Aus dem Leben eines Taugegarnichts

31.05.2007 um 21:50 Uhr

Sonntag, 6.5.2007 - Burren, Caherconnel, Poulnabrone Dolmen, Ailwee Cave

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

9:00
Wir braten wieder fettige Dinge in Fett an - Schinkenspeck, baked beans und Rührei. Hrrrrr. Dazu gibts Cheddar-Toast, Pancakes mit Nicht-der-Ahornsirup und frisch gebackenen Apfel-Zimt-Muffins.

11:30
Caherconnel. Ein Steinfort wie Dun Angus. Es ist saukalt und regnet, aber wir ziehens durch und lesen sogar alle Infos durch. [Stina und ich machen abwechselnd den Touri-Führer. Video.] Da, wo die zwei Steine liegen, war ein Stall und da, wo die drei Steine sind, war ein Haus. Soso.

14:05
Poulnabrone Dolmen. Immer noch kalt, verregnet, windig und ungemütlich. Postkartenmotiv. Apropos Postkarten, die schlepp ich immer noch mit mir rum. Ein paar geschrieben und frankiert, andere ungeschrieben, aber der Urlaub geht ja noch ein Stück.

 

Pulnabrone Dolmen an Orchidee

 

14:30
Mein Kuli ist irgendwo im Auto veschollen und ich bin immer noch satt bis obenhin vom Frühstück.

14:40
Ailwee Cave. Eine Tropfsteinhöhle. Nimiel, Stina und ich beschließen, für sowas keine 12 Euro auszugeben [letztes Jahr hatten wir auch eine besucht, aber die deutschen Höhlen, die ich kenne, können da locker mithalten und kosten sehr viel weniger Eintritt. Geht hin und besucht die Marienglashöhle, husch!] und Kosh und Ranwen auch nicht. Aki und Vianne besuchen also die Höhle, Ranwen und Kosh erkunden den Mountain Trail und Stina, Nimiel und ich plündern den Farmshop. Nachdem wir wieder raus sind, probieren wir die gekauften Fudges - irgendwelches Gemisch aus Fett und Zucker - mit Vanille und Schokoladengeschmack, machen auf dem Absatz kehrt und sacken auch noch Peanut Butter Explosion und Irish Cream ein. Woah.

16:10
Treffen den Rest der Baggage wieder und alle schwärmen von ihren Touren, alle glücklich. Toll. Freude, Harmonie und so. Comtraya!

17:00
Diverse Fotostops am Atlantik. Das Wetter ist etwas freundlicher geworden, aber immer noch sehr windig. Schaue mir das Meer vom Auto aus an und esse dazu Cadbury's Crunchie. wenn sich Cadbury's in Deutschland niederlassen würde, würden spontan drei deutsche Schokofirmen pleite machen. Milka kann da aber sowas von einpacken.
[Allgemeine Fröhlichkeit beim Fahren entlang der Atlantikküste. Video .]

 

Atlantik - Symbolfoto
An einem späteren Tag bei Kilkee aufgenommen, aber Atlantik is Atlantik, gel?

 

17:30
Halten an einem weiteren Aussichtspunkt an. Während der Rest noch so ne Klippe erkundet, bleib ich im gemütlichen Schiff und beobachte ein paar Franzosen dabei, wie sie einer Dublinerin helfen, in ihr Auto einzubrechen, aus dem sie sich wohl ausgesperrt hat. Internationale Verständigung beim Friemeln von Metalldrähten in Autogummidichtungen. Meine Schrift ist mies, wenn das Auto durch Schlaglöcher fährt, aber gerade stelle ich fest, dass sie nicht viel besser ist, wenn das Auto steht...
Es ist schweinekalt und stürmt heftig, aber die Männer mühen sich echt weiter ab, um der Frau zu helfen (die übrigens hübsch ist. Ob das geholfen hat? [Bei Franzosen? Ach bitte.]) [Ich hätte ja gern geholfen, aber mir fehlt im Autoknacken doch ein bisschen die Routine.]

17:50
Als wir wegfahren, haben sie das Auto jedenfalls noch nicht auf. Ich drück die Daumen, das Wetter war echt nicht einladend.

17:55
Kommen nach Lisdoonvarna. Hier findet jährlich ein Heiratsmarkt irischer Männer statt und wir überlegen, ob wir nicht vielleicht hier bleiben sollen. Die Gegend ist auch hübsch, grüne sanfte Hügel mit dem Atlantik in der Nähe.

Es werden dann doch noch mal eben zwei Dinge gekauft, was bedeutet, dass wir etwa zwei Stunden zum, im und vom Supermarkt (der Dumble... äh Dunnes Store) unterwegs sind und einen Betrag ausgeben, für den ich mich zwei Wochen gut ernähren könnte.

Gehen nach dem Abendessen um 22:30 früh ins Bett.

30.05.2007 um 20:59 Uhr

Samstag, 5.5.2007 - Leaving of Spiddal, Ankunft am Shannon

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

[Sorry für die lange Pause. Erst war da Pfingsten und dann war da die plötzliche Erkenntnis, dass ich für die Steuererklärung noch anderthalb Tage Zeit habe...]

9:15
Irgendwie haben wir's geschafft, alles rechtzeitig zu wecken, zu packen, zu putzen und aus dem Haus zu räumen. Kosh erweist sich als guter Autoinnenarchitekt und schafft es, alle Rucksäcke, Taschen, Vorräte und Forumsuser ins Auto zu stopfen.
Wir fahren jetzt zum Flughafen Shannon, um Nimiel und ihre beiden Rucksäcke auch mit einzusacken. Ich hab keine Ahnung, wie das hier auch noch reinpassen soll.

 

Yoho!

 

11:11
Stichproben-Kontrollen am Eingang zum Airport. Die gemütlich aussehenden irischen Polizisten fragen uns, ob wir wegfliegen. "No, we're just picking someone up." "Der Polizist wirft einen zweifelnden Blick in unser hoffnungslos überpacktes Auto. "But you have no room!"
Ah nee. Was er nicht sagt. Sie winken uns lachend weiter.

