Wer Produkte verkauft, braucht Etiketten. Das klingt banal, aber die Wahl des richtigen Etiketts entscheidet über mehr als nur die Optik. Haltbarkeit, Verarbeitung, gesetzliche Vorgaben und nicht zuletzt die Kosten hängen direkt davon ab, wie und wo Sie Ihre Etiketten bestellen.

Gerade Rollenetiketten haben sich als Standard in der professionellen Produktkennzeichnung etabliert. Ob Lebensmittel, Kosmetik, Getränke oder Industrieprodukte: Wer regelmäßig etikettiert, kommt an der Rollenform nicht vorbei. In diesem Artikel erklären wir, worauf Sie achten sollten, wenn Sie professionell Etiketten drucken lassenund welche Fehler Sie vermeiden können.

Warum Rollenetiketten die bessere Wahl sind

Der wichtigste Unterschied zu Etiketten auf Bogen: Geschwindigkeit. Individuelle Etiketten auf Rolle lassen sich deutlich schneller verarbeiten, egal ob von Hand oder maschinell. Sie ziehen das Etikett einfach vom Trägerband ab und kleben es auf. Kein Suchen, kein Ablösen von einzelnen Bögen.

Für Unternehmen, die täglich etikettieren, macht das einen spürbaren Unterschied. Eine kleine Brauerei, die von Bogenetiketten auf Rollenetiketten umgestiegen ist, konnte ihre Etikettiergeschwindigkeit von 120 auf 400 Flaschen pro Stunde steigern. Statt zwei Mitarbeitern erledigt jetzt eine Person die Arbeit.

Neben der Geschwindigkeit sprechen weitere Gründe für die Rollenform:

  1. Platzsparende Lagerung: Rollen brauchen weniger Platz als gestapelte Bögen.
  2. Maschinenkompatibel: Etikettenspender und automatische Produktionslinien arbeiten ausschließlich mit Rollenetiketten.
  3. Kein Mindestbestellwert: Moderne Digitaldruckereien produzieren bereits ab 1 Stück. Im Digitaldruck fallen keine Einrichtungskosten oder Stanzgebühren an.
  4. Mehrere Motive pro Bestellung: Bis zu 50 verschiedene Designs in einem Auftrag, ideal für Produktlinien mit mehreren Sorten.
  5. Online konfigurierbar: Format, Material, Menge und Veredelung wählen Sie direkt im Konfigurator. Der Preis ist sofort sichtbar.

Die richtige Materialwahl: Papier oder Folie?

Die Materialfrage ist der häufigste Stolperstein bei der Bestellung. Viele Kunden wählen aus Gewohnheit Papier, obwohl ihr Produkt eigentlich eine Folie braucht. Die Faustregel:

Papieretiketten eignen sich für trockene Innenräume. Büro, Versand, Lager, Regalbeschilderung. Sie sind günstiger als Folienetiketten und bieten brillante Farben. Wer Marmelade im Hofladen verkauft oder Versandkartons beschriftet, ist mit Papier gut bedient.

PP-Folienetiketten sind die richtige Wahl, sobald Feuchtigkeit ins Spiel kommt. Getränke im Kühlregal, Kosmetik im Bad, Reinigungsmittel, Tiefkühlprodukte. Folie ist wasserfest, ölbeständig und UV-stabil. Temperaturbeständig von minus 20 bis plus 80 Grad Celsius.

Rollenetikett

Dazwischen gibt es Sonderfälle:

Transparente Folie erzeugt den sogenannten No-Label-Look. Das Etikett verschmilzt optisch mit der Verpackung, nur das Design bleibt sichtbar. Beliebt bei Getränkeflaschen und hochwertiger Kosmetik.

Nachhaltige Materialien wie Graspapier oder Recyclingpapier sind für umweltbewusste Marken relevant. Bio-Produkte, Naturkosmetik und regionale Lebensmittel profitieren davon, dass das Material die Markenwerte unterstreicht.

Klebstoff: permanent, ablösbar oder abwaschbar?

Der Klebstoff ist mindestens so wichtig wie das Material. Drei Varianten stehen zur Wahl:

Permanent haftend ist der Standard. Das Etikett bleibt dauerhaft auf dem Produkt. Geeignet für alle Anwendungen, bei denen das Etikett nicht entfernt werden soll.

Ablösbar bedeutet: Das Etikett lässt sich rückstandsfrei entfernen. Sinnvoll bei zeitlich begrenzten Aktionen, Rabattaufklebern oder Produkten, die später umdekoriert werden.

Abwaschbar ist speziell für Mehrwegverpackungen. Das Etikett löst sich bei Kontakt mit Wasser oder Lauge. Standard bei Mehrwegflaschen in der Getränkeindustrie.

Formen und Formate: Was ist möglich?

Vier Grundformen decken die meisten Anwendungen ab:

  1. Rechteckig: Der Klassiker für Produktinformationen, Versandetiketten, Barcodes.
  2. Rund: Für Siegel, Verschlussaufkleber, Logos.
  3. Oval: Beliebt bei Flaschen und Gläsern.
  4. Freiform: Konturgeschnitten nach Ihrem Motiv. Kostet bei modernen Druckereien keinen Aufpreis, weil der Laserschnitt die klassische Stanze ersetzt.

Bei den Formaten ist der Spielraum groß. Von 10 x 10 mm bis 900 x 300 mm ist alles möglich. Typische Größen nach Branche:

Bierflasche 0,33 l: ca. 70 x 90 mm. Weinflasche 0,75 l: ca. 90 x 120 mm. Honigglas 500 g: rund 80 mm Durchmesser. Kosmetiktiegel 50 ml: rund 40 mm.

