Pflegende Angehörige tragen eine enorme Verantwortung. Sie helfen bei der Körperpflege, übernehmen den Haushalt, organisieren Arzttermine, kümmern sich um die Medikamenteneinnahme und stehen oft rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei geraten die eigenen Bedürfnisse schnell in den Hintergrund, insbesondere, wenn außerdem einer Arbeit nachgegangen wird oder (weitere) Kinder versorgt werden müssen. Pflege ist körperlich und emotional anstrengend und kann zusätzlich zum normalen Alltag schlichtweg überfordernd sein. Ganz besonders belastend wird es, wenn Angehörige dement und in ihrem Verhalten immer unberechenbarer oder aggressiv werden und nahestehende Personen möglicherweise nicht mehr erkennen. Die meisten pflegenden Angehörigen leben dauerhaft unter Stress und haben dadurch ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Deshalb ist es sehr wichtig, sich Unterstützung zu suchen.
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Erschöpfung und Burnout sind keine Seltenheit
Viele Menschen fühlen sich ihren Angehörigen gegenüber verpflichtet, wenn diese aufgrund von hohem Alter, Behinderung oder Erkrankung, Hilfe in ihrem Alltag benötigen. Man möchte für sie da sein, oft auch etwas zurückgeben, und sicher sein, dass die eigenen Eltern, Kinder oder der Lebenspartner stets gut und liebevoll umsorgt werden. Die Pflege eines nahestehenden Menschen kann sogar sehr erfüllend sein. Gleichzeitig kann sie aber auch belastend werden, vor allem, wenn sie über viele Monate oder Jahre hinweg erfolgt. Laut einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aus dem Jahr 2023 verbrachte die Hauptpflegeperson durchschnittlich 49 Stunden pro Woche mit der Pflege, es handelt sich demnach häufig gewissermaßen um einen Vollzeitjob. Generell zehren Schlafmangel, Sorgen um die Gesundheit des Pflegebedürftigen und das Gefühl, ständig verfügbar sein zu müssen, an den Kräften. Nicht selten entwickeln pflegende Angehörige Symptome eines Burnouts. Dabei handelt es sich letztlich um eine Form der Erschöpfungsdepression, die durch anhaltende Überlastung entstehen kann. Typische Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, innere Leere, Gereiztheit, Schlafstörungen oder das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Wer solche Warnsignale bemerkt, sollte sie ernst nehmen. Die eigene Gesundheit sollte keinesfalls vernachlässigt werden. Und nur wer selbst gesund bleibt, kann langfristig auch für andere da sein.
Entlastung ist auch ohne Umzug ins Pflegeheim möglich
Pflegebedürftig zu werden ist oft nur schwer zu akzeptieren. Der Verlust von Autonomie ist in den meisten Fällen schmerzhaft, das eigene Leben verändert sich zwingend. Viele Betroffene möchten jedoch so lang wie möglich an Vertrautem festhalten. Dabei steht an erster Stelle das Leben im eigenen Zuhause. Ein Umzug ins Pflegeheim soll oft möglichst lange vermieden werden, auch wenn das bedeutet, dass die Pflege schwieriger zu organisieren ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten, pflegende Angehörige zu entlasten, während die pflegebedürftige Person weiterhin in den eigenen vier Wänden lebt. Oft genügt es bereits, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Pflege sollte möglichst keine Ein-Personen-Aufgabe sein. Deshalb lohnt es sich, zu überlegen, welche Aufgaben andere Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn übernehmen können. Wichtig ist dabei, offen über Grenzen zu sprechen und deutlich zu machen, wenn die eigenen Kapazitäten überschritten werden. Und auch die Art der Hilfe muss festgesteckt werden, denn beispielsweise Hilfe beim Waschen oder Toilettengang sind so intim, dass sie nicht jeder übernehmen kann und sollte. Vielleicht kann aber jemand regelmäßig die wichtigsten Einkäufe erledigen, während eine andere Person Arztbesuche begleitet. Viele Menschen bieten ihre Hilfe gerne an, wissen aber nicht, wo Unterstützung benötigt wird. Wenn man konkrete Aufgaben benennt, macht es das anderen leichter, sich einzubringen. Schon kleine Entlastungen können im Alltag einen spürbaren Unterschied machen.
