Aus dem Leben eines Taugegarnichts

30.07.2009 um 14:13 Uhr

Bad Minions

Meine "Beethoven Melange" ist bald alle. Schmeckt ja nicht schlecht. Aber wer bitte kommt  denn auf die Idee, Schwarztee mit Grünem Tee zu mischen?
Gut, man könnte auch fragen, wer auf die Idee kommt, das dann zu kaufen. Aber ich bin ja nur eine Büropflanze, die Koffein braucht, nicht der Typ ausm Teeladen, der es wissen müsste. Egal.

Gestern das erste Mal seit laaangem, seit Mitte August, wieder Badminton mit dem Kollegen gespielt. Mei, man merkte die lange Zeit der Abstinenz.
Wobei ich gar nicht so weit gehen würde zu sagen, wir wären schlecht gewesen, das wäre doch übertrieben. Wir müssten noch einige Wochen üben, um schlecht zu werden. Das gestern ging weit darüber hinaus, oder drunter durch, wenn man so will. Wir haben den reinsten Rentner-Sport betrieben. Aufschlag - Annahme - Boden. Bewegung war mir plötzlich total fremd, und treffen auch eher ein unbekanntes Konzept. Allerdings ist die Halle auch nicht nennenswert klimatisiert und daher im Moment der reinste Backoffen. Nicht förderlich. Zuletzt ist mir der mistige Schläger sogar bei der Annahme aus der Hand gefallen.

Aber wir hatten Spaß, wie immer.

Da sind dann die Felder ringsum immer von den übelsten Profis belegt, die sich die Bälle nur so um die Ohren hauen, ihre Sätze schrubben und wo man den Ball schon gar nicht mehr sieht. Und wir stehen zwischendrin.
Aufschlag - Annahme - Boden. Dann lachen wir uns eine Weile krumm. Aufschlag - Annahme - zack, der Ball liegt in nem Profi-Feld. Ich glaub, sie hassen uns da.
Deswegen und weil andere Kollegen überlegen, mal mitzukommen und weil die Platzmiete der reinste Wucher ist, haben wir überlegt, unser Betrieb könnte das Ding einfach mal kaufen. Müsste sie halt umbenannt werden. Jetzt trägt sie den Namen eines anderen Betriebes. Mir fiel im koffeinentzogenen wärmeaufgeschwemmten Gehirn ja nur "Zum Verbesserten Schläger +3" ein, aber der Kollege schießt natürlich wieder den Nerdvogel ab:

Badminton's Gate III

Es ist so großartig, von kranken Menschen umgeben zu sein.

27.07.2009 um 13:44 Uhr

Bitte recht freundlich

Ich freu mich derzeit über ein paar Nichtstu-Wochenenden. Während ich die ersten beiden dafür genutzt habe, liegengebliebene Sachen zu erledigen und in meiner Wohnung einen Grundstock an Ordnung und Sauberkeit wiederherzustellen, hab ich vergangenes Wochenende hauptsächlich Drakensang gezockt und alle Ordnung und die Errungenschaften der letzten beiden Wochenenden kaputt gemacht. Unglaublich, wie viel Unordnung man in nur einer Woche schaffen kann.

Immerhin hab ich aber jetzt an den Wochentagen etwas mehr Freizeit, wo ich das wieder relativieren könnte. Denn im Moment sind Ferien. Heißt: kein Volleyball und keine Hupfdohlen. Zumindest kein reguläres Training, und diese Woche noch nicht mal Sondertraining. Wozu auch. Die Premieren sind nur bald und wir können nichts.
Mir kommt's ja gelegen; Je näher das Zeuch rückt, desto weniger Lust hab ich drauf. Schlimm eigentlich. Aber normal bei mir. Blöd nur, dass ich's trotzdem können sollte. Andererseits kennt mich dort unten ja keiner.
Ach. Früher war alles besser.

Immerhin: 2009 kann auch Sommer. Blauer Himmel, Sonnenschein, Blümchen. So bleiben. Bis Dezember. Bitte.

