Aus dem Leben eines Taugegarnichts

07.12.2007 um 12:17 Uhr

Tempus fugit

Lou, schlafend
Lou, neu im Haus meiner Kollegin. Passt einfach grad gut rein.


Ich bin so froh, dass ich meine Weihnachtsgeschenke zum größten Teil schon vor dem ersten Advent besorgt habe, ich hätte dazu im Moment so gar keine Zeit mehr. Nehmen wir mal diese Woche:
Am Wochenende daheim gewesen, den heimischen Weihnachtsmarkt besucht, alte Schulfreunde getroffen, die Verwandtschaft abgehakt, am Montag wieder zurück nach Bonn gedüst, 5,5 Stunden Fahrt, dann musste ich abends nur die Taschen auspacken, aimen, Morrowind spielen, kurz nach Mitternacht ins Bett, um sechs klingelt der Wecker.
Das war diese Woche der entspannteste Teil.

Am Dienstag stelle ich zuerst fest, dass ich leicht angeschlagen bin, eine Erkältung winkt von weitem und schickt schon mal ne erhöhte Temperatur zum Gruß (Erfahrungswerte sagen mir, dass dieser Zustand jetzt 8-9 Tage anhalten wird). Früher von der Arbeit weg, weil ich um 16:00 einen Zahnarzt-Termin habe. Dort die übliche Standpauke abgeholt, anschließend zu Lush gedüst, weil ich da neulich mit festem Parfum angefixt wurde und das jetzt unbedingt haben will. Sacke im Vorbeirennen die letzte Dose, die sie dahaben, ein und düse wieder zur Straßenbahn.
Von dort muss ich mich sputen. Wir haben's kurz nach 17:00, ich bin um in der Stadt 18:00 verabredet - Abendessen mit Pyr und Tamira - und muss vorher noch ein Päckchen von einem GLS-Shop abholen, von dem ich nur weiß, in welcher Straße er ist. Und die Straße ist scheiße lang. Marschiere also die Straße runter und mit dem Packet unterm Arm wieder zurück. Im übrigen hatte ich es wohl lustig gefunden, im Büro noch mal eben einen Liter Wasser zu trinken, meine Eile ist also nicht nur zeitinduziert.
17:45 komme ich durchgeschwitzt zuhause an, lese eine SMS von vor 20 Minuten, dass man mich in ner halben Stunde am Hbf treffen will. Schnell umgezogen und einen Blick ins Packet geworfen, zurück zur Straßenbahn und dann den Hbf abgesucht, weil der ein bisschen größer ist. (Natürlich zu spät gewesen, wie immer.) Tanzen fällt heute aus, eh klar.
Gemütliches Essen, trinken, erzählen, heimfahren. Noch mal eben ins aim und Morrowind spielen, um 23:00 ins Bett und um 6 klingelt der Wecker.

Die Erkältung winkt weiter und ich beschließe, Irish Step heute Abend sausen zu lassen. Was im Laufe des Tages ohnehin nötig geworden wäre, denn Tarma muss mir fürs Wrestling am Donnerstagabend absagen. Da will ich aber hin, also frag ich die Kollegen, von denen sich tatsächlich jemand freudig bereiterklärt mitzukommen. Jetzt müssen nur noch die Karten aus Köln geholt werden. Zuhause bleibt noch eben Zeit, eine DVD zu brennen und noch mal fix nach Morrowind zu hüpfen, dann düse ich ab nach Köln, und weil krank und bäh, nehme ich nicht die Straßenbahn sondern das Auto. Abends. Zwischen Bonn und Köln. Schlagt mich, wenn ich das nächste Mal so eine dumme Idee habe. Mit einer halben Stunde Verspätung bei Tarma angekommen, Karten eingesackt und wieder zurückgedüst.
Abendessen machen, letzte Folge zweite Staffel Heroes schauen (Kreislaufkollaps!!!), ein RPG-Posting absetzen, kurz nach Morrowind hüpfen, immerhin auch schon halb zwölf im Bett, um sechs klingelt der Wecker.

Ein mittelgroßes Schlafdefizit und erhöhte Temperatur sind die besten Voraussetzungen, um im strömenden Regen durch den Feierabendverkehr der A3 von Bonn nach Frankfurt zu fahren. Egal, Kollege H und ich haben Spaß. Und kommen mit einer vollen Stunde Verspätung in Frankfurt an. In der Messehalle, wohlgemerkt, verabredet bin ich nämlich vorher noch mit Gamina am Hauptbahnhof. Die Ärmste wartet da schon seit einer Stunde im Angesichts eines wirklich, wirklich ätzend hässlichen Baumes (der war nicht weihnachtlich). Wir haben 18:35, Einlass ist ab 18:30, losgehen soll's um 20:00. Irgendwie finden wir den Ausgang aus dem Parkhaus (hat sich jemand die Parkplatznummer gemerkt? Nein? Ah, so groß kann das ja nicht sein...) die richtige U-Bahn zum Hbf., schaffen es eben noch, süße Dinge und schöne Gaben von Hand zu Hand gehen zu lassen, müssen aber nach einer knappen halben Stunde doch wieder zurück.

Reihen uns in der Messehalle in die lange Reihe der wartenden Wrestlingfans. Coole Aktion am Rande: Die Reinlasser dort haben die Rucksäcke kontrolliert, teilweise die Leute abgesucht und mitgebrachte Flaschen kostengünstig entsorgt. Ich hab einen Rucksack dabei, mit ner Wasserflasche drin. Die will ich natürlich behalten. Jetzt dürfen Frauen ja nicht von Männern durchsucht werden, also stehen dort jeweils ein männlicher und dahinter ein weiblicher Reinlasser, der männliche winkt mich durch und durchsucht H, der natürlich nichts dabei hat. Vor mir ist bei der weiblichen Reinlasserin noch eine Frau dran, also warte ich. Dieweilen kommt H hinter mir lang, ich lasse den Rucksack von den Schultern gleiten und H fängt ihn auf und nimmt ihn mit. Ich werde durchgewunken und dann sind Rucksack und Centi wieder glücklich vereint. Heh.

Die Show an sich haben wir schon spektakulärer gesehen, wenn auch nicht life halt. Das Publikum ist äußerst durchmischt und feiert die üblichen Helden, die Paracetamol versagt ihren Dienst und die Digi will keine Videos mehr machen. Aber ich erfreue mich an der Performance, der life-Atmosphäre und den dummen Kommentaren von H und mir und gegen Mitternacht ist es auch schon vorbei.
Finden irgendwie wieder den Weg zu Bilbo und aus dem Parkhaus und aus Frankfurt raus. Ich finde noch ein paar schokolierte Kaffeebohnen, nehme eine Handvoll davon und kriege das Auto irgendwie so durch die nasse Dunkelheit gelenkt, dass wir an kein Auto und an keine Leitplanke stoßen. Bin ziemlich stolz auf mich, schmeiße H bei sich raus, komme auf dem Zahnfleisch kriechend gegen zwei heim, stelle den Wecker auf 7:30 und falle ins Bett.

Heute bin ich irgendwie schon da, so halbwegs, überlege aber, ob ich nicht den Forumsstammtisch für heute Abend ausfallen lassen soll (gut, dass mein Kollege mir schon für das Badminton, das usprünglich geplant war, abgesagt hat), weil ich morgen ja auf die Ronneburg will. Und im Sonnenlicht heute Morgen festgestellt, dass irgendwann Zeit gewesen sein muss, die Wohnung völlig zu verwüsten.
Immerhin, da ist schon wieder eine frische Blüte an meiner letzten Kornblume. Am 7. Dezember, mind you!