Aus dem Leben eines Taugegarnichts

25.07.2006 um 12:09 Uhr

Zu warm.

Es ist zu warm, um einen umfangreichen Blogeintrag zu verfassen. Es ist vor allem zu warm, um Sätze zu bilden, die mehr als einen Nebensatz haben, obwohl das ja jetzt schon zwei Nebensätze waren, also inzwischen ja schon... Zum Zählen ist es auch zu warm.
Die Temperatur im Büro schwankt zwischen kuschligen 29°C und molligen 33°C, zuhause ist es genauso. Ich bin ja bekanntlich sehr für Wärme dieses Umfangs, nur Arbeiten ist dann halt nicht mehr drin. Was ziemlich suboptimal ist, denn meine Daseinsberechtigung im Büro beruht nun einmal genau darauf.
Aber es ist zu warm, um mir darüber Gedanken zu machen. Es ist auch zu warm, um auf richtige Kommasetzung zu achten, ich bitte um Nachsicht.
Wie gesagt, solange ich mich nicht körperlich oder geistig anstrengen muss, liebe ich dieses Wetter. Heute Morgen lag ich eingekuschelt in meine Decke da und freute mich über die genau ideale Schlaftemperatur. Ich schlug die Decke zurück und stand auf und überlegte schon, dass es eigentlich sogar ein wenig frisch war, so ganz ohne Decke im Zimmer zu stehen. Ein Blick aufs Thermometer sagte mir dann, dass es 28,8°C waren.
Aber es ist zu warm, um mir darüber jetzt Sorgen zu machen.

Und es ist zu warm für einen langen Blogeintrag. Ich glaube, das hab ich schon mal geschrieben, aber um das jetzt nachzulesen, ist es zu warm. Diese vielen "warm"s sind übrigens nicht schlechter Stil, das ist nur ein Mittel, um zu verdeutlichen, dass die Wärme wirklich immer und überall präsent ist und man ihr nicht entfliehen kann. Auch nicht beim Lesen eines Blogeintrages.

Eigentlich wollte ich aber unter anderem darüber berichten, was ich letzte Woche so gemacht habe, da hab ich mir nämlich drei Tage Urlaub genommen und bin in den Harz gefahren, um vier Tage lang in der Werkstatt (im Keller! Kühle!) zu stehen und zu sägen, zu raspeln, zu feilen, zu kleben und zu schmirgeln, bis ein fertiges Instrument rauskam. In meinem Fall war das eine kleine Spitzharfe, von der ich ein Foto machen werde, sobald ich mich dazu in der Lage fühle.
Wollte ich jedenfalls berichten. Unter anderem auch, dass es damit begann, dass ich am Dienstag meine Kontaktlinsenbehälter zuhause vergessen habe und deswegen zwischen Arbeit und Urlaub durch Bonn gefahren bin und drei Apotheken - eine hatte sie nicht mehr, die anderen hatten sie nie gehabt -, eine Drogerie und einen Optiker - der just an dem Tag zwischen 12 und 15 Uhr geschlossen hatte, ratet, wann ich da war - und wo zum Geier ist mein Satzanfang?! Argh. Zu warm. Jedenfalls hab ich also diese Läden abgeklappert und nichts gefunden, musste also den halbstündigen Umweg über zuhause noch mal antreten. Blöd.
Danach stand jedenfalls nichts mehr zwischen mir und meinem neuen Instrument, also bis auf den Polizeiwagen, der die Autokolonne auf der Autobahn auf 70 runtergebremst hat. Und eben vier Tagen voller anstrengender Handwerksarbeit.
Dafür isses selbstgemacht. *grunz*

Aber jetzt ist es zu warm, das alles zu berichten. Heute müsste ich eigentlich durch die Stadt laufen, um ein Stimmgerät für die 17 Saiten zu finden, aber eigentlich... naja, ich denke, ihr wisst, was ich meine.

10.07.2006 um 21:54 Uhr

Wieder da.