24.07.2009 um 19:54 Uhr

"Dat kann ja gar nich funktionieren!"

Meinte der KFZ-Mechaniker, während er sich Bilbos Rücklicht besah.

Ja, dachte ich, ich weiß, dass die Lampen nicht mehr gehen. Das kommt halt vor. Lampen brennen durch. Und achja, ich hatte auch ein paar kleine Wassertröpfchen gesehen. Wahrscheinlich Kondenswasser.

"Dat ist ja dat reinste Aquarium!", ergänzte er dann und kippte schätzungsweise einen halben Liter Wasser aus dem Rücklicht auf den Boden. Gefolgt von dem Wasser aus den Birnen.

Bilbo steht die meiste Zeit in einer Tiefgarage.

Okay, welcher Witzbold war das?! was zum...

20.07.2009 um 08:19 Uhr

Sie hat blaues Bluuuuut

An die Wochenenden, an denen ich nichts vorhabe, könnte ich mich glatt gewöhnen. Meine Wohnung profititiert davon auch ungeheuer. Und nach getaner Arbeit ist gut Drakensang spielen. Schön, mein Kollege wird mich umbringen, aber das war es dann wert.

Woohoo, es ist fast so gut, wie ich gehofft hatte! Die NPC-Interaktion könnte noch besser sein, aber sonst bin ich restlos begeistert.
Mein PC auch. Der will das Spiel sogar gar nicht mehr hergeben und wehrt sich auch mit vehementen Bluescreens dagegen, dass ich die DVD aus dem Laufwerk entferne. Nur bei dieser DVD und nur beim Auswerfen. Interessantes Phänomen, das hatte ich auch noch nicht.
Ein Troubleshooting von Dagorath heute Nacht ergab dann einen Verdacht auf AVG und eine Verkürzung des Schlafanteils in der Nacht auf vier Stunden. Die Ostfriesentee-Mischung gerade hab ich aber aus Müdigkeit wieder zu lange ziehen lassen. Wie ich erwähnte: Schwarztee ist einfach fehlprogrammiert. AVG zu deaktivieren hat allerdings leider nicht gereicht. Heute Abend weiter rumtesten. Erst mal Tag überstehen.

Vielleicht lutsch ich einfach noch nen Teebeutel.

Btw.: Gestern noch in den leicht aufgeschraubten Rasierhobel gegriffen. Unglaublich, wie schlecht man mit einem dick bepflasterten rechten kleinen Finger tippen kann.

13.07.2009 um 09:44 Uhr

Entscheidungsfindungskriterien

Nach langem Ringen hab ich mir gerade Drakensang bestellt. Das ist gleich aus mehreren Gründen dumm:

1. Tötet mich dann mein Kollege. Der hat mir vor ner Weile Gothic geliehen und fragt alle Nase lang, ob ich's denn schon gespielt hätte. Was ich nicht habe, weil ich mich bisher mit den knackigen Siedler5-Kampagnen rumgeschlagen habe. Ich bin ja gewohnt, dass sich Siedler selbst spielt. Nebenbei kann man dann die Wohnung aufräumen, die Steuererklärung machen, kochen oder schlafen und nichts passiert, weil einen die Gegner fast nie nennenswert in Bedrängnis bringen, wenn man das nicht selbst herausfordert. Bei Siedler5 wünscht man sich ja einen Multiplayer, bei dem sich viele Spieler die Leitung über ein einziges Dorf teilen können.
Aber ich schweife ab.
2. Tötet mich dann Aki, der mir gleich einen ganzen Stapel interessanter Spiele geliehen hat.
3. Weiß ich eigentlich gar nicht, ob es überhaupt halbwegs ruckelfrei läuft, oder ob es bei Wildniskämpfen, bei denen eventuell gar eine Fackel involviert ist, nicht wieder wie in Oblivion in eine Urlaubs-Dias-Vorführung mündet.
4. Tötet mich meine Tanztrainerin, wenn ich lieber zocke als Auftrittskostüme zu bearbeiten. Aber das hab ich am Samstagabend schon drei Stunden lang gemacht, und seitdem sind zwei meiner Finger taub. Eh das nicht wieder wird, fass ich eh keine Nagelschere mehr an.

