Aus dem Leben eines Taugegarnichts

26.04.2004 um 17:21 Uhr

Alt und Jung

Musik: Mary and the soldier

Iiiiiigitt, was für ein Wetter. *Türzumach* *Heizungaufdreh*
Heute mach ich nichts mehr.
Immerhin habe ich gestern endlich einen Papiercontainer gefunden, jetzt kann ich mich zurücklehnen und mich gut fühlen. :-P Warum erinnert mich das jetzt nur an Kyrandia? ("Eine Flöte?! Ich komme, um dich zu holen, Malcolm, und ich habe jetzt eine Flöte!")

Jedenfalls war das gestern auf dem Weg zu meiner Oma, die im Altersheim wohnt. Hin und wieder kann einem in einer solchen Einrichtung ein drückendes, flaues Gefühl überkommen.
Dann wieder: Die Leute da sind zu einem überwiegenden Teil ausgesprochen freundlich (Bewohner wie PflegerInnen) (außer natürlich meiner Oma :-P) und besitzen eine Eigenschaft, die ich wie kaum eine andere an Menschen liebe: Schrulligkeit. Manche von denen sind total cool drauf.
Da wäre zum Beispiel Frau M. (Namen aus erinnerungstechnischen Gründen geändert), die den lieben langen Tag vor sich hinschimpfen kann, dafür muss noch nicht mal einer in der Nähe sein, und einen Grund braucht es dafür auch nicht. Besonders gern streitet sie sich mit Herrn P. Desto überraschter war ich, als sie eines Sommers plötzlich draußen saßen und gemeinsam gesungen haben. Und das klang gar nicht soo schlecht!
Auch zu erwähnen sei die Dame, die an uns mit einem höflichen Lächeln auf den Lippen vorbeistürmte. Als mir meine Mutter erzählte, dass sie bereits 98 war, musste ich ihr erstaunt hinterherstarren.
Des weiteren erzählte sie mir von einer etwas verwirrten Dame, Frau B., die eines Tages zu meiner Oma (in deren Abwesenheit) ins Zimmer kam, sich auszog und eine Orange schälte. Da kam meine Mutter ins Zimmer und grüßte sie freundlich, nachdem sie die erste Verwirrung überwunden hatte. Als sie dann einen strahlenden Gruß von Frau B. zurückbekam, fragte sie sie nach ihrem Namen.
Frau B. :"B. *lächel*"
Meine Mutter strahlt sie daraufhin noch einmal freundlich an, grüßt sie noch einmal mit ihrem Namen und macht sich dann zum Pfleger auf.
"Könnten sie bitte mal Frau B. aus meinem Zimmer holen? *g*"
"*stöhn* Wo ist sie denn jetzt schon wieder?!"

Natürlich ist das nicht der einzige Fall geistiger Verwirrung in diesem Heim, und nicht immer ist es lustig, aber ich finde die Tatsache immer beruhigend, dass die Betroffenen selbst es nicht so mitbekommen. Außer natürlich, sie wissen nicht, wo sie sind und haben das Gefühl, unbedingt nach hause zu müssen, weil sie doch ihren Angehörigen helfen müssen...

Wir haben also meine Oma abgeholt und sind zu meiner Tante gefahren, wo wir Omas Geburtstag gefeiert haben, mit allerhand Verwandten, darunter meine Schwester mit Tochter und meine Cousine mit Töchtern. Letztere kann ich irgendwie nicht mehr leiden, seit sie so arg in kleine Kinder verschossen zu sein scheint. Eine Frau, die nicht der Meinung ist, dass Kinderwickeln, -füttern und -herzen das höchste Glück auf Erden ist, scheint für die irgendwie widernatürlich. Und überhaupt kam an diesem Tag natürlich von allen Seiten die bekannten Phrasen wie "Und wann willst du endlich?", "Und wie fühlt man sich so als Tante?" und blablablubb.

Hat mich irgendwie an einen Witz erinnert, in dem eine Frau sinngemäß erzählte:
"Früher hasste ich es auf Hochzeiten zu gehen. Tanten und großmütterliche Bekannte kamen zu mir, piekten mir in die Seite, lachten und sagten: "Du bist die Nächste."
Sie haben mit dem Mist aufgehört, als ich anfing, auf Beerdigungen das Gleiche zu machen...