Es ist vollbracht, der Reisebericht hat endlich ein Ende gefunden. An dieser Stelle mein tiefer Respekt (  ) und meine Bewunderung (  ) an die Leser, die sich all das tatsächlich durchgelesen haben. Bin von einer solchen Ausdauer enorm beeindruckt.
Ganz vollständig ist er allerdings noch immer nicht, denn es fehlt ja noch die fotografische Untermalung der ersten Einträge. Die hab ich vor, demnächst (gedehntes "demnächst") zu ergänzen.

Was gibt es sonst Neues zu berichten? Ich habe fünf neue Mitbewohner. Mir gehen langsam die Namen für die Spinnen aus (eine von ihnen hatte ich Hildegard genannt, aber ich kann jetzt nicht mehr genau sagen, welche...), und eigentlich wollte ich nur einer ihr Netz erlauben, auf dass sie mir die Obstfliegen vom Leib hält. Genauer gesagt von meiner Nase, in die diese Kamikazefliegen gern reinfliegen. Und aus meinem Tee. Ürgs.
Tja, derzeit bleib ich von diesen Fliegen verschont, ich weiß nur nicht, ob mir der Gedanke gefällt, dass die Spinnen mit jeder verspeisten Fliege möglicher Weise ein Stück größer werden... Ich denke, ich werde dieser Entwicklung bald Einhalt gebieten. Vor allem, da einer dieser Achtfüßler sein Lager über dem meinen aufgeschlagen hat...

Aber bis auf die Tatsache, dass meine Kollegin jetzt für satte vier Wochen in Urlaub gegangen ist und ich daher einen Praktikanten ins Büro gesetzt kriegen soll, ist sonst alles beim Alten: Der Kopierer zeigt sich unkooperativ beim Kopieren eines CD-Covers einer arbeitsrelevanten Informationsbroschüre, der Früchtetee Johannisbeere schmeckt nach Ziegenkäse, im MP3-Player läuft Kate Rusby und im Büro hatte es letzte Woche kuschlige 32°C. Und entgegen meiner Planung besitze ich auch noch keinen neuen Laptop. Obwohl ich mir schon vor einer Weile vorgenommen habe, mir einen Moderneren zu gönnen, der wirklich mal auf dem neuesten Stand ist. Und mit dem ich Oblivion spielen könnte.
Die Entscheidung fiel dann gegen das 1400 Euro teure Teil und für ein altes 90er-Jahre spiel, das ich für 49 Cent plus 3 Euro Versand bei Amazon bestellt habe.
Soll noch mal einer sagen, Mathe in der Schule wäre zu nichts nutze.


Oh, ein ganz trivialer sinnfreier Eintrag ohne Zeitangaben. Das tut so gut!

06.07.2006 um 18:01 Uhr

Freitag, 19.5., 17. und letzter Tag in Irland

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2006


6:15
Der Wecker klingelt. Buäh. Das heißt, dass ich 1. aufstehen muss und 2. heute fliegen muss. Das ist ja noch schlimmer als ein Montagmorgen.

7:00
Die Sachen sind gepackt, wir gehen frühstücken. Beide ohne rechten Appetit. Aber wir haben da noch die letzten Reste unserer Erdnussbutter und ein fast leeres Nutellaglas. Trotzdem flaues Gefühl.
Krieg zwei Scheiben Toast gegessen und schmiere mir eine weitere.

8:20 - 8:45
Busfahrt von Killorglin nach Killarney. Was für eine schöne Gegend. Die grünen Weiden mit diesen wunderschönen Bäumen, die Lichtverhältnisse, die Berge um den Gap of Dumbledore Dunloe.
Kurzer Aufenthalt in Killarney, hier hat noch kein Geschäft auf und normalerweise schlaf ich ja selbst um diese Zeit noch. Aber ich fühle mich sehr, sehr wach.

9:20
Bus kommt am Flughafen an. Zitter. Wir sind natürlich viel zu früh und verbringen die Zeit mit Kartenspielen und Kreuzworträtseln.

11:50
Eingecheckt, es wird auf das Flugzeug gewartet. Sorge, Zitter, Heimwill, Bibber.
"Kennst du den, wo die drei Passagiere im Flugzeug sitzen und-"
"NOT helping!"