11:20
Am Flughafen sucht Vianne Wireless Lan, um berufliche Dinge zu überprüfen, Ranwen sitzt derweil mit der Gitarre im Auto und übt, Stina und Kosh suchen sich einen Platz am Internetterminal.

12:30
Ich hab mir noch eben ein Buch über "Wild Women" in der irischen Geschichte gekauft, dann begrüßen wir Nimiel, stopfen sie und ihr Gepäck ins Schiff und fahren gen Labasheeda.
[Mein Vorschlag, beim Ausfahren aus dem Flughafen die beiden Polizisten von vorhin anzuhupen, um ihnen zu sagen, dass wir es doch geschafft haben - Ha! - wird abgelehnt. Video hier. Und ja, mir ist die Kamera während der Aufzeichnung in den Kofferraum gefallen.]

13:45
Ankunft am Old Schoolhouse. Laufen eine Weile squeend und :manwen:d durchs Haus [Video hier .] und packen aus.
Das Haus ist groß, geil ausgestattet und liegt direkt an der Shannon-Mündung, daher haben wir den Atlantik direkt vor der Terrasse. In Labasheeda wohnen (Stand 1998) 73 Leute. Mit uns 80.

Zur Feier der Ankunft wollen wir die Waschmaschine ausprobieren. Die Bedienung der Maschine scheint auch recht logisch, allein wir kriegen sie nicht auf. Hier drücken, da drücken, zerren und klopfen - nix hilft. Letztendlich hält Nimiel ihr Ohr an die Maschine und dreht am Regulator, aber ihre Panzerknackerfähigkeiten versagen leider an der Maschine. [Ranwen hat sie später aufgekriegt. Mit der alten Weisheit: Wenn rohe Gewalt nicht hilft, versuche mehr rohe Gewalt.]

 

Aussicht vom Schoolhouse

 

15:30
Machen uns auf den Weg zu einem Supermarkt. Die Gegend - Clare - ist sehr grün, sehr grasig, sanfter noch als Kerry und Connemara.
Auf unserem A5-Einkaufszettel stehen aufgrund chronischer Insiderlastigkeit dieses Urlaubs jedesmal Sawyer und Brainbleach. [Wenn wir sonst beim Einkaufen schon nix zu lachen hatten. *an die Preise denk*]

15:55
Haben das größte Auto in der Gegend. Wenn uns ein Auto begegnet, weicht es aus. AufdenBodenrotz.

16:00
Haben uns verfahren, kehren um und fahren wieder durch Labasheeda. Ähm. Nette Stadt.

16:05
Auf den Weiden hier gibts weniger Schafe. Vermuten, dass die Schafe hier auf Dreh-Falltüren stehen. Auf der einen Seite Schaf, auf der anderen Wiese. Bei Bedarf - Touri-Alarm, vielleicht gibts ja Bewegungsmelder - werden die dann umgedreht. "Seamus, dreh mal die Schafe raus, 's sind wieder Touris da."

16:30
Haben die Super-Vala den Super-Valu in Kilrush gefunden und gehen einkaufen. Nur das Notwendigste. Für 180 Euro. Ibbs.

23.05.2007 um 22:41 Uhr

Freitag, 4.5.2007 - Cong und Irrfahrten

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:00
Annaghdown Church. Friedhof, Kirchenruinen und Burgturm direkt am See. Ranwen bemerkt zurecht, dass man über irische Friedhöfe nicht gehen kann, ohne auf irgendjemanden draufzutreten. ["Eeentschuldigung, darf ich mal eben? Oh, das war Ihr Fuß? Entschuldigung... Darf ich... danke, tschuldigung, dürfte ich eben? Danke, das ist... wenn ich eben... Verzeihung..."] Die Notwendigkeit von Wegen zwischen den Gräbern sehen sie hier einfach nicht ein.
Es ist sauwarm und wir loben und preisen die Klimaanlage der M.S.Mathomhaus.

Annaghdown Church


14:07
Cadbury's hat eine neue Schokoladensorte. Double Chock. Schokolade mit Schokoladenfüllung. Jessas. Können wir bitte an der nächsten Tanke halten? Ich hätte gern zwei Kilo von dem Zeuch.

14:20
Ballywaygibbon. Da war ein braunes Schild [braune Schilder weisen auf Sehenswürdigkeiten hin], auf dem was mit Cairn stand, also sind wir in diese enge, einspurige Straße reingefharen, links und rechts jeweils 40 cm vom Seitenspiegel entfernt überwucherte Mauern, keine Ausweichmöglichkeiten, keine Einfahrt, kein Abzweig oder sowas. Nach über 500 m Fahrt stehen wir vor einem mit stabiler Ketter und Vorhängeschloss from hell gesicherten Tor, immerhin mit Aussicht auf ein verfallenes Haus.
Kosh steigt aus und lotst Vianne, die das Schlachtschiff jetzt die gesamte Strecke rückwärts wieder aus der schlauchförmigen Gasse rausmanövrieren muss.

Um 14:32 sind wir endlich wieder auf der regulären Straße. Der Pilot der RyanAir-Maschine hat bei der letzten schwierigen Landung in Hahn weniger Applaus gekriegt als unsere Steuerfrau und unser Navigator.

14:40
Da ist ein Stone Circle ausgeschildert, nach rechts, mit einem dieser braunen Schilder. Nur dass da auf den nächsten 2 Kilometern keine Straße ist, nur Einfahrten.
Kehren um und suchen die Straße noch zwei Mal ab.

15:00
Ha! Steinkreis gefunden! Das Schild meinte tatsächlich keine Straße, sondern die Weide, auf der der Steinkreis oben auf dem Hügel unter Bäumen versteckt lag. [Ein Verkehrsschild, das auf eine Wiese zeigt, ist halt auch irritierend.]

16:00
Convention diverser Ruinen an sonnigem Park in Cong. Gemütliches Pausieren, dann brechen wir auf, um eine Burgruine zu finden.

16:50
Ballinrobe. Hier wollten wir überhaupt nicht hin.

17:05
Sind wieder ein Stück zurückgefahren und kommen an eine Straße, die nach Ballinrobe führt. Dieselbe, auf der wir gerade waren. Fahren die Straße zurück.
[Videodokumentarisch festgehalten : Die Crew und die Karten, die Karten und die Crew, die Crew und die Karten, die Karten und die Crew. *sing*]

Ausgeschildert ist viel...