Ich hab es vorgezogen zu schweigen und die fette, aber extrem süße und liebe Nachbarshündin zu streicheln. Später wurde ich dann von den Töchtern meiner Cousine entführt und genötigt, Plasteline/Suralina/Knete zu formen. Na, mit denen kann man doch wenigstens noch was anfangen!

24.04.2004 um 17:32 Uhr

Faul sein ist wunderschön...

Stimmung: Life, I love you, all is groovy
Musik: Scarborough Fair/Canticle, Simon & Garfunkel

So, wer noch immer nicht einsieht, dass ich ein Taugegarnichts bin (das kannst du drehen und wenden, wie du willst, Poca, ich tauge weniger als du, ätsch!), der führe sich die Fakten vor Augen:
Nicht angemeldet, Müllproblem ungelöst (kann mir wenigstens jemand sagen, wo in Zwickau Papiercontainer stehen?!?!), Antrag, der mir Geld einbringt, noch nicht gestellt (to-do-Ding für heute), noch immer zwei Umzugskartons nicht ausgepackt (krieg den Krempel nirgends unter und brauch ihn gerade nicht...), mein Auto hab ich in den letzten 3 Jahren kein einziges Mal gewaschen und gesaugt hat es zum Glück meine KFZ-Werkstatt, ich hatte es schon satt, mich bei den Leuten, die zu mir ins Auto gestiegen sind, zu entschuldigen, weil ihre Schuhe dreckig wurden. ;-)

Dafür steht auf meiner imaginären Liste für heute exzessives Faulenzen: Lesen, Internet und endlich mal wieder Zork nemesis (*schmacht*) installieren und spielen. Abends vielleicht Chat bei einem gepflegten Glas Katlenburger Brombeerwein (@Mel: War heute nochmal bei Globus, stell dir vor: Die haben den Met aus dem Sortiment genommen, da stand nicht mal mehr der Premium-Met! Life sucks.) und ein Marburger-Patchoulli-Laden-Sandelholz-Räucherstäbchen (Hab ich schon erwähnt, dass ich an dieser Stelle immer "Rächerstäbchen" schreibe? Recht amüsant, wenigstens war es noch nie ein "Rächerstäubchen") neben einer Kerze.
Das wird toll *plan*. Vorher könnte ich auch mal wieder ein Bad bei drei Kerzen und entspannendem pseudo-irischem Gedudel nehmen... hach! Das Leben ist geil! Oh, da hab ich aber noch viel vor, ich sollte dann mal langsam anfangen *gg*

23.04.2004 um 14:33 Uhr

Freitag!

Stimmung: Ich brauche Urlaub. Oder wenigstens das Geld dafür.
Musik: Granemore Hare

Netterweise habe ich freitags immer frei. Da dachte ich mir, ich kann heute mal diverse Sachen erledigen.
Also habe ich mich schon früh (vor 10 *g*) voller Tatendrang auf den Weg zur Stadtverwaltung gemacht, schließlich bin ich - Asche auf meine Tomaten! - noch immer nicht angemeldet (weiß jemand, was das so an Ordnungsgebühr kostet? ) und auch meine (ich kann dieses Wort nicht mehr ersehen!) Mülltonne steht noch immer unbeachtet im Keller (noch immer zugestellt).
Eigentlich sind die Öffnungszeiten freitags ja auch gar nicht so schlecht: 8-11:00.
An geraden Kaldenderwochen.
Lasst mich raten, diese ist eine ungerade.

Habe mich daraufhin voller Frust ins Einkaufszentrum aufgemacht, wo ich ohnehin mal wieder seit langem hin wollte (mein letzter Klamottenkauf liegt etwa 6 Monate zurück, der davor wieder etwa so lange...), habe meiner Schwester ein leiiiiiiiiiiiiicht verspätetes Geburtstagsgeschenk (sie hatte am 9.1.) und mir eine langersehnte Leinenhose (sie sitzt, sie sieht gut aus, sie war günstig) gekauft. Danach habe ich sämtliche Schuhläden abgeklappert (meine fallen schon auseinander). Aber findet mal Läden, die auch Schuhe verkaufen und keine Folterwerkzeuge. Ich glaube, ich werde demnächst in Socken durch die Gegend laufen, tu ich zuhause auch, warum also nicht in gut gefegten Straßen?
Im Winter bleib ich halt zuhause.

