Aus dem Leben eines Taugegarnichts

27.07.2005 um 17:04 Uhr

Weitere Boshaftigkeiten. Kapitel: Das Faxgerät

Man erinnert sich an das Fax, dass ich vor einiger Zeit unter größten Mühen und Strapazen sowie Schikanierungen meiner Mitbürger geschickt habe? Es kam sogar an.
Das habe ich herausgefunden, indem ich dem Empfänger eine Weile aufs Dach gestiegen war, weil er ewig keine Antwort rüberwachsen ließ. Ich habe hin und wieder mit ihm telefoniert.
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich mit diesem Fax einfach nur eine Zimmerreservierung vornehmen wollte, die der Empfänger mit einem Antwortfax bestätigen wollte. Fragt mich nicht, warum das Telefonat dafür nicht ausgereicht hat.

In dieser Zeit bin ich also ständig zum Etagenfaxgerät gegangen, bin drumrumgelaufen und habe in sämtlichen Postfächern nachgesehen, ob nicht ein Fax für mich gekommen ist. Lange nichts.
Ich habe mir viele Flüche, bösartige zensierenswerte und nicht jugendfreie Schimpfwörter zusammengekramt, mich über die Blödheit der Menschheit im Allgemeinen und die des Faxempfängers im Besonderen aufgeregt und derlei weitere Späße getrieben. Und ich hoffe, hier weiß irgendwer zu schätzen, dass ich das und das Folgende berichte.

Ich bekomme einen Anruf, Ortsgespräch. Ungebekannt.
"Tach, wir haben hier ein Fax bekommen, das vermutlich an Sie gerichtet war."
Wahrscheinlich bin ich damit hier die einzige, aber ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, was das zu bedeuten hatte. Denn wie kamen die auf meine Telefonnummer? Woher wissen die, dass das Fax an mich gehen sollte? Wieso ging es nicht an mich?
Ein paar Minuten später hatte ich mit Hilfe des Anrufers, der mir mitteilte, seine Nummer sei die 234, während meine die 243 sei, dann meine Gedanken zumindest soweit sortiert, dass ich wusste, wen ich anrufen musste, um das klarzustellen. Den Empfänger meines Faxes natürlich.
Habe dem also erzählt, dass er einen Fehler begangen und die falsche Nummer angewählt habe. Freundlich natürlich. Ist ja nicht schlimm, dass ihm das passiert ist.

Er: "Aber ich hab die Nummer gewählt, die auf Ihrem Fax..."
Könne ja gar nicht sein, grinste ich, ich hätte ja das Fax direkt hier vor mir liegen und da stehe genau drauf... dass... ähm... ich ein Idiot bin. Ein Dämlack. Ein totaler Volltrottel.
"*kicher* *lächel* Also so was... ähm... hoppla, ich hatte wirklich gedacht... ähm... hihi... Tut mir leid... ähm... also die Nummer ist.... Danke..."
Gah.
Nach den Computern und Stadtplänen nun also auch - wer war das eigentlich?!
Er sagte dann jedenfalls zu, das Fax zu schicken.
Und ich machte mich wieder daran, alle zwei Minuten einmal um das Etagenfaxgerät herumzulaufen.

Auftritt Kollege.
"Centi?"
"Hm?"
"Du hast ein Fax gekriegt, ich hab's dir ins Fach gelegt."
"*Heimwerker-König-'Hö?!'* Ich war die ganze Zeit am Fax und hier neben mir im Fach liegt doch gar nichts..."
"Na, nicht das Etagenfax hier oben, das gehört doch einer anderen Abteilung. Unseres ist das Faxgerät zwei Stockwerke tiefer. Bei den Fächern."

Werde nächstes Mal behaupten, ich würde Faxgeräte aus religiösen Gründen ablehnen. Ha!


Mit Dank und Bitten um Entschuldigung an:
Den Empfänger meines Faxes. Auch wenn das Antwortfax nur das Fax meines Faxes war, mit unleserlichen Bemerkungen drauf und er dafür eine ganze Woche gebraucht hat.

Die arme Dame in der Stadt, die den Fax-Anruf entgegennehmen musste, weil ich beim Abschicken die Null vergessen hatte.

Die Stelle in der Stadt, die sich das Fax durchgelesen hat, um an die richtige Telefonnummer zu kommen um mich anzurufen.

Dem Kollegen, der das Antwortfax diskret in mein Fach gelegt und mir bescheid gesagt hat.

Allen technischen Geräten und Papiersachen, die sich noch nicht gegen mich verschworen haben.