17:20
Haben aufgegeben und fahren heim, da wir morgen umziehen und noch packen und saubermachen müssen.
Auf der Rückfahrt kommen wir wieder an der Ausschilderung zum Cairn vorbei. Mein Vorschlag, es doch noch mal zu versuchen, wird kollektiv abgelehnt. Keine Risikobereitschaft, hier.

17:25
Für diese 2 Zeilen hab ich gerade fünf Minuten gebraucht! Im Auto bloggt sich's scheiße.
Uns kommen lauter 40-Tonner entgegen.
Stina: "Wäääh..." Vianne: "Wasn?!" "Nee, ich hab gegähnt, das war ausnahmsweise kein panischer Schrei in Todesangst."

20:00
Resteessen, Resteverbrennen, packen, gemütlich sein.

22.05.2007 um 23:00 Uhr

Donnerstag, 3.5.2007 - Aran Islands

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

10:30
Wir haben es tatsächlich pünktlich geschafft und sitzen an Bord der Fähre. Es ist windstill und die Sonne blecht und es ist richtig gemütlich warm. Das Rettungsschlauchboot wurde übrigens in Eschershausen (Hessen) hergestellt und im Flyer, den sie uns für die Aran Islands in die Hand gedrückt haben, ist Werbung für den Sparmarkt.

11:00
Das Boot schaukelt gemütlich dahin und hat touristische Vertreter so ziemlich aller tourismusfähigen Länder an Bord - Deutschland, Kanada, Frankreich, Japan,... Wir überlegen, die Brücke zu entern und nach Kanada zu fahren.

13:00
Wir haben uns zwei Pferdekutschen gemietet und lassen uns zum Dun Anghus fahren. Steven, unser Kutscher, erzählt uns mit herrlich sanfter Stimme (und muskulösen, sonnenverbrannten Unterarmen) Interessantes über die Insel Inishmore. Dass es 900 Einwohner sind, die zur Saison täglich von tausend (2000?) Toruisten besucht werden, dass der Leuchtturm, den sie auf den Berg gesetzt haben, nie funktioniert hat, und dass das Pferd Jack heißt und gestern zu seinem 4. Geburtstag Möhrenkuchen gekriegt hat. [Das Pferd der zweiten Kutsche hieß ebenfalls Jack und es steht zu vermuten, dass es ebenfalls am Tag vorher Geburtstag gehabt hatte.]

Die Gegend ist [wiedermal] herrlich. Sehr, sehr steinig (die vielen Mauern haben sie hier weniger deswegen hingesetzt, weil sie sie brauchten, sondern eher um die Steine loszuwerden), aber trotzdem recht grün.
Es gibt Orchideen, Fasane, Rotkelchen, Kuckücken, man kann über das sehr blaue Meer von hier bis nach Galway sehen und am Strand tummeln sich viele Robben.

 

Dun Aengus
Ranwen auf den Klippen 85 m über dem Meer. Hinter dem Fotografen sieht man Dun Aengus nicht.
Bessere Fotos von Dun Aengus gibt es, wenn man nach "dun aonghasa" Bilder-googelt.

Im Fort Dun Aonghasa / Dún Aengus angekommen staunen wir nicht schlecht, dass die Klippen hier so gar nicht abgesperrt sind und man sich oben an den Rand legen und in den 85 Meter tiefen Abgrund schauen darf. [Video davon gibts hier. ]
[Tun dies eine Weile und lassen uns dann wieder zurück an den Strand fahren. Mit 20 Euro pro Person ist man für die Strecke hin und zurück dabei, inklussive einer recht langen Kutschfahrt, Fotostops und verschiedenen Geschichten und Seemannsgarn. Laut dem Kutscher, der Ranwen, Kosh und mich befördert hat, stürzen beispielsweise hin und wieder Leute von den Klippen des Forts, während Stinas, Akis und Viannes Kutscher behauptete, da wäre noch nie was passiert.
Wenn man noch viel Geld übrig hat, kann man sich natürlich auch einen original Aran Sweater kaufen, oder sonst irgendwelche Kleidung aus Wolle, am Strand sind genug derartiger Läden und Souvenirshops. Wir haben davon abgesehen wegen teuer.]

15:00
Stina will unbedingt wieder an den Strand und ins Wasser. Mir lebt da ja irgendwie zu viel Zeuch drin...

 

Strand von Inishmore

 

...Aber ich hab mich überreden lassen und bin ein paar Meter in das erstaunlich klare und warme Wasser gewatet. Für meinen Geschmack leben da ja immer noch zu viele Dinge drin und ich habe unter jedem Sandkorn eine Killerschnappmuschel mit acht giftigen Tentakeln vermutet.
Die Haut spannt ein wenig, weil heute morgen bei der Entscheidung "Puder oder Sonnencreme" natürlich nicht der Sonnenschutz gewonnen hat, aber ich hab immerhin eine Schirmmütze dabei.
[Die Flut hat uns ein wenig überrascht, und plötzlich unser Gepäck bedroht, das wir doch eigentlich weit genug vom Wasser entfernt abgeladen hatten. Videodokumentarisch festgehalten hier.]

17:00
Ziehen uns für die Rückfahrt unter Deck zurück, schauen ein paar Videos auf den Kameras an und veratmen den überschüssigen Sauerstoff.
Inishmore würde sicher auch für mehr als einen Tag lohnen, es gibt genug B&Bs und um von Ort zu Ort zu kommen, kann man neben Pferdekutschen auch Fahrräder und Taxis mieten.

20:50
Habe mich beim Kochen verbrannt, Vianne rennt wegen akuten Sonnenbrandes mit Jogurt im Gesicht rum. Aber das Essen war gut (Spagetti mit Blattspinat, Brokoli und 4-Käse-Sauce, gebratenen Schinken mit Barbecue-Sauce und bunter Salat mit Honig-Senf-Dressing - yess!).