12:30
Sitzen im Flieger. Ranwen hat mir bei ihrer Abreise eine Mini-Flasche Contreau (40%) dagelassen. Kippe mir etwa ein Schnapsglas hinter die Binde, auf nüchternen Magen. [Nicht zu viel. Sollte ich den Flug überleben, muss ich nachher noch Auto fahren.] Merke von der Wirkung nicht viel, ein richtiges LMAA-feeling will nicht aufkommen, aber so ein winzigkleines bisschen bin ich wohl schon ruhiger gewesen. Im Sinne von Kreislaufzusammenbruch statt Herzinfarkt oder so.
Bekomme ziemlichen Hunger, aber an Essen ist natürlich nicht zu denken. Die Flügel wackeln. Und da sind Wolken unter uns. UNTER uns. Hallo?! Das ist widernatürlich! OMGKurve. Wolken rechts und Himmel links. DAS ist widernatürlich.
Karten mischen. Ich zähl besser noch mal, ob alle Karten da sind. Und Karten austeilen.
Imke, jetzt hör auf, da raus zu sehen und leg ne Karte hin.

"Das Flugzeug vibriert, ist das normal?" "Luftlöcher." "Aber so lange?!" "..."

13:30
Lautsprecherdurchsage. Erst auf Englisch, dann auf Deutsch. Erster Offizier bittet um Entschuldigung, dass der Flug Verspätung hatte, aber durch günstige Winde haben wir das wieder aufgeholt und werden in etwa 20 Minuten in Frankfurt Hahn landen, (1,5 h statt 2 h, das nenn ich mal fix.) blablaWetter 12°C, leicht bewölkt, starker Wind aus Westen (weswegen wir ja auch so wahnsinnsschnell waren).
Daaahhaaa, schon wieder eine Kurve, sachma!

13:45
SINKFLUG! Festkrallen, Karten anstarren, beunruhigt das bedenkliche Schwanken des Fliegers im Westwind beobachten. Ausgiebiges, inbrünstiges Kartenmischen. Mit geschlossenen Augen.

13:50
Auf der Erde aufgesetzt, gebremst, eingeparkt. Himmel, wir sind da. Ich bin gerade wieder geboren worden und fand deutschen Boden noch nie so schön. Yay! Schalte das Handy nach zweieinhalb Wochen wieder an. Keiner hat versucht, mich zu erreichen, das heißt, dass alles in Ordnung ist. Yay2!

Uhren umstellen, was gerade 14:00 war, ist schon wieder 15:00.

15:15
Gepäck abgeholt und in den Shuttle gesprungen, der mich zurück zu Augenstern bringt. Bilbo steht unverändert da (Na, etwas voller Blütenstaub) und sieht schöner aus als je zuvor. Hach, dass ich dich wiederhab!
Ich esse schnell die Scheibe Brot, die ich mir geschmiert habe und fahre dann los.
Eine Woche links fahren hat keine Folgen hinterlassen, aber irgendwie hab ichs gerade mit der Geschwindigkeit und muss mich arg zusammenreißen, die Begrenzungen wenigstens so ansatzweise einzuhalten, oder dass man zumindest den guten Willen erkennt. Sind das die Nachwirkungen vom Flug, der Gegendrang zum Caravan-Trott oder einfach ein "Yay, ich hab mein Auto wieder"?

17:50
Nach einer Odyssee durch die Bundeststadt komme ich am Bahnhof an. So oft, wie ich mit dem Auto zum Bahnhof gefahren bin, so viele verschiedenen Routen bin ich gefahren. Ich glaube nicht, dass eine davon die schnellste war.
Verabknuddele Imke und mach mich zur nächsten Station auf, dem Wochenendeinkauf.

18:35
Die Kaufhalle ist groß, voll und schwül. Und ich habe seit 12 Stunden genau drei Scheiben Toastbrot gegessen und daher jetzt Bauchschmerzen. Kassenfrau weist mich wieder mal darauf hin, dass ich den Rucksack eigentlich vor dem Einkauf einschließen müsste. Lächle, nicke und werde ihn auch nächstes Mal wieder mit reinnehmen.

