gab es schon in der "Arthussage" ein ähnliches Motiv... Aber das Buch ist trotzdem lesenswert. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht beider Protagonisten erzählt und die Welt des anderen erscheint immer exotisch... Ich habe noch nie soviel übers Eier kochen gelesen und mich dabei so gut amüsiert...

07.10.2010 um 20:07 Uhr

Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen

von: elfatuo   Kategorie: Buchkritik

Das es Spaß macht an seinen Mitmenschen herum zu analysieren und sie in kleine Schubladen zu stecken, ist bekannt. Das Problem ist nur, wer versucht einigermaßen vernünftiges und von der Psychologie fundiertes Hintergrundwissen zu erwerben – wird von der Fachliteratur vor den Kopf gestoßen. Es scheint, als haben die Psychologen ihr Fachwissen hinter einer hohen Mauer aus seitenlangen ermüdenden Definitionen  versteckt. Fachbücher sind zwar irgendwo lesbar aber langweilig... Nun möchte man sich als Laie mit Charaktereigenschaften auseinander setzen und einfach seine Mitmenschen in ihren Ansichten etwas mehr verstehen, sei einem dieses  Buch empfohlen:

 

 

„Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen“ von Christophe André.

 

Klar und einfach und mit vielen Beispielen werden dort viele überspitzte Charaktertypen gezeigt und es wird auch immer darauf hingewiesen, daß es immer Mischformen gibt. Alles ist sehr verständlich. Einige der schwierigen Menschen findet man in seinem Umkreis wieder. Jedes Kapitel endet mit einem Selbsttest – klar Psychologie ohne Tests geht nicht. In den Tests findet man sich selbst nun auch mal mehr mal weniger wieder und kann sich an die berühmte eigene Nase fassen – sind wir nicht alle ein bischen schwieriger Mensch?

 

Also ein durchaus empfehlenswertes Buch.

 

05.07.2008 um 21:09 Uhr

Doctor Fine - Samuel Shem

Ja, meine erste Buchkritik - es bleibt einem auch nichts erspart...

Herr Shem hat ja das Standartwerk für angehende Ärzte geschrieben -> "House of God" (und er hatte recht mit dem, was er in dem Buch beschrieben hat, auch wenn man sagen muß: "Zum Glück ist die deutsche Arbeitswelt eines Arztes (noch nicht?) so schlimm, wie die eines amerikanischen Kollegen") und so wurde ich neugierig auf seine anderen Werke und kaufte mir "Doctor Fine"...

Das Buch handelt von einem amerikanischen jüdischen freudschen Psychoanalytiker, der in Boston praktiziert, mit einer Jüdin verheiratet ist, dessen "bester" Freund irischer Schauspieler ist und der von einem psychopathischen Killer verfolgt wird... Obwohl ich weder Amerikaner, noch Jude, noch Freudianer, noch Psychoanalytiker, noch Bostoner, noch verheiratet, noch Ire, noch Schauspieler und schon gar nicht verfolgt bin, hätte das Buch durchaus Potential gehabt, mir zu verfallen... Hat es aber nicht.

Gut, das Buch hat jede Menge interessante Handlungsstränge: Er digitiert von einem alten Miesepeter zu einem fröhlichen Menschen und wieder zurück, seine Frau verlässt ihn und kommt wieder um sich mit ihm zu streiten, der Killer schlägt wieder zu, seine Kollegen hassen ihn, sie gurken rund um die Welt, die Patienten tun merkwürdige Dinge, es gibt genug Stoff für eine ganze Dailysoap... trotzdem ist das Buch über weite Strecken nur laaangweilig!

Bis zum letzten Viertel gibt es jedenfalls hin und wieder mal Sex oder Krimi um den Leser bei Laune zu halten – danach nicht mehr. Den größten Fehler, den der Autor begeht, ist, daß er zu früh aufdeckt, wer der Killer gewesen ist - und es war nicht die Person, die ich mir gewünscht habe, sondern die, von der man es sowieso erwartet hätte... Der Rest ist dann so ähnlich wie in "Offene Zweierbeziehung" von Dario Fo - ätzend langweiliges Ehegedönse und das auch noch ohne italienisches Temperament.

Ich habe das Buch lange versucht zu lesen - immer wenn ich nichts besseres dabei hatte - und hab dann irgendwann kurz vor Schluß aufgehört - weil es mich nicht mehr interessiert hat...