Schaffe es tatsächlich, ein paar Postkarten zu schreiben. Ranwen beendet den Abend mit leckeren Mixgetränken und isländischen Liedern. [Mit Gitarrenbegleitung. Neben dem Spirituosenregal haben sie auch noch einen Instrumentenladen dabei.]

17.05.2007 um 21:26 Uhr

Mittwoch, 2.5.2007 - Coole Park, Athenry und versteckte Sehenswürdigkeiten

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

11:25
Haben festgestellt, dass die Aran Islands autofrei sind [laut meinem Reiseführer gibt es ein Auto auf der Insel, das die Kinder zur Schule fährt. Freilich ist der veraltet und es gibt sehr viel mehr Autos, die Touristen zu Sehenswürdigkeiten fahren, aber die Fähre auf die Inseln sind keine Autofähren], weswegen wir mit der angepeilten 13-Uhr-Fähre zu wenig Zeit hätten, um die Insel bis zur letzten Rückfähre um 17:00 zu erkunden. Deswegen nehmen wir morgen die 10:30er und fahren heute gen Gort.

12:35
Yeats Tower. In der Nähe von... einem Ort... äh... Stina? "Im Zweifelsfall was mit vielen Gs, Hs und Ns. Und Apostrophen." Vianne? "Ballaba." Kein N, kein G, kein H. Naja, fast.
Yeats ist jedenfalls nicht da und der Tower macht erst im Juni wieder auf, aber die Gegend ist wie immer idyllisch mit einem Fluss mit Fischen und vielen Laubbäumen.

13:15
Coole Park bei Gort. Wir spazieren eine Weile durch den moosigen, efeuigen Laubwald und picknicken dann in der Sonne an dem recht wenig Wasser führenden See. [Dabei haben wir einen Schwan beobachtet, der mühsam versucht hat, sich seinen Weg durch ein sicher viel zu flaches Rinnsaal im Seeschlamm zu bahnen. Meter für Meter hat er sich vorgekämpft und wir haben uns köstlich amüsiert bei der Vorstellung, wie er uns mit einem Auge beobachtet und sich anstrengt, sich möglichst würdevoll durch den Tümpel zu schieben. "Königlich. Muss königlich aussehen. Ächz. Ah, Mist, sie schauen her, muss noch königlicher aussehen. Verdammter Schlamm. Schieb. Ächz. Das ist Absicht! Das mach ich immer so! Königlich..."]

15:30
Irgendwo bei Portumna war ein Wedge Tomb ausgeschildert, der bezeichnete Feldweg führte allerdings nur durch ein paar Hügel auf eine andere Straße. Das 4000 Jahre alte Grab kann wohl kaum besser vor Plünderern geschützt sein als durch irische Wegweiser, die darauf hinweisen. Wahrscheinlich ist es nur deswegen so alt geworden. Geben auf.

16:00
Sonnige Zwischenstops am kurzen... nee, umgekehrt, egal. Lough Rea jedenfalls, nicht zu verwechseln mit Lough Ree, oh, Lough Ree, where the three counties meet. [Davon gibts aber glaub ich auch zwei.]

17:00
Stopp am Turoe Stone, um den sie eine Petfarm, gebaut haben, einen Streichelzoo, mit Lämmlein und Eseln und Ponys, für den Erwachsene allerdings 6 und Kinder 12 (!!) Euro Eintritt zahlen. Um den Stein selbst [man kann dahin, ohne Eintritt zahlen zu müssen] haben sie eine kleine Hütte gebaut, so dass zwar die Verzierungen darauf vom Wetter verschont bleiben, dass Fotografieren aber auch nicht viel Sinn macht. [Echt, da steht irgendwo mitten auf der Wiese eine Gartenlaube und wenn man reingeht, ist da nur der betonierte Fußboden und der tausende von Jahren alte Stein in der Mitte. Erhaltungstechnisch sicher sinnvoll, aber doch irgendwie auch surreal.]

17:20
Auf der Suche nach Castle Nr. 317. Stina mit dem symbolträchtigen Satz "Eigentlich müssten wir längst da sein *in die Karte starr*" Geben auch das auf.

 

Athenry Priory

 

17:30
Athenry Castle [Nr, 318] macht just in dem Moment zu, an dem wir ankommen und für die Athenry Priory gegenüber muss man den Schlüssel von irgendeiner Kirche in der Stadt holen. Aber von außen ist sie hübsch...

18:00
Verlassen die Stadt wieder mit der M.S. Mathomhaus, vorbei an besonders schönen Wiesen mit hübschen Bäumen und schlechten Straßen. Ich kann so nicht bloggen! [Die Schrift ist echt mies...]

18:29
Seit Galway Ortseingang haben wir 6 (!) Roundabouts [Kreisverkehre. Auch Kreischverkehr genannt, weil viele zweispurig sind und natürlich linksrum gehen] passiert. Aufrund akuten Verfahrens in der Stadt wiederholten sich dann manche.

 

Atlantik

 

Kurzer Stopp am Strand bei Spiddal

23:00
Heute sind sie alle noch eher ins Bett als sonst, denn wenn wir morgen die Fähre um 10:30 kriegen wollen, müssen wir gegen 9:00 hier weg, ergo gegen 7:30 aufstehen. Iiieks.
Zum Abendessen gabs heute richtigen irischen Räucherlachs [aus Ballyconeely, wo wir gestern waren. Und es war geräuchter mit Honigzeuch dabei, geil]. Ich hätte jetzt ne halbe Stunde Zeit, endlich mal ein paar Postkarten zu schreiben, was ich bisher nicht geschafft habe, denn die letzten Tage waren wir einfach zu spät da und ich zu müde. Jetzt bin ich unkreativ und lege den Postkartenstapel nach einer Viertelstunde völlig unbeschriftet zurück. Dafür sitze ich jetzt am Kaminfeuer und blogge bei Vollmond mit dem MP3-Player im Ohr. Hachja.

16.05.2007 um 20:09 Uhr

Dienstag, 1.5.2007 - Connemara

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:00
Tag der Arbeit und wir sind in gemütlichem Tempo auf dem Weg zum Connemara Nationalpark. Blauer Himmel und Sonenschein. T-Shirt-Wetter, Castle hier, Kirche da. [Wir sammeln wie immer alles auf, was so am Weg liegt, ich hab hier bei weitem nicht jedes Gebäude erwähnt.]