Wenigstens macht der Job ein bisschen Spaß, derzeit verzeichne ich einen Bestand aus den 80ern (*umsortier* *nummerier* *durchles* *fluch*), was nicht ganz uninteressant ist, manchmal aber frustrierend. Jedenfalls hatte ich neulich was nettes: Da war auf einem Antwortschreiben, in dem im Prinzip stand "Yo, gelesen, aber wir nix zuständig", über dem Eingangsstempel der Vermerk "So kann man auch antworten."
Nett, heute würde man kurz "fick dich" schreiben.

Kornblumenstatus: Meinen Kinderchen wächst ein fünftes Blatt! *hips*

20.04.2004 um 18:43 Uhr

Met und Globus über alles...

Musik: Old friends, Simon&Garfunkel

@ Weibsbild/Chris: Ich finde nicht, dass es uns zu denken geben sollte, wenn wir unsere Einkäufer per Blog regeln."

@ Mel: Ich war gestern bei Globus, sie hatten natürlich nur noch 3 Flaschen. Eine hatte ich noch da, also fehlt noch eine. Hätten sie nicht noch diese eine Flasche stehen haben können?
Natürlich wurde ich dort wie immer von einer netten Dame annimiert, ein Gläslein Wein zu probieren, was ich allerdings (Autofahrerin und Aldi-Tetrapack-Wein-nicht-von-Edeltropfen-unterscheiden-Könnerin) kurz angebunden aber freundlich ablehnte. Kurz darauf fuhr ich also mit meinen drei Metflaschen da vorbei, na die Dame wird auch gedacht haben...

Was gibt es sonst zu berichten? Hach ja, seit gestern abend ist so unglaublich viel vorgefallen.... ich fange besser gar nicht erst an zu erzählen, sonst finde ich dann wieder kein Ende...

19.04.2004 um 17:35 Uhr

...noch mehr Müll...

Stimmung: faul. Mal so zur Abwechslung..
Musik: The Helmsman

Nein, ich habe mein Müllproblem natürlich noch nicht gelöst. Meine kleine Zettelaktion wurde leider komplett ignoriert, also werde ich mich dann wohl doch anmelden müssen. Die Frage ist nur, wann, schließlich haben die genau dann auf, wenn ich auf Arbeit bin. Freitags könnte ich, aber will ich meinen Müll wirklich bis Freitag weiterschimmeln lassen?
*seufz* Dann werde ich also diese Woche die Tonne aus dem Keller kramen (die meine Möbelpacker ganz grandios zugelagert haben) und erstmal ohne Aufkleber rausstellen.
Ich warne euch, ich sehe eine Made und töte den nächsten halbwegs Verantwortlichen, der mir vor die Nagelfeile läuft!

Was das Papier angeht: Das stapelt sich ebenfalls fleißig. Hatte letzte Woche eine Hausmitbewohnerin, die mir im Treppenhaus arglos über den Weg lief, gestoppt und über vorhandene Papiercontainer in der Nähe interviewt.
Nachdem sie mich eine halbe Minute reden lassen hatte, wobei sie mit keiner Miene verriet, dass sie meine Sprache überhaupt verstand, erklärte sie mir den Weg zu gleich zwei Containern undeutbar gestikulierend und Formulierungen wie "die Straße runter und dann rüber" (welche Straße, wo rüber? Hä??) gebrauchend. Als dann auch ein Nachfragen meinerseits keine brauchbaren Informationen außer "Richtung Post" mehr zu Tage förderte, gab ich resigniert auf und machte mich ein anderes Mal in die gewiesenen Richtungen und die, die es eventuell hätten sein können, auf.
Nichts. Natürlich.
Aber ich gebe nicht auf, ich werde diesen Papiercontainer finden, und wenn es das letzte ist, was ich in dieser Stadt tue (und verdammt, das könnte es in der Tat werden!)

