Aus dem Leben eines Taugegarnichts

31.08.2009 um 21:03 Uhr

"Und alles ist wieder in Ordnung, und alles ist wieder gut..."

 

Musical

(Es folgt ein wenig Selbstbeweihräucherung. Be ye warned.)


Die Musical-Premiere und zwei weitere Vorstellungen liegen hinter mir, und ich kann nur sagen:

WAHNSINN!

Ich hätte diesen Eintrag vielleicht noch im Zuge meiner gestrigen Euphorie schreiben sollen, aber erstens war ich erst kurz vor vier zuhause und zweitens hätte er dann vornehmlich aus Ausrufezeichen bestanden, und das will ja niemand. Inzwischen bin ich wieder etwas mehr in der realen Welt, igitt, angekommen, und hab obendrein irgendwie ein Jetlag, das heute Nachmittag aus einem "nur fünf Minuten hinlegen" einen anderthalbstündigen Tiefschlaf gemacht hat.

Die Premiere selbst war hart. Da ich ja so ziemlich alles getanzt habe, war ich drei Stunden lang hauptsächlich am Umziehen, unterbrochen von ein paar Pausen, in denen ich auf der Bühne stand. Ich hab mir am zweiten Tag dann doch zwei Tänze von der Trainerin abnehmene lassen, weil es mit der Umzieherei doch an einer Stelle zu knapp war, und ich gerade in dem Moment hinter der Bühe ankam, als mein Lied begann. Puh!

Aufgeregt war ich die meiste Zeit so gut wie nicht, selbst bei meinem kleinen Bauchtanzsolo vor immerhin fünfhundert Leuten. Nur ganz kurz vor Beginn: Der Saal füllt sich. Die Türen werden geschlossen. Der Saal wird abgedunkelt. Psssts gehen durch das Publikum. Das Publikum wird still. Dann hatte irgendein Mikro erst mal eine eklige Rückkopplung, weswegen sich der Start verzögerte. Wir standen derweil hinter der Bühe und warteten auf unseren Auftritt, der fast der erste Teil der Aufführung war. Das zehrte dann schon an den Nerven. Das Publikum bekann, rhythmisch zu klatschen. Wahnsinnige erwartungsvolle Atmosphäre.
Und dann ging's endlich los. Und wir waren einfach gut, wie uns hinterher jemand bestätigte, der unsere "normalen" Auftritte kannte. Wir haben gut getanzt und wir haben gut ausgestrahlt. Das Publikum hat bereits beim ersten Tanz unanimiert mitgeklatscht. Generell scheint das Musical gut angekommen zu sein. Es gab jedenfalls am Ende jeder Aufführung standing ovations. Und was das Publikum am Ende der dritten Aufführung bei der Verabschiedung veranstaltete, als unsere Tanzgruppe noch mal ein paar Takte mit a-capella-Step-Einlagen füllte, umschrieb der Regisseur treffend mit "Ich hab da gerade ein Feuerwerk gesehen."

Wahnsinn. Applaus ist etwas unheimlich, unheimlich Tolles.

Und die Bääänd rockt ja einfach. Nach wie vor ist die Musik einfach nicht ganz meins, obwohl ich sie mir grusligerweise wirklich allmählich schön höre. Emotionale Verbundenheit aus irgendeiner Art Stockholm-Syndrom vielleicht. Aber die Leute sind einfach super.

Hach, hach. Und die begeisterten Stimmen aus dem Publikum. Einfach großartig.
Aaah, ich entschwebe schon wieder.

Jedenfalls haben sich all die Anstrengungen, Flüche, die Zeit und die Arbeit einfach gelohnt. Ich freu mich auf die nächste Aufführung.