Aus dem Leben eines Taugegarnichts

31.05.2006 um 18:47 Uhr

Montag, 8.5., 6. Tag in Irland

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2006


11:45
Lassen das Auto auf einem Parkplatz oberhalb des Torc Waterfall und laufen zu selbigem nach unten. Es geht steil hinab. Sehr steil Aber man hat von hier aus eine tolle Aussicht. Den Wasserfall schon im Blick werden wir von einer jungen deutschen (Hachja.) Familie (Kind kann gerade laufen), die vom Parkplatz unterhalb des Wasserfalls kommen, gefragt, ob es sich lohnt, den Weg nach oben zu steigen. Die Slytherpushingfraktion überlegt wohl einen Augenblick, fies zu sein, aber letztendlich erzählen wir ihnen dann doch, dass sich das nicht lohnt.
Bewundern den Wasserfall und lassen unbescholtene Passanten Gruppenfotos von uns schießen.

12:10
It's a long way to the Parkplaaatz... Und steil. Keuch. Hechel. Luftschnapp.

12:20
Also es kam einem schon länger vor, egal, was die Uhr behauptet.
Parkplatz erreicht. Mei, was ist das denn für ein toller Chevy. Den nehmen wir doch!

13:00
Kommen am Parkplatz zum Gap of Dumbledore an. Mieten uns wieder eine Pferdekutsche und lassen uns durch die flachalpin anmutende Landschaft karren. Es mangelt der Kutsche übrigens an einem Kutschbock, weswegen der Kutscher zunächst nebenher läuft und dann auf den flacheren Abschnitten zwischen die Sitze klettert.
Saukälte. Und der Kutscher fragt uns, ob wir noch zur Schule gehen. Hm. Ranwen wird außerdem das ypsilonste Mal in diesem Urlaub gefragt, ob sie Yankee ist. (Tjaja, ein Jahr in Amiland...) Höhö. Schafe, Ruinen, Kälte, Wasserfälle, Seen, mehr Schafe.
Cause we've got rocks and sheep, and sheep and rocks,
and rocks and sheep, and sheep and rocks,
and rocks and sheep, and sheep and rocks,
and rocks and sheep, and sheep and rocks,
and WATER.

14:30
Mieten uns vom Ross Castle am Lough Lea ein Motorboot nach Innisfallen Island. Dort am Südufer angekommen gibt uns der Fährmann eine halbe Stunde, um die verfallenen Klostermauern ausm Mittelalter zu begutachten.

14:55
Begutachten verfallene Klostermauern ausm Mittelalter. Haus, zwei kleine Häuser, Kirche mit knapp tausend Jahre altem Kreuz darin.
Gehe ein Stück über eine Wiese und durch ein Stück Wald zum Ostufer.
Wie die Wellen des Sees gegen die Baumwurzeln schlagen und die Sonne durch das Blätterdach scheint. Hach.
Kehre wieder um.

15:10
Langweilig. Gehe mit Ranwen ein Stück das Westufer entlang. Mei, was ne Idylle.
Kommen an einer bildschönen Lichtung an - eine große altehrwürdige Buche, bemooste umgefallene Baumstämme, Orchideen und diese hübschen blauen Blumen.
Versuche eine Weile, die Atmosphäre per DigiCam einzufangen und schaue dann nach, ob das Bild geworden ist. [Es wird der Atmosphäre natürlich nicht gerecht.]
Oh, Fotos ansehen. Shiny! =)

15:25
Bin bei den Bildern von Freitag angekommen und stelle erschrocken fest, dass der Fährmann eigentlich genau jetzt wieder zurückfahren wollte. Sollte also umkehren. Aber der Weg am Ufer entlang hat ja einen ganz schönen Bogen geschlagen. Ich könnte also abkürzen. Jaa, es hat schon Tradition in meiner Familie, dass Abkürzungen doppelt so lange dauern wie der normale Weg, aber ich weiß ganz genau, dass ich nur über diesen kleinen idyllischen Hügel südlich von hier muss, um gleich direkt auf die Klosterruinen zu stoßen.
Kämpfe mich durch eine einen Meter breite Mauer aus Stechpalmen und Brombeersträuchern. Stehe plötzlich in einem Ring, der von 2 Metern Dornensträuchern umgeben ist. Fluche und kehre wieder um.
Kämpfe mich durch mehr Gestrüpp unter Umgehen von Spinnennetzen und komme gegen
15:30 am [vermeintlichen] Ostufer an. Yay! Schöner Uferweg mit blauen Blümchen auf einem Teppich aus hellem Moos. Hach, was für eine wunderschöne Insel!
So, und da vorne nach rechts, dann bin ich bestimmt gleich wieder bei den Klosterruinen.