Liste beliebig erweiterbar.

Aber nicht nur dass dieses Spiel laut Beschreibung der Mix aus meinen beiden Lieblingsspielen sein müsste (Jetzt erwarte ich zu viel und werde enttäuscht. Ohje.), und nicht nur, dass amazon den Artikel von impertinenten 19,99 € auf nachgeworfene 19,95 € heruntergesetzt hat, nein!
Nach meinen neuesten Forschungsergebnissen bekommt man in dem Spiel ein eigenes Haus - mit dazu gehöriger -> Katze <-.

Einkaufswagen, Kasse, abschicken.

Man darf das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren.

10.07.2009 um 08:54 Uhr

Cen-Tea

tea

Wie ich schon mal erwähnte, bin ich ja auf Schwarzen Tee umgestiegen. Nach der langen Cappuccino-Zeit ist das einfach mal was anderes, und er enthält obendrein noch mehr Koffein als dieser Tüten-Cappu.
Wenn man ihn richtig macht.
Heißt: Wenn man ihn nicht länger als 2 Minuten ziehen lässt. Ab 2:30 min beruht die wachmachende Wirkung nämlich nur noch darauf, dass die Brühe gallebitter schmeckt.
Jetzt ist zwei Minuten einfach eine gemeine Zeitspanne. 45 Sekunden wären gut. Da geht man von der Teeküche ins Büro, und wenn man angekommen ist, nimmt man den Teebeutel rechtzeitig raus. 10 Minuten wären auch eine gute Zeit. Da denkt man nämlich sonst das nächste Mal dran. Ist statistisch erwiesen. Hängt bestimmt mit der Zeit zusammen, die man für das Lesen von zehn Blogeinträgen braucht.
Aber zwei Minuten! Das ist eine Zeitspanne, die erfordert, dass man seine Sinne beisammen hat. Dass man nur kurz was anderes macht, dann aber direkt wieder daran denkt, was man kurz zuvor gemacht hat.
Eine Fähigkeit, die mir sowieso schon abgeht. Aber Tee trinke ich doch meistens, wenn ich eben gerade nicht wach, aufmerksam und dynamisch bin.

Da war das mit dem Jacobs weiße Schokolade (Ohne Toffee. Warum gibt's den eigentlich nicht mehr?) einfacher. Der hatte nach zehn Minuten seine perfekte Trinkkonsistenz gehabt. Ein bisschen dickflüssig, ein bisschen cremig, aber doch trinkbar.
Da konnte man noch in die Küche schlurfen, Cappu zubereiten, zurückschlurfen und eine Weile dumpf Löcher in die Luft starren. Wenn sich der Bildschirmschoner angeschaltet hat, war der Cappuccino trinkfertig. Das war noch ein durchdachtes Produkt!

Das Konzept von Schwarzem Tee ist optimierungsfähig. Wer will?

08.07.2009 um 09:46 Uhr

Die Bäähnd war da.

Und war überraschend sympathisch.

Trotzdem. Ich kann dieses verdammte M-Wort nicht mehr hören. Die Premieren sind in wenigen Wochen und natürlich haben wir es nicht so drauf wie wir das sollten. Und natürlich war mir das klar. Und natürlich war H. darüber verärgert. Und natürlich gibt es jetzt Sondertraining. Viel Sondertraining.

Ugh.

Dazu der obligate Pep-Talk. "...fünf Jahre..." Ieks? Ich dachte, es wären nur zwei. Wir brauchen dringend eine Zweitbesetzung. Und eine Drittbesetzung. Die rücken dann nach und ich bin aus dem Schneider. "...durch Deutschland touren..." Naja, zwei Bundesländer. "Wer bekommt schon als Hobbygruppe..." Ebent. Nach wie vor Hobby. Menschen, die noch andere Interessen haben und es eben, tada, als Hobby betreiben. In meinem Fall bei weitem noch nicht lange genug. "...die Chance dazu?" Weiß nicht. Aber wollte ich die je?

