Aus dem Leben eines Taugegarnichts

28.08.2007 um 19:40 Uhr

Wenn man das Radio zum Schweigen gebracht hat

Sind wir bald da?
Wir schreiben also den frühen Nachmittag des 24.8. und ich beende die Arbeitswoche. In der Tiefgarage bei Bilbo angekommen, dreh ich die Sicherung raus, weil Vater-von-Centi der Meinung war, dass der Stromschlag aus einer Autobatterie (wegen des losen Kabelchens hinter dem Radio, wir erinnern uns an den Funken) nicht für einen Menschen tödlich sein kann, wohl aber für ein Auto. 'Nein! Nehmt mich, aber verschont mein Auto!'. Laut Handbuch gibt es drei Sicherungen für das Autoradio, nehme die eine raus, an der nicht nebenbei der Blinker oder der Scheibenwischer hängt, und hoffe, es funktioniert. Auch wenn mir nicht ganz in den Sinn will, wie ich links unten im Auto ein kleines Steckerchen rausnehme und plötzlich was Großes in der Mitte keinen Strom mehr hat, aber da könnte ich auch die Funktionsweise eines Lichtschalters anzweifeln.
Fahre aus dem Betrieb raus und überlege an der roten Ampel, ich könnte ja mal die Klappe vom Sicherungskasten wieder schließen. Versuche selbiges. Sicherungskastenklappe vereitelt Versuch, sie fällt spontan wieder in den Autoinnenraum. Versuche es noch ein paar Mal vergeblich, dann wird die Ampel grün und ich überlege, ich könnte ja die Klappe vom Sicherungskasten auch einfach im Auto liegen lassen.

Fahre los, gen Frankfurt. Ohne Radio. Die Sicherung ist ja draußen.
Der wohl größte Nachteil, wenn man ohne Radio fährt, ist, dass es verdammt langweilig werden kann. Wenn nicht gerade ein riesiger LKW kurz vor einem ausschert. Man kommt ins Grübeln. Ich philosophiere eine Weile darüber, wie toll ich es finde, dass an meinem Auto noch nicht so viel technischer Schnickschnack ist - elektrische Fensterheber, beheizbare Außenspiegel, beleuchtbarer Schminkspiegel, integrierte Sitzheizung, etc. blahblah. Lauter Dinge also, die ich nie bräuchte, die aber garantiert ständig kaputt wären. Noch cooler waren natürlich noch die Zeiten, als man den Keilriemen noch durch eine Nylonstrumpfhose ersetzen konnte. Aber das hätte mir ohnehin nichts genutzt. Erstens weil ich nicht weiß, wo der Keilriemen ist, was er tut, was passiert, wenn er kaputt ist oder gar wie man ihn auswechselt. Und zweitens weil ich nie Nylons trage und die Sache mit Jeans wohl etwas komplizierter gewesen wäre.

Der zweitgrößte Nachteil ist, dass man alle Geräusche des Autos stärker wahrnimmt als vorher. Vor allem das Motorgeräusch. Hat der Motor schon immer so gefiept, wenn ich bergauf gefahren bin? Ich kenne das Geräusch von den Turbinen der RyanAir-Maschine neulich, aber abheben werd ich so schnell mit Bilbo wohl nicht. Ist da was am Motor verkehrt? Wär scheiße, auf den Auspuff bin ich ja eingestellt. (Laut meinen Berechnungen rostet der im September durch, hört meine Worte!) Aber der Motor... oder der Kühler, den hab ich auch lange nicht mehr auswechseln lassen.

Stelle müßige Überlegungen ein und langweile mich weiter. Aus Frust greife ich in die Tupperdose mit der Schokolade. Die ist dank der Hitze so flüssig, dass ich sie nicht essen kann. Die Welt ist heute echt ein Arsch.

27.08.2007 um 19:24 Uhr

Wenn das Radio nicht schweigen will

Oh shit.
Wir schreiben Freitag den 24.8., Centi und Bilbo sind auf dem Weg gen Arbeitsplatz, von wo aus es am Nachmittag weiter nach Hessen gehen soll.
Das Radio geht nicht an, aber das kam in letzter Zeit öfter vor. Nix Neues also eigentlich. Normalerweise überlegt das Teil es sich dann doch noch anders und tut seinen Dienst, so auch diesmal. Kurz vor meiner Autobahnausfahrt geht das Radio wieder an, ich stelle die CD auf Random und kurz vor der Arbeitsstelle läuft mein derzeit liebstes Lied. Das muss man natürlich extra laut drehen. Pünktlich zur Einfahrt in die Arbeitsstellentiefgarage klingt mein Lieblingslied in sanften Tönen aus und ich kann das Auto einparken und das Radio wieder ausschalten.
Könnte. Wenn es ausginge. Aber der Knopf, der vorher das Radio nicht einschalten wollte, will es jetzt nicht mehr ausschalten. Das Radio reagierte auch nicht auf den Lautstärkeregler oder den Ejekt-Knopf. Irgendwas. Wenn man das Radio ausschalten will, nimmt man eigentlich das Display ab. Auch ein abgenommenes Display hält mein diensteifriges Radio an diesem Morgen nicht vom Musizieren ab.
Das ist auch schon einmal vorher passiert, aber das war in der Mitte einer 6-stündigen Autofart und in normaler Lautstärke. Nicht in der Tiefgarage meiner Arbeitsstelle beim Geräuschpegel des Triebwerks einer Boing 747.
Während Kate Rusby, von der heute Morgen eine gut gefüllte MP3-CD im Laufwerk steckt, also die Lyrics von 'Stananivy' in Caps Lock von sich gibt, sprinte ich zum Kofferraum, wühle die Werkzeugtasche vor und reiße dann das brüllende Radio aus dem Armaturenbrett. Jetzt muss ich nur noch die Stromzufuhr unterbrechen. Also die Kabel aus dem plärrenden Radio ziehen. Sie rühren sich nicht. Die Stecker sitzen fest, als wären sie festgelötet, drangeklebt und angewachsen.
Ich werfe einen sinnlosen Blick unter die Motorhaube, während Kate drei Etagen Tiefgarage mit Liebesschmerz unterhält. Verwerfe den Plan, die Batterie vom Radio abzuklemmen und verlege mich wieder darauf, fluchend und mittlerweile schwitzend an den Kabeln zu zerren.