Drei Fehler, die immer wieder passieren

Fehler 1: Falsche Wickelrichtung. Bei Handetikettierung spielt die Wickelrichtung keine Rolle. Sobald aber ein Etikettenspender oder eine Maschine zum Einsatz kommt, muss die Wickelrichtung stimmen. Sonst zieht die Maschine das Etikett verkehrt herum ab. Die Angabe finden Sie im Handbuch Ihres Geräts. Gleiches gilt für den Kerndurchmesser: 40 mm Wickelkern passt in Tischspender, 76 mm ist der Standard für industrielle Produktionslinien.

Fehler 2: Druckdaten ohne Beschnitt. Das Motiv endet direkt an der Schnittkante, das Ergebnis sind weiße Blitzer am Rand. Legen Sie immer 2 mm Beschnitt an. Texte und wichtige Elemente mindestens 3 mm vom Rand entfernt platzieren.

Fehler 3: Falsches Material für den Einsatzzweck. Ein Papieretikett auf einer Flasche, die im Eiswasser liegt, löst sich nach Minuten. Testen Sie im Zweifelsfall mit einem Probedruck, bevor Sie die Hauptauflage bestellen.

Kosten: Was Rollenetiketten wirklich kosten

Die Preise hängen von vier Faktoren ab: Material, Format, Auflage und Veredelung.

Ein konkretes Beispiel: 100 Papieretiketten im Format 40 x 70 mm kosten ab etwa 69 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bei 5.000 Stück liegt der Stückpreis bei rund 3 Cent. Versand innerhalb Deutschlands ist bei den meisten Anbietern kostenlos.

Die günstigste Option ist immer Papier ohne Veredelung. Wer Heißfolienprägung, Soft-Touch-Oberfläche oder Folienkaschierung möchte, zahlt mehr, bekommt dafür aber ein Etikett, das sich deutlich hochwertiger anfühlt.

Moderne Digitaldruckverfahren haben die Etikettenproduktion grundlegend verändert. Früher brauchten Sie Druckplatten, Stanzwerkzeuge und Mindestauflagen von mehreren Tausend Stück. Heute produzieren HP Indigo Digitaldruckmaschinen einzelne Etiketten in Offsetqualität, ohne Einrichtungskosten. Das macht professionelle Rollenetiketten auch für Startups und Testprodukte erschwinglich.

Gesetzliche Anforderungen: Was auf das Etikett muss

Je nach Branche gelten unterschiedliche Kennzeichnungspflichten. Lebensmittel brauchen Zutatenverzeichnis, Nährwerttabelle und Mindesthaltbarkeitsdatum. Kosmetikprodukte verlangen INCI-Listen und Chargenkennung. Chemische Produkte müssen GHS-konform gekennzeichnet sein, mit Gefahrensymbolen, Signalwörtern und H- und P-Sätzen.

Diese Pflichtangaben bestimmen das Etikettenformat. Ein kleines rundes Siegel reicht für ein Logo, aber nicht für eine vollständige Nährwerttabelle. Planen Sie das Format deshalb immer vom Inhalt her, nicht vom Design.

Nachhaltigkeit: Öko-Etiketten auf dem Vormarsch

Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr. Immer mehr Hersteller setzen auf umweltfreundliche Etikettenmaterialien:

Recyclingpapier: Aus Altpapier hergestellt, bis zu sieben Mal wiederverwertbar.

Graspapier: Biologisch abbaubar und kompostierbar. Benötigt in der Herstellung deutlich weniger Wasser als herkömmliches Papier.

Bio-basierte Folien: Aus nachwachsenden Rohstoffen, aber trotzdem wasserfest und haltbar.

Der Trend geht klar in Richtung ökologischer Materialien. Bio-Produkte, Naturkosmetik und regionale Lebensmittel verkaufen sich besser, wenn die Verpackung die Nachhaltigkeitsbotschaft visuell unterstützt. Ein Graspapier-Etikett auf einem Honigglas erzählt eine andere Geschichte als eine hochglänzende Folie.

Für wen sich Rollenetiketten besonders lohnen

Rollenetiketten sind nicht für jeden Einsatz die beste Lösung. Wer einmal im Jahr 20 Adressaufkleber druckt, ist mit dem Bürodrucker besser bedient. Aber für diese Zielgruppen sind Rollenetiketten die klar bessere Wahl:

Manufakturen und Kleinproduzenten, die regelmäßig etikettieren, profitieren von der schnellen Verarbeitung und der Möglichkeit, auch kleine Mengen professionell drucken zu lassen.

Startups, die neue Produkte testen wollen, können einzelne Etiketten bestellen, ohne gleich Tausende abnehmen zu müssen.

Gastronomie und Hotellerie, die saisonale Produkte anbieten, brauchen flexible Etikettierung mit schnellem Designwechsel.

Industriebetriebe, die Produkte mit Barcode, Chargennummer oder GHS-Kennzeichnung versehen müssen, arbeiten mit automatischen Produktionslinien, die ausschließlich Rollenetiketten verarbeiten.

So finden Sie den richtigen Anbieter

Drei Kriterien helfen bei der Auswahl:

  1. Mindestbestellmenge: Gute Anbieter drucken ab 1 Stück. Wer eine Mindestbestellmenge von 500 oder 1.000 Stück verlangt, ist für Kleinauflagen nicht geeignet.
  2. Materialauswahl: Je mehr Materialien zur Verfügung stehen, desto besser können Sie das Etikett auf Ihren Einsatzzweck abstimmen. 20 Materialien sind ein guter Richtwert.
  3. Probedruck: Ein seriöser Anbieter bietet einen Probedruck an. So prüfen Sie Material, Druckqualität und Passform, bevor Sie die Hauptauflage bestellen.

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