Ich glaube nicht.

Dieses Öffentlichkeits- und Ruhm-Dings war noch nie meins. Deswegen hab ich auch damals dankend abgelehnt, als es hieß, unser Schulchor sollte bei Schneegestöber Außenaufnahmen mit dem Alpenduo Osttirol machen, damit das zum Titel "Schmalz in der Pfalz" (oder so) besonders schön aussieht. Und damit das Öffentliche so eine Minimalrechtfertigung dafür hat, in einer Sendung aus Sachsen das Alpenduo Osttirol zu zeigen.

Ich hab also aus ersichtlichen Gründen beschlossen, lieber zuhause bei Wärme und besserer Musik zu bleiben. Was mir meine Eltern im übrigen bis heute vorhalten. "Du wärst im Fernsehen gewesen!" "Mit dem Alpenduo Osttirol." "Aber du wärst im Fernsehen gewesen!" "Jjja."

Heute tanze ich also als Anfängerin in diesem Mmmm...dings im Gegensatz zu den KönnerInnen jeden verdammten Tanz mit.

An irgendeiner Stelle war ich nicht konsequent. Mist.

01.07.2009 um 15:41 Uhr

Entscheidungen.

Ach je, heute Abend ist ja wieder Session im Pub. Ob ich diesmal schwänze? Schlafdefizit ist eh chronisch und zusatzakut, und dann muss ich noch packen, am WE geht's nämmich mal wieder nach Osten. Und am Montag kommt die Bäähnd zu Besuch und wir wollen all das Musical-Gedöns durchnehmen und ich kann ja wieder mal nix. Müsste mir also mal die Proben-DVD ansehen. Und auswendig lernen.
Außerdem hab ich lang nicht mehr gesiedelt.

Argh, Böckekonflikte.

01.07.2009 um 00:11 Uhr

Folkreiches Wochenende - Samstag, 27.6.

*tanz*
Dank der Ohrstöpsel, die Vogelgezwitscher und spielende Kinder komplett von meinen Trommelfellen fernhalten, hält es mich bis halb elf im Bett, dann scheint die Sonne aufs Zelt und ich gehe, ehe ich gar bin. Essen, dann Kartenspielen. Ein beeindruckender Regenguss kommt dazwischen. Ich komme nur noch fix dazu, einen Stuhl in der Nähe zu schnappen und ihn in "mein" Zelt zu werfen, dann geht draußen ein kurzer Wolkenbruch runter und ich verschanze mich im Zelt.
Unsere Trainerin H. ruft an. Sie und R. seien schon in Bonfeld, wie könne man denn das Festival finden?
Bö?! Bonfeld hat 1800 Einwohner, es gibt dutzende Schilder. Wie kann man in Bonfeld sein und das Festival *nicht* finden?

Beschreibe ihr ein wenig den Weg, lasse später noch U.s Freund anrufen, die waren hier schon öfter, und lasse den auch noch mal beschreiben. Beschreibungen scheitern daran, dass die Fahrenden nicht genau wissen, wo sie sind.
Nach einer Weile laufen U. und ich zur Straße vor, die Sonne scheint inzwischen wieder. Wir warten. Und warten. Zwanzig Minuten später rufen wir noch mal an. Und warten weiter. Und weiter.
Irgendwann biegen sie tatsächlich um die Ecke, wir können gemeinsam unsere VIP-Bändelein abholen und den VIP-Bereich begutachten.
Holla. Es gibt Zelte mit Essen und Trinken und Stände mit Essen und Trinken und alles ist für uns kostenlos und wird uns quasi nachgeworfen. Geil. Esse spontan eine Gemüselasagne und Salat. Die anderen Tänzerinnen sind auch schon da, da kann auch nichts mehr schiefgehen. Also so halt.