Was sonst bisher geschah: Das Wochenende intensiv zur Entspannung genutzt: Arbeit im elterlichen Garten, anschließendes Extreme-Relaxing im Kurbad Schlema. Ich liebe dieses Dampfbad! Auch wenn ich noch immer skeptisch bin, was die Radonkonzentrationen angeht, die in den Bädern dort als Heilmittel eingesetzt werden. Aber was soll 's, dann strahl' ich halt wieder mal etwas mehr... wenn es schon die Sonne nicht tut...

So, dann mach ich mich gleich mal auf den Weg ins hiesßige Globus und bringe Mel (*wink*) die gewünschten Flaschen Met mit, wenn sie sie noch haben (wenn nicht, haben sie sie sicher nächste Woche.).
Wobei mir eine Story zu Globus und Met einfällt:
Einmal war also das Metregal leer (hier bitte die Musik vom "weißen Hai" einfügen), also bin ich natürlich zur Information getingelt und habe nachgefragt. Die Dame ging dann ans Telefon und ich bekam Gesprächsfetzen mit in Richtung "...ah ja, und wollen Sie die dann gleich einräumen?..... Aha, in Ordnung, dann machen wir das so." Daraufhin drehte sie sich zu mir um und sagte mir ins Gesicht, dass der Met alle sei und erst demnächst wieder nachgefüllt werde und ließ mich am Regal zurück.
Glücklicherweise brauchte ich einige Zeit, um mich zu sammeln (und mir ein paar geeignete Flüche einfallen zu lassen, sowas in Richtung Haarausfall, Hundekacke auf allen Wegen und reißende Schnürsenkel), denn keine fünf Minuten später kam ein netter junger Mann des Weges, der dank des Kartons voller Metflaschen ziemlich gut aussah und vor meinen nun gänzlich verwirrten Augen das Metregal auffüllte.
Ich: "Hey, auf Sie hab ich gewartet!"
Er: "Das hab ich mir schon gedacht *grins*."

Wieder ein Trauma mehr von der Seele geschrieben und damit verabschiede ich mich auch schon wieder ins Globus...

Ich vergaß:
Kornblumenstatus: Meine sechs Kinderlein sind nicht höher geworden, haben aber nun schon vier Blätter. Diesmal ist die Erde sehr viel lehmiger als letztes Jahr, ich hoffe, das macht ihnen nichts aus...

15.04.2004 um 19:38 Uhr

Geburtstage, Kornblumen und Müll

Täglich eine gute Tat!
Meine bestand heute darin, meine Oma zum Lachen zu bringen. Ich weiß zwar nicht, was so lustig daran ist, dass ich junge schwarze Zwergkaninchen (mit klitzekleinen Öhrchen und schwarzen Äuglein und.... ich bin ja schon still...) niedlicher finde, als Babys, auch wenn es sich dabei um meine Nichte handelt, aber egal, sie hat gelacht und Lachen ist gesund.
Besonders, wenn man 80 Jahre alt ist.
Und die Enkelin den Geburtstag vergessen hat.
Also ich hab ihn ja nicht komplett vergessen: An dem Tag, an welchem wo da war, war ich eine der ersten, die angerufen haben. Aber in dem Monat hatte ich sechs mündliche Prüfungen und einen Umzug (ihr könnt es langsam auch nicht mehr hören, richtig?) und mitnichten daran gedacht, dass man ja auch noch ein Geschenk besorgen müsste.
Was schenkt man einer 80 Jahre alten Frau?!

Aber immerhin weiß ich schon, was ich meiner Schwester schenken werde.
Ok, die hatte Anfang Januar Geburtstag... aber dafür hatte sie meinen Geburtstag auch schonmal vergessen. Gut, dass sie mir auf meine Frage, was ich ihr schenken soll, auch geantwortet hat!
Ich bin wirklich ein Taugegarnichts.

Wenigstens meiner automütterlichen Pflicht bin ich nun endlich nachgekommen und habe Bilbo in die Werkstatt gebracht. Ist gar nicht so viel zu machen, diesmal, halt mal wieder eine Durchsicht.... (....die vor reichlich 7000 km nötig gewesen wäre...), dürfte gar nicht so teuer werden. Hoffe ich.
Es beunruhigt mich nur, dass sich der Autodoktor so viele tausend Male bedankt hat.