Aughnanure Castle, das aufgrund seiner Unaussprechlichkeit von Vianne kurzerhand zum Alnatura-Castle umbenannt wird. Sie wollen 2,90 € Eintritt, aber da das der kulturellen Erhaltung dient, der wirtschaftlichen Entwicklung und Blah, zahlen wir und schauen uns auf dem Gelände und im Turm um. [Die Burg ist karg aber nett ausgestattet und mit einigen Informationstafeln versehen. Durchaus sehenswert.]

 

Lough Corrib

13:45
Lough Corrib
Auf der Suche nach der idealen Fotoperspektive [s.o.] räume ich einen Kanister beiseite und schaffe es irgendwie, Fotoapparat, Hand und Pullover mit Dieselöl zu beschmieren. [Irgendwie? Ich lag halt. Auf dem Klecks.] Ich hasse es, wenn ich sowas tue. Peele meine Hand mit Sand, säubere mit Ranwens Desinfektionsmittel nach, säubere den Fotoapparat mit Papiertaschentüchern und kremple den Ärmel hoch. [Das Zeug ist ganz eklig, man beschmiert sich ständig neu damit, kriegt es kaum irgendwo ab.] Heut Abend wird gewaschen. Irgendwo dort draußen auf dem Wasser ist mit Inchiquin ein tolles Folk-Stück. [Ein Instrumentales Stück mit dem Namen "Lord Inchiquin".]

14:05
Weiter gen Connemara gibts größere Hügel (also über 300 Meter hoch. Für die Gegend ist das viel.) Viele Postkartenmotive. Seen mit baumbewachsenen Inselchen. Hübsche, freundliche Gegend, die seltsamerweise viel weniger bewohnt ist als die Gegend am Sonntag.

 

Connemara

 

14:25
Fotostop Nr. 237. Beim Versuch, Ranwen aus dem Bild zu springen, renne ich genau den Schachtelhalm um, den sie gerade fotografieren wollte. Mache heute aber auch alles kaputt. Stina drängt zum Aufbruch, weil sie noch an den Atlantik will. [Unser Cottage stand etwa 500 Meter davon entfernt, aber das ist was anderes.] Ich nicht. Habe Angst, den heute auch kaputt zu machen. Witzeln gemeinschaftlich, dass ich wohl eine Muschel umdrehen und dabei den Abfluss finden würde. Ein saugendes Geräusch später wäre Irland keine Insel mehr (und ich könnte mit dem Auto statt mit dem Flugzeug hin. Hm...) und Millionen von Iren würden sich wundern, während meine Leute nur stumm mit einem "nicht schon wieder"-Blick den Kopf schütteln würden.
Steige wieder ein und beschließe, heute einfach auf der Rückbank sitzen zu bleiben.

14:55
Kleine weiße Pferde, von denen ich annehme, dass es Connemaras sind - in Connemara. Toll. Rohan-Thema und Cadbury's Schokolade. Hach.

16:30
Nach Erkundung des Musik- und Souvenirladens von Roundstone an der Dog's Bay (Postkartenmotiv) vorbei. Grüne Wiesen, Felsen, weißer Atlantikstrand. Vianne hat einen Riegel irischer Schokolade mit Karamel-Knuspergedöns-Füllung ausgegeben. Allgemeines Geseufze im Auto. Kosh: "Willst du noch ein Stück?" Stina: "Nee, dann wirds ja multipel."
[Sie meinte die Kalorien, liebe Kinder.]

Atlantikküste


17:00
Halten an einem Atlantikstrand irgendwo bei Ballyconeely an und waten ein bisschen durch das Wasser und den weißen Sand. [An den Strand hat es eine Monsterkrabbe gespült, die so groß war wie mein Unterarm. Größer. Pfuibah.] Auf einer grünen Weide nebenan grasen drei wunderschöne weiße Connemaras, von denen Ranwen eines herbeipfeifen kann. Es ist ein sehr, sehr hübsches elegantes Tier und bleibt so stehen, dass ihm der Wind anbetungswürdig durch die Mähne fährt. Wir bleiben eine Weile anbetend stehen und fahren gegen 18:00 weiter gen Cliffden. Sind immer noch sehr weit vom Connemara Nationalpark entfernt, wo wir doch eigentlich hinwollten. Und heute wieder zurück...

19:00
Nach einem weiteren Fotostop in bergiger Gegend halten wir kurz am Connemara Nationalpark an. [Oder am dazugehörigen Eingang. Rezeption. Visitor's Centre. Irgendsowas. Das war allerdings geschlossen.] Dann fahren wir weiter. Es ist spät und ich bin wohl nicht die einzige, die visuellen Overload erlitten hat. Außerdem könnte ich umfallen und sofort einschlafen. Visueller und oxygener Overload, sozusagen.

19:32
Kein Wunder, dass ich so müde bin. Ständig hüpfen irgendwo Schafe neben der und über die Straße. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, ZZZzzzzzzzzz.....

Vianne scheint ein Buch zu planen, ich schnappe nur den Titel "Die unglaubliche Wolligkeit des Schafs" auf. Stina und ich thiien kurz unterhalb des Ultraschallbereiches, wenn Lämmlein die Straße vor uns kreuzen. Dann räuspern wir uns und murren einige Oktaven tiefer mit rauer Stimme über das blöde Wollviehzeug. Kähä.

20:40
Kommen nach Galway rein und sind wieder mal froh, dass die Supermärkte hier so spät schließen. Kosh rammt wiederholt den Bordstein. [Folgende Episode ist nicht witzig, ich wurde nur von meinen Mitfahrern genötigt, sie aufzuschreiben. Ich war müde. Und überhaupt. Deh.]
Ranwen: "Sachma, fängst du jetzt ein Verhältnis mit dem Bordstein an?" Irgendso ein Centi von der Rückbank: "Wieso? Weil er ihn ständig bummst?" Stellen fest, dass wir beim letzten Einkauf schon wieder das Brainbleach vergessen haben. Hnng.