Nach dem Essen kommt T. vorbei. T. ist der uns verkündete Bandguide, der Leibeigene, der heute für uns da sein wird, um uns "rundum zu betreuen" und stets für unser Wohlergehen zu sorgen. So ward es verheißen, und so war es auch. Darüber hinaus sah er auch noch gut aus. Netter Junge von nebenan meets Sawyer. Hallo, Oberarme!
Wir nehmen die Bühne in Augenschein und das Zelt, das uns zwecks Umziehen gestellt wird. Drinnen finden sich diverse Werbeartikel: Flipflops (sehr praktisch für mich gerade, weil ich alle Wege barfuß gegangen bin, über verdammt spitzsteinigen Schotter), Kugelschreiber, Feuerzeuge, Schweißbänder, Schokolade, 1,5 l Sekt, Kondome. Wenn wir mehr von irgendwas bräuchten, sollten wir nur Bescheid geben.
Hm, nun, ja, äh. Wasser und so wäre gut.
T. schleppt einen Kasten Wasser und Limo heran und sieht gut dabei aus.
Sonst noch irgendwas?
Noch mal zwei Kästen Wasser? Nein, danke.
Vielleicht einen Kaffee?
Äh. Ne... Naja, schön, ja, einen Kaffee dann bitte.
Mit Baileys?
Uh. Ja. Danke.

Wahnsinn.

Wir versichern uns noch einmal gegenseitig, dass es hier unheimlich toll ist, dass wir trotzdem gleich untergehen werden, weil OMGWTF acht Tänzer für eine Stunde Show und jeder acht Tänze bei der Wärme. Ich hole meine Sachen und wir gehen zum Soundcheck. Wir kriegen ein Bodenmikrofon und ein weiteres Mikrofon, dass auf einem Lederhandschuh auf der Bühne platziert und als Bodenmikrofon missbraucht wird. T. hängt unserer Plakat an die hintere Bühnenwand und sieht gut dabei aus, dann proben wir ein bisschen. Hinterher fegt T. die Bühne und sieht gut dabei aus. Dann verkündet er, er werde jetzt hier bei der Bühne auf uns warten, während wir uns umziehen und auftreten.
Darf ihm kein Leckerli zuwerfen.

Wir ziehen uns um, dopen uns mit Bachblütenkügelchen und gehen zur Bühne. Ein letztes Händchenhalten, der Schlachtruf "Wir shuffeln das!" wird ins Leben gerufen, dann beginnt die Show.
Jetzt ist das ja bei weitem nicht mehr unser erster Auftritt und bei den meisten nimmt man's auch inzwischen sehr gelassen. Aber so spätestens eine Stunde vorher hat auch mein Magen beschlossen, Lampenfieber zu haben, dabei sollte der ja gar nicht auftreten, der Depp. Aber sobald man dann das erste Mal auf der Bühne steht, ist alle Aufregung weg. Man tanzt seinen Stiefel, bemüht sich, den Spaß, den das Tanzen macht, auch zu zeigen und auch kleinere Fehler machen einem nichts aus.
Einmal bricht bei mir dann noch Hektik aus, als ich 2 Minuten Zeit habe, von den verschnürten Softshoes in die Hard Shoes zu wechseln und die Bändchen der Softshoes verknotet sind. Schaffe den Schuhwechsel noch bequem rechtzeitig, verhaue aber den nachfolgenden, wenigstens nur Feis-Länge kurzen Tanz aber so ziemlich vollständig. Egal, weiterlächeln und irgendwie im Takt bleiben gelingt immer noch.
Der Rest des Auftritts geht auch seinen Weg. Zum Ende hin häufen sich die Tänze, die ich mittanze, dafür gibt es quasi keine Pausen mehr. Es ist heiß und mir rinnen Bäche das Gesicht herunter - Makeup, das über Kajal hinausgeht, wäre ja so sinnlos gewesen - aber es wird trotz karpfigem Luftschnappen tapfer weitergelächelt.