----> Disclaimer: Jaaaa, ich weiß, dass ich einfach nur hätte die Sicherung rausziehen müssen. Aber am Freitag wusste ich das halt noch nicht.

Kate brüllt derweil von Heimweh nach England, da erscheint neben mir eine Frau, die mich fragt, ob sie mir helfen könnte. Weiß gar nicht, wie sie darauf kommt, dass ich Hilfe brauche. Vielleicht wegen der hinter dem Kofferraum liegenden Werkzeuge, oder wegen der offenen Motorhaube, oder wegen der beschlagenen Windschutzscheibe, hinter der ein schwitzendes Centi sitzt und hektisch an den Kabeln eines aus dem Armaturenbrett gerissenen grölenden Radios zerrt.
Die gute Frau probiert es dann vergeblich selbst erst mal (ich hoffe, sie mochte die Musik, welche ich eine wie immer eine subtile Art habe, unter meine Kolleginnen und Kollegen zu bringen), dann stiefelt sie los, um den Hausmeister zu holen.
Ich bin in der Zwischenzeit produktiv, verlasse hastig das lärmende Auto und die hallende Tiefgarage und flüchte nach draußen, wo ich genug Handyempfang habe, um Vater-von-Centi anzurufen. Der Rat ist der wie gewohnt wohldurchdachte und tieffundierte Rat eines wahren Elektronik-Experten: Mehr rohe Gewalt. Die Kabel müssen da raus gehen, zieh halt richtig.
Als ich in die Garage zurückkehre, empfängt mich Stille, doch der anfängliche Verdacht, dass jemand dem Radio den Gnadenschuss gegeben hat, stellt sich als falsch raus. (Schade, irgendwie.) Es ist einfach ausgegangen. Auch gut. Manchmal arbeiten Wackelkontakte also auch für einen.
In dem Moment betritt der Hausmeister die Tiefgarage, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Ähem ja sorry passt schon danke tschuldigung geht wieder ahahaha ich brings zur Werkstatt ja.
Probiere dennoch, die Kabel noch zu entfernen, mit nicht mehr Erfolg als vorher. Dafür kommt irgendwo aus dem mit Isoband verklebten Drahtgebilde ein Funken geflogen. Ich schnappe mir den Plastikgriff eines Schraubenziehers und biege das lebensgefährliche Metallteil weg. Dann schiebe ich das Radio wieder rein und gehe arbeiten. Noch ein Statusbericht an Vater-von-Centi. Der ist köstlich amüsiert, wartet gespannt samt seiner Kollegen auf den Blogbericht und erzählt mir dann auch endlich, dass ich ja die Sicherung hätte rausdrehen können. Hätte er auch sagen können, ehe ich riskiere, mein Leben auf die unrühmliche Art zu verlieren, bei einem Stromschlag aus dem unprofessionell zusammengeklebten Drahtgeflecht eines Kate Rusby schreienden Autoradios in der Tiefgarage meiner Arbeitsstelle zu sterben.

08.08.2007 um 21:08 Uhr

Das Centimobil

In den Sonnenuntergang
Einmal wollte ich auch einen Videoblogeintrag verfassen. Naja, eigentlich war ich nur schreibfaul. Egal.
Hier jedenfalls der Film zur Autofahrt - ein Bilbo, ein Teddy und ein Centi auf dem Weg in den Osten.
(Und ja, der Stau war natürlich kein richtiger. Ein Mehdchenstau. Da hammer doch schon ganz was anderes erlebt.)

Und das nächste Mal schreib ich dann auch wieder, versprochen. 

07.08.2007 um 15:43 Uhr

Irland 2007, Nachtrag

Kilkee, West End


Heut mit nem Kollegen über Urlaub im Allgemeinen und in diesem Jahr gesprochen und nicht zum ersten Mal ein "Du hasts ein bisschen mit Irland, hm?" kassiert.
Hat mich jedenfalls daran erinnert, dass ich noch etwas nachtragen wollte, nämlich die Links zu den Fotogalerien, der Ordnung halber.

Da hätten wir:

Wenn Ranwen ihre online stellt, trag ichs dann hier nach. Und wenn ich noch irgendwelche hochgeladenen Videos finde. [Edit: Hochgeladene Videos gefunden und verlinkt.]
Und ja, ich will zurüüüück!