Nikotin gehört zu den stärksten Suchtfaktoren überhaupt und war bislang immer klar mit der Zigarette verbunden. Es ist bekannt, dass jedoch nicht nur das Nikotin in Zigaretten ungesund ist, sondern auch Millionen weitere Schadstoffe, die beim Rauchen in die Lunge inhaliert werden. So wundert es nicht, dass Menschen immer mehr nach Kompensationsmöglichkeiten suchen, um die Nikotinsucht anders zu befriedigen und den Sprung vom Tabak weg ohne Genusseinbußen zu schaffen. Doch welche Optionen gibt es?

Snus als beliebte tabakfreie Option ohne Rauch

Eine Methode aus dem skandinavischen Raum hat es nach Europa geschafft. Die Rede ist von Snus, den modernen Nikotinbeuteln, die keinen Tabak enthalten, sondern mit Nikotinsalzen angereicherte Pflanzenfasern.

Um die Snus Wirkung zu entfalten, legt der Nutzer das Beutelchen unter die Oberlippe. Dort wird der Wirkstoff über die Mundschleimhaut direkt in den Blutkreislauf aufgenommen.

Ein Vorteil dieser Methode ist, dass keine Verbrennung mehr stattfindet und die Atemwege von Teer und Kohlenmonoxid verschont bleiben. Nebenbei ist die Methode des Nikotinkonsums weniger störend für dritte Personen, weil kein Rauch entsteht.

E-Zigaretten funktionieren anders als Tabakzigaretten

In Deutschland haben rund vier Prozent der Bevölkerung die E-Zigarette für sich entdeckt. Das Konsumverhalten erinnert haptisch an klassisches Rauchen, auf Tabak wird dabei aber verzichtet. Anstelle einer Pflanze wird eine aromatisierte Flüssigkeit, bestehend aus Propylenglykol und Glycerin, verdampft. Der Nutzer inhaliert somit keinen Rauch, sondern ein Aerosol.

Diese Liquids sind in verschiedenen Nikotinstärken erhältlich, was Verbrauchern die Möglichkeit bietet, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Da die typischen Schadstoffe einer brennenden Zigarette wegfallen, gilt das Dampfen in der Wissenschaft als weniger schädlich für die physische Gesundheit. Die psychologische Komponente und die Haptik bleiben erhalten, das kann den Entzug von der Zigarette erleichtern.

Tabak-Erhitzer bieten kaum Mehrwert gegenüber der Zigarette

Im Gegensatz zur E-Zigarette nutzen Tabak-Erhitzer echten Tabak, der in Form von kleinen Sticks in ein elektronisches Gerät gesteckt wird. Das System erhitzt den Tabak auf etwa 350 Grad Celsius, um ein nikotinhaltiges Aerosol zu erzeugen, ohne dass die Pflanze tatsächlich verbrennt. Die Hersteller werben damit, dass dadurch weniger Schadstoffe entstehen als beim klassischen Rauchen.

Unabhängige gesundheitliche Analysen zeigen jedoch, dass diese Produkte im Vergleich zu echten Alternativen wie Nikotinkaugummis oder E-Zigaretten einen geringen Mehrwert bieten. Da weiterhin echter Tabak im Spiel ist, nimmt der Körper dennoch zahlreiche krebserregende Substanzen auf. Zudem bleibt die feste Bindung an den Tabakgeschmack und das Rauchgefühl bestehen, wodurch sich diese Methode kaum für eine echte Entwöhnung eignet.

Schnupf- und Kautabak gehören zu den selten genutzten Varianten

Zu den traditionellen Formen des tabakbasierten Konsums gehören Schnupf- und Kautabak, die in der modernen Gesellschaft nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Beim Schnupftabak wird das feine Pulver über die Nase aufgenommen, während Kautabak im Mund bewegt wird, um das Nikotin freizusetzen.

Beide Möglichkeiten verzichten völlig auf den Zug über die Lunge, haben dafür aber andere Risiken im Nasen- und Mundbereich. Da es Schnupf- und Kautabak schon lange gibt zeigen die beiden Optionen auch, wie stark das Interesse an Alternativen zum Rauchen schon viele Jahre ist.

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