Das beste war allerdings, als ich von da nach hause gelaufen bin. Prangte doch groß und breit ein Schild an der Häuserwand, auf dem in blauen Lettern geschrieben stand:
" K O R N B L U M E "
Wer hätte ein solches vermutet?
Da gibt es zwei Straßen von meinem neuen Domizil tatsächlich eine Gaststätte namens Kornblume!
Natürlich erhellte sich mein ohnehin ob des schönen Wetters strahlendes Lächeln auf die Lichtstärke einer Supernova, und wären nicht Passanten in der Nähe gewesen hätte man wohl noch den ein oder anderen Laut von mir gehört und ein Centi fröhlich vor sich hin springen sehen.
Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der mit mir da rein essen geht (es hängt keine Karte draußen) und mir selbiges bezahlt (ich bin so e bissl pleite).
Die größte meiner Kornblumen ist derzeit übrigens 4 Centi-Meter groß.

Nächster Punkt auf der to-do-list: Müllproblem lösen.
Denn in meiner wohlbehüteten Kindheit und Jugend musste man seinen Müll einfach in eine Tonne werfen und damit hatte es sich.
Und hier? Hier möchte man also ins Verwaltungszentrum eilen, sich dort anmelden und einen netten Sticker für seine eigene Tonne abholen, die dann zweimal im Jahr kostenlos entsorgt wird (den Rest zahlt man natürlich).
Da es hier auch keinen Biomüll mehr gibt, wird der also mit dorthinein entsorgt. Der langen Rede kurzer Sinn: Als Singlehaushalt wirft man besonders bei Werktätigkeit keine Unmengen an Müll ab, folglich wird also die - meine - Tonne mit dem Müll, der in meinem Fall zu 95% aus Bioabfällen besteht, vor sich hin schimmelnd einige Wochen stehen bleiben, was besonders im Sommer zu ganz innovativen Madenzüchtungen führen kann.
Ürgs.
Werde nun also versuchen, eine Müllgemeinschaft zu eröffnen, die mir sowohl den Weg zum Verwaltungszentrum als auch eine ein halbes Jahr (denn länger werde ich vermutlich hier nicht wohnen) vor sich hin schimmelnde und lebende Tonne sowie die entsprechenden Gebühren ersparen soll.
Man darf gespannt sein, ob das hier von Erfolg gekrönt sein wird.

13.04.2004 um 20:26 Uhr

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche; kalt isses trotzdem

Stimmung: Das Leben ist geil.
Musik: Pleasant and delightfull

So this is Easter, and what have you done? (Ist das eigentlich eine Fangfrage?)

Ich beginne mal mit Montag vor einer Woche. Ein entscheidender Wendepunkt.
Mel (die im übrigen sowohl ihr aktülles Weblog als auch ihr daily, pardon, weekly, pardon... uh... occasionally Keanu Reeves Fix vernachlässigt) hatte nämlich zu Ostern eingeladen, die nächste Wanderung stand an. "Wir wandern Donnerstag los, ihr kommt einfach Mittwoch abend bei mir an... blablabla..."
Klasse! Freu! Jippieh!
Bis mir dann Freitag vorher einfiel, dass Gründonnerstag kein wirklicher Feiertag ist. Ups. Über den Prüfungen, dem Umzug und allem, was daran hing, bin ich nicht im entferntesten auf die Idee gekommen, das irgendwie in Zweifel zu ziehen...
Also hieß es am Montag, zur Vorgesetzten zu rennen und am zweiten Arbeitstag um Urlaub zu bitten... *hüstel* *rotwerd*
Da ich nur die Praktikantin bin, hab ich ihn bekommen, also konnte ich mich Mittwoch abend, nachdem ich 1,5 Liter Öl in mein Auto gekippt hatte (selbiges war im letzten Jahr häufiger in der Werkstatt als ich beim Dok, wer käme also auf die Idee, dass ihm was fehlen könnte?), in Richtung Mel fahren.

Dort angekommen gab es Begrüßungsknuddeln mit der Biggeseefraktion (siehe dazu den Campingbericht von Oktober weiter unten), Cappuccino (vrdimmisch, warum gibt es bei uns keinen Irish Cream?!) sowie eine blaue-Gerbera-Tasse für mich. (Wir betrachten sie aus der Ferne und behaupten, sie sähe wie eine Kornblume aus...)
Wir beschließen bereits zu diesem Zeitpunkt, dass es morgen zu kalt und zu feucht zum Wandern sein wird und dass wir gerne mal (wieder) das Starbuck's zu Frankfurt besuchen möchten.
So wurde der der Donnerstag also ein Büchershopping-, Kaffe- und Nutella-Milchshake - Tag. So lässt sich's leben.