19:00
Home, sweet... naja, egal. Irgendwas fehlt hier, fällt mir nach dem Aufschließen auf. Gestohlen ist nichts, aber etwas ist anders.
Oh, Moment, ich hab ja aufgeräumt und saubergemacht, bevor ich los bin. Shiny!
Schmeiße die Taschen in die Ecke, fahre den PC hoch und rufe Eltern und Großeltern an.
Werfe mir Baguettes in den Grill, füttere das Gefrierfach (und zwei Stunden später auch den Kühlschrank) mit Einkaufsgedöns.
Es sind 500 Favoritenpostings nachzulesen, vom restlichen Forum ganz zu schweigen. Hu.

2:00
Favoriten nachgelesen. Bett.
2:30
Bett!

[Zu sagen an der Stelle wäre noch, dass die Ankunft zuhause wirklich toll war. Aber kaum hatte ich nach dem Rechten gesehen, wusste, dass alles in Ordnung war, wollte ich auch schon wieder zurück. Zu den Hügeln, den Schafen, den Pferden, den Hunden, den Klippen, den Stränden, den Wäldern, den Ruinen, den Menschen, den Städten, den Straßen, den OMGWTFREISEBUSsen, dem Regen, den Wolken, der nächtlichen Kälte, dem Torfkamin, den Cottages, den... naja, got the point of it, nicht?

Außerdem ist noch zu sagen, dass, während wir in Irland Regen hatten, hier schon Sommer losging. Das führte dazu, dass mir hier sämtliche Balkonpflanzen - inklusive fünf meiner acht Kornblumen eingegangen sind und mir eine traurige Begrüßung verschafft haben.
Die nächsten Wochen sollte es übrigens auch in Deutschland regnen. Danke, Petrus.]

05.07.2006 um 18:13 Uhr

Donnerstag, 18.5., 16. Tag in Irland

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2006


9:00
Frühstück. Ich habe das traditionelle fetttriefende Frühstück mit Ei, Würstchen und Schinken gewählt. Und einen Kaffee, der stark an Stinas erinnert. Lecker.
Von den vier Frühstückstischen sprechen drei deutsch und einer französisch.

10:00
Es regnet heute Morgen übrigens, und wir passen wieder mal den schlimmsten Regenguss ab, um aus dem Haus zu treten.
Laufen ein wenig planlos die Straßen Killorglins auf und ab - diese Stadt ist übrigens wirklich sehr hübsch -, finden auf einer Infotafel heraus, dass es hier ein Kino geben muss und erfahren in der Touri-Info, dass selbiges seit 10 (zehn!) Jahren geschlossen ist.
Einmal runter zum Fluss, König Puck fotografiert, eine Runde durch den Woll-Souvenir-Shop, wieder den Berg rauf.

12:00
Der Regen lässt nach und wir finden eine Straße über den Berg, dahinter tut sich bald ein großer See auf. [Ich sollte dazu sagen, dass die Straße zwar ganz nett war, aber auch sehr steil bergab ging. Und auf der anderen Seite des Berges war eine kleine Siedlung, bei der uns eine Fußhupe von hinten angefallen und uns beinahe einen Herzinfarkt verpasst hat. Der Mistköter liegt da bestimmt den ganzen Tag nur auf der Lauer, um Touris zu erschrecken.]

12:45
Am See angekommen. Naja fast, weil das Ufer aus einer Sumpflandschaft bestand. [Und See ist wohl auch das falsche Wort, weil das die Stelle sein dürfte, an der die Laune ins Meer fließt.]
Bin auf der Suche nach einem netten Toilettenplätzchen auf einer Kuhweide im Schlamm versunken. Ich hoffe, es war Schlamm.

14:00
Kommen wieder im B&B an [nach einem endlos erscheinenden Aufstieg über den Berg. An der Stelle rächte sich das so gar nicht sportgeeignete Frühstück...], setzen uns in den Aufenthaltsraum, spielen scrabble. Und ja, die CD läuft wieder. Hach.
Aufkommende Flugangst.

19:00
Wir gehen wieder in das nette Dingens von gestern Abend essen. Fortschreitende Flugangst.