15:35
An dieser Stelle sieht das Ufer wirklich so aus, wie als ich da vorhin mal hin bin.
Der Pfad macht eine seltsame Wendung und ich bin plötzlich in völlig unbekanntem Gebiet. Ich sollte vielleicht umkehren, aber ich bin die letzten 10 Minuten gerannt und außerdem bin ich sicher eh gleich da. (Und so groß war die Insel von außen ja gar nicht.)
Da vorn seh ich ein Südufer hinter einer kleinen Anhöhe, yay!

Die Anhöhe entpuppt sich als Landzunge. Ich muss 100 Meter zurück, um mich wieder Richtung Osten in die Büsche schlagen und einen neuen Pfad suchen zu können. Und überall die frischen Spuren eines Rehes. Hoffentlichen wirklich Reh...

Werde paranoid. Dies hier ist eine Mönchsinsel und ich bin lästernder Atheist. Wääähh...
Sehe mich bestätigt, als ich gezwungen bin, über einen umgefallenen Baum in Brusthöhe zu klettern. Der Boden ringsum ist übersäht mit kopfgroßen Steinen. Losen Steinen. Wenn ich mir hier den Knöchel breche, finden sie mich nie! Laufe vorsichtiger.
Wieder eine Landzunge. Muss wieder umkehren. Sachmal, so groß war die Insel doch gar nicht!
Weitere Dornensträucher. Glaube inzwischen an Fairys.
Wie macht man eigentlich ohne Streichhölzer Feuer?

15:45
Die Stelle sieht hier zum zehnten Mal so aus, wie das Ostufer, das ich vor einer dreiviertel Stunde mal erkundet habe. Der Weg macht einen Rechtsknick und tatsächlich - die Klosterruinen!
Selten froher über verfallene Mauern gewesen.
Werde von einem Touristen, der mir begegnet (Mensch! Freude!), gefragt, ob ich das "deer" sei, dessen Spuren auf dem Weg seien. Certainly not (Idiot.), aber ich war da, wo es war.
Treffe meine Gefährtinnen wieder, die irgendwie ruhig froher sein könnten, mich zu sehen.
Stina bezichtigt mich, ein Changeling der Fairys zu sein. Lächle und werde sie diese Nacht töten. Wenn die Fairys mich nicht vorher holen, weil ich ihnen auf Innisfallen Island entkommen bin.
:paranoid:

17:00
Kommen in Aghadoe aufm Friedhof an. Mehr Kreuze, eine weitere verfallene Kirche ausm Mittelalter. Gähn. [SAKRILEG!!]
Zu unserer und der Unterhaltung aller Anwesenden (wobei die Lebenden stark in der Unterzahl sind) erzählen wir fiese Christenwitze. 10 Points to the house of Slytherpushing.

18:00
Mir ist kalt und ich hab nasse Füße. Beschließe zu duschen. Unten, weil da das Wasser einen besseren Druck haben soll.
Das Wasser wird leicht handwarm und kühlt dann bis unter die Schmerzgrenze ab. Warte eine Weile mit einem Bein unter der Dusche ob es besser wird, dann gebe ich auf, wickle mich in ein Handtuch und versuche (unter dem fiesen Gekicher meiner Gefährtinnen, mögen euch die Fairys holen!) die Dusche oben.
Habe dort die Wahl zwischen eiskalt und kochend. Hass!
Bespritze mich mit Wasser, werfe die Seife meiner Gefährtinnen zwei Mal runter und erkläre das Duschen für beendet. Trockne mich ab, wickle mich in Handtuch und Bettdecke und gehe wieder nach unten um mich umzuziehen. (Höre ich da Gelächter?!)
[War das eigentlich der selbe Tag, an dem ich auf meine Brille getreten bin? Würde ja passen...]

19:00
Bringe das Feuer zum Brennen und beginne nach dem Essen, mir einen Wolf zu schreiben. (Blog und Postkarten)
Der Abend endet wieder brettchenwebend zu Kate Rusby.