Hilfe von Fachkräften dank ambulanter Pflegedienste
Die Arbeit von ambulanten Pflegediensten sorgt oft für die größte Entlastung von pflegenden Angehörigen. Die Pflegeprofis kommen regelmäßig vorbei und können professionell Aufgaben der Grundpflege, wie das Waschen, Ankleiden oder die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme übernehmen. Darüber hinaus führen sie im Rahmen der Behandlungspflege bei Bedarf medizinische Verordnungen der Ärzte aus, wozu beispielsweise die Medikamentengabe, das Wechseln von Verbänden oder das Verabreichen von Injektionen gehören. Manche Pflegedienste können darüber hinaus mit diversen Aufgaben im Haushalt beauftragt werden. Die Mitarbeiter der Pflegeagentur 24 möchten mit ihrer Haushaltshilfe Essen und Umgebung entlasten und reinigen beispielsweise die Wohnung, spülen das Geschirr, waschen Kleidung und Bettzeug, kaufen Lebensmittel ein und übernehmen viele weitere alltägliche Aufgaben, die in einer Pflegesituation möglicherweise nicht mehr zuverlässig erledigt werden können. Die Rund-um-Unterstützung durch geschultes Personal nimmt Angehörigen nicht nur körperliche Schwerstarbeit ab, sondern schenkt ihnen auch dringend benötigte Zeitfenster für die eigene Erholung.
Finanzielle Unterstützung nutzen
Viele Betroffene wissen gar nicht, welche Leistungen ihnen zustehen. Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, können Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Dazu gehören unter anderem auch sogenannte Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro pro Monat. Diese können genutzt werden, um Unterstützung im Haushalt oder andere entlastende Angebote zu finanzieren. Ab Pflegegrad 2 können ambulante Pflegedienste zudem mit Hilfe von Pflegesachleistungen der Pflegeversicherung finanziert werden. Ab dieser Pflegestufe kann ebenso die sogenannte Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Dabei übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Ersatzpflegekraft, wenn die Hauptpflegeperson vorübergehend ausfällt. Dies ist für bis zu sechs Wochen pro Jahr möglich. Das schafft wichtige Freiräume und Entlastung, denn niemand kann rund um die Uhr und das ganze Jahr über verfügbar sein. Auch pflegende Angehörige werden krank, benötigen Erholung oder möchten einmal verreisen. Ambulante Pflegedienste beraten in der Regel zu den verfügbaren Leistungen und helfen dabei, die jeweils passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Wissen erweitern für mehr Sicherheit und effizientere Pflege
Pflege ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viele Menschen unvorbereitet trifft. Häufig ist sie mit Ängsten verbunden, etwas falsch zu machen oder etwas Wichtiges zu vergessen. Wer die Pflege eines Angehörigen übernimmt, profitiert deshalb erheblich davon, das Pflegen von Fachleuten zu lernen. Pflegekurse vermitteln praktische Fähigkeiten für den Pflegealltag. Sie zeigen beispielsweise rückenschonende Techniken, geben Tipps zur Organisation der Pflege und helfen dabei, typische Herausforderungen besser zu bewältigen. Und auch Pflegeberatungen können wertvolle Hilfestellungen bieten. Sie informieren über Leistungen, Unterstützungsmöglichkeiten und individuelle Lösungen für die jeweilige Pflegesituation. Wer gut informiert ist, fühlt sich auch sicherer und kann die Pflege effizienter gestalten. Das reduziert die Belastung oftmals deutlich. In letzter Zeit gibt es zudem immer mehr Bemühungen, Pflegende zukünftig digital zu unterstützen. KI-Helfer, Telepflege und andere digitale Pflegeanwendungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit bald üblich, um Pflegepersonal, aber auch pflegende Angehörige zu entlasten. Es lohnt sich, hier auf dem Laufenden zu bleiben und den Umgang mit neuen Technologien zu erlernen.
In den Austausch mit anderen Betroffenen gehen
Typischerweise fühlen sich pflegende Angehörige oft allein mit ihren Sorgen und Herausforderungen. Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise können dabei helfen, dieses Gefühl zu überwinden, denn der Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen bietet die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen, praktische Tipps zu erhalten und nicht zuletzt emotionale Belastungen zu verarbeiten. Vielen Betroffenen tut es gut, mit Menschen zu sprechen, die ihre Situation aus eigener Erfahrung nachvollziehen können. Gleichzeitig entstehen häufig neue Kontakte und Unterstützungsnetzwerke, die den Pflegealltag erleichtern, indem man sich gegenseitig aushelfen kann. In den meisten Städten gibt es entsprechende Gruppen. Außerdem stehen diverse digitale Angebote wie beispielsweise die App in.kontakt, zur Verfügung, die speziell für pflegende Angehörige entwickelt wurde.
Sich selbst nicht vergessen
Viele pflegende Angehörige haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich Zeit für sich selbst nehmen. Doch Selbstfürsorge ist kein Zeichen von Egoismus, sondern gesund und eine wichtige Voraussetzung dafür, langfristig helfen zu können. Hinzu kommt, dass viele pflegebedürftige Menschen große Angst haben, ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Häufig sind sie sogar erleichtert, wenn ihre Liebsten Unterstützung annehmen und sich nicht vollständig für die Pflege aufopfern. Es ist völlig in Ordnung, sich mit Freunden zu treffen, Hobbys nachzugehen oder auch mal in den Urlaub zu fahren. Jeder verdient es, sich gut um sich selbst zu kümmern.