20:30
Ein deutsches Pärchen hat unseren Aufenthaltsraum in Beschlag genommen. Hass. Und Flugangst.
Wir spielen noch etwas Rommé und gehen dann ins Bett (ich nicht, ohne mir vorher zumindest die Texte meiner CD noch mal durchgelesen zu haben. Hach. Zu dumm nur, dass die alle von Tod und Verderben handeln und ich morgen fliegen muss.....)

04.07.2006 um 18:02 Uhr

Mittwoch, 17.5., 15. Tag in Irland

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2006


7:00
Weckerklingeln. Uff.
Es folgt geschäftiges Einpacken

9:15
Einen der Indianaer getroffen. Der Weg nach Camross war wohl doch weiter als sie ihn in Erinnerung hatten [Sie waren angeblich die erste Nacht schon mal hingelaufen.], und so haben  sie rückzu von irgendwem das Angebot angenommen, sich fahren zu lassen.
Der ist diese Strecke wohl in einer etwa anderthalben Minute gefahren, und die betrunken Jungs hatten schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Gnihihi.
Er wollte dann wissen, wie man unsere Namen schreibt, weil er ein Tagebuch führt. Entzücken.

9:40
Übergabe abgewickelt, wir sind per Bringdienst an der Bushaltestelle Mountrath angekommen. Der Bus soll 10:10 kommen, es nieselt.

10:30
Der Bus kommt. Hmpf. Ein älterer Herr, der mit uns gewartet hat, hilft uns mit dem Gepäck, Imke tritt ihm auf seine Zeitung.

14:00
Irgendwo zwischen Limerick und Killarney (war es in Castleisland?) steigt ein Pärchen in wadenlangen armeegrünen Regencapes in den Bus. Bei Nieselregen. Da steht doch "deutsch" direkt in Großbuchstaben auf der Stirn. Sie steigen in den recht vollen Bus ein und setzen sich jeweils links und rechts vom Gang, so dass sie beide noch je einen Sitzplatz neben sich frei haben. An der Stelle unterhielten sie sich dann, was unsere Vermutung natürlich bestätigte. Dann rückten sie näher zusammen und gaben sich über den Mittelgang einen Schmatz den man wohl außerhalb des Buses auch noch gehört hat. Üüüüürgs. Wie Stina sagen würde: You! Out of my country! You make my country look stupid.

15:00
Umsteigen in Killarney in den Bus nach Killorglin. Irgendwie hatte das Passieren des Ortseingangsschildes etwas von Heimkommen. Hach. Killarney.

15:30
Ankunft in Killorglin, wo wir die nächsten beiden Nächte schlafen werden. Und dann gehts wieder nach Deutschland. Per Flieger, aber das verdränge ich noch erfolgreich.
Das Bed & Breakfast ist schnell gefunden. Es hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit genialem Ausblick auf den Fluss Laune, der übrigens sehr wasserreich ist. Es regnet, ich wollte das nur noch mal erwähnen.
Und - jubel - im Aufenthaltsraum steht ein CD-Player! Zivilisation!

17:00
Drehen eine Runde durch die Stadt und ziehen uns dann wieder in den Aufenthaltsraum zurück, bis die Restaurants aufmachen. Haben heute recht wenig gegessen, seit dem Frühstück eigentlich nur ein Sandwich...

17:30
Kate Rusby, wie hab ich sie vermisst, im CD-Player. Regen prasselt gegen den Wintergarten-ähnlichen Aufenthaltsraum, toller Ausblick auf den Fluss und die grünen Hügel dahinter - hach.

18:00
Gehen in ein süßes kleines Dingens essen, das irgendwo zwischen einem Restaurant und einer Kneipe liegt. Ruhig, nettes Personal, rauchfrei und miz einer wunderschönen Lampe. (Also da waren viele Lampen, aber eine blaue in stilisierter Blumenform, die fand ich besonders toll.)
Wir wissen jetzt wieder, warum wir sonst nie essen waren. Nicht mal so sehr wegen der Preise, sondern eher wegen unserer Unkenntnis hiesiger Gebräuche: Zahlen die hier an der Kasse oder kommt die Kellerin? Gibt man Trinkgeld, und wenn: wieviel? Und warum heißt Cola light hier Diet Cola?
Lasse tapfer die beiden verlockend aussehenden Schokoladentortenstückchen liegen, obwohl ich derzeit ein ziemliches Süßigkeitsbedürfnis habe [Na schön, sie wurden mir beide kurz vor der Nase weggeschnappt.], und kaufe mir auf dem Rückweg eine Stange Cadbury's Schokolade.