Nach der Show knüpft H. wieder neue Kontakte - ich hoffe inständig, dass das nicht wieder irgendwelche Konsequenzen hat wie letztes Mal - deswegen sind wir trocken, ehe wir zum Duschen aufbrechen, und beschließen, uns schlicht umzuziehen und zum angenehmen Teil überzugehen: Dem VIP-Bereich.
Vom treuen (, humorvollen, sympathischen, intelligenten, offenen) T. begleitet gehen wir zum großen Nahrungs-Zelt, wo T. uns erklärt, dass wir hier alles haben könnten, was es auch auf dem Festival-Gelände gibt, nur eben kostenlos.
"Oh, aber Flammkuchen gibt es nur drüben. Ich hol euch aber gern welche, wer will? *zähl* Okay, fünf Flammkuchen, kommt sofort."
Wir schaffen nur schnell unsere Tanzsachen ins Auto und besuchen den gefliesten Wagen, da hat er uns die fünf Bretter auch schon auf freie Plätze gezaubert. Als nächstes bringt uns unserer allsorgender T. auch noch Getränke - Cider, Cola, Rotwein - und wir bitten ihn, sich selbst auch welche zu holen und stoßen mit ihm an. Dann wuselt er ein paar Minuten anderswo rum und wir essen. Feta/Tomaten-Pita, gerösteten Lachs mit Pfannengemüse, Flammkuchen.

Eine Weile hat T. Zeit, sich mit uns zu unterhalten, über alles mögliche, u.a. die Veranstaltung an sich. Wahnsinn, was so ein kleiner Verein so auf die Beine stellen kann. Das wäre wahrscheinlich ohne all die freiwilligen Helfer nie möglich gesen, die wie T. aus einem großen Umkreis kommen und im Prinzip für nichts arbeiten, außer Trink- und Essensbons und ein bisschen Anerkennung und Stolz. Huld!
Und bis auf Kleinigkeiten (das vielgebashte Bon-System für den Getränkeverkauf) hat alles reibungslos geklappt. Davon angefangen, dass man nie länger bei den Toiletten warten musste, über die Aufteilung der Stände und Bühnen und Zeiten bis hin zu Blümchen, Efeu-Deko und mit handgeschriebenen Sinnsprüchen verzierten Steinen auf allen Tischen.

Außerdem rockt der VIP-Bereich. Guinness, Cider, Nahrung! Dazu war auch der nett eingerichtet und etwas weiter weg von den Bands. Zwar irgendwie seltsam, sich auf einem Folk-Festival quasi von allen Bands fernzuhalten, aber wir hatten ja etwas Bestimmtes zu feiern: Uns! Und daher haben wir den restlichen Abend auch ausschließlich an einem der teilweise mit Lichterketten geschmückten Stehtischen verbracht, Cider getrunken und uns schlicht gut unterhalten.

Zwischendurch noch eben etwas Geld für T. gesammelt, einfach als kleinen Dank, weil er so toll war. Hach, wie verdattert der war. Hachhach. Dann noch ein Gruppenfoto mit Sklave, den wir danach in die Freiheit entlassen haben.
Vier sind dann nachts noch nach hause gefahren - gefahren worden vom Ehemann einer Mittänzerin, dem auch höchste Anerkennung zuerkannt werden muss, weil er die drei Stunden hergefahren ist, sich dann über zehn Stunden auf dem Festival rumgetrieben hat und dann wieder drei Stunden nachts nach hause gefahren ist. Übrigens hat er verkündet, dass er am nächsten Einsteigerkurs für Irish Dance teilnehmen will.

Ich baue H., die irgendwie nicht daran dachte, dass man als nicht-Soldat neben Schlafsack, Kissen und Zelt auch noch irgendwas anderes zum Nächtigen brauchen könnte, aus Windschutzscheibenabdeckung, einem Bundeswehrschlafsack (hey, es hätte ja nachts kalt werden können), zwei Decken und einer militär-Isomatte von U.s Freund noch schnell ein Lager und drücke ihr Ohrstöpsel in die Hand.

Am nächsten Tag dann schlicht nach einem ausgiebigen Picknick vor dem Zelt selbiges unfachmännisch abgebrochen und heimgefahren. Den halben VIP-Meter über dem Boden werden wir noch ein paar Tage lang schweben.