Freitag haben wir dann beschlossen, zumindest ein wenig spazieren zu gehen. Saukälte, elende. Waren in einem netten Tiergarten und hatten nichts besseres zu tun, als an den Affen, Kanguruhs und Lamas vorbeizulaufen, um Lämmer, Kaninchenkinder und herumstreunende Katzen anzuschmachten.
Dass ich mir den Knöchel beim Rutschen verstaucht habe, verschweige ich besser...

Die restliche Zeit des Tages verbrachte ich dann frierend, bis ich dann beim Stammtisch abends in Ruhe weiterfrieren konnte. Aber mit einer warmen Krautpfanne friert es sich sehr viel angenehmer.
Weiteres Feiern fiel an diesem Abend für mich aus. Zu kalt, zu verräuchert, zu müde (von der Kälte).

Tja, Samstag war schon wieder Abreisetag. Mel, die noch etwa bis 3:00 gefeiert hatte, hatte 5:45 den Tisch gedeckt (muss die denn gar nicht schlafen?!), sich dann zur Arbeit aufgemacht, um zu ihrer Mittagspause mit uns zu "frühstücken". Hut ab!

Dann ging es für mich heim. Erst heim zu mir, dann heim zu meinen Eltern, wo mich meine Nichte, die ich da zum ersten Mal life gesehen habe, so wie die de-facto-Schwiegereltern meiner Schwester begrüßten. Ich hab 'ne Nichte.
Aaaaaaalt.

Sonntag und Montag intensives Faulenzen, Nougateieressen und Fastnichtstun. Und Nougateier essen. Muss diese Woche mal zu Aldi, ob es da noch welche gibt. Nein, ich darf nicht. Aber.... Nein... aber...

Heute hatte mich dann der Alltag wieder. Gar nicht so schlecht, so ein Alltag. Hat gar nicht jeder sowas. Kann man froh drüber sein.
Außerdem ist mir heute morgen aufgefallen, dass ich seit zwei Wochen an einer Werkstatt vorbeilaufe. Und ich suche mich in Internet und Stadtplan fusslig, weil Bilbo 7000 Kilometer über der Inspektion ist (*hüstel*), und finde nichts in meiner Nähe. Soviel zu gelbe-seiten.de.

Nun denn, auf in den nächsten alltäglichen Tag!

02.04.2004 um 19:51 Uhr

Heute hier, morgen dort...

Stimmung: keine
Musik: keine

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Ich habe die letzten Zwischenprüfungen abgelegt, meine Sachen in Kartons verpackt, arme Möbelpacker geschunden, meine Wohnung gestrichen und geschrubbt, mein Zeugnis eingesackt, das gröbste Chaos in der neuen Wohnung in ein übersichtliches solches verwandelt und nun sogar den ersten Arbeitstag hinter mir.

Meine Kollegen, bzw. Vorgesetzte, von denen ich ja ausschließlich umgeben bin, sind sehr nett, es tut gut, mal wieder sinnvolle Arbeit zu haben und meine Wohnung ist toll. So groß und ... toll....
Hier kann ich Internet über Kabel empfangen, das ist fast so toll wie eine Flat! Klasse, oder?

Und verdammt, mir fehlt Marburg. Und die Umgebung. Und überhaupt.
Ich habe mit diesem einen Umzug mehr Freunde verlassen als in meinem gesamten Leben davor und ich finde das in der Tat recht deprimierend.
Ja, klar, es ist kein endgültiger Abschied und wir bleiben ja in Kontakt und blablabla.
Gah.

Ach ja, zum neuen Titel: Der Taugenichts konnte immerhin Violine spielen ;-)
[Danke an Arwen11, die mich auf den Gedanken brachte.]

Weitere Einträge folgen dann, wenn ich weniger deprimiert bin. Oder wenn ich Lust habe. Je nachdem, was zuerst kommt...