22:00
Imke  ist schon im Bett, aber ich bin weder müde noch kann ich mich von Musik - Kate Rusby! - und Aussicht losreißen. Wirklich, wunderschön. Die Wolken, durch die das blaue Abendlicht dringt, der Sturm, der an diesem Glaskasten entlangschrammt, der Fluss, die Lichter der Stadt [Centi, lass das. Was sollen denn die Leute denken!] und die am anderen Ufer. Höm. (Und die Schokolade, haja.)

23:15
Bin zwar nicht müde, reiße mich aber im Sinne allgemeinen Hausfriedens von Musik und Ambiente los und gehe ins Bett.

03.07.2006 um 20:51 Uhr

Dienstag, 16.5., 14. Tag in Irland

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2006


11:15
Das Pferd ist unverletzt und wir auch. Nix wie weg hier, auf zur letzten Etappe.

Heute wieder recht radikalen LKW-Fahrern begegnet. Überholen ohne mit der Wimper zu zucken, bevor wir die nächste Ausweichmöglichkeit erreicht haben, mit ungedrosseltem Tempo zwei Centimeter an uns vorbei. Waah!
Bewölkt, aber regenfrei, nette Landschaft, nettes Pferd. So lässt sich's leben.

14:00
Erreichen den Hof (Kilvahan), geben Pferd und Geschirr ab und lunchen.
Die fünf Indianaer kommen kurze Zeit später an. Muss sie unbedingt fragen, ob die Reise wirklich spannender war als das Leben in Indiana.

Postlunchisches Gedöse, Rommé mit imaginären Mitspielern, Abendessen.

Machen mit Julia, der Dame des Hofes, Orgakram für den morgigen Abreisetag aus.

21:00
Haben die Indianaer getroffen und etwas mit ihnen geplaudert. Die waren echt zu fünft in diesem Caravan, der uns zu zweit gerade groß genug war, und ihnen war auch schrecklich kalt. Ursprünglich hatten sie wohl geplant, einen draußen im Zelt schlafen zu lassen, haben sich seiner aber dann doch noch erbarmt.
Ihre Route war etwas anders, aber in Grangebeg waren sie auch und auch sie waren entzückt von der Familie. Währenddessen standen Imke und ich da und waren wiederum von den Jungs entzückt. So niedlich. [Es war wohl tatsächlich etwas aufregender als bei ihnen daheim, was vermutlich marginal damit zusammenhängen könnte, dass sie jeden Abend irgendeinen Pub besucht haben. Hoch die Tassen.]

21:15
Imke verbreitet Hektik und fängt an zu packen. Würde jetzt auch gern was packen, aber ich brauche fast alle Klamotten für die Nacht, und was ich nicht anhabe, dämmt das Bett gegen die kalten Wände ab. Stehe etwas ratlos rum und stelle dann meinen Wecker für morgen Früh noch eine Viertelstunde vor.

22:00
Die Jungs klopfen an die Tür und fragen, ob wir mit nach Camross in nen Pub wollen. Eigentlich ja nicht ungern, aber es ist spät, Imke hat die letzten zwei Nächte schlecht geschlafen und wir wollen ja morgen früh raus. Also lassen wir sie schweren Herzens alleine losziehen. (Sie werden so schnell erwachsen...)

23:20
Machen uns allmählich bettfertig. Erinnere mich, dass ich Freitag wieder fliegen muss. Määäh.
Vermisse Bilbo. Und Internet. Und stöhne, als ich daran denke, was ich noch alles zu bloggen habe. [Japp, deswegen dauerts auch gerade so lange...]
Aber erst mal den Flug überstehen....

Letzte Nacht in der Kälte des Caravans, ab morgen dann in einem zivilisierten Bett - yay!