Weil er nach dem vielen Autofahren, Ein- und Aussteigen und durch-den-Wind-Spazieren völlig aufgedröselt ist, mach ich den geflochtenen Zopf auf und begebe mich im Supermarkt auf die Suche nach einem Anti-Flecken-Mittel gegen das Öl in meinem Lieblingspullover. Eine Frau in hübschem Rock biegt um die Ecke, sieht mich kurz an und meint aufrichtig: "Your hair is beautiful."
Sammle meine Kinnlade vom Boden auf und kratze meinen Wortschatz zu einem verdatterten "Thank you!" zusammen, dann ist sie schon wieder hinter der nächsten Ecke verschwunden. Danach werde ich so rot wie die Sonne, die gerade untergeht. Ibbs.

[Da wir heute kochunlustig sind, gibts nur sechs verschiedene Pizzas, davon waren aber immerhin die meisten (5?) Bio.]

23:00
Nach dem Abendessen hat sich das Haus innerhalb von Minuten zur Ruhe begeben. Ich bin die letzte, die noch rumsitzt, weil ich die Haarkur noch einwirken lassen und ausspülen muss. Für morgen haben wir die Aran Islands geplant.

15.05.2007 um 17:55 Uhr

Montag, 30.4.2007 - Claregalway, Tuam und Ross Friary

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:40
Claregalway Abbey. Eine Franziskaner-Kirche und wie sich das gehört ohne Dach und mit schönem Friedhof drumrum. Wir blenden per selektiver Wahrnehmung die Plastikblumen auf den Gräbern aus. Hohe gotische [/neogotische/gotisch aussehende] Fenster, Efeu, Bäume und Inschriften in Englisch, Irisch und Latein, ein hübscher hoher Turm, auf den man mangels Treppe oder Aufzug leider nicht hochkonnte.

 

Claregalway

 

14:00
Auf einer breiten Straße (jede Seite hat eine Spur für sich) gehts weiter nach Norden. Links und rechts ziehen sich ebene weite grüne Wiesen dahin, gelegentlich von Steinmauern, Baumgrüppchen und Ruinen unterbrochen. Naja und ein paar bewohnte Häuser. Für die Menge an Wiese sehr wenige Schafe und Rinder. Aber da, wo Schafe sind, sie hier auch immer Lämmchen. Thii!

14:10
Die Sonne kommt raus, damit wurden wir in letzter Zeit ja nicht gerade verwöhnt. Das Gras ist gleich doppelt so grün.

14:15
Tuam. Noch so'n Folksong [Naja, die Stadt wird in "Rocky Road to Dublin" mal erwähnt...]. Zwei große Kirchen, die noch ein Dach haben. Find ich jetzt nicht so attraktiv und mein Vorschlag zur Verschönerung der Kirche wurde leider abgelehnt. Hmpf. Wir besichtigen die City, als die Schulen gerade aus sind und lauter Mädels in kurzen Röcken durch die Gegend laufen. Ich hätt mich ja geweigert, solche Schuluniformen zu tragen, aber ich hab mich ja auch in der 3. Klasse geweigert, in den Nadelarbeitsunterricht zu gehen. In KFZ-Mechaniker-AGs wär ich gegangen. Aber sowas gabs ja nicht.

[Übrigens hab ich mich in einer der beiden Kirchen total über die Friedenstauben gefreut, die irgendwelche Kinder dort auf Papier gemalt hatten. Bis Stina mir gesagt hat, dass das Darstellungen des heiligen Geistes sind. Deh.]

16:15
Weiter gehts gen Ross Friary. Ausgesprochen hübsche Gegend, ganz leichte, sanfe Hügel, sehr grün, hier wirkt alles sehr viel einladender als in dem steinigen Gebiet gestern.
Auch die Temperatur ist inzwischen von Pullover+Schal+Jacke auf T-Shirt gestiegen.

16:53
Stina und Vianne fachsimpeln über Straßen. Dies hier sei eine Breitbandstraße, während das gestern eher 56k-Wege gewesen seien.
Nerds.

 

Ross Friary

 

17:10
Haben Ross Friary erreicht und erkundet und sitzen jetzt im Sonnenschein im Gras vor den verfallenen Mauern der Abtei. Aussicht auf die grünen Hügel mit Schafen und Rindern, ein Wässerlein in der Nähe. Ranwen gibt mit der Flöte und isländischen Liedern wieder die Bardin und sorgt damit fürs Ambiente.
[Wir bleiben dort eine ganze Weile schwelgend sitzen, ehe wir die Heimreise antreten und nach einem erneuten Einkauf und Abendessen wieder vorm Kamin landen.]

22:12
Stina: "Es ist Vollmond?! *rausrenn*"
Rest: *verwirrt hinterher starr*
Vianne: "Was tut sie? Tanzt sie jetzt nackt um die Wäschespinne?"
[Man muss wohl dazu wissen, dass Ranwen und Stina an dem Tag von einem Film erzählt haben, in dem nackte junge Frauen über ein Lagerfeuer gesprungen sind. Nee, das machts jetzt grad irgendwie nicht besser, glaub ich. Ich hab ihn nicht gesehen! *sich verteidig*]

Der Abend klingt ebenfalls bei Lagerfeuer und Ranwens Cocktails aus.

14.05.2007 um 19:23 Uhr

Sonntag, 29.04.2007 - Galway und die Gorumna Islands

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

7:30
Das Haus ist ziemlich hellhörig, die Türen haben klappernde Klinken, die Wände sind aus Papier. [Außerdem hat die Klospülung noch zehn Minuten nach Betätigung Geräusche von sich gegeben.]

[Nach dem Frühstück gab es einen kurzen Spaziergang am Strand von Galway und einen kurzen Rundgang durch Salthill. Wir haben unseren zukünftigen Stamm-Supermarkt entdeckt, den Joyce, der 365 Tage im Jahr auf hat und viel Bio-Krams verkauft. Wir haben für 164 Euro eingekauft. Einhundertvierundsechzig. Nicht, dass wir mit dem Kram lange hingekommen wären, am nächsten Tag waren wir wieder einkaufen. Es ging zwar durch sieben, aber einhundertvierundsechzig! Bei den Preisen muss man aber auch wirklich schwer schlucken, durch die Reihe weg ist dort so ziemlich alles mehr als doppelt so teuer wie hier.
Nachdem wir das Zeug ins Spiddal ausgepackt hatten, sind wir wieder ins Auto gestiegen und die Küste entlang gen Westen gefahren, bis auf die Gorumna-Inseln.]

17:10
"Ham die'n Arsch offen?! Ich fahr hier doch nicht 80!" Vianne zweifelt ein wenig an der Kompetenz derjenigen, die hier die Schilder aufgestellt haben.

Connemara. Hier ist gar nix. Nicht mal Landschaft. Es hat was von den Totensümpfen. Sumpf, Moos, Flechten, Felsen. Nix. E bissl Wasser. Meine Schuhe sind, btw. nicht wasserdicht. Hnng. Ranwen legt den Gollum's Song ein. Passt total. "You are lost, you can never go home." Iiieks!

 

Connemara


17:30
Und just als das Rohan-Thema einsetzt, kommen wir wieder an die Küste. Aaawww.

17:34
Musikalisch sind wir jetzt in Moria. Not helping, weil wir wieder in der Mondlandschaft des Landesinneren sind.
Hier sind übrigens die Gaeltacht. [Die beginnen wohl kurz westlich von Galway.]Jedes einzelne Schild hier ist ausschließlich Gaelisch. Nur die Erfahrung sagt uns, dass dieses Schild "Fahr langsam" heißt. [Bei den längeren Schildern, auf denen teilweise ganze Romane standen, waren wir uns weniger sicher, ob das jetzt einfach nur bedeutet, dass da vorn eine Baustelle ist, dass das B&B zu unserer Linken besonders tolle Baked Beans macht, oder ob die Straße 20 m vor uns an einer Klippe endet.]
Fahren auf die Mini[Mini-Miezis!]-Insel Lettermore Island, auf die eine seehr enge lange Brücke führt, auf der uns natürlich zwei Autos entgegenkommen, die unserem Schlachtschiff an Größe nicht weit nachstehen.
Aber links ist Meer, rechts ist Meer, sehr beeindruckend. Das Rohan-Thema, wie bestellt. Auf dieser engen, langen Brücke darf man 80 fahren. Vianne fährt 60, für den Fall, dass sie uns finden: Wir sind unschuldig.

"We've got rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks,
And rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks
And water!"
Sehr steinige Gegend. Gras zwischen den Steinen. Küste links, mehr Steine rechts und links und vorn und hinten und überall. Vianne verflucht jedes einzelne Auto, das uns entgegenkommt. So kenn ich sie gar nicht.

 

 

Gorumna Islands

 

18:13
Aussteigen für Foto-Session. Vianne verfüttert meine letzten beiden Sandwiches an einen Boxerhund. (Vianne: "Ein schöner, aber viel zu dünn.").
Meine Hand stinkt nach Hund. [Da waren zwei und natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten, sie zu streicheln.] Ich könnte sie im Meer waschen, aber das ist das einzige, das hier noch mehr stinkt. Ürgs.
"Warum soll ich die children minden?! Die können doch über die Mauer hüpfen!" Ich kann Viannes dezentes Zweifeln verstehen, denn die Straße ist an der Stelle noch etwa 1,9 m breit. Wir wundern uns nicht über die Religiösität der Iren.
"Bist du sicher?" "Ja." "Aber da ist doch Grün in der Mitte!!" [Es war tatsächlich eine richtige Straße und keine Einfahrt in ein Gemüsebeet.]
Viele Ruinen, viele Hügel. Viiiiiele Steine.
Stina: "Hier wohnen echt Leute! Aber... warum?!"

 

Gorumn Islands

 

19:irgendwas
Auf unserem Weg zurück durch die steinige Pampa - etwa tausend auszuweichenden Autos und ebensovielen Flüchen Viannes später - stoßen wir auf einen Radiosender [Also Gebäude und Sendemast desselben]. Raidio na Gaeltachta. WTF! Mitten im Nirgendwo. Kein Handyempfang. Wenn man hier irgendwo mit dem Auto liegenbleibt, kann man keine Hilfe holen, aber gälisches Radio hören. Yay-ho.

21:35
Wir haben die Fahrt überlebt und gut gegessen, wir ziehen uns mit der Erdbeerbowle, die Kosh und Ranwen mitgebracht haben - die beiden haben ein halbes Spirituosenregal ins Flugzeug gekarrt. ohne über die 15 kg zu kommen - RESPEKT! - ans Kaminfeuer zurück.
Ich habe Feuer gemacht! AufdenBodenrotzundimSchrittkratz. Harrr!

0:02
...Wobei ich heute die einzige zu sein scheine, die gut und gern noch 1-2 h machen könnte. Die einzigen beiden, auf die ich mich sonst in der Sache verlassen kann, sind von Erkältung (*Schutzzeichenmach*) bezwungen worden. Hüte noch ein bisschen das Feuer (und die Erdbeerbowle) und mache mich dann auch ins Bett.

13.05.2007 um 20:44 Uhr

Samstag, 28.4.2007 - Flug und Ankunft

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

[Ihr kennt das Spiel: Ich schleppte ein Blogotizbuch und einen Kugelschreiber über eine der britischen Inseln und tippe nun dies Geschreibsel in heimischen Gefilden ab. Gegenwärtige unqualifizierte Randkommentare von mir in eckigen Klammern.]

11:21
Auf geht's. Ich hab mich also tatsächlich wieder in einen Flieger gesetzt, auch wenn ich mich im Vorfeld merfach dafür verflucht habe. Ich hätt ja auch nen Tag auf ne Burg fahren können, anstatt mich schon wieder in so ein tonnenschweres Monstrum zu setzen. Oder ich hätte mich bei Stina einquartieren können. Sie hat Mini-Miezis, wie bei ihr regelmäßig nachzulesen ist. Gaaaaanz kleine. So minimiezimauz klein. [Das klingt jetzt doof, aber das sind sie wirklich.] So winzig, dass man in ihrere Gegenwart nicht lauter als im Flüsterton sprechen mag. Win-zig. 14 Tage alt. Ist es nicht eine Schande, dass ich lieber mein Leben in dieser überdimensionalen Blechbüchse riskieree, als 14 Tage lang Mini-Miezis anzuthiien? Noch zwei Tage und Lily hätte mich wahrscheinlich als eines der Ihren akzeptiert. [Noch cooler wäre es natürlich, als eine der Iren akzeptiert zu werden. Ahahaha. Ähem.]
Seufz. Aber gut. Wir - Stina und ich - haben beschlossen, diese beiden Flüge zu überstehen. Für die Miezis. Unser Kampfschrei. Für die Miezis. Mini-Miezis mit winzigen Flauscheöhrchen, schwarzen Schwänzlein und klitzekleinen rosa Zünglein.
Ähm.
Ja.
Ich fliege übrigens nach Irland, erwähnte ich das? Nein?
Okay, Irland also.
Der Flieger geht von Hahn nach Dublin, dort mieten wir ein Schlachtschiff von Auto und fahren an mindestens 7 irischen Folksongs vorbei gen Galway. RyanAir fliegt nämlich von Hahn aus Shannon nicht mehr an, außerdem haben sie die Gepäckgrenzen empfindlich runtergedreht (15 kg!), aber sie werden uns sicher befördern, daher mögen wir RyanAir. In der Nähe von Galway, in Spiddal, haben wir - Stina, Aki, Ranwen, Kosh, Vianne und 's Centi - ein Cottage gemietet. Nachdem wir eine Woche die Gegend erkundet haben, verlassen wir Galway, holen Nimiel vom Flughafen Shannon ab und fahren nach Clare, Ennis, genau Labasheeda. Am Mittwoch darauf lassen uns dann Vianne, Ranwen und Kosh zu viert zurück und fliegen heim, wir folgen am Samstag darauf.
Vianne hat übrigens einen Laptop dabei und wenn ich nur den USB-Stick [Ich muss meine Sätze gar nicht zuende. Ihr wisst ja, was ich.], dann könnte ich mir das Kuli-Geschreibe sparen. Autsch. Krampf.

Das mit den Uhrzeiten könnte dieses Jahr abenteuerlich werden, weil doch das Armband meiner digitalen Uhr kaputt ist, und ich sie daher zuhause gelassen habe.

Da schreib ich schon Romane und wir sind noch nicht mal da, aber das lenkt vom Flug ab. Wobei ich dieses Jahr merklich ruhiger bin, was irgendwie nicht nur an dem Mini(Mini-Miez!)-Fläschlein Kräuter[likör] liegen kann. Außerdem haben wirs wieder mit Visualisierung versucht. "Wir sitzen in einem Bus. Nur ein Bus. Ein ganz normaler Bus." "Ein Bus, der mit 500 km/h 10 km über dem Erdboden..." Stina muss aber auch immer alles kaputt machen.

Ich hab dieses Jahr sogar eine F5-Taste dabei und müsste daher nicht mal mehr überall welche hinmalen, aber ich hab ohnehin vor kurzem meinen Lieblings-RPG-Char getötet, daher hab ich grad das Gefühl, selbst auf Internet ein paar Tage verzichten zu können. Na, wir werden sehen.


11:55
Ich muss mir, wenn wir da sind, ne Uhr kaufen, ich kann doch nicht immer Vianne fragen. [Das Problem löste sich im Nachhinein dadurch, dass unsere Mietwagen mit digitalen Uhren ausgestattet waren, yay-ho!]
Angeblich landen wir in 15 Minuten, ich pack schon mal das Büchlein weg und ess noch was.

 

Schlachtschiff an Landschaft

Das Schlachtschiff in der Landschaft von Connemara. Allerdings erst am 29.4.

 

17:46, Ortszeit
Wir sind kurz vor Galway und da wir doch nicht durch Oranmore fahren, waren es doch nur sechs Folksongs. Ich hab sonst richtig geschätzt, yay! Dank grandios nicht vorhandener Beschilderung an zwei Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren [also ohne sie zu sehen], sogar Clonmacnoise, aber davon gibts ja überall genug Bilder.

Unser Van, das Schlachtschiff, wir haben ihn M.S. (Monsterschiff) Mathomhaus genannt, ist riesig und beeindruckend, aber hinsichtlich der hinteren Plätze völlig fehlkonstruiert, man sieht da nämlich gar nichts. Fliegende Wechsel und Ringtausch sind also angesagt. Während man normale Autos immerhin ab 25 fahren darf, muss man für das Monster 30 sein. [Weswegen Stina das Schiff doch nicht steuern durfte und sich total gefreut hat, auch noch mal für etwas zu jung zu sein.]
Puh, im Auto schreibt sichs richtig schlecht.

Ein kleiner Tante-Emma-Laden am Straßenrand hatte Cadbury's, ich hab sie so vermisst, und Soda Bread. Is' toll hier.

Ich hab so den Eindruck, dass wir heute alle nicht alt werden. Hängt alles ein bisschen durch, sogar ich hab im Flugzeug ja schon mehr gedöst als gezittert, obwohl ich die Nacht wie ein Stein geschlafen habe.
Feierabendverkehr in Galway, es staut. Auf den ersten Eindruck ist Galway deutlich weniger niedlich, schrullig und liebenswert als Killarney, aber wir geben der Stadt noch ne Chance.
...
Uuuuh, Seefahrer! =)

21:00
In Spiddal einkaufen gewesen und am Meeresstrand den Sonnenuntergang angeschmachtet. Zu doof, dass der Strand im Süden einer Landzunge liegt und die Sonne daher überm Land untergeht, statt überm Meer.

 

Sonnenuntergang bei Spiddal

 

Torffeuer im Kamin entzündet und festgestellt, dass Grillanzünder toll ist. Warum hab ich mich letztes Jahr mit Pappe abgemüht?!

Der erste Laib Soda Bread ging zum Abendessen komplett drauf, was vor allem deswegen bemerkenswert ist, weil das Abendessen eigentlich schon aus Spaghetti mit Tomatensoße bestand. Zu sechs isst man halt mehr.


Die gesamte Crew ist dann auch früh ins